Gasverbrauch enorm gestiegen - Ursachenforschung

  • Aloha!


    Wir haben vor ein paar Tagen die Jahresabrechnung unseres Gasversorgers bekommen. Ich bin ja fast vom Stuhl gefallen, 750€ Nachzahlung, die wir uns nicht erkären können.

    Hier mal ein paar Daten:
    EFH, 1,5 Etagen + Keller, BJ 2006, J****rs Gas-Brennwerttherme (regelmäßig gewartet), 3 Solarmodule zur WW-Bereitung, 400L Pufferspeicher, Wohn-/Esszimmer und Küche werden mit einem Pelletofen geheizt.

    Bisher hatten wir einen immer einen Jahreverbrauch von rund 17.000kWh, im letzten Jahr waren es über 25.500kWh. :rb:

    2016 wurde vom Versorger der Zähler gewechselt, letztes Jahr mußte der WW-Speicher wegen eines irreparablen Schadens getauscht werden.


    Der Schorni ist mit den Werten unserer Anlage auch sehr zufrieden.

    Ich hab von Heizungstechnik keine Ahnung, hätte jetzt aber den Pufferspeicher in Verdacht. Könnte es da einen Zusammenhang geben? Oder wo kann ich mögliche Ursachen suchen?

  • 2016 wurde vom Versorger der Zähler gewechselt,

    Den Zähler würde ich als Ursache erst einmal in den Hintergrund stellen. Es ist extrem selten, dass ein Zähler so neben der Spur läuft.



    letztes Jahr mußte der WW-Speicher wegen eines irreparablen Schadens getauscht werden.

    Das wäre vielleicht ein Ansatzpunkt.


    Wurden in diesem Zusammenhang auch Einstellungen an der Therme verändert?

    Evtl. auch die Heizzeiten, sprich Umstellung auf Sommerbetrieb (Automatik?)

    Wurde die korrekte Funktion der Solaranlage getestet?

    Hast Du schon einmal den Wasserverbauch kontrolliert? Hat sich dieser ebenso verändert?


    Es wäre beispielsweise denkbar, dass im Winter die Gastherme die Solarkollektoren mit geheizt hat.

    d.h. die Gastherme heizt den Speicher, und dieser wiederum unkontrolliert den Solarkreis.



    Wohn-/Esszimmer und Küche werden mit einem Pelletofen geheizt.

    Kann man unterstellen, dass der Pelletverbrauch während der Jahre annähernd gleich war?

    Arbeitet der Pelletofen wasserführend?


    Das Jahr 2018 war eher warm, sprich die GTZ lag beispielsweise bei uns ca. 10% unter dem Vorjahr (2017). Durch das Wetter lässt sich der höhere Gasverbrauch also nicht begründen, ganz im Gegenteil. Der Gasverbrauch hätte an sich niedriger liegen müssen.


    Somit kann man sich auf das Nutzerverhalten und das Verhalten der Anlage konzentrieren. Gab es beim Nutzerverhalten keine wesentlichen Veränderungen, dann bleibt nur die Anlage als Ursache übrig. Hier würde man zuerst einmal schauen, was sich gegenüber den Vorjahren verändert hat, und da fällt natürlich der Austausch des Speichers auf.


    Zuerst würde ich die Einstellungen der Therme überprüfen, evtl. wurden diese auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Dann würde ich den Speicher und die Solaranlage genauer unter die Lupe nehmen.

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  • Der Wasserverbrauch ist über die Jahre relativ gleich, ebenso der Pelletverbrauch.


    Mein Heizi, der heute noch vorbeikommen will, konnte sich auch keinen Reim auf den hohen Verbrauch machen.

  • Wurde die Warmwasserzirkulation verändert?


    7.000kWh ist eine Menge, witterungsbereinigt wäre das noch höher. DIese Energiemenge verschwindet nicht einfach so, sie würde sich im Haus durch höhere Raumtemperaturen bemerkbar machen. Trotzdem sollte man die Einstellungen der Therme überprüfen.


