Schnell mit größeren Raten abzahlen, oder lieber kleinere Raten wählen?

  • Bei uns steht nun auch ein Baukredit an.
    Wir fragen uns nun: lieber kleine Beträge monatlich abzahlen? Oder etwas mehr und dafür schneller abbezahlt haben?
    Rechnerisch könnten wir auch etwas mehr (es bliebe trotzdem noch ein Polster), die Frage ist nur: sollte man das auch machen?
    Vom Zinssatz macht es keinen Unterschied, ich habe mir schon für beide Varianten ein Angebot schicken lassen.
    Wie rechnet man da im Allgemeinen bzw. was muss/sollte man bedenken?

  • für jeden Euro, den du schneller abzahlst, musst du keine 1,x Prozent Zinsen mehr bezahlen.

    Andersherum bekommst du für jeden Euro, den du stattdessen aufs Sparkonto legst, irgendwas um die 0,1 Prozent Guthabenzinsen.

    Die Schlussfolgerung überlasse ich dir...

  • Sparen möchte ich bei den aktuellen Zinsen sicher nicht gross, aber es ist schon eine Überlegung etwas mehr Geld monatlich zur Verfügung zu haben....

  • Man könnte die Sondertilgungsoption nutzen, aber das erfordert Disziplin, und wird in den wenigsten Fällen konsequent durchgezogen.

    Wir fragen uns nun: lieber kleine Beträge monatlich abzahlen? Oder etwas mehr und dafür schneller abbezahlt haben?

    Über welchen anf. Tilgungssatz reden wir hier?


    Die mögliche Einsparung lässt sich ja einfach berechnen indem man die Gesamtkosten über die Laufzeit ermittelt. Da können sich selbst "Kleinbeträge" über die Jahre schon ordentlich bemerkbar machen. Hat man die Zahlen vor sich liegen,, dann kann man auch entscheiden, welche Prioritäten man setzt,


    aber es ist schon eine Überlegung etwas mehr Geld monatlich zur Verfügung zu haben....

    Man sollte die Belastung durch eine Finanzierung nicht grenzwertig wählen, dafür gibt es bei den niedrigen Zinssätzen keinen Grund. Andererseits sollte man sich nicht dazu verleiten lassen das Thema Tilgung zu vernachlässigen, denn so lange da noch ein Kredit auf dem Haus ist, gehört das Haus der Bank.


    Es gilt also einen tragbaren Mittelweg zu finden. Bei einer so langfristigen Finanzierung besteht immer die Gefahr, dass man das Ziel aus den Augen verliert.....schließlich läuft ja alles, und man wohnt in dem Haus. Wie gut eine FInanzierung ist, das zeigt sich immer erst dann, wenn es mal nicht so gut läuft.


    Eine anfängliche Tilgung von 1% beispielsweise kompensiert nicht einmal den Wertverlust des Gebäudes, man muss dann darauf hoffen, dass das Grundstück im Wert steigt und diesen "Verlust" kompensiert. Hat man mit wenig EIgenkapital finanziert, dann könnte es ganz schnell eng werden.

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  • Eben. Am besten für die verschiedenen Varianten eine Zahlungsplan erstellen und dann nebeneinander legen. Kosten aufsummieren und eine Spalte mit der Entwicklung der Restschuld. Dann hat man alle wichtigen Informationen die man für eine Entscheidung braucht.

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  • Kleine Raten = mehr Reserve / Spielraum für andere Ausgaben (Kinder, Auto kaputt, ...) während der Laufzeit

    Große Raten = schnell abbezahlt und DANACH mehr Freiheiten.

    Mittelwegmöglichkeit:

    Viele kleine Raten mit Option auf Zwischentilgung vereinbaren, und dazu - ein Bausparer (Kosten beachten für Abschlussgebühr, Kontoführung, Provision etc....) , der entweder die Zwischentilgung finanziert oder als Notreserve unabhängig vom Kredit aufgelöst werden kann, wobei dann Zinsvorteile, Prämien und weitere Kosten "abzuschreiben" sind.

    Ich würde ggf. auch berücksichtigen, ob während der Laufzeit eine größere sichere Einnahme zu erwarten ist (Rückzahlung einer Anlage, verborgtes Geld, Erbschaft, Auszahlung von Anteilen o.ä.)


