Finanzamt: Fragebogen zur Einheitsbewertung des Grundbesitzes

  • Hallo zusammen,


    sicherlich haben einige von euch einmal auch solch ein Schreiben zur Festlegung der Grundsteuer erhalten.

    Mich würde interessieren, wie ihr die darin geforderten Angaben auslegt.


    Ich sehe dies wie folgt:


    a) "Wie groß ist die bebaute Fläche des Grundstücks?"

    --> Meint die Grundfläche, welche im Bauantrag angegeben ist. Zählen Terrasse, Gartenhäuschen und Carport hier zwingend mit hinzu?


    b) "Wie hoch waren die Baukosten des Gebäudes?"

    --> Angegeben werden nur die reinen Baukosten (hier: für Keller und Haus) ohne Ausstattungsmerkmale.


    c) "Wie groß ist die Gesamtwohnfläche in m2?"

    --> Nur Wohnräume keine Durchgänge, Treppen, Vorratsräume, Büro usw.


    Wie seht ihr diese Angaben?

    Auf was gilt es zu achten?


    Viele Grüße

    Chrisy

  • a) "Wie groß ist die bebaute Fläche des Grundstücks?"

    --> Meint die Grundfläche, welche im Bauantrag angegeben ist. Zählen Terrasse, Gartenhäuschen und Carport hier zwingend mit hinzu?

    Frag schriftlich das Fia, was sie gern hätten

    Auf was gilt es zu achten?

    Steuerberster fragen

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  • auch solch ein Schreiben zur Festlegung der Grundsteuer erhalten.

    War kein Infoblatt mit Erläuterungen dabei?


    Das kann in Bayern anders aussehen als in Ba-Wü, in Berlin anders als in NRW usw.


    Nur mal als Beispiel:


    Ew_20-03_(Anltg).pdf



    --> Nur Wohnräume keine Durchgänge, Treppen, Vorratsräume, Büro usw.

    Das ist leider noch etwas komplizierter, siehe link.


    Ein "Büro" kann zur Wohnfläche gehören oder auch nicht. Handelt es sich dabei um einen Geschäftsraum (gewerbliche Nutzung) oder nur um ein Zimmer um Abends in Ruhe private Korrespondenz erledigen zu können?


    Gerade bei einer gemischten Nutzung des Gebäudes ist Vorsicht angesagt. Das sollte man wirklich vorher mit dem Steuerberater besprechen. Ist ein Teil gewerblich genutzt, werden Baukosten gesplittet usw.

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    .

  • Bei teilgewerblicher Nutzung (Büro - oder ist ein häusl. Arbeitszimmer gemeint?) würde ich einen Steuerberater fragen.


    Falls rein privat, bin ich gut damit gefahren, die Sachbearbeiterin im FA aufzusuchen. Sie hat alles mit mir durchgesprochen und ich konnte sie sogar überzeugen, dass der Umbau gar keinen soo großen Wertzuwachs gebracht hat, wie sie vermutet hatte.

    Als etwas nicht klar war, habe ich sie gebeten, einen Vorort-Besuch zu machen. "Um Gottes Willen, nein, ich glaube Ihnen ja. Weiter runter kann ich aber nicht."

  • Da es erstaunlicherweise kein abgeschlossenes Regelwerk für die Ermittlung von Wohnflächen zu geben scheint, rate auch ich zum persönlichen Gespräch mit der zuständigen Person in der Finanzverwaltung und vorher mit der steuerlich beratenden Fachkunde. Im Dialog lassen sich dabei meist die Formulare adäquat ausfüllen. Im Zweifel hilft es auch, Fotos mitzubringen bzw. zuzuschicken, die das richtige zeigen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke den zahlreichen Kommentaren hier!


    Ich habe neben dem Forenbeitrag hier auch meinen Steuerberater (Lohnsteuerhilfe) das Dokument zukommen lassen - mal abwarten wie er es definiert. Beim Finanzamt werde ich auch Genaueres fragen. Es ist in der Tat so, dass dem zweiseitigen Fragebogen lediglich ein anschreiben beigefügt ist - ein so ausführliches wie in Bayern ist es keineswegs.


    Ein Büro ist in meinem Falle übrigens ein häusliches Arbeitszimmer.


    @Sirsyndrom: Interessanter Link, scheint jedoch wohl noch einige Zeit zu dauern.

