Probleme mit Kastendachrinnen

  • hallo,

    mein Name ist Frank, ich komme aus dem Großraum Dortmund, habe mich gerade angemeldet, und nach der Anmelde Prozedur ein wenig Angst, überhaupt meine Frage zu stellen. Falls die Frage nicht erwünscht ist, löscht es einfach.


    Wir haben vor einigen Jahren ein "Architektenhaus" aus den späten fünfziger Jahren gekauft, bei dem das Spitzdach keinen Überstand hat. Das Wasser läuft in Kastendachrinnen, die in die Ränder des Daches integriert sind, die Fallrohre verlaufen in Schächten im Mauerwerk.


    Das Dach wurde in den späten neunziger Jahren vom Vorbesitzer aufwändig saniert, leider hat er keine Dachrinnen aus Kupfer geordert, sondern verzinkte. Und diese fangen jetzt zu schwächeln an. Und da die Dachkonstruktion eh eine Quelle ständigen Ärgers ist - geringste Pflegenachlässigkeiten führen z.B. sofort zu Feuchtigkeitsproblemen, immer läuft Wasser die Hauswände runter etc. - haben wir beschlossen, die Funktion über die Optik zu stellen, und das Dach zumindest an den Seiten, wo die Dachrinnen hängen, zu verlängern, und die Kastendachrinnen durch außenliegende Standard-Rinnen zu ersetzen.


    Seit etwa zwei Monaten versuche ich jetzt, im Großraum Dortmund einen Dachdecker zu finden. Scheinbar ist die Auftragslage momentan so gut, dass die Firmen bei so einem "Kleckerauftrag" gleich abwinken, oder mir ein Angebot versprechen, das dann nicht kommt. Mittlerweile sind wir so weit, dass an einem Ablaufschacht die Wand nass ist, und wir über Notmaßnahmen nachdenken müssen, um die Zeit zu überbrücken, bis wir einen Dachdecker gefunden haben.


    Ich selber bin handwerklich gut drauf, weiß aber auch, wo meine Grenzen liegen. An die Dachkonstruktion selber würde ich niemals drangehen wollen, was ich mir aber vorstellen könnte, wäre, die vordere Dachrinne, die jetzt undicht geworden ist, so zu flicken, dass sie noch so lange durchhält, bis wir einen Handwerker gefunden haben. Hierzu meine Frage, ob mir jemand hierzu eine Empfehlung geben kann. Ich betone nochmal, dass mir bewusst ist, dass das keine Dauerlösung ist, wenn uns jetzt aber mangels verfügbarem Handwerker die Mauer verfault, ist das noch schlimmer, als eine Pfuschlösung für kurze Zeit. Und natürlich freue ich mich auch über jede Empfehlung, wo ich einen Dachdecker finden kann, der mir weiterhilft.



    danke und Gruß Frank

  • Was erwartest Du vom Dachdecker? Du sagst Kleinmaßnahme, als wär das was fürn hohlen Zahn. Ist das durchgeplant oder erwartest Du das auch vom Handwerker?

    Stichworte wären:

    Sparrenverlängerung

    Traufmauerwerksabschlu0, evtl. mit Stemmarbeiten

    Verlängerung der Dacheindeckung und der Unterspannbahn

    Fassadendämmung???

    Änderung der Grundleitung

    Entwässerungsantrag

    ....

    ....

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo Dr. Nick (….hoppla...der Nick könnte geradezu dazu führen, dass man an Pfusch denkt :) )


    Diese Rinnen sind tatsächlich im Grundsatz recht schick aber eben auch nicht gerade die klügste Lösung.


    So etwas umzubauen zieht aber diverse kleine Arbeitsschritte nach sich, die sich in Summe dann zu einer recht beachtlichen Baustelle summieren dürften, so dass man sich am Ende evtl. fragt, ob dieser Aufwand diese recht überschaubare (im Sinne von "schauen"!) Änderung im Haus rechtfertigt.


