Fertigkeller - Hohlwand beim Betonieren "aufgeplatzt"

  • Hi allesamt,


    beim Betonieren unseres Fertigkeller ist eine Wand quasi "aufgeplatzt", hat sich komplett nach außen gewölbt. Wie man auf den Bildern sieht haben die Arbeiter noch versucht was mit dem Spanngurt zu retten. An der Außenwand sieht man nichts. Diese Wand hat außerdem ein Leerrohr, 2 Steckdosen innen, genau da wo es sich gewölbt hat sowie 1 Wandauslass außen.

    Als Laie kenne ich mich damit gar nicht aus, deshalb die Fragen an die Experten hier: Wie schlimm ist sowas, was für Folgen hat es und wie wird so ein Problem gelöst? Und wie soll ich als Bauherr da weiter vorgehen? Termin mit unserem Gutachter haben wir bereits.

  • Was willst Du da schon "machen"? Machen muss die Rohbaufirma. Und zwar: Neu!


    So etwas kann man ja nicht hinbiegen. Die Wand wird nie mehr gerade. Auch nicht durch einen cm-dicken Putzauftrag. Das sieht schon nach ca. 5cm aus, schätze ich. Etwas dumm von der Firma, dass sie sehenden Auges weiter gemacht haben. Jetzt ist das Problem natürlich deutlich schwieriger bzw. arbeitsaufwendiger zu lösen als zum Zeitpunkt des Betonierens.


    Andere Frage am Rande: OSB-Platten als Schalmaterial? Ich hoffe, dass diese betonseitig noch mit einer Art Schalhaut versehen sind. Oder?

  • Was willst Du da schon "machen"? Machen muss die Rohbaufirma. Und zwar: Neu!

    So ist es! Die Platte dürfte schon im Werk nicht den Systemvorgaben entsprochen haben!


    Auch sonst liegt da einiges im Argen. OSB-Schalung ... Eine Bewehrungsabnahme durch einen Prüfingenieur dürfte es nicht gegeben haben?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • beim Betonieren unseres Fertigkeller

    Fertigkeller heißt:

    - Herstellung des Kellers aus gelieferten Fertigteil-Wandplatten, die vor Ort mit Frischbeton aufgefüllt werden?

    - Die Kellerbaufirma erstellt den Keller fix und fertig und eine andere Firma erreichtet das Haus auf dem fertigen Keller?


    In dem Bild img2 sieht es so aus, als ob die Wand aus Ortbeton hergestellt wurde und nicht aus (Halb)Fertigteilen.


    In den Bildern ist auch zu erkennen, dass der herausgedrückte Beton schon sehr steif war, als die Schalung versagt hat. Demzufolge gehe ich davon aus, dass sich das Schalungsversagen recht spät ereignet hat. Demzufolge liegt die Bewehrung nicht mehr fest im Beton und der Verbund der Bewehrung mit dem Beton ist gestört. Da diese Verbundstörung scheinbar (img1) auch einen Pfeiler betrifft ist die Tragfähigkeit der Konstruktion nicht mehr gegeben und kann auch nicht nachträglich wiederhergestellt werden.


    Du als Kunde/Bauherr kannst als Erstes eine schriftliche Mängelanzeige an die Baufirma / den Verkäufer richten (vorab per Fax mit qualifiziertem Faxbericht) und die Baufirma zu einer zeitnahen!! Beseitigung des Mangels auffordern. Desweiteren solltest Du dir schriftlich geben lassen, wie die Firma gedenkt, diesen Mangel zu beseitigen. Sofern es schon Termine für weitere Gewerke gibt, solltest Du die Baufirma auch gleich auf die Dringlichkeit ihrer Mängelbeseitigung hinweisen.


    Tipp: sofern noch möglich, mach weitere Fotos - auch Gesamtaufnahmen von der Situation vor Ort

    Auf den bisher vorliegenden Fotos kann ich nur sehr vereinzelt Abstützungen der Wandschalung erkennen.

