autofreies Wohnen / Leben

  • das zweifellos ressoucenschonende Ziel, Verkehr vom Individualverkehr hin zum ÖPNV zu verlagern,

    Nur zur Erinnerung, wir haben einen ÖPNV, wir haben Netze, und wir haben ein umfangreiches Angebot an Radwegen usw. Es geht also nicht darum den ÖPNV neu zu erfinden, das gibt es alles schon sehr lange, die Frage ist, ob und in wieweit man das Angebot ausbauen muss, und ob es das Ziel sein kann, Städte autofrei zu machen (also nicht nur ein paar Meter Fußgängerzone, das gibt es ja auch schon seit Ewigkeiten).


    Nach Deiner Meinung muss ausgebaut werden, koste es was es wolle, schließlich nimmst Du den ÖPNV nur dann in Anspruch, wenn Deine Vorstellungen von Komfort und Kosten erreicht werden. Am besten die Haltestelle direkt vor der Haustür, sie darf aber nicht die Idylle stören, und die nächste Haltestelle direkt vor der Firma. Solltest Du den Arbeitgeber wechseln, dann hat die Haltestelle mit zu wandern. Ach ja, und die Bahn natürlich im Minutentakt, damit man nicht unnötig Zeit vergeudet beim Warten auf die Bahn.

    MIt Deiner Wunschliste bist Du aber nicht alleine, es gibt Millionen Pendler die genau so denken.


    Ich behaupte, der ÖPNV kann niemals diese Ansprüche erfüllen, sonst wäre er ja ein Individualverkehr. Er wird auch niemals in der Lage sein solche Massen zeitunabhängig zu bewältigen, denn so eng könnte man die Bahnen gar nicht takten (siehe Japan, und da ist die Bahn wirklich gut durchorganisiert, und die Fahrer stehen immer kurz vor dem Kollaps), und was machen sie wenn der Ansturm am Morgen und Abend vorbei ist? Dann stehen die Bahnen einfach nur rum.....erinnert mich irgendwie an die PKW, die die meiste Zeit in der Garage oder auf einem Stellplatz stehen.


    So, und für dieses Szenario sollen nun Unsummen an Geldern bereitgestellt werden, obwohl klar sein dürfte, dass damit die Probleme nicht gelöst werden. Das wäre eine denkbar schlechte Entscheidung.

    Wenn man das Problem Mobilität (inkl. Umweltbelastung) wirklich lösen möchte, dann müssen ganz andere Ansätze her. Wir müssen dafür wohl unsere komplette gewachsene Infrastruktur auf den Kopf stellen, und auch unsere Lebensweise völlig ändern. Pendeln zur Arbeit ist dann ein Auslaufmodell, wohnen wo es einem gerade gefällt, natürlich auch.


    Ach ja, und weil Du die Ressourcen angesprochen hast, ich bin überzeugt davon, dass der Mensch alle vorhandenen Ressourcen ausbeuten wird, so lange er sich davon einen Nutzen verspricht. Daran werden wir nichts ändern.

    Ich bin ebenso überzeugt davon, dass noch lange nicht entschieden ist, ob Homo Sapiens wirklich ein Erfolgsmodell in der Evolution ist. Wie die Welt in sagen wir mal 1.000 Jahren aussehen wird, darüber kann man nur spekulieren. VIelleicht finden wir eine Möglichkeit, wie wir uns weiter (über den Planeten hinaus) ausbreiten können um neue ressourcen zu erschließen, oder es steht dann vielleicht schon ein Homo Irgendwas in den Startlöchern.



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  • erst recht cloudbasierte Anwendungen

    Wohl wahr!


    Und das nimmt ja jeden Tag weiter zu.


    Ein Freund von mir, aus der IT-Branche, meinte das wäre der größte Klimakiller/ die größte Energieverschwendung überhaupt. Zumal viele eben redundant gespeichert wird. Und jeden Tag kommt was hinzu und kaum was wird gelöscht. Wird sicherlich noch interessant.


    Auch der Begriff "cloud" ist ja schön....schön fluffig...wolkig....nebulös? Da ackern Rechenzentren, Kühlungen laufen auf Hochtouren...nix Cloud. Sehr irdisch.


    Und wer dann wie und was und überhaupt mit "meinen" Daten macht....naja...mein vertrauen ist da begrenzt. Würde ich daher auch nicht machen.

  • Nach Deiner Meinung muss ausgebaut werden, koste es was es wolle,

    das habe ich nicht geschrieben.

    Ich finde aber deinen Fatalismus (im Kleinen können wir eh nix lösen, im Großen kriegen wir es nicht gebacken, also lassen wir es ganz...) so abstoßend, dass ich mich nun wirklich aus dem Thread verabschiede.

