Wartungskosten Heizung (Wärmepumpe)

  • Hallo zusammen,


    nach gut einem Jahr in unserem Haus war nun der erste Wartungsservice für unsere Heizung fällig.

    Wir haben mit der Herstellerfirma unserer Heizung einen Werkvertrag abgeschlossen - 1x jährlich findet ein Wartungstermin statt.


    Letzte Woche war dieser Termin. Der Servicearbeiter ging eine Checkliste durch und benötigte rund 1h. Erfreuliches Resultat: alles in bester Ordnung.

    Für diese Tätigkeit werden mir pauschal rund 270€ (brutto) in Rechnung gestellt - ohne Materialkosten, mit Fahrkosten und Arbeitszeit.


    Mir erscheint dieser Preis nun doch eher im oberen Segment angesiedelt zu sein.


    ich überlege derzeit, ob ich meinen Werkskundenvertrag kündigen soll und mich stattdessen bei einem regionalen Heizungsbauer umsehe, der

    sich mit der Marke auskennt. Allerdings vermute ich, dass es schwer wird, einen Betrieb zu finden, der regelmäßige Wartungsarbeiten durchführt, wenn

    er nicht Verkäufer der Anlage ist.


    Wie schätzt ihr die Lage ein? Ist dies ein marktüblicher Preis?

  • Einen Betrieb der die Wartung durchführt wird man schon finden, die Frage ist eher, ob die Wartung dadurch günstiger wird. Das Interesse der Firmen an solchen "Klein"aufträgen ist erfahrungsgemäß nicht gerade groß.


    Der Preis von 270,- € liegt für meinen Geschmack eher an der Obergrenze, ist aber nicht unüblich, vor allen Dingen wenn der Servicetechniker eine längere Anfahrt hat.

    Positiv ist, dass der Servicetechniker die Checkliste auch abgearbeitet hat.


    Ist eine jährliche Wartung notwendig? (Garantiebestimmungen)

    Ansonsten würde ich bei einer WP überlegen, ob man die Wartungsintervalle nicht besser in die Länge zieht. Je nach WP lassen sich die wichtigsten Punkte auch relativ einfach selbst kontrollieren. Dann könnte man das Wartungsintervall auf beispielsweise 2 oder 3 Jahre "strecken". Man sollte seine Anlage sowieso regelmäßig beobachten, so dass Probleme schnell erkannt werden.

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  • Vielleicht noch als Ergänzung:

    ich überlege derzeit, ob ich meinen Werkskundenvertrag kündigen soll

    Vorher in den Vertrag schauen. Solche Wartungsverträge haben oftmals eine Mindestlaufzeit, beispielsweise 24, 36 oder 48 Monate. Manchmal ist die Laufzeit auch an die Dauer der "Garantie" gekoppelt, und man muss sie x Monate (Bsp. 6 Monate) vor Ablauf kündigen da sie sich sonst um weitere 12 Monate verlängern. Man darf also nicht den Kündigungstermin verpassen.

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  • 270 € / Wartung sind relativ viel. Aber es gilt dann auch erstmal jemanden finden, der die Wartung dann auch wirklich zuverlässig jährlich durchführt. In B ist dies momentan schlicht nicht möglich.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • 270 € / Wartung sind relativ viel.

    Der Grund dafür dürfte sein:


    Wir haben mit der Herstellerfirma unserer Heizung einen Werkvertrag abgeschlossen

    Soweit mir bekannt, sind solche Wartungsverträge mit dem Kundendienst der Hersteller teurer als übliche Wartungsverträge mit Handwerkern vor Ort. Ich muss zugeben, da habe ich auch schon Lehrgeld bezahlt. Der Werks KD rechnet mit deutlich höheren Stundensätzen und hat meist eine längere Anfahrt als ein Handwerker vor Ort.

    Kommt noch eine Störungsbeseitigung hinzu, dann wird es richtig teuer.


    Bei einer WP würde ich nicht nur Heizungsbauer fragen sondern auch Kälte-/Klimafachbetriebe. Deren Angebote liegen meist günstiger und sie haben mit WP mehr Erfahrung.

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  • Bei einer WP würde ich nicht nur Heizungsbauer fragen sondern auch Kälte-/Klimafachbetriebe. Deren Angebote liegen meist günstiger und sie haben mit WP mehr Erfahrung.

