Erholsame Nachtruhe im Schlafzimmer trotz Lärm von außen erreichen

  • Guten Tag zusammen,


    ich bin in eine Wohnung gezogen, bei der ich den Lärmpegel insbesondere nachts unterschätzt habe. Was mich zunehmend stört sind unregelmäßige "Peaks" in der Lautstärke, die ein nächtliches Durchschlafen erschweren und die ich leider erst nach dem Einzug bemerkt habe. Ich habe in Eigenregie Messungen mit einem speicherfähigen Lärmpegel-Messgerät gemacht und komme im Schlafzimmer bei geöffnetem Fenster auf Peaks von bis zu 90 dB(A), sowie bei geschlossenem Fenster auf Peaks von bis zu 70 dB(A), gemessen in 1m Abstand zu den Fenstern. Bei diesen gefährlichen Spitzenwerten handelt es sich um Lärm durch Einsatzfahrzeuge von Rettungskräften und Polizei, gegen dessen immer mehr zunehmende Erzeugung ich wohl leider nicht viel unternehmen kann.


    Da ein Umzug in meinem Fall ein schwieriges und kostspieliges Projekt wäre und bezüglich der Nachtruhe auch in einer anderen Wohnung ein Risiko bleibt, denke ich zunächst über eine Verbesserung des Schallschutzes nach.


    Mein Hauptproblem ist: wie kann ich bei der Planung sicher sein, dass im Schlafzimmer eine ausreichende Lärmreduzierung erreicht wird, ohne das Geld sprichwörtlich zum Fenster hinauszuwerfen? Die Kosten steigen mit zunehmendem Schallschutz leider überproportional an und die große Frage ist, wie viel dB(A) bei den oben genannten Peaks aus gesundheitlicher Sicht am Ende übrig bleiben dürfen? Alkoholisiert herumkreischende Frauen, Hupen oder Einsatzfahrzeuge haben durchdringende Frequenzen, die womöglich auch in reduzierter Lautstärke immer noch störend sind. Ich habe gelesen, dass sich der Lärmpegel während der Nachtruhe möglichst nicht über 30 dB(A) bewegen sollte. Ist das richtig und ist somit eine Reduzierung des Lärmpegels auf z.B. 29 dB(A) unabhängig von der Art des Lärms ausreichend für einen erholsamen Schlaf?


    Aufgrund des hohen Lärmpegels bei geöffnetem Fenster ist es meiner Ansicht nach aussichtslos, nur die vorhandenen Fenster zu "verbessern", da dort der Lärm dann um satte 60 dB(A) reduziert werden müsste. Ich dachte daher an Vorsatz-Fenster, die in die Laibung zusätzlich zu den vorhandenen Fenstern eingebaut werden und die dann "nur" die restlichen 70 dB(A) dämpfen müssten. Die baulichen Voraussetzungen wie z.B. genügend Abstand zwischen den Fenstern oder ausreichen festes Mauerwerk in der Laibung wären meiner Ansicht nach gegeben und bei Schallschutz-Klasse 4 soll wohl eine Dämpfung von 43 dB erreicht werden. Kann man also einfach 70 - 43 = 27 dB(A) rechnen und ist dann in Bezug auf einen erholsamen Schlaf auf der sicheren Seite? Oder ist es sinnvoller, die vorhandenen Fenster zunächst zu verbessern, so dass man beim Vorsatzfenster mit einer geringeren Schallschutz-Klasse auskommt?


    Vielen Dank und viele Grüße

    Aussichtsturm

  • auf Peaks von bis zu 90 dB(A),

    Peaks von 90dB(A), wie ist das zu interpretieren? Peaks werden üblicherweise unbewertet oder mit C-Bewertung gemessen. Was Du meinst sind vermutlich sogenannte "seltene Ereignisse", sprich Ereignisse deren Geräuschcharakter eine A-Bewertung zulässt, die aber nicht ständig auftreten. Hierzu gehören Einsatzfahrzeuge etc.


    Die Unterscheidung wäre dann von Interesse, wenn man versucht die Messergebnisse mit Grenzwerten (Bsp. TA Lärm) zu vergleichen.



    auf Peaks von bis zu 90 dB(A), sowie bei geschlossenem Fenster auf Peaks von bis zu 70 dB(A),

    Das Schalldämmmaß der Fenster lässt sich daraus nicht ableiten, da nur eine Frequenz, bzw. kleiner Frequenzbereich betrachtet wurde, vermutlich wurde nicht einmal das gleiche Schallereignis herangezogen.


