Unzufrieden mit Arbeit des Fensterbauers

  • Guten Tag,


    Ich habe in meinem über 100 Jahre alten Haus neue Fenster einbauen lassen und bin mit der Ausführung mehr als unzufrieden.

    Allerdings weiß ich nicht ob ich nicht vielleicht falsche Erwartungen habe, bzw hatte.


    Die eingebauten Fenster sind ansich in Ordnung..aber ich habe teilweise zwischen 1 und 3 cm mit Bauschaum gefüllte Spalten aussenrum. (Luftdicht aber hässlich)

    Desweiteren und viel schlimmer ist die Tatsache dass die bestehenden Marmorfensterbänke vom FB rausgebrochen und in den Raum rein verschoben wurden..dort klaffen jetzt mächtige Löcher.


    Ein Fenster war vorher mit einem innenliegenden Rolladenkasten ausgestattet...dieser wurde komplett entfernt, aber das neue Fenster mit Rolladen ist viel kleiner und auch da klafft über dem Fenster ein riesiges Loch...


    Ich habe dazu einige Fotos hier angehangen..

    Es wäre super wenn hier bitte jemand eine Meinung dazu sagen könnte ob ich mit meiner Unzufriedenheit falsch liege, bzw ob ich das hinnehmen muss.


    Vielen Dank vorab 😊

  • Zufriedenheit ist eine Sache, der vertraglich vereinbarte Leistungsumfang manchmal eine andere. Was ist vertraglich vereinbart, bzw. was steht genau im Angebot?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also erstmal sind die Fenster mit Sicherheit nicht Luftdicht eingebaut, Schaum ist nicht Luftdicht.
    Dass die Fensterbänke nach innen gezogen werden ist eine Sache die eigentlich mit dem Kunden abgeklärt werden sollte, genau so wie die Sache wer die innere Versiegelung und Anarbeitung übernimmt.

    Das ist das Problem wenn der Handwerker nicht mit dem Kunden spricht.

    Das Demontage/Montage im Angebot lässt natürlich auch einen großen Spielraum.

    Ganz offiziell schuldet er eine Montage nach den anerkannten Regeln der Technik und das ist dort definitiv nicht passiert.

  • Hallo MarvMD92

    Erstmal vielen Dank für die Nachricht.. 😊


    Beim Vorgespräch sagte er mir dass die Fenster (!) ein Stück weiter innen sitzen werden... aber es war keine Rede davon dass die Fensterbänke „versetzt“ werden würden. Und schon garnicht so wie es hier geschehen ist.

    Wie soll ich jetzt hier weiter vorgehen?

    Nicht luftdicht und nicht nach den Regeln der Technik klingt nicht nach dem was ich mir vorgestellt habe und wofür ich ne Menge Geld bezahlen soll 🙁


    Alles in allem kommt zu den bisher gezeigten Mängeln hinzu dass ein Fenster defekt geliefert wurde und bisher nicht eingebaut wurde... den Rolladen des alten Fensters und sämtlichen Pütz rundherum hatte man bereits entfernt so dass ich seit 3 Wochen mit enormen Aufwand versuche dass es in dem Zimmer nicht friert. (Seit ein paar Tagen geht’s ja gottseidank) reingeregnet hat es auch bereits 2mal... 😒

  • ...

    Wie soll ich jetzt hier weiter vorgehen?

    ...

    Ich würde das Gespräch mit ihm suchen und versuchen das ganze unkompliziert auf dem kurzen Weg zu klären.


    Sollte er aber nicht einsichtig sein, so würde ich mich an einen Gutachter wenden, der das ganze in Augenschein nimmt.

    Hier ist es dein Glück, dass einfach nur "Demontage/Montage" im Angebot steht und nichts explizites vereinbart war.


    Warum der Putz abgeklopft wurde ist mir aber ein Rätsel oder wurde das so vereinbart ?

  • Ich gebe zu Bedenken:

    aber ich habe teilweise zwischen 1 und 3 cm mit Bauschaum gefüllte Spalten aussenrum.

    Die Ursache kann auch darin liegen, dass die Fensterleibungen nicht exakt senkrecht waren, die Fensterbreite oben oder unten oder.....mal etwas breiter oder schmäler war. Gerade bei einem Altbau, immerhin 100 Jahr alt, würde ich nicht voraussetzen, dass die Leibungen exakt gearbeitet sind.

    Wenn ich mir Bild Nr. 3 so anschaue, dann bestärkt das diesen Verdacht.