  • Und wer dann wie und was und überhaupt mit "meinen" Daten macht....naja...mein vertrauen ist da begrenzt.

    Wenn die Menschen wüssten wie gläsern sie seit Internet und smartphone sind.....

    und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. IoT tut sich zwar schwer, wird aber kommen, und wenn es als Gratis Bonbon in die Geräte eingebaut wird.

    Versuche mal einen TV zu kaufen, der noch nicht "smart" ist.


    Wenn Russland seinInternet vom Rest der Welt abkoppeln möchte, wie heute zu lesen war, dann fragt man sich, warum.....man könnte vermuten, die wissen mehr, nutzen sie doch selbst das Internet intensiv für spezielle Aktivitäten.



    das wäre der größte Klimakiller/ die größte Energieverschwendung überhaupt.

    Ob es sich um Energie"verschwendung" handelt liegt im Auge des Betrachters. Fakt ist, dass der Energiebedarf solcher Rechenzentrum nicht in kWh oder MWh gerechnet wird, sondern in GWh pro Jahr. Was auch immer wieder unterschätzt wird, solche großen Rechenzentren benötigen zusätzlich eine enorme Kühlleistung. Das UDC soll sich angeblich 100m³ Kühlwasser pro Stunde gönnen.

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  • im Großen kriegen wir es nicht gebacken,

    Das ist noch gar nicht entschieden, weil man sich ja weigert darüber nachzudenken. Stattdessen setzt man seine Energie lieber dafür ein, irgendwelche Pseudo-Lösungen zu fordern.


    Wenn wir so weitermachen schaffen wir uns selbst ab, und zwar schneller als uns lieb sein kann.

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  • Ob es sich um Energie"verschwendung" handelt liegt im Auge des Betrachters.

    Naja....50.000.000 Bilder von Omas 80.Geburtstag, 100.000.000 Bilder von Kind 1, 2, und 3, wie es Laufen lernte...usw. das ein oder andere könnte man da sparen. In Zeiten analoger Fotographie und dem Bezahlen jeden einzelnen Bildes, war man schon deutlich überlegter in seinem Handeln. heute geht's ab auf/ in die Cloud. Lieber 1000 Bilder zu viel, als eines zu wenig.

  • ... lässt sich das Problem nicht allein im kleinen Deutschland lösen.

    Nein, allein natürlich nicht. Aber mit diesem Ansatz könnte man ja gleich auf jegliche Aktivität verzichten, die mehr erreichen kann, als nur den eigenen wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Vorteil.


    Im Übrigen ist D keineswegs "klein", sondern im weltweiten Vergleich auf Platz X nach ... :


    nach Rang
    BIP / Kopf 18. / 19. (je nach Bezug)
    Bevölkerung
    16.
    BIP absolut 4. / 5.
    Außenhandelsüberschuss (absolut) 1.


    Wer kann etwas bewältigen, wenn nicht D?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Lieber 1000 Bilder zu viel, als eines zu wenig.

    Das ist tatsächlich ein Phänomen . Je billiger und einfacher verfügbar der Speicherplatz wurde, um so weniger Gedanken hat man sich über die Menge der Dateien gemacht. Das gilt nicht nur für den Anwender sondern auch für die Programmierer.

    Liegt wohl in der Natur des Menschen. Sobald etwas augenscheinlich im Überfluss vorhanden ist, macht man sich keine Gedanken mehr darüber.


    Siehe auch Energie, Nutzung von Rohstoffen usw.

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  • Wer kann etwas bewältigen, wenn nicht D?

    Man kann aber auch Deutschland überfordern.


    Ein Problemherd ist und bleibt Asien, wobei die wirtschaftliche Entwicklung den Chinesen zumindest kurzfristig ein wenig den Rücken freihält. Das wird aber nicht ausreichen, und nicht umsonst versucht sich China überall auf der Welt einzukaufen. Das Ziel ist natürlich der Zugriff auf Technologie und vor allen Dingen Rohstoffe. Wie das mal enden wird, keine Ahnung.


    Für Indien und Umgebung (Pakistand etc.) sieht s eher zappenduster aus. Die werden ihre Probleme, angefangen bei den Lebensbedingungen, nicht so schnell in den Griff kriegen.

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  • Eher ohne Kosten.

    Jepp.


    Wir wissen aber, dass es auf dieser Welt nichts gratis gibt. Was könnte wohl der Grund sein, warum jemand kostenlos Speicherplatz zur Verfügung stellt?