    Bei einem "normalen" Fenster aktueller Bauart könnte man eine Schalldämmung von etwa 30dB(A) im eingebauten Zustand ansetzen. Die Schalldämmung variiert hier mit der Frequenz, niedrige Frequenzen können schwächer gedämmt sein als hohe, das Schalldämmmaß R´w sagt hierzu noch nichts aus. Man könnte nun weitere Bewertungen heranziehen, beispielsweise Ctr, C100-5000 usw. aber das hilft Dir hier auch nicht weiter.


    Somit ist auch schwer abzuleiten, ob weitere Maßnahmen am Fenster Erfolg versprechen.


    Gehen wir einmal davon aus, dass Du tatsächlich eine Schalldämmung von 60dB erreichen möchtest, dann kann ich Dir jetzt schon sagen, dass das Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. Dann solltest Du das Fenster ausbauen und die Öffnung mit Beton ausgießen, und selbst dann wäre ich mir nicht sicher, ob das ausreicht.

    Es ist also sehr wahrscheinlich, dass selbst bei optimierten Fenstern diese Schalldämmung nicht erreicht wird, weil der Schall dann quasi einen anderen Weg nimmt, sprich die Schalldämmung der sonst noch beteiligten Bauteile die Schwachstelle wird.


    Dein Rechengang mit den dB ist korrekt, die lassen sich einfach addieren oder subtrahieren. Der Denkfehler besteht aber darin, dass die beiden Bauteile (altes Fenster und neues Fenster) zusammen ein neues Bauteil mit anderen Eigenschaften bilden. Welche Schalldämmung im Zusammenspiel der beiden Fenster erreicht wird hängt dann auch von so Dingen wie Abstand ab. Es können sich dabei Resonanzen ausbilden bei denen sich die Schalldämmung deutlich verschlechtert. Optimierte Kastenkosntruktionen (Kastenfenster) erreichen im eingebauten Zustand ein Schalldämmaß von gut 50dB, vorausgesetzt der EInbau erfolgt sehr sorgfältig (Schalldämmung der Fuge beachten etc.).


    DIe Wahrscheinlichkeit, dass Du mit so einer Konstruktion auch nur annähernd an die 60dB heran kommst geht in RIchtung Null.


    Nebenbei bemerkt, bedenke auch, dass der Vermieter zustimmen muss. Du kannst nicht einfach Fenster ein-/aus-/umbauen ohne dessen Zustimmung.


    Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es nun?


    Du hast richtig erkannt, dass solche Maßnahmen Geld kosten werden, und da rede ich nicht von dreistelligen Kleinbeträgen. Selbst wenn der Vermieter zustimmen sollte, dann kann er diese Zustimmung immer noch davon abhängig machen, dass die Arbeiten durch eine Fachfirma ausgeführt werden müssen. Unnötig zu sagen, dass das die Kosten für Dich mit Sicherheit nicht reduzieren wird.


    Ohne Zustimmung des Vermieters darfst Du nur Maßnahmen ergreifen, die jederzeit quasi "rückstandsfrei" wieder zurückgebaut werden können. Es versteht sich von selbst, dass durch solche Maßnahmen an der Baustubstanz keine Schäden entstehen dürfen. Das schränkt die Möglichkeiten drastisch ein.


    Nur mal als Beispiel. Als Mieter hast Du die Schalldämmung im Blick, als Vermieter würde ich mich noch fragen, ob durch ein zusätzliches Fenster nicht die Temperatur-/Luftfeuchteverhältnisse zwischen den Fenstern so verändert werden, dass dort in absehbarer Zeit mit Schimmelbefall zu rechnen ist. Wer übernimmt dann die Sanierungskosten? Richtig, der Verursacher, aber das kann eine teure Geschichte werden, und spätestens dann ist Streit vorprogrammiert, denn keiner will die Schuld auf sich nehmen.


    Ich würde mir an Deiner Stelle zuerst einmal überlegen, ob es sinnvoll ist, die Anforderungen so in die Höhe zu schrauben. Ein Plan der sich nicht realisieren lässt taugt nicht viel.


    Als erste Maßnahme würde ich zuerst einmal prüfen, ob das vorhandene Fenster überhaupt funktioniert, also richtig schließt. Evtl. kann eine weitere Dichtungslage die Situation noch ein wenig verbessern. Eine schwere Gardine kann auch helfen, und die kann man tagsüber "zur Seite" schieben. Das sind alles Maßnahmen die so gut wie keine Kosten verursachen.


