Hangabsicherung durch Bodendecker

  • Hallo zusammen,


    unser Grundstück hat zur Grundstücksgrenze unseres westlichen Nachbars auf einer Länge von rund 33m eine Böschung, welche zu seinem Grundstück grenzt.

    Am einen Ende beträgt die Länge des Hanggefälles rund 2,4 m - am anderen Ende 1,6m.

    Der Nachbar halt also sein Grundstück beim Einebnen gegenüber unserem Grundstück abgesenkt.


    Ich sehe es so, dass durch diese selbst herbeigeführte Höhendifferenz der Nachbar für eine Sicherung unterhalb der ursprünglichen Höhe zu sorgen hat.

    Deshalb plane ich nun, meine Böschung oberhalb des regulären Verlaufs mittels Bodendecker zu festigen.

    Laut letztem Gespräch wird der Nachbar unten eine kleine Stützmauer auf eigene Kosten errichten,


    Nun meine Frage:

    Denkt ihr, dass Bodendecker eine passable Lösung zur Hangbefestigung sind? (Auch im Falle, dass der Nachbar aufgrund finanzieller Schwierigkeiten keine Stützvorkehrung errichtet?)

    Unser Galabauer meint, es würde sehr gut halten, wenn ca 6 Pflanzen/m2 gesetzt werden. Der Boden ist am Hang sehr lehmhaltig.


    Grüße und Danke


    Chrisy

  • Welchen Winkel hat die Böschung?

    Bei Lehmigen Böden sieht man oft dauerhafte Bschungen mit mehr als 45°. Kritisch ist die Phase bis das ganze mal bewachsen ist.. Ggf. mit Kokosmatte o.ä. nachhelfen.

  • Der Nachbar halt also sein Grundstück beim Einebnen gegenüber unserem Grundstück abgesenkt.

    Wenn dem so ist, dann ist die Sicherung des Hangs auch seine Sache.


    Zur reinen Hangsicherung gilt es aber auch sicherzustellen, dass auf Deinem Grundstück anfallendes Wasser (Regen) nicht zum Nachbarn läuft. Regnet es ein wenig, ist das sicher egal, es ist ohnehin überall nass. Interessant wird es aber, wenn es mal so richtig schüttet, also deutlich mehr Wasser anfällt als kurzfristig versickern kann. Dann kann es schon passieren, dass des Nachbarn Grundstück geflutet wird. Gerade bei lehmhaltigen Böden ist ja ein eher langsames Versickern zu erwarten.


    Man sollte das große Ganze also schon genauer betrachten. Kann es passieren, dass bei starken Regen der Keller des Nachbarn absäuft, weil zu viel Wasser von Dir zu ihm läuft?

  • Zur reinen Hangsicherung gilt es aber auch sicherzustellen, dass auf Deinem Grundstück anfallendes Wasser (Regen) nicht zum Nachbarn läuft.

    Verantwortlich sich ist hierbei je nach BGB, Nachbarrecht und Wasserrecht des Bundeslandes, in welchem das Grundstück liegt, i.d.R. derjenige, der die Bodenoberfläche verändert (hat).


    Pflanzen können zwar den Oberboden besser binden, aber eine Hangbefestigung allein damit ist meines Wissens nicht möglich - so haben es mir jedenfalls bisher die LaPlas in gemeinsamen Projekten immer einhellig erklärt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Pflanzen können zwar den Oberboden besser binden, aber eine Hangbefestigung allein damit ist meines Wissens nicht möglich

    Das ging mir auch durch den Kopf, zumal "Bodendecker" nicht gleich Bodendecker ist, und Hang nicht gleich Hang.


    Wenn ich mir solche "Konstruktionen" hier in der Gegend anschauen, dann findet man zwischen den Bodendeckern immer auch Sträucher (so 1-2m hoch), und ich glaube nicht, dass die nur aus optischen Gründen dort platziert werden Meine Vermutung ist, dass diese tiefer wurzeln und dadurch der Hang besser gefestigt wird.

    Das würde sich auch mit einer persönlichen Erfahrung decken, mir ist vor vielen vielen Jahren mal ein 10m Stück (Länge) abgerutscht und lag auf dem angrenzenden Feldweg, und zwar inkl. Bodendecker. Der Rest der Böschung blieb stehen, ein Teil mit einer tief wurzelnden Hecke und ein Teil mit verschiedenen Sträuchern. Nur der mittlere Teil mit den Bodendeckern ist abgerutscht.


    Ob ich mit meiner Theorie richtig liege, das könnte vielleicht wasweissich beantworten.

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    .