    Und vor allem würde ich bei dem Finanzierungsbetrag eine Reserve einplanen für Mehrkosten und/oder verlängerten Laufzeiten der Baumaßnahme. Zum Beipiel für den Fall, dass die Kostenschätzung fehlerhaft ist oder die Preise höher ausfallen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • (Kosten beachten für Abschlussgebühr, Kontoführung, Provision etc....) ,

    Das ist ganz wichtig, denn bei den niedrigen Guthabenzinsen kann es viele viele Jahre dauern, bis erst einmal die Abschlussgebühr kompensiert ist, schließlich zahlt man typ. 1% auf die Bausparsumme, und das ist nicht gerade wenig. Auch Steuern auf Zinserträge beachten, die anfallen wenn der Freibetrag schon anderweitig ausgenutzt ist (Stichwort: Freistellungsauftrag).


    Wenn es bereits um die Entscheidung geht, wie finanziert werden soll, dann ist es für einen BSV an sich zu spät. EIn BSV ist eher ein Zinssicherungsinstrument, wenn man in einigen Jahren einen Hausbau plant, und mit steigenden Zinssätzen rechnet. Da kann es von Vorteil sein, wenn man sich heute schon einen Zinssatz mit 1,x% sichert, aber auch hier muss man die Gesamtkosten im Blick behalten, sclhießlich muss man beispielsweise 40% über einen Zeitraum x ansparen um den BSV in die Zuteilung zu bringen. Klappt das zeitlich nicht, dann gibt es noch die Möglichkeit einer Zwischenfinanzierung, aber dafür zahlt man dann marktübliche Konditionen oder sogar noch etwas mehr, von so Kleinigkeiten wie den Nachteilen bei Tilgungsaussetzung mal ganz zu schweigen.


    Achtung: Bei den Kostenrechnungen wird gerne mit VL (vermögenswirksame Leistungen) und WoBP (Wohnungsbauprämie) gerechnet, da sollte aber zuerst einmal geklärt werden, ob man überhaupt in den Genuss dieser Leistungen kommt (Einkommenvershältnisse etc.).

    Auch bei Riesterverträgen ist Vorsicht angesagt.


    Wenn man sich nicht sicher ist, ob man seine monatliche Belastbarkeit überstrapaziert, dann sollte man eine niedrigere Tilgung wählen, schließlich gibt es bei fast alle Kreditverträgen die Möglichkeit Sondertilgungen zu leisten, oder aber die Kreditsumme reduzieren. Letzteres wäre dann sinnvoll, wenn man ansonsten nur noch 1% oder 1,x% an anfänglicher Tilgung leisten könnte.


    Man könnte auch eine längere Laufzeit für die Zinsvereinbarung kalkulieren, beispielsweise 20 Jahre anstatt 10 Jahre, dann hätte man bis Ende der Zinsbindung das Darlehen größtenteils zurückgeführt, aber der Zinsaufschlag könnte die Mehrkosten für diese SIcherheit ganz schön in die Höhe treiben (Zinsaufschlag beispielsweise 0,6% und mehr, sofern man überhaupt einen Anbieter findet).


    Auf jeden Fall sollte man nicht gleich beim ersten Angebot zuschlagen sondern vergleichen, wobei so ein Vergleich nicht ganz einfach ist, denn alle Anbieter versuchen natürlich ihr Angebot möglichst schön darzustellen. Deswegen unbedingt die Gesamtkosten betrachten und nicht nur auf einen Zinssatz schauen.

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  • Vergleich einfach mal deine Kreditsumme mit verschiedenen Tilgungssätzen und summiere all deine Zahlungen über die rechnerische Gesamtlaufzeit. Ich war damals über die Summen ziemlich erstaunt. Letzten Endes hat dies aber dazu beigetragen möglichst schnell abzuzahlen also mit einer hohen Anfangstilgung zu starten. Heute sind wir sehr froh über diese Entscheidung. Wobei bei einer Finanzierung dies natürlich auch nur ein Aspekt ist und man alle Rahmenbedingungen betrachten sollte (Familienplanung, Arbeitsplatz...).