    Je nachdem wie lange Du schon in der Wohnung wohnst, würde ich mir noch etwas Zeit gönnen, eine Phase damit man sich an die neue Umgebung gewöhnen kann. Als ich damals in meine Studentenbude gezogen bin, eine Allee mit 2 x 3 Fahrspuren direkt vor der Tür, habe ich die ersten 8-10 Wochen so gut wie gar nicht geschlafen. Danach wurde es von Tag zu Tag besser, da habe ich den Verkehr kaum noch wahrgenommen. Ich behaupte nicht, dass das die perfekte Lösung war, aber mir war der kurze Fußweg zur Vorlesung wichtiger, und ich hatte ja nicht vor, dort den Rest meines Lebens zu verbringen.


    Kannst Du Dich mit der Situation auch nach einer Eingewöhnungsphase nicht anfreunden, dann kann ich nur dazu raten, möglichst viel Abstand zwischen Dich und die Lärmquellen zu bringen. Das bedeutet, Umzug raus auf´s Land, oder zumindest in eine ruhige Wohngegend, Schlafzimmer vielleicht abseits von Lärmquellen usw.


    Solltest Du tatsächlich die vorhandene Wohnung umbauen wollen, und der Vermieter auch zustimmen, dann würde ich eine Verbesserung um 20dB(A) (Schalldämmmaß) bereits als sportlich einstufen. Bereits das dürfte ohne Austausch des vorhandenen Fensters nur schwer möglich sein, das hängt dann davon ab, was für ein Fenster man zusätzlich einbaut, und dessen Schalldämmung (Verlauf über die Frequenz). Eine Verbesserung um 30dB(A) wäre eine echte Herausforderung, eine Verbesserung um 40dB(A) utopisch. Letzteres wäre viel mehr als nur ein Fenster, da müsstest Du dann auch die Wände anpacken, vermutlich auch die Tür, und diesen quasi "hermetisch dichten" Raum auch belüften usw.

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  • Ich habe gelesen, dass sich der Lärmpegel während der Nachtruhe möglichst nicht über 30 dB(A) bewegen sollte.

    hiesse für mich , dass 90% der stadtbewohner und 60% der ländlich wohnenden keinen ruhigen schlaf finden kann.

    ein umzug in eine unbewohnte , verkehrsfreie gegend dürfte da auch nicht helfen , weil irgendwo mitten im nirgendwogenug lärm durch natürliche phänomene (wind,regen,vogelgezwitscher....) erzeugt wird , welcher die 30er grenze tangiert

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Fenster mit einfachsten Isolierverglasungen schaffen knappe 30 dB(A) und reduzieren damit einen Außenpegel von 60 dB(A) auf die angestrebten 30 dB(A).


    Fenster der Schallschutzklasse (SSK) V schaffen 45 - 49 db(A), mehr gibt es als Regelprodukt nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Guten Tag R.B.,

    Peaks von 90dB(A), wie ist das zu interpretieren? Peaks werden üblicherweise unbewertet oder mit C-Bewertung gemessen. Was Du meinst sind vermutlich sogenannte "seltene Ereignisse", sprich Ereignisse deren Geräuschcharakter eine A-Bewertung zulässt, die aber nicht ständig auftreten. Hierzu gehören Einsatzfahrzeuge etc.

    Ja, ich meine wohl seltene Ereignisse. Das Messgerät hat eine Max-Mess-Funktion und kann die Werte darüber hinaus an eine PC-Software übertragen. Die Max-Funktion hat nie mehr als 90 dB(A) angezeigt und in der PC-Auswertung hat die Amplitude der Datenpunkte-Linien ebenfalls nie die 90 dB(A) überschritten.


    Das Schalldämmmaß der Fenster lässt sich daraus nicht ableiten, da nur eine Frequenz, bzw. kleiner Frequenzbereich betrachtet wurde, vermutlich wurde nicht einmal das gleiche Schallereignis herangezogen.