    Vielleicht könnte man dieses "Geschäftsmodell" zur Finanzierung des ÖPNV heranziehen. Es gibt vielleicht Leute die dafür bezahlen zu wissen, wer, wann, wo und wie unterwegs war und ist. Lässt man die Leute dann noch mit einer EC Karte bezahlen, dann lassen sich gleich noch Kontostände und alle Buchungen der letzten Monate analysieren, Name und Adresse gibt´s sowieso gratis dazu.

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  • Es gilt die alte Weisheit, wer Straßen und Parkplätze säät, der wird Verkehr ernten. Es ist doch klar, dass ich Mobilität auf die Verkehrsmittel lenken kann, die ich für politisch sinnvoll erachte.

    d.h. wenn man die Leute nicht freiwillig auf die Schiene kriegt, dann muss man sie halt dazu zwingen, egal ob sinnvoll oder nicht, egal ob mehrheitlich gewollt oder nicht.

    Ein logischer Fehlschluss, denn gezwungen wird niemand. Welches Verkehrsmittel du wählst, ist doch Dein persönliches Problem, der Schienenkommissar wird nicht bei Dir klingeln und dich mit vorgehaltener Waffe in den ÖPNV zwingen. Nur als kleine Beruhigung.

    Die Frage, ob sich die Rahmenbedingungen ändern und ob und wieviel Geld in den ÖPNV gesteckt wird, ist eine politische Frage, die durch gewählte Vertreter entschieden wird. Es ist praktisch völlig unmöglich, aus jeder Haushaltsdisposition ein Plebiszit zu machen.

    Es ist letztendlich so, dass auch das Autofahren nur eine Verhaltensweise ist, die sich durchgesetzt hat, weil sie bequem und billig ist. Bequem ist sie, weil in der Vergangenheit, insbesondere ab 1950 die die sehr hohe Ressourcenzuteilung für das Transportmittel Auto zu einer entsprechenden Infrastruktur geführt hat, die wiederum selbst den Bedarf für neue Infrastruktur schafft. Billig ist die Nutzung, weil Negativeffekte sozialisiert werden statt umgelegt zu werden. Beides sind keine naturgegebenen Zustände, sondern Resultate bewusster politisch/gesellschaftlicher Weichenstellungen, die natürlich auch anders gestellt werden können.

    Wenn das Fahren teurer und unbequemer wird, dann werden die Alternativen attraktiver. Davon auszugehen, dass der Status Quo ein "natürlich gewachsener" Zustand ist, der zwanghaft geändert wird, ist ein Trugschluss. Denn der Status Quo ist letztlich auch nur das Resultat von Weichenstellungen, die in der Vergangenheit getroffen wurden. Daraus leitet sich kein Anspruch auf Unveränderbarkeit ab.


    Ich denke, das ist eher ein Philosophischer Betrachtungsansatz von R.B. Und damit liegt er prinzipiell richtig. Viele denken heute, das bestimmte Verhaltensweisen (mehr OPNV, mehr Fahrrad, Verzicht auf Auto, Tempolimit usw.) richtig und gut sind. Ob das tatsaechlich stimmt, wird sich aber erst in vielen Jahren herausstellen. (Nur mal zur Erinnerung: Vor reichlich 100 Jahren dachten unsere Grossvaeter und Urgrossvaeter, das in den Krieg ziehen fuer Gott und Kaiser richtig und gut sind. Die nachfolgenden Generationen urteilen darueber ganz anders.) So wird es uns, mit dem was wir jetzt tun, genauso ergehen. Ob die naechste Generation uns vorwirft, zu viel, zu wenig, oder das falsche getan zu haben, wissen wir heute schlicht und einfach nicht.

    Hier kippt die Argumentation ist absurde. ÖPNV-Nutzung richtig und gut = 1. Weltkrieg richtig und gut.


    Im Grunde ist die argumentationslogische Verkürzung die: wir wissen nicht 100% genau, was die Zukunft bringt, daher können wir auch keine Annahmen über die Zukunft treffen, und weil wir keine Annahmen über die Zukunft treffen können, ist es egal was in der Zukunft passieren wird. Que será, será. Vielleicht sind wir morgen schon alle tot.

    Das funktioniert nicht im Kleinen (wir alle treffen Annahmen über die Zukunft und richten unser gegenwärtiges Handeln danach aus) und schon gar nicht im größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen. Natürlich hat das, was wir heute tun, Auswirkungen darauf, wie die Rahmenbedingungen für politisches, gesellschaftliches und auch ganz individuelles Handeln in Zukunft sein werden. Wir wissen vielleicht nicht, wie genau das Urteil ausfallen wird, aber wir können schon Annahmen darüber treffen, welche Rahmenbedingungen wir für die Zukunft schaffen.


    Du glaubst doch nicht, dass es das Klima juckt, ob in Stuttgart oder Frankfurt ein paar