    Man müsste mal sehen (Fotos?), wie sich das Ganze in der Realität darstellt. Evtl. ist es am Ende dennoch besser (einfacher, kostengünstiger) das Traufdetail einmal einer Generalüberholung zu unterwerfen und dann die nächste 25 Jahre Ruhe zu haben. Oder 30.


    Ralf hatte es oben schon angedeutet. Das zieht schon einen ganz schönen Rattenschwanz nach sich (wobei ich einen neuen Entwässreungsantrag wg. 2 o. 3 m² mehr Dachfläche für entbehrlich halte...nicht formal, aber real).

  • Diese innenliegenden Dachrinnen sind schon ziemlich pflege-, und wartungsbedürftig. Es besteht die Möglichkeit, die jetzige Entwässerung aus Zink ( normale Kastendachrinne oder eine selbst gekantete Lösung? ) zu entfernen und diese bspw. mit einer Flachdachfolie inkl. Unterkonstruktion auszubilden. Das hat den Vorteil, dass die Aussenansicht weitestgehend erhalten bleibt und ein evtl. überlaufen der Dachentwässerung nach außen erfolgt. Das ist aber nichts, was man durch ein Forum lösen kann, das muß man sich vor Ort ansehen. Vom Aufwand ist eine Änderung der innenliegenden Entwässerung in eine Variante mit Dachüberstand und aussenliegender Entwässerung deutlich größer ( siehe oben ).

  • erstmal danke für die Antworten.


    Genau die Bedenken, die Ihr äussert, habe ich auch, und deshalb würde ich sowas niemals im DIY-Verfahren angehen wollen.


    Ich sehe die Sache so - zuerst mal muss ich eine schnelle (Pfusch-) Lösung finden, um das Haus über den Winter zu bringen. Im zweiten Schritt hätte ich gerne einen Dachdecker, der weiß, was für eine Dachverlängerung alles zu tun ist, und der mir ein Angebot erstellen kann. Mir ist schon klar, dass das Projekt nicht ganz billig werden wird, deshalb brauche ich auch zuerst ein Angebot, um dann die Finanzierung zu klären ( Sparbuch, Eltern, evtl. Bausparvertrag ). Hier im Forum ging es mir um zwei Dinge - einmal, einen Tipp zu bekommen, wie man z.B. die Stelle für ein paar Monate abdichten kann, wo der Ablauf in die Dachrinne eingesetzt ist. Und dann wäre ich noch für Tipps dankbar, wo und wie man in Zeiten der Vollbeschäftigung einen Handwerker findet, der sich mit Kleinaufträgen rumschlagen mag.


    Um es nochmal zu betonen - mir geht es wirklich nicht darum, hier für ein komplexes Problem eine Gratis-Lösung angeboten zu bekommen, wie es in Foren oft üblich ist. Was mir halt nur auffällt, ist, dass die Handwerker momentan scheinbar so stark mit größeren Bauprojekten ausgelastet sind, dass sie keine Zeit für solche Aufträge haben, die natürlich komplex sein können, aber im Vergleich z.B. zu einer Neubausiedlung doch eher klein. Meine Mutter musste letztes Jahr an ihrem Haus die Dachrinnen erneuern lassen, es hat ein dreiviertel Jahr gedauert, bis sie einen Handwerker hatte.


    Gruß Frank

  • ist zunächst eine Planung.

    So ist es.


    Geht/ funktioniert so eine Dachverlängerung überhaupt, bzw. wie kann diese funktionieren. Einen Sparren kann man nicht einfach verlängern. Er müsste (zum Beispiel durch Laschen) entsprechend am Bestandssparren verankert werden. Oder man legt einen Sparren neben den bestehenden. In beiden Fällen aber greift man nicht unerheblich in das bestehende Dach ein.


    Liegt die Kastenrinne "nur versteckt" hinter einer Blende oder gibt es gar einen betonierten Dachvorsprung, in welchem diese ruht?