    Das wird hier und in anderen (Fach-) Foren oft geschrieben. Ich bin aber auf entsprechende Nachfrage bei etablierten Fachbetrieben auf mitleidiges Lächeln bis schallendes Gelächter gestossen und halte diese Aussage deswegen mittlerweile für ein perpetuiertes "Foren-Märchen", an das ich zumindest vorerst nicht mehr glauben mag. Hintergrund ist, dass WP mittlerweile genau wie alle anderen Wärmeerzeuger aus Systemkomponenten bestehen, deren Austausch im Kurs beim Hersteller gelehrt wird (mit welchem Erfolg, lassen wir gerne vorerst dahingestellt). Diese Kurse besuchen Kälteanlagen-Betriebe nicht. Damit sind sie aber auch formal für hersteller-konforme Wartung nicht qualifiziert. Das Gerät würde also im schlechtesten Fall aus der Garantie / Gewährleistung fallen. Kälte-Fachbetriebe haben nach meiner Beobachtung in B schlicht keine Erfahrung mit WP.


    Abgesehen davon erklärten mir die hiesigen Fachbetriebe, mit denen ich Kontakt hatte, dass sie keinerlei Interesse daran hätten, mit Privatkunden in Geschäftskontakt zu treten, da nicht lohnend.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Da deutet meine (beschränkte) Erfahrung in eine andere Richtung.

    Es gibt zwar Klimafachbetriebe die nur Großanlagen betreuen, also überwiegend Gewerbekunden (Supermärkte, Industriegebäude usw.), es finden sich aber auch Betriebe die überwiegend Klimageräte/Wärmepumpen an Privatleute verkaufen und diese auch installieren. Letztere sind meist Kleinbetriebe die aufgrund der BEtriebsgröße für Großanlagen gar nicht in Frage kommen.


    Nachteil, die Auswahl ist nicht so groß wie bei den Heizungsbauern, und man muss seinen Suchradius etwas erweitern. Ich wüsste jetzt bei uns im näheren Umkreis auch nur 2 Betriebe die dafür in Frage kämen, aber es gibt sie.


    Die Frage ist ob es wirklich günstiger wird, denn die Super-Sonderangebote von denen man oft liest habe ich hier in der Gegend noch nicht ausfindig machen können. Preislich liegen sie aber immer unter den Werks KD.

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  • - 270€ ist ein normaler Preis. Wir verlangen 250€ zzgl. Steuer in unserem Umkreis als Wartungsvertrag. Ohne Vertrag und weiter weg kostet es mehr.


    - Weder mit einem reinen Heizungsbauer noch mit einem reinen Kälten kann man an einer Wärmepumpe viel zereissen. Die üblichen Kälten kennen sich mit einer Kühltheke oder Klimaanlagen aus- wenn jedoch ein Heizungssystem dahinter steckt und wie die Regelung einzustellen ist hackt es ganz gewaltig. Ebenso haben reine "fossile" Heizungsbauer oft kein Verständnis für den Kältekreis.

    Hier braucht man einen Wärmepumpenspezialist der Beides kann und sich enorm gut mit dem Hersteller auskennt.


    - Neben der Garantie kann man auch durch die F-Gase- Verordnung verpflichtet sein eine Leckkontrolle durchführen zu lassen.


    - Bei Wartungen werden mittlerweile viele Teile erneuert, die im Feld negativ aufgefallen sind. Dies sind keine offiziellen Rückrufaktionen, sondern werden aus Kulanz bei einer jährlichen Wartung ausgetauscht....nennt sich z.B. proaktiver Tausch. Außerhalb der Garantie und ohne Wartung sind diese Teile oder Updates + Stundenlohn normal zu vergüten.

    Gerade hier ist es auch wichtig einen "Premium"- Partner des Herstellers zu nehmen.

  • Hallo,


    danke für die wiedermal sehr aufschlussreichen Antworten hier!


    Ich hatte einige Telefonate mit Heizungsbauern geführt, welche jedoch eine andere Marke betreuen/vertreiben.

    Es ist derzeit schwer möglich, diese für reine Wartungsaufträge zu erwärmen. Fremdmarken werden eher ungern betreut.

    Deshalb belasse ich es erstmal beim Werksvertrag, denn die Heizung möchte ich unbedingt regelmäßig gewartet wissen.


    Den Vertrag kann ich übrigens jährlich kündigen. Die Garantiebestimmungen sehen eine jährliche Wartung durch einen

    qualifizierten Fachhandwerker vor.


    Selbiges Problem stellt sich auch bei der Lüftungsanlage (Heli*s Ventilatoren): Der Hersteller selbst bietet keinen Werkskundendienst an. Hier finden sich nur schwerlich Betriebe in der Nähe, welche eine Wartung einer Fremdanlage übernehmen wollen. Naiverweise dachte ich immer, dass diese Bindung an gewisse Hersteller bei den Fachhandwerkern nicht so sehr eine Rolle spielen. Im Nachhinein hätte ich mich dann für ein Produkt entschieden, welches in unserer Region von mehreren Handwerkern angeboten wird.


    Eine Anfrage für die Wartung unserer Wasserenthärtungsanlage (B*T) über einen Werkskundenvertrag liegt übrigens preislich bei 190€.

    Hier lasse ich dann doch lieber den örtlichen Sanitär in einem selbstbestimmten Intervall (alle 2 Jahre) darüberschauen.

  • Was muss man denn an einer Lüftungsanlage warten???

    2 bis 3 mal im Jahr Filter tauschen macht man sowieso selbst.

    Mir fällt nichts ein, was da ein Fachbetrieb darüberhinaus noch machen könnte oder sollte. Nach 10 Jahren mal die Rohre reinigen vielleicht. Aber dafür braucht es keinen Wartungsvertrag.

  • Wir empfehlen hier seit Jahren bei Fragen nach dem ultimativ besten Hersteller, egal ob für Kessel, Wärmepumpen, Klimaanlagen, unbedingt den dafür ausgebildeten Handwerksbetrieb tu suchen. Die Technik, speziell die Regelungen sind inzwischen so komplex, dass nur durch Lehrgänge beim Hersteller und Spezislisierung eine ausreichende Kompetenz erreicht werden kann.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wer hat denn das alles eingebaut? Firmen vom anderen Ende der Welt? Die Lieferanten haben doch keine Bautrupps.

    Und die Wärmepumpe sollte nach F-Gas-Verordnung einen jährlichen Check benötigen.

    Grüsse Peter

  • Und die Wärmepumpe sollte nach F-Gas-Verordnung einen jährlichen Check benötigen.

    Die heutzutage in EFH verwendetenWP dürften aufgrund ihrer Kältemittelmenge eher selten die Grenze von 5to CO2 Äquivalent überschreiten. In diesen kleinen WP befinden sich kaum 2kg Kältemittel, eher weniger.

    Rechnet man mit R410A (GWP 2.088) dann wäre die Grenze 2,39kg, also etwa 2,4kg.

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  • Was muss man denn an einer Lüftungsanlage warten???

    2 bis 3 mal im Jahr Filter tauschen macht man sowieso selbst.

    Mir fällt nichts ein, was da ein Fachbetrieb darüberhinaus noch machen könnte oder sollte. Nach 10 Jahren mal die Rohre reinigen vielleicht. Aber dafür braucht es keinen Wartungsvertrag.

    Genau diese beiden Punkte erledige ich auch selbst.


    Allerdings gilt es, eine Checkliste an Wartungsaufgaben in einem gesetzten Zeitintervall durchführen zu lassen.

    Laut Wartungscheckliste für die Garantie fallen darunter in spätestens 2-jährigem Rhythmus:


    * Gerätegehäuse und Ventilator

    * Siphon

    * Wärmetauscher

    * Luftverteilersystem

    * Software/Regelung


    All dies soll nach Vorgabe ausschließlich durch einen Fachhandwerker gewartet werden.

    Ich denke schon, dass Betreiber mit einem handwerklichem Geschick/Beruf einiges davon selbst machen können

    - der große Durchschnitt der Betreiber dürfte bei eigenständigem Gefrickel wohl eher als Fehlerpotential gelten.

  • Na ja. Das Gerät musst du für den Filterwechsel sowieso öffnen. Dann kannst Du auch den Zustand des Wärmetausches begutachten.

    Der Rest ist... Geldmacherei. Einem Lüfter sieht man nicht an, ob er morgen ausfällt. Wenn, dann hört man es. Wie oft lässt Du deine Siphons an Waschbecken und Dusche warten, auch jährlich? Und die Software/Regelung - was soll da ein Lüftungstechniker dran machen? Diagnosegerät anschliessen ist nicht vorgesehen. Übrigens ist gerade meine Helios nach 5 Jahren ausgefallen (bzw. eigentlich nur das Web-Interface und damit die Steuerungsmöglichkeit). Ungefähr 14 Schrauben später war ich an der Steuerplatine (HINTER dem Wärmetauscher!), habe die MicroSD-Karte ersetzt und alles ist wieder gut. Niemals macht ein Servicetechniker dieses Teil einfach mal vorsorglich auf.


    Ansosten ist das Zeug so primitiv, da braucht es wirklich keine Wartung. Und wenn nach 5 oder 10 Jahren ein Lüfter ausfällt, dann ersetzt man den halt.