    Warum wurde nicht mit genormten Schaltafeln gearbeitet?

    Sind die quer in den Wänden steckenden Stahlstäbe GeWi-Stäbe (mit gewindeähnlicher Prägung) oder Bewehrungsstäbe mit gegenläufiger Prägung? Ich sehe da auch keine Tellerflügelmuttern zum Verspannen der Schalplatten.


    WARUM liegt auf den vermurksten Kellerwänden eigentlich schon die Kellerdecke?


    Kannst Du uns noch kurz 'was zur vertraglichen Situation sagen?

    - Bauträger oder GU-Vertrag oder Einzelvergabe

    - separater Vertrag mit Kellerbauer oder ist der Keller Teil der Gesamtrohbauleistung

    - Wer macht die Bauüberwachung (Architekt, Bauleiter des GU, Bauträger, eigener Sachverständiger, ... )?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ok, danke schon mal für die Antworten bis jetzt. Das ganze ist natürlich sehr ärgerlich. Das Haus soll bald kommen und ich sehe den Termin schon in Gefahr.


    Hier noch ein paar Details:
    Separater Vertrag mit Fertigkellerhesteller (gibt an Marktführer zu sein)
    Separater Vertrag mit Fertighaus was oben drauf kommt
    Bauüberwachung macht momentan der Bauleiter vom Keller. Danach der vom Haus.

    Ohjee, wie kann man denn so einen Mangel zu dem jetzigen Zeitpunkt noch beheben?

    Anbei noch der Plan von der besagten Mauer. Also Außenwand, Dämmung, Hohlraum mit Bewehrung für Auffüllung mit Beton, Innenwand

  • ... vermutlich, als die Kellerdecke aufgelegt wurde :motz2:

    Hüstel, wenn, dann wäre schon der zeitliche Ablauf das Problem gewesen. Aber das sieht für mich anders aus?!

    Bauüberwachung macht momentan der Bauleiter vom Keller.

    Und was sagt der zu dem Desaster?

    wie kann man denn so einen Mangel zu dem jetzigen Zeitpunkt noch beheben?

    erst Rückbau, dann Neubau des betroffenen Bereichs. Wann soll das Haus kommen?

    Anbei noch der Plan von der besagten Mauer.

    Wand!

    Also Außenwand, Dämmung, Hohlraum mit Bewehrung für Auffüllung mit Beton, Innenwand

    Upps, Kellerwand aus kerngedämmten Beton-Fertigelementen. Das ist an sich schon was für Fortgeschrittene. An der kritischen Stelle sieht es für mich aber überhaupt nicht nach Elementwand, sondern nach Ortbeton mit dilettantisch gebauter, viel zu weicher, Schalung aus. Da war anscheinend die C-Mannschaft am Start! (Theoretisch könnte da auch ein Gitterträger fehlen, aber die Werke kennen normalerweise die Systemzulassungen und halten sie auch ein, weil täglich damit arbeiten.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bauüberwachung macht momentan der Bauleiter vom Keller. Danach der vom Ha

    Dann ist es eigentlich nur die Bauleitung, max. eine Art Eigenüberwachung.


    Separater Vertrag mit Fertigkellerhesteller (gibt an Marktführer zu sein)
    Separater Vertrag mit Fertighaus was oben drauf kommt

    Dann wäre es - je nach Terminkette - ggf. notwendig, den Kellerbauer in Verzug zu setzen, da absehbar ist, dass der Keller zum vereinbarten Termin nicht mangelfrei fertiggestellt werden kann.


    Anbei noch der Plan von der besagten Mauer. Also Außenwand, Dämmung, Hohlraum mit Bewehrung für Auffüllung mit Beton, Innenwand

    Ihr habt also für die Kellerwand folgenden Aufbau:

    - Außenschale aus Betonfertigteilen

    - Füllraum für Auffüllung mit Ortbetin (Frischbeton) zusätzlicher Bewehrung im Füllraum

    - Wärmedämmung

    - Innenschale aus Betonfertigteilen


    Gilt dieser Aufbau auch für die in den Fotos gezeigten Abschnitte?