    Nochmals: Fotos könnten da schon ein wenig hilfreich sein das zu verstehen.

  • Für eine Übergangslösung müsste man folgende Sachen wissen:

    - wo genau findet das Überlaufen/Undichtigkeit statt? ( Nur im Bereich des Ablaufes oder über die gesamte innenliegende Entwässerung oder nur im Bereich der Nähte der innenliegenden Entwässerung

    - ist die innenliegende Entwässerung frei von Laub usw?

    - Ist es eine handelsübliche Kastendachrinne oder eine selbst gekantete Lösung?

    - ist die innenliegende Fallleitung intakt bzw. wurde diese im Zuge der Umdeckung mit erneuert?

    - kommt es nur bei starkem Regen zum Überlaufen oder bereits bei normalem Regen

    - Bild oder Skizze der innenliegenden Entwässerung


    Bitte an den Selbstschutz denken:thumbsup:

  • wenn der Regen vorbei ist, klettere ich mal auf die Leiter und mache Fotos. Was ich hier schonmal sehr angenehm finde, ist, dass hier überhaupt Fragen gestellt werden. Die Dachdecker, die nicht sofort abgewunken und mit mir überhaupt geredet haben, haben das so dargestellt, dass es kein Problem wäre, die Sparren zu verlängern. Ich melde mich wieder, wenn ich die Fotos habe, wird aber wohl morgen werden, momentan regnet es noch Bindfäden.


    danke und Gruß Frank

  • Kleine Ideenskizze (nicht wissend ob das genau so aussieht...)


    Es dürfte aber klar sein, dass man Sparren "nicht einfach mal so" verlängern kann. Also...kann man schon. Es dürften aber schon ein paar eher invasive Eingriffe von Nöten sein.


  • Nicht vergessen, dass die Eindeckung vergrößert werden muss. Gibt es die vorhandene Deckung noch im Handel?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Überlaufen findet überhaupt nicht statt, die Undichtigkeit liegt wahrscheinlich in den Bereichen, wo bei der Installation gelötet wurde, besonders am Übergang von der Dachrinne zum Fallrohr. Es ist eine handelsübliche Kastendachrinne, Rinne und Ablauf sind sauber. Das Fallrohr ist noch das alte, ist aber intakt - das Wasser läuft mit ziemlicher Sicherheit von oben neben dem Fallrohr her, und durchnässt dabei die Wand. Bilder und Daten folgen bis morgen. Und ja, an den Selbstschutz denke ich, ich war selber viele jahre Inbetriebnehmer auf Industriebaustellen, bin da bezüglich Arbeitssicherheit gut qualifiziert worden, und meiner Gesundheit nicht böse. :bier:

  • Nicht vergessen, dass die Eindeckung vergrößert werden muss. Gibt es die vorhandene Deckung noch im Handel?

    ja, die Deckung gibt es noch im Handel, und ich habe noch für etwa zwei Reihen Ziegel in der Gartenhütte gestapelt. Lasst mich heute abend alles zusammensuchen und morgen die Fotos machen, dann gibt es eine längere Antwort, ok ?


    nochmals danke für Euer reges Interesse - Frank

  • Eine finale Lösung scheint also in Sicht, aber was ist mit einer Übergangslösung bis der Handwerker sich der Sache annehmen kann?


    Vorausgesetzt man findet die undichte Stelle, dann würde ich überlegen, ob man nicht mit einem Bitumenband (o.ä.) die Stelle abdichten kann. es gibt ja auch entsprechende Dichtmasse. Das wäre zwar keine dauerhafte Lösung, aber die ist hier auch nicht notwendig. Irgendwann wird man ja einen Handwerker auftreiben können.

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  • Unidicht ist eine streichbare Faserverstärkte Mixtur, die kann für den Noteinsatz erstmal für Dichtigkeit sorgen. Sofern es angewendet werden kann. Verdrängt auch Wasser kann also auf feuchte Stellen aufgetragen werden. Ist aber nur als Provisorium zu verstehen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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