  • Ich habe das ganze deutlich entspannter gehandhabt. Das das FA nicht irgendwelche Verordnungen zur Berechnung der verlangten Zahlen benennen konnte, habe ich einfach jeweils die Interpretation genommen, die die kleinste Zahl ergibt - in etwa so, wie es die TE schon im Eingangsbeitrag gemacht hat.

  • Ich würde zuerst einmal schauen ob das FA eine "Anleitung" (Merkblatt, Hilfe zum Ausfüllen der Formulare, oder wie auch immer die das nennen mögen) bereitstellt, wie das wohl in den meisten Bundesländern der Fall sein dürfte. Das hätte den Vorteil, dass man im Fall von Fragen auf diese Anleitung verweisen könnte, womit sich so manches Problem wohl von selbst lösen dürfte.


    Nach meiner Erfahrung gibt es meist dann Probleme wenn man den eingefahrenen Weg verlässt, frei nach dem Motto, "was der FInanzbeamte nicht kennt......". Kann man dann auf ein Dokument aus dem eigenen Haus verweisen, ist das schon von Vorteil.


    Wie genau das FA derzeit hinschaut, das kann ich nicht abschätzen. Es steht ja sowieso eine Reform der Grundsteuer in´s Haus.

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  • Grundsteuer wurde von der Gemeinde selbst festgelegt.

    Hm, das kann die Gemeinde nicht. Die kann nur den Hebesatz festlegen, mit dem der Grundsteuermeßbetrag multipliziert wird.
    Der Meßbetrag wird jedoch genauso wie der Einheitswert vom Finanzamt festgelegt.

  • Hm, das kann die Gemeinde nicht. Die kann nur den Hebesatz festlegen, mit dem der Grundsteuermeßbetrag multipliziert wird.
    Der Meßbetrag wird jedoch genauso wie der Einheitswert vom Finanzamt festgelegt.

    OT

    Siehe Offenbach mit 995 % ...

  • Pin Cho

    Zahlst du überhaupt schon Grundsteuer?

    Du müsstest erst einen Fragebogen zur Einstufung und danach einen Bescheid über die Höhe mit Einspruchsbelehrung bekommen haben.

    Oder ist dein Finanzamt so langsam wie meins und lässt sich jahrelang Zeit?

  • Pin Cho

    Zahlst du überhaupt schon Grundsteuer?

    Du müsstest erst einen Fragebogen zur Einstufung und danach einen Bescheid über die Höhe mit Einspruchsbelehrung bekommen haben.

    Oder ist dein Finanzamt so langsam wie meins und lässt sich jahrelang Zeit?

    ...wir zahlen auch immer noch für ein leeres Grundstück. Obwohl wir schon Anfang 2014 eingezogen sind. Unser Nachbar (Einzug Ende 2013) hat letztes Jahr seinen Bescheid bekommen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Wenn Du es niedrig (sehr niedrig) ansetzen willst, legst Du die Berechnung der Rohbaukosten nach BauGO durch den Entwurfsverfasser vor, zusammen mit der Berechnungsvorschrift

    " Baugebührenordnung - BauGO vom xx.Monat 19xx, geändert durch .... mit der Anlage 2 "Rohbaukosten" veröffentlicht im Ministerialblatt Nr. xx vom ..... Seite"

    ... anbei die Berechnung der Robaukosten gemäß Baugenehmigung Nr. .... vom ..... ausgestellt durch das Bauamt ......


    Gleiches für die bebaute Grundfläche: Berechnung der Bruttogrundfläche gemäß Entwurf.


    Für die Wohnfläche gibt es verschiedene Berechnungsregeln. Hier eine Übersicht.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • jetzt fehlt nur noch so eine Übersicht, was für das Finanzamt zur Einheitsbewertung zu den Baukosten zählt. ;)

    Dazu habt meine Steuerberaterin von drei verschiedenen Beamten schon sehr unterschiedlicher Auskünfte erhalten ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ja, sehr übersichtlich und für Laien verständlich.

    Mit fehlen da nur noch Hinweise zu Fluren und Flächen unter Treppenaufgängen.

    Ein Flur könnte ja - wenn Nutzflächen ermittelt werden - als Verkehrsfläche angerechnet werden.

    Zählt die Fläche unter der Treppe im Wohnzimmer, die zum oberen Bereich einer Maisonette Wohnung führt, zur Wohnfläche oder nur Anteilig (licht Höhe bis 0,50, bis 2,00m)?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)