    Beim Schallereignis hoffe ich, dass ich da schon die gleichen herangezogen habe. Ich habe die Messungen oft Live beobachtet und festgestellt, dass verschiedenen Einsatzfahrzeuge bestimmte Lärmpegel erzeugen und man vermutlich sogar unterschiedliche Fahrer identifizieren kann (einige schalten schon in der Mitte der Kreuzung das Signal aus, andere hingegen erst an einer bestimmten Stelle hinter der Kreuzung, die näher an meinem Fenster liegt und wo ich dann auch höhere Schallpegel messe). Die 90 dB(A) wurden nur von einem ganz bestimmten Löschfahrzeug der Feuerwehr erreicht. Ich hatte übrigens gehofft, dass ich das Schalldämmmaß der vorhandenen Fenster mit dieser Mess-Methode zumindest für meine Bedürfnisse hinreichend genau bestimmen kann, da mich ausschließlich die seltenen Ereignisse stören bzw. die anderen Lärmquellen erheblich leiser sind. Zudem habe ich die Messungen über einen langen Zeitraum durchgeführt, und dem Messgerät ist es hoffentlich egal, welche Frequenzen den Schallpegel erzeugen. Also so nach dem Motto: innen waren es bei meinen Messungen nie mehr als 70 dB(A) und so lange die Einsatzsignale nicht eine andere Frequenz nutzen, würde ich auf meine spezielle Situation bezogen von dem geschätzten Schalldämmmaß ausgehen. Aber möglicherweise ist meine Vorgehensweise hier zu naiv.


    Gehen wir einmal davon aus, dass Du tatsächlich eine Schalldämmung von 60dB erreichen möchtest, dann kann ich Dir jetzt schon sagen, dass das Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist.

    DIe Wahrscheinlichkeit, dass Du mit so einer Konstruktion auch nur annähernd an die 60dB heran kommst geht in RIchtung Null.

    Nur damit ich Dich richtig verstehe...die Verurteilung zum Scheitern bezieht sich auf die Reduzierung der 90 dB vor dem Außenfenster auf die 30 dB hinter dem inneren Vorsatzfenster, also stark vereinfacht betrachtet bis zu dem Ort, wo dann mein Bett steht? Mein Problem ist also, dass die vielfach beworbenen Schallschutz-Fenster der Klasse 4 mit 40 bis 44 dB in der Praxis diesen Wert vermutlich niemals erreichen werden, weil der auftreffende und dann reflektierte Schall nicht wieder nach draußen verschwindet, sondern innerhalb der Konstruktion unvorhersehbar reflektiert wird und der Schallschutz durch Interferenzen massiv reduziert wird? Das wäre echt bitter!


    Als erste Maßnahme würde ich zuerst einmal prüfen, ob das vorhandene Fenster überhaupt funktioniert, also richtig schließt. Evtl. kann eine weitere Dichtungslage die Situation noch ein wenig verbessern. Eine schwere Gardine kann auch helfen, und die kann man tagsüber "zur Seite" schieben. Das sind alles Maßnahmen die so gut wie keine Kosten verursachen.

    Ja, das werde ich prüfen. Abgesehen davon verfüge ich über handwerkliche Erfahrung und hätte die Möglichkeit, als weitere Maßnahme eine Art mobile Konstruktion zu bauen, die man nachts in die Laibung drückt, so wie man mit einem Korken eine Flasche verschließt. Ich dachte an so etwas Verrücktes wie eine passend auf die Laibung zugeschnittene mobile Trockenbau-Wand mit Halte-Griffen und einer umlaufenden Dichtungs-Lippe. Ich mache handwerklich viel selbst und auch eine Trockenbau-Wand habe ich schon selbst gebaut, wobei das Augenmerk da jetzt nicht speziell auf Schallschutz gerichtet war. Bei der umlaufenden Dichtungslippe wüsste ich jetzt aber nicht, ob das so funktioniert bzw. wie diese beschaffen sein müsste. Bei guten Türen habe ich gesehen, dass diese z.B. mehrfach gefälzt sind und in jeder Falz eine Dichtung vorhanden ist. Aber wenn ich nach der Instandsetzung der vorhandenen Fenster durch so eine Konstruktion mit etwas Glück 20 dB erreichen könnte, wäre mir vielleicht ja schon geholfen und ich müsste mich auch nicht beim Vermieter rückversichern und hätte auch keine vierstelligen Beträge zum Fenster hinausgeworfen. Die Materialkosten sind bei einer Trockenbau-Wand sehr überschaubar, aber bevor ich da jetzt viel Zeit investiere, würde ich diese Idee gerne zur Diskussion stellen.


    Ganz herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich merke so langsam, wie komplex die Thematik ist und wie wenig ich eigentlich davon verstehe.