    Mein Favorit ist die Solaranlage und Speicher.


    Unabhängig davon würde ich empfehlen, regelmäßig den Verbrauch aufzuzeichnen, da fallen solche Abweichungen früher auf. Ich mache das min. wöchentlich, im Sommer monatlich. Wenn ich etwas an der Anlage verändere, dann manchmal auch täglich, bis erkennbar ist, ob und wie sich die Veränderung bemerkbar macht, danach dann wieder wöchentlich.

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  • Eigentlich, so wie ich den Austausch beobachten konnte, war das mehr oder weniger Plug-and-Play, also alten Speicher raus und neuen rein, die Anschlüsse konnten 1:1 übernommen werden.

  • Soweit ich das Deinen Beiträgen entnehmen konnte, handelt es sich also um einen "normalen" 400l WW Speicher mit 2 Wärmetauschern, einmal für die Gastherme (oben) und einmal für die Sollarkollektoren (unten). Die Solaranbindung ist sicherlich absperrbar ausgeführt, so dass der Solarkreis nicht komplett entleert werden musste. Ansonsten hätte man vielleicht noch ein Problem bei der (Wieder)Inbetriebnahme der Solaranlage (Bsp. Entlüftung) vermuten können.


    Der Verbrauch lag gegenüber den Vorjahren um ca. 50% höher, spätestens unter Berücksichtigung einer Witterungsbereinigung, Das ist eine Größenordnung die sich mit einem "kleinen" Fehler nicht erklären lässt. Es könnten also mehrere Fehler in Frage kommen, die in der Summe dann diese Größenordnung ergeben. Deswegen auch meine Frage, ob evtl. der Regler auf Werkseinstellung zurückgesetzt wurde, denn dadurch würden viele Einstellungen verändert.


    Veränderungen an der WW Zirkulation können auch mehrere Tausend kWh zur Folge haben, wenn diese nun beispielsweise 24/7 in Betrieb ist. Auch eine Fehlfunktion der Solaranlage könnte so einen Mehrverbrauch begründen. Evtl. hat sie letzten Sommer gar keine Erträge geliefert und zusätzlich noch im Winter wertvolle Energie gen Himmel geblasen.

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  • Auch eine Fehlfunktion der Solaranlage könnte so einen Mehrverbrauch begründen. Evtl. hat sie letzten Sommer gar keine Erträge geliefert und zusätzlich noch im Winter wertvolle Energie gen Himmel geblasen.

    Das wäre für mich auch der Hauptverdächtige und ließe sich rel. leicht selbst überprüfen, indem abends oder bei bewölktem Himmel der Vor- und Rücklauf der Solarthermie überprüft wird.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Mein Heizi des Vertrauens war da...

    Die Therme läuft gut, Abgasmessung ist im grünen Bereich. Er meinte, man könnte evtl durch Feintuning an den Einstellungen die Anlage etwas effizienter laufen lassen, trotzdem würde das nicht einen dermaßen hohen Gasverbrauch (vor allem ohne was an den Einstellungen geändert zu haben) erklären.

    Als er da war, zeigte die Solarsteuerung 26° Wassertemperatur im Speicher und 31° an den Solarmodulen an. Die Pumpe lief, obwohl laut Betriebsanleitung die Differenztemperaturregelung im Automatikbetrieb fest auf 8° eingestellt ist. Bei späteren Kontrollen an zwei Tagen habe ich eine Differenztemperatur von 3° bzw 4° abgelesen, die Pumpe lief in beden Fällen nicht.

    Ich werde es die nächsten Tage weiter beobachten, allerdings habe ich mittlerweile den Verdacht, dass der alte Pufferspeicher (der übrigens einen Korrosionsschaden hatte) der Schuldige war. Wäre das im Bereich des Möglichen?

    Falls mal ein Mod mietliest, die Anlage ist nicht von V****mann, sondern von J****rs...