    Zum Montageschaum wurde schon etwas gechrieben. Das reicht als Füllstoff, hat aber mit luftdicht nicht so viel zu tun. Optisch gesehen könnte man eine Blende aufkleben, die gibt es in verschiedenen Farben und Breiten.

    Als nächstes wird dann sicherlich der Joker "Acryl" gezogen.



    Desweiteren und viel schlimmer ist die Tatsache dass die bestehenden Marmorfensterbänke vom FB rausgebrochen und in den Raum rein verschoben wurden..dort klaffen jetzt mächtige Löcher.

    Wie sonst hätte man die neuen Fenster einbauen sollen?


    1. DIe alten Fensterprofile hatten vielleicht eine Dicke von nur 50mm, die neuen eher 70, oder 80 oder 90mm. Evtl. war die Fensterbank noch in eine Nut im Fensterrahmen eingeschoben, so dass sich nun zwischen alt und neu ein Unterschied von 30mm und mehr ergibt.


    2. Die alten Fenster waren beigeputzt, außen evtl. auch gegen einen Anschlag gesetzt (Bild 5 lässt das vermuten). Das führt dazu, dass man entweder den Anschlag entfernen muss um die Fenster nach außen setzen zu können, oder die Fenster müssen deutlich kleiner werden, womit dann innen die Leibung komplett neu gemacht werden muss. Beides ist mit mehr oder weniger Aufwand verbunden und an sich nicht Sache des Fensterbauers. Gerade der Anschlag oben (Sturz) lässt sich nicht so einfach entfernen, aber auch die Anschläge an den Seiten kann man so ohne weiteres nicht entfernen (oder nacharbeiten).


    d.h. die neuen Fenster benötigen mehr Platz, entweder nach außen oder nach innen. Hier hat man sich für "nach innen" entschieden, so dass "von außen" möglichst wenig erneuert werden muss, aber das führt dazu, dass auch die (Innen)Fensterbank versetzt werden musste. Unter Umständen hätte man mit einen Fensterbankanschlussprofil arbeiten können, dann sitzt das Fenster quasi auf der Innenfensterbank, das ist jedoch hinsichtlich Wärmedämmung nicht so der Brüller, und ob es ausreichen würde um die erforderliche "zusätzliche Tiefe" zu gewinnen, das kann man anhand der Bilder nicht einmal vermuten.


    Fazit:


    Das sieht teilweise schlimm aus, aber nicht alles was schlimm aussieht ist gleich ein Mangel.


    Was man dem Fensterbauer vielleicht noch vorwerfen könnte, wäre eine mangelhafte Beratung. Die Aussage


    Beim Vorgespräch sagte er mir dass die Fenster (!) ein Stück weiter innen sitzen werden...

    wäre als "Beratung" wohl etwas dürftig.


    Andererseits wissen wir nicht, was er sonst noch gesagt hat, und was davon vielleicht falsch verstanden wurde. Bei so einem Gespräch kommt es durchaus vor, dass man Bemerkungen schnell wieder vergisst, oder deren Umfang/Konsequenzen nicht hinreichend beurteilen kann, und evtl. notwendige Nachfragen unterbleiben. Der Handwerker geht dann davon aus, dass alles verstanden wurde, was tatsächlich aber nicht der Fall ist.


    Hier könnte die Position im Angebot hilfreich sein, sie eröffnet aber auch eine Menge Streitpotenzial.



    Lösungsmöglichkeit:


    Vernachlässigen wir mal die juristische Seite, dann sehe ich eine gute Chance, dass der FB beim Thema "luftdicht" nachbessern muss. Wie das aussehen wird, darüber kann man bereits streiten.


    Was die Optik betrifft, also Abstand Mauerwerk, Fensterbank usw. da sehe ich den FBH nicht in der Pflicht, selbst wenn man die Position im Angebot sehr großzügig zu Gunsten des Kunden auslegen würde. Ein Fenstertausch in einem Altbau ist nun mal kein minimalinvasiver Eingriff.

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  • Vielen Dank für Ihre Antworten und Kommentare.


    Summa summarum hab ich wohl von ein paar kleinen Dingen abgesehen eine etwas falsche Vorstellung davon gehabt wie „sauber“ solche Arbeiten durchgeführt werden.

    Immerhin konnte ich die Fensterbauer heute dazu bewegen dass sie die Fensterbänke kürzen und wieder einsetzen so dass nur beigeputzt werden muss.