    Viele Grüße

    Aussichtsturm

  • ein umzug in eine unbewohnte , verkehrsfreie gegend dürfte da auch nicht helfen , weil irgendwo mitten im nirgendwogenug lärm durch natürliche phänomene (wind,regen,vogelgezwitscher....) erzeugt wird , welcher die 30er grenze tangiert

    Da hast Du meine volle Zustimmung! Meine Eltern leben auf dem Land und dort quaken nachts die Frösche und ich wache dort wegen der Vögel bereits sehr früh auf und müsste demzufolge auch sehr früh einschlafen. Zudem gibt es dort jede Menge Dorf-Feste, wo Bürgermeister, Polizei und Ordnungsamt sich absolut einig sind, dass die Nachtruhe allgemein überschätzt wird - oder die Bauern fahren nächtelang mit lauten Maschinen ihre Ernte ein, etc. Von der sogenannten ländlichen Idylle ist dort weit und breit keine Spur!

    Aber genau deswegen würde mich das ja auch so stark interessieren, wohin die Reise vom Lärmpegel-Verlauf her ungefähr gehen müsste, damit man aus medizinischer Sicht noch von einem erholsamen Schlaf sprechen kann?

  • Mein Problem ist also, dass die vielfach beworbenen Schallschutz-Fenster der Klasse 4 mit 40 bis 44 dB in der Praxis diesen Wert vermutlich niemals erreichen werden, weil der auftreffende und dann reflektierte Schall nicht wieder nach draußen verschwindet, sondern innerhalb der Konstruktion unvorhersehbar reflektiert wird und der Schallschutz durch Interferenzen massiv reduziert wird? Das wäre echt bitter!

    So ähnlich wird es sich verhalten.


    Eine mobile Konstruktion wird nicht die Werte erreichen wie eine fest eingebaute, da es nicht gelingen wird, diese richtig dicht an´s Mauerwerk bzw. die Leibungen anzuschließen.

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  • damit man aus medizinischer Sicht noch von einem erholsamen Schlaf sprechen kann?

    Wie lange wohnst Du schon in der neuen Umgebung?


    Um ehrlich zu sein, Deine Motivation selbst einzelne Schallereignisse unter einen Grenzwert von 30dB(A) drücken zu wollen, halte ich für sinnfrei. Dieses Ziel wird man nicht erreichen, und dann führt das nur zu Frust.


    Abgesehen davon, dass dieser Grenzwert eher willkürlich gewählt wurde, und mit "medizinischer SIcht" nicht viel zu tun hat, sollte man sehr gut überlegen, wie weit man es mit der Schalldämmung treibt. "Gesunder Schlaf" spielt sich im Gehirn ab und ist nicht nur von den Umgebungsgeräuschen abhängig.


    Übrigens, einfache Ohrstöpsel genügen, und Du kannst die Umgebungsgeräusche um 25-35dB absenken. Das wäre einmal einen Versuch wert. Meine Frau nutzt solche Dinger wenn sie nach einem Nachtdienst am Morgen nicht einschlafen kann. Da ist sie von jedem Geräusch genervt, selbst ein "brummendes" Netzteil oder wenn in der Küche der Kompressor des Kühlschranks einschaltet, nimmt sie wahr. Ob es ihr wirklich hilft, da habe ich so meine Zweifel, denn der Grund warum sie nicht einschlafen kann, ist wohl eher, dass ihr Gehirn noch im "Arbeitsstress" ist. Es ist also eher ein psychologischs Problem als ein Problem das man durch Technik lösen könnte. Meine Theorie wird auch dadurch bestätigt, dass sie bei einem Frühdienst am Abend problemlos einschlafen kann, auch ohne Ohrstöpsel.


    Ich würde Dir nicht empfehlen aus Deinem Schlafzimmer einen schalltoten Raum zu machen, denn ob man es glaubt oder nicht, das bedeutet für unser Gehirn noch mehr Stress. Wir hören ja 24h am Tag, auch während wir schlafen, und das Gehirn filtert diese Informationen. Fehlen nun die "üblichen" Umgebungsgeräusche, dann geht unser Gehirn anscheinend davon aus, dass die unnatürliche Situation Gefahr bedeutet.

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  • Ich kann - inzwischen etwas ab von der ursprünglichen Fragestellung - R.B. s Argumentation aus Beobachtung an meiner Umgebung und mir selbst nur unterstützen:


    "Gesunder Schlaf" hängt ganz stark von innerer Ruhe oder physischer Ermüdung ab, die schon eingetreten sein muss.