  • Falls mal ein Mod mietliest, die Anlage ist nicht von V****mann, sonder

    Schon erledigt.


    Du kannst gerne die komplette Bezeichnung hier schreiben, bei so einem Thema besteht nicht der geringste Verdacht, dass es sich um Werbung handeln könnte.


    Als er da war, zeigte die Solarsteuerung 26° Wassertemperatur im Speicher und 31° an den Solarmodulen an. Die Pumpe lief, obwohl

    Vielleicht ist die Pumpe bei 8K gestartet und lief noch bis zum Erreichen der Hysteresegrenze.



    allerdings habe ich mittlerweile den Verdacht, dass der alte Pufferspeicher (der übrigens einen Korrosionsschaden hatte) der Schuldige war. Wäre das im Bereich des Möglichen?

    Der Speicher wurde ja im Laufe des Jahres gewechselt, der hohe Gasverbrauch hätte also innerhalb weniger Monate entstehen müssen.,

    Die Therme läuft gut, Abgasmessung ist im grünen Bereich.

    Selbst wenn die Messergebnisse völlig neben der Spur wären, würde das nicht den hohen Verbrauch erklären.


    Beobachte den Gaszähler und notiere Dir die Anzeigen regelmäßig, auch wenn die Heizsaison fast schon vorüber ist. Im Sommerbetrieb würde ich einen Verbrauch um die 10kWh pro Tag erwarten (typ. 1m³), je nach Solarerträgen auch deutlich weniger. Wenig optimierte Anlagen erreichen auch mal einen Verbrauch zwischen 10-15kWh pro Tag (1-1,5m³), aber viel mehr sollte es nicht sein. Du hattest ja schon geschrieben, dass Euer (Warm)Wasserverbrauch nicht unüblich hoch ist, also kann das nicht die Ursache sein, und Du kannst mit den von mir hier genannten typischen Werten vergleichen.


    Beim Ablesen auch die Nachkommastellen notieren.

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  • Der Speicher wurde ja im Laufe des Jahres gewechselt, der hohe Gasverbrauch hätte also innerhalb weniger Monate entstehen müssen.,

    Jo. Da hatte ich ein Denkfehler... Mein Versorger rechnet immer von April bis April, der Speicher wurde Mitte Juni gewechselt... Passt nicht so ganz.

  • Ich würde auch die Menge der verbrannten Pellets erfassen, zumindest näherungsweise. Gerade bei intensiver und/oder stark schwankender Nutzung, lassen sich damit Abweichungen beim Gasverbrauch erklären. Für eine Differenz von 7.000kWh wären aber um die 1,5to Pellets nötig die im letzten Jahr weniger verbrannt wurden, für einen einzelnen Ofen schwer darstellbar.


    Zeigt Dein Solarregler auch die Ereträge an? Mit Wärmemengenzählung?

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  • Mein Jahresverbrauch an Pellets liegt in den letzten 3 Jahren zwischen 80 und 100 Sack á 15kg, also 1200 - 1500kg per annum. Ich weiß das ziemllich genau, weil ich im Sommer immer mein Jahreskontingent Pellets ordere, das ich dann sackweise bei Bedarf abholen kann.


    Und heizungstechnisch hab ich in WZ/EZ/Küche lediglich einen größeren Heizkörper, der aber pro Jahr vielleicht 2 mal kurz an ist und in der Küche noch einen Handtuchhalterheizkörper. Von daher dürfte der Fehler in diesen Räumlichkeiten nicht zu finden sein...


    Ich wandere jetzt jeden morgen im Halbschlaf in den Keller und notiere den Zählerstand, mal schauen, was dabei so rauskommt.


    Mein Solarregler zeigt mir lediglich die Temperatur an den Panels und im Speicher an.

  • ...Mein Solarregler zeigt mir lediglich die Temperatur an den Panels und im Speicher an.

    Und welche Temperatur zeigt er abends und ohne Sonne am Kollektor an?

    Du hast doch auch zwei Hände, um mal den Vorlauf und den Rücklauf des Solarkreislaufs anzufassen. Dann mach halt mal ein Stück Dämmung ab.

    Irgendwie musst (oder willst?) Du doch der Verbrauchsexplosion auf die Spur kommen. Deine Nachkommaberechnungen bringen Dich nicht weiter. Du heizt entweder ein zweites Haus mit oder zum Himmel hinaus.




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    M.G.Wetrow

  • Ich wandere jetzt jeden morgen im Halbschlaf in den Keller

    Bei mir ist typ. So. 12:00 Uhr "Ablesezeit". ;)

    Im Betrieb morgens wenn ich in´s Büro komme, und Abends wenn ich das Büro verlasse.


    Mit der Zeit kriegt man ein Gefühl für seine Anlage und Abweichungen fallen sofort auf. Wenn ich morgens den Stromzählerstand sehe, und da 4 oder 5kWh mehr drauf sind als erwartet, dann weiß ich schon, dass mal wieder jemand vergessen hat das Licht irgendwo abzuschalten.

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  • Ich hab grad mal an Hand der Abrechnung meinen durchschnittlichen täglichen Verbrauch ausgerechnet.


    Demnach komme ich auf 73,26kWh/Tag, was umgerechnet 6,43m³/Tag entspricht.


    Aktuell benötige ich um 3,2m³/Tag, kommt mit dem zweiten Haus heizen hin. Ich hab die Temperaturen an VL/RL mit nem Infrarotthermometer nachgemessen, bis auf 2,3,4 Grad stimmen die mit den Angaben der Solarsteuerung überein. Aber ich werde es weiter beobachten...

  • Die Zahlen klingen plausibel. Um das genauer zu bewerten müsste man jetzt Heizlast, Dämmstandard etc. berücksichtigen.

    Ich hatte die Heizung vor gut 1 Woche abgeschaltet und gestern wieder eingeschaltet. Was da seit gestern durch den Schornstein ging, das kann ich Dir in gut 2h sagen. Ich schätze mal, inkl. Aufheizen der Anlage, min. 60kWh. Das ist unter Berücksichtigung der Heizlast "normal".

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  • Banal:

    hast du schon mal die Zahlen kontrolliert die auf der Rechnung stehen? stimmt das was abgelesen wurde? Zahlendreher?


    Eine reine Solar WW- Anlage mit einem bivalenten Warmwasserspeicher kann nicht großartig Wärme abführen, da der Solarwärmetauscher im kalten bereich hängt und der Heizungswärmetauscher im Oberen speicherbereich. (Ausnahmen sind Glycolfreie Solaranlagen.)


    Nachwuchs?

    :thumpsdown:

  • ...Ich hab die Temperaturen an VL/RL mit nem Infrarotthermometer nachgemessen, bis auf 2,3,4 Grad stimmen die mit den Angaben der Solarsteuerung überein. Aber ich werde es weiter beobachten...

    Bitte nicht nur messen und beobachten, sondern werten und wichten.

    D.h. Messwerte auf Plausibilität prüfen. Kann die angezeigte Temperatur in Bezug auf Tageszeit und Sonnenstand stimmen?

    Läuft die Solaranlage nur zu Zeiten, an denen solare Gewinne möglich sind? Ist der Solarvorlauf immer kälter als der Rücklauf? Dazu brauchst Du kein Infrarot-Thermometer. Das können Deine Hände genausogut oder besser.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • das kann ich Dir in gut 2h sagen. Ich schätze mal, inkl. Aufheizen der Anlage, min. 60kWh.

    exakt 58,5kWh. Da war meine Schätzung mit den 60kWh gar nicht so übel.

    Mit der Zeit kennt man seine Heizungsanlage. ;)

    (Heizlast bei Auslegungstemp. -14°C beträgt ca. 14kW, gestern AT <10°C, während der Nacht gerade mal 3°C, von gestern auf heute wurde aber nicht die komplette Wfl. beheizt.)

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