  • ...Pflanzen können zwar den Oberboden besser binden, aber eine Hangbefestigung allein damit ist meines Wissens nicht möglich - haben mir jedenfalls bisher die LaPlas immer so erklärt.

    Beweisen nicht alle Bahndämme das Gegenteil?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Beweisen nicht alle Bahndämme das Gegenteil?

    Nein. Die sind geotechnisch passend angelegt, nicht durch Abgrabung natürlichen Bodenprofils entstanden. Und die brauchen definitiv keinen Bewuchs. Ganz im Gegenteil: Bewuchs ist aus Sicht der Bahngesellschaften sogar unerwünscht und wird schon seit weit über einem Jahrhundert mit einem hochgiftigen Chemiecocktail "weggesprüht".

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Was meinst Du, warum Deiche von Schafen "gemäht" werden? Weils für die Touris so romantisch aussieht? Ne, weil die den Deich verdichten

    Und weil die Durchwurzelung des Deckwerks von Bäumen oder Sträuchern verhindert werden soll - die werden nämlich gleich noch mit verbissen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • l "Bodendecker" nicht gleich Bodendecker ist,

    genau das ist der casus cnaxus.


    je nach bodenverhältnissen und böschungsbeschaffenheit/neigung kann es mit passenden pflanzen funktionieren . kommt halt immer drauf an .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Danke für all eure Antworten.


    In unserer Nachbarschaft haben drei Nachbarn ähnliche Böschungen - diese sind derzeit lediglich mit "Unkraut" (Gras, Löwenzahn) befestigt (seit ca. 2 Jahren). Hier hat es bisher auch so gehalten - mir persönlich ist dies aber noch zu risikobehaftet -daher die Idee mit den Bodendeckern. Wir haben eine Sorte Bodendecker angeboten bekommen, welche nach Auskunft der hiesigen Gärtnerei ein passendes Wurzelwerk habe (Kleines Immergrün). Diese würden wir in Kombination mit einem Jute-Geflecht verpflanzen.


    Der Link von Thomas T ist sehr aufschlussreich. Ich dachte bisher immer, die Böschung müsse glatt abgezogen sein, um Abgänge besser zu vermeiden.


    Die Frage mit dem Regenwasser möchten wir dahingehend lösen, dass die Böschung zu unserem Gartengelände eine leichte Erhöhung hat. Zudem möchten wir diverse Sträucher entlang des Rands bepflanzen. Natürlich ist dies kein Schutz bei Sintfluten - es sollte aber sicher einiges zurückhalten.

    Das Wasser würde durch eine Neigung übrigens nicht aufs Haus zurückfließen. Das Nachbarshaus besitzt übrigens keinen Keller.


    Gilt denn bei Regenwasser das gleiche Prinzip wie für mögliche Erosionsschäden - dass der, der abträgt, zur Sicherung zu sorgen hat?


    Grüße

    Chrisy

  • Gilt denn bei Regenwasser das gleiche Prinzip wie für mögliche Erosionsschäden - dass der, der abträgt, zur Sicherung zu sorgen hat?

    Umgekehrt ist es richtig: Es gibt direkte gesetzliche Regelungen für Regenwasser, jedoch nur indirekte für Bodenerosion.

    Verantwortlich ist hierbei je nach BGB, Nachbarrecht und Wasserrecht des Bundeslandes in welchem das Grundstück liegt i.d.R. derjenige, der die Bodenoberfläche verändert (hat).

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Der natürliche Boschungswinkel liegt bei ca. 45 Grad, wichtig ist vorallemvoraus der Boden besteht - Sandböden neigen natürlich schneller zum Abrutschen als schwere Lehmböden.


    Haben bei uns auf dem Grundstücke letztes Jahr eine ca. 4m Böschung zum Regenrückhaltebecken angelegt, die wurde durch Radlader und Rüttler verdichtet und mittels Rasenwalze glatt abgezogen.


    Mittlerweile sehr begrünt und das Gras wächst kräftig.


    Winkel von über 45 Grad sind dagegen problematisch, auch in Hinsicht auf die Wasserversorgung der Pflanzen.

  • Der natürliche Boschungswinkel liegt bei ca. 45 Grad,

    nö, keineswegs

    wichtig ist vorallemvoraus der Boden besteht - Sandböden neigen natürlich schneller zum Abrutschen als schwere Lehmböden.

    Richtig! Siehe "Reibungswinkel" bzw. "Schüttwinkel"!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bei Bauvorhaben im Bereich von Verkehrsbauwerken und Ingenieurbauwerken werden Böschungen mit einer Regelböschungsneigung von 1:1,5 geplant und meistens auch gebaut. Das entspricht ca. 33° Böschungsneigung.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)