    Wenn die Fertigteilplatten derart "verbogen" sind, wie die Fotos vermuten lassen, dann konnte die Bewehrung den Beton nicht mehr zusammenhalten und wurde wahrscheinlich überdehnt. Nach dem Ausschalen düften damit auch Risse auf der Innenseite zu sehen sein.


    Welche Art Abdichtung soll der Keller bekommen?

    - wasserdichte Betonkonstruktion

    - Außenabdichtung durch nachträglichen Auftrag der Dichtschicht auf den Beton

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Haus soll in einem Monat kommen. Betonage war gestern, Bauleiter ruf ich nachher mal an, der ist heute erst vor Ort. Der war gestern gar nicht mit dabei.

    Ja doch es handelt sich um eine kerngedämmte Beton-Wand, aber davon ist wirklich nicht mehr viel zu sehen. Ach ja, diese Art der "Schalung" wurde nur für den Fensterbereich benutzt.

    Hmm.....Rückbau von der Wand. Frag mich wie die das machen wollen...

  • Hmm.....Rückbau von der Wand. Frag mich wie die das machen wollen...

    Stemmen


    Es würde mich nicht wundern, wenn da noch mehr im Argen läge ... zum Beispiel in den "Brüstungen" der großen Fenster und am Elementstoß. Ich würde die Hinzuziehung eigenen Sachverstandes mit Schwerpunkt Betonbau empfehlen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich sehe:


    Außenwand mit Beton. Wärmedämmung darinnen (Kerndämmung).


    So weit, so mittelprächtig.


    1. Wie mag das Gefüge: außen Beton - Dämmung - innen Beton in der Realität aussehen? Wie verläuft die statisch wirksame Bewehrung, die ja auch mal eben mit geknickt wurde)


    2. Wie mag das Detail Anschluss an die Bodenplatte aussehen? Hier sehe ich erst einmal außen auch Beton. Ist -genau über dem gedämmten Streifen in der Wand dann auch eine Fortführung dieser Dämmung in der Bodenplatte?


    3. unabhängig von den bautechnischen Punkte frage ich mich angesichts der optisch zu vermutenden Bodenverhältnisse (Lehm, Fels/ leicht lösbarer Fels), wie man sich diese gewaltigen Maueröffnungen im Keller vorstellen darf. Also: wie man sich vorstellen darf, dass diese dauerhaft nicht geflutet werden....spannend. echt!


    Hier wäre viel mehr Input sicherlich hilfreich. Und ich würde anraten: bald...sehr bald. Denn ich sehe hier eine Fülle von Problempunkten (aber manchmal sieht man Dinge auch zu schwarz...hoffentlich)

  • Ich sehe:

    außerdem sehe ich, dass des Nachbarn Einfahrt (?)/ Grundstücksgrenze durch Betonpallisaden gefasst wird und Dein Garten eher tiefer liegt. Der Keller liegt -naturgegeben- nochmals deutlich tiefer. Diesen mit einer großzügigen Verglasung/ Öffnungen zu versehen, reizt mich zu der provokanten Frage: " wie bekommt man das Wasser erst einmal dort nicht hinein (welches von oben talwärts strömt) und solches das dort dennoch anfällt (Regen/ Schnee/ Starkregen(!)) dauerhaft sicher weg?"


    Wäre der Boden gut versickerungsfähig, so könnte man das Thema ggf. technisch dauerhaft funktionierend lösen. Was ich aber dort an Erdreich sehe (Baugrubenböschung: schwerer Lehm; Baugrubensohle dto. und einzelne Felsbrocken (Sandstein?). Wie soll dort anfallendes Wasser wegbefördert werden? Ins haus ja wohl erst einmal eher nicht. Also....wohin? Wie?