    Andererseits ist aber auch die Geräuschempfindlichkeit von Person zu Person sehr unterschiedlich: Von zwei nebeneinander schlafenden Personen kann eine schon von messbar sehr leisen Geräuschen erwachen, während die andere nebenan unter identischen Bedingungen weiter erholend schläft. Für empfindlichen Personen ist ein deutlich erhöhter Schallschutz erforderlich, manchmal ein baulich unerreichbar hoher. Bei manchen Menschen kann das Problem nicht baulich gelöst werden, weil die Störgeräusche aus der unmittelbaren Umgebung stammen. In beiden Fällen wären dann ein bspw. Ohropax o. ä. zu testen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • "Gesunder Schlaf" hängt ganz stark von innerer Ruhe oder physischer Ermüdung ab,

    :thumbsup:


    Genau so ist es. Das ist auch der Grund, warum das "Glas heiße Milch vor dem Einschlafen" funktioniert, obwohl es dafür keine medizinische Erklärung gibt.


    Es ist unstrittig, dass die Umgebung (Geräusche, Licht) einen Einfluss auf den Schlaf hat. Die Schlussfolgerungen aus Studien, und die Versuche daraus "Grenzwerte" abzuleiten, verkennen jedoch das Problem, dass es noch weitere Faktoren gibt, die man nicht ignorieren darf.


    Übrigens, nicht nur der Schallpegel in einem Raum hat einen Einfluss, sondern auch das Verhalten des Raums selbst, sprich Nachhallzeit. Man vermutet, dass hier ein Zusammenhang mit den Deltawellen während des Tiefschlafs besteht, da eine lange Nachhallzeit dafür sorgt, dass ein Geräusch über mehrere Zyklen (Periodendauer der Welle) vom Gehirn registriert wird.

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  • Kleiner Tipp: Viele Menschen schlafen vor dem Fernseher hervorragend ein.

    Das kann man ausnutzen, um zum gewollten Einschlafen den Fernseher im Schlaftimmer auf 30 min Abschaltung zu programmieren und mit einer selbstbestimmten und gewohnten Geräuschkulisse sicher einzuschlafen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wie sieht denn die Einbausituation aus? Gibt es ggf. "Undichtigkeiten" im Bereich Rahmen/Laibung oder zwischen Rahmen und Flügel oder wurden evtl Spaltlüfter eingebaut. Die Spaltlüfter dienen einer kontinuierlichen nutzerunabhängigen Lüftung, damit die Luftfeuchte reguliert wird (Vermeidung einer Schimmelgefahr) und die CO2-Konzentration reguliert wird. Möglicherweise führt auch eine Verformung der Dichtung oder ein Riss in der Dichtung zu erhöhten Lärmdurchlässigkeiten.


    Ändert sich der gefühlte Lärmpegel wenn Du das Fenster mit der Hand fest an den Rahmen drückst?

    Kannst Du höhere Lärmpegel an bestimmten Steleln im Rahmen- /Laibungsbereich feststellen?

    Sind ggf. Risse in der Verfügung zu sehen?


    Ich würde mal probieren, ob z.B. ein schwerer Vorhang vor dem Fenster zu ein klein wenig Abmilderung führt.

    Desweiteren könnte man testen, ob der meiste Schall wirklich durch das Fenster kommt, in dem man eine große dicke Polysterolplatte innen vor das Fenster klemmt.

    Was für einen Fußbodenbelag gibt es in den betroffenen Zimmern? Laminat, Lenolium auf Estrich (harter Belag) oder Auslegware, Teppiche, etc.? Großflächige glatte Wandflächen helfen dem Schall auch, sich auszubreiten.


    <spass>

    70er-Jahre-Extrem-Schall-Dämming : Eierkartons an die Wände

    <spass beiseite>


    Ich kenne auch ein Fester mit einer Schall-Undichtigkeit, weil an einer Stelle früher mal ein Antennkabel durchgeführt wurde...

    Hört man sofort.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ich würde Dir nicht empfehlen aus Deinem Schlafzimmer einen schalltoten Raum zu machen, denn ob man es glaubt oder nicht, das bedeutet für unser Gehirn noch mehr Stress.

    Angeblich kriegen Leute schon nach 45min Probleme in der echolosen Kammer von Microsoft. Das Rauschen des eigenen Blutes und der Atmung etc., der ganze eigene Körper wird zu einer regelrechten Lärmquelle. Dort werden wohl bis zu -20 Dezibel erreicht (zum Vergleich: -23 Dezibel ist das Geräusch von Luftmolekülen, die an einander stoßen.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -