Abtragung von Erdreich und sehr enge Vorgaben von der Gemeinde

  • Lt. unseren Bauvorgaben von der Gemeinde darf "das Gelände insgesamt in seinem natürlichen Verlauf nicht wesentlich verändert oder gestört werden".
    "Zulässig sind Geländeanschüttungen oder -abgrabungen bis zu 50 cm."
    Wir haben einen Hang, die Nachbarn auf einer Seite haben geebnet, bis zur oberen Grenze rund 1,80 m abgetragen. Auf der anderen Seite ist ein Grundstück der Gemeinde, wo ein Spielplatz hin kommen soll.
    Ich habe mit dem Nachbarn geredet, er hatte das so beantragt, es waren auch Leute von der Gemeinde zur Besichtigung da und es wurde genehmigt (war allerdings "nicht so einfach" ,sagt er).
    Nun habe ich gestern bei der Gemeinde angerufen und angefragt, ob wir genauso auf der Ebene weitermachen können, wie die Nachbarn.
    Antwort: "Es ist nichts erlaubt, was nicht so in den Vorgaben steht." Punkt.
    Muss ich das wirklich so hinnehmen?
    Vor allem.. wie soll das gehen, wenn unser Haus dann über den anderen stehen muss? Bei Regen z.B. läuft dem Nachbarn dann ja alles Wasser in den Garten.
    Was kann ich machen?
    Geht das überhaupt, dass mehrere Bauherren doch weiter abtragen dürfen, dem nächsten wird es aber nicht erlaubt?

  • Es geht vieles,

    ...und demnach dürfte (m.E.) Dir das Selbe nicht verwehrt werden, was dem Nachbarn genehmigt worden ist. Ist halt nur die Frage wie er (der Nachbar) den Wunsch nach Geländeabtrag begründet hat. Ist es eine singuläre Geschichte, die nur einer speziellen Beschaffenheit seines Grundstücks geschuldet ist. Oder konnte er die Gemeinde mit anderen Argumenten überzeugen. Welchen?


    Der Geländeschnitt bringt mir keinen Erkenntnisgewinn. Wo liegt nun der Nachbar? Wo hat er abgetragen? Wo ist Dein Grundstück? Wo der Spielplatz?

  • Ich weiß nicht, wie ich das skizzieren soll.
    Die beiden Nachbarn haben von "unten" (rechts) eben rein gegraben.
    Wir sollen das nun nicht dürfen.
    Die Nachbarn sind sozusagen vorne, auf der Seite, von der man drauf schaut.
    Der Spielplätz wäre nach "hinten".
    Mit dem 1. Nachbarn habe ich nicht gesprochen.
    Der 2. Nachbar (der direkt neben mir) meinte er hätte es damit begründet, dass er ja anders gar nicht mehr "aus könne", weil der neben ihm schon alles so abgegraben hat.
    Die Leute von der Gemeinde wären zu fünft zum Begehungstermin da gewesen, sehr "grantig" und uneinsichtig, aber schlussendlich hätte er es doch so machen dürfen.
    Der Geländeverlauf war beim Nachbarn sicher nicht viel anders, als bei mir, d.h. die Steigung ändert sich nicht stark.

    Der eingezeichnete "Graben" ist meiner Meinung nach nicht vorhanden.
    Zumindest haben wir keinen gesehen/gefunden.

  • Nun habe ich gestern bei der Gemeinde angerufen

    Was soll man Dir am Telefon auch anderes sagen? Die haben sich sicher nicht die Bauakten deiner Nachbarn gezogen, den B-Plan daneben gelegt, im BayernViewer dein Grundstück aufgerufen und gesagt: Du nicht!

    Frag den Nachbarn nochmal nach seiner genauen Vorgehensweise. Lass einen Bestandsplan anfertigen, in den dein Entwurfsverfasser dein Haus sinnvoll einplant. Ist dazu eine Abweichung notwendig, wird der entsprechende Antrag gut begründet mit dem Baugesuch eingereicht und schon hast auch Du die Genehmigung.

    Falls nicht, war die Begründung nicht gut genug oder die Behörde verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz (wenn denn die Verhältnisse auch wirklich gleich sind), was einklagbar wäre.

  • wird der entsprechende Antrag gut begründet mit dem Baugesuch eingereicht und schon hast auch Du die Genehmigung.

    Ähhh….nicht unbedingt.


    Erstmal wurde mit dem B-Plan örtliches Baurecht geschaffen. Man will, dass es zu keinen großen Geländemodellierungen kommt. Ob das sinnvoll, klug und für alle gleichermaßen vorteilhaft ist spielt keine Rolle. Das ist genauso wie mit Traufhöhen, Dachneigungen, Baugrenzen usw.


    Wenn einem dies nicht passt, so hätte er eben an dieser Stelle kein Grundstück kaufen dürfen.


    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass gerade bei neuen Baugebieten selten bis nie Befreiungen erteilt werden. Eine Begründung zu finden, die dies dennoch erzwingt ist nahezu unmöglich. Vor allem auch um keine Präzedenzfälle zu schaffen, die es dann auch anderen Bauwilligen ermöglichen würden so etwas zu wollen.


    Sollte dem Nachbarn eine solche Abgrabung jedoch bewilligt worden sein, hätte man (eben weil Gleichbehandlungsgrundsatz) sehr gute Chancen dies auch durchzubekommen.


    Besser wäre es aber m.E. wenn der Planer einen Weg fände sich mit dem Gelände zu arrangieren, anstatt das Gelände umzuarrangieren.

  • Äh... Also der Nachbar weiter weg hat abgegraben, der Nachbar daneben hat auch abgegraben, auf Höhe seines Nachbars. So verstehe ich das. Und nun kommst Du daher und willst auch abgraben und da beginnt das Problem, denn wenn Du auch abgräbst, dann wäre die halbe Straße lang in den Buckel eingegraben und der letzte hat eine haushohe Stützwand. Irgend wann geht das nicht mehr und das gleiche Recht des ersten kann nicht automatisch auf alle gleich angewendet werden. Du hast eine Immobilienfirma, die auch das Haus baut. Richtig? Und die hat Kataloghäuser, die nur auf der Ebene funktionieren. Richtig? Deswegen muss da aufgeschüttet und/oder abgegraben werden, um eine Ebene zu schaffen. Du hast anscheinend den falschen Partner für das Gelände mit diesem Bebauungsplan.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ähhh….nicht unbedingt.

    Ja, die Bedingung habe ich ja genannt:

    gut begründet


    Und eine mögliche Begründung hast Du schon genannt:


    ...und demnach dürfte (m.E.) Dir das Selbe nicht verwehrt werden, was dem Nachbarn genehmigt worden ist.


    Nach dem Hinweis vom Skeptiker habe ich den anderen Thread mal gelesen. Was hier

    Vor allem.. wie soll das gehen, wenn unser Haus dann über den anderen stehen muss?

    noch als unlösbares Problem daherkommt, erscheint dann doch eher als verzweifelter Versuch, irgendwie das Kataloghaus auf diesem Grundstück genehmigungsfähig zu bekommen. Daher möchte ich mich dem

    Besser wäre es aber m.E. wenn der Planer einen Weg fände sich mit dem Gelände zu arrangieren, anstatt das Gelände umzuarrangieren.

    vollständig anschließen.

  • Also hab da mal angerufen und der hat gesagt.........


    Plan ausdrucken, ein paar Fotos machen, alles in eine Mappe und auf dem Bauamt vorbeigehen.

    Ein persönliches Gespräch hilft oft wunder!!!!