  • außerdem sehe ich, dass des Nachbarn Einfahrt (?)/ Grundstücksgrenze durch Betonpallisaden gefasst wird und Dein Garten eher tiefer liegt. Der Keller liegt -naturgegeben- nochmals deutlich tiefer.

    Hoffen wir mal, dass der Nachbar auch einen Keller hat und / oder der Abstand zur eigenen Baugrube groß genug ist und die Boden standfest genug ist, für einen Baugrubenausbildung ohne Verbau. Was sagt das Baugrundgutachten denn dazu aus?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Na macht mal halblang,


    Wie stark sind bei den Kellerelementen die Schalwände? je Seite ca 5cm? d.h. die Innenschale wurde um Ihre eigene Stärke rausgedrückt, weil wohl zu viel Leerrohr und Dosengeraffel an eh schon neuralgischen Stellen mit rein musste. Da sieht man auch an die Außenwand Dose. Für mich nicht nachvollziehbar warum man das in einem statisch wichtigen punkt hier rein legen musste.

    Die OSB Schalung ist doch Werksseitig schon eingebaut worden.

    Wahrscheinlich wird der Fertigteilhersteller sich dazu äußérn müssen.

    Gewissheit wird man erst haben, wenn man die Zeitlichen abläufe weiss, (wann beim betonieren die Wölbung auftrat und wie es hinter der Betonschalung der Innenwand aussieht.

    Im Idealfall muss nur die Innenschale entfernt werden und zur kontrolle die Dämmung. mit späterem wiederaufbau.

    Im schlimmsten falle, eine neue stütze einbetoniert werden. (alte weg, neue rein.

    Zeitlich dürfe das nicht so arg ins Zeitfenster schlagen, wenn alle beteiligten sich um eine Lösung bemühen.

    Der Austausch der Stütze sollte in 2 Tagen soweit abgeschlossen sein, das es Planmäsig weiter geht.

    :thumpsdown:

  • Wenn ich die Bilder so sehe, dann denke ich auch als Laie, dass diese verhunzte Stütze ein geradezu lächerlich einfach zu lösendes Problemchen darstellt, wenn man es in Relation zum zukünftigen Kellerpool setzt.

  • Vielleicht zeigt uns ja der Threadstarter einen Lageplan mit Darstellung der Topographie. Bei einer Hanglage könnte der "Keller" auch nur links "Keller" und rechts "Erdgeschoss" sein, dann wäre alles deutlich weniger tragisch.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also gestern morgen hatten die Arbeiter das ganze schon wieder aufgeklopft. Siehe Bild. Laut Bauleiter kann sowas schon mal vorkommen, ein kleiner Riss würde genügen. Sie würden jetzt das ganze wieder zubetonieren...(?)


    Gutachter sagt natürlich Statiker muss das prüfen, dem sein OK werden wir uns auch schriftlich geben lassen. Er meint auch das Problem wär schon ab Werk da gewesen. Aber es würde sich ohne große Verzögerung beheben lassen. Nur eben die Statik muss stimmen.

    Für alle interessierten. Keller wird an 3 Seiten wieder aufgefüllt. Danach kommt das Haus drauf.

  • Gutachter sagt natürlich Statiker muss das prüfen, dem sein OK werden wir uns auch schriftlich geben lassen.

    Die Kontrolle durch den Statiker und eine positive Bewertung durch ihn ist gut und sinnvoll. Die Verantwortung für die falsche Ausführung trägt aber weiter der Kellerbauer!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Für alle interessierten. Keller wird an 3 Seiten wieder aufgefüllt. Danach kommt das Haus drauf.

    Ja, Manfred, es bleibt ja nur diese eine Seite, die nicht wieder verfüllt werden kann. Scheint aber beim TE keine allzu großen Sorgenfalten auf die Stirn zu zaubern, denn er hat sich dazu nicht mehr gemeldet. Vielleicht werden wir ihn dann alsbald hier in einer anderen Rubrik wieder treffen, wenn es darum geht den Schuldigen/ die Schuldigen für das Absaufen des KG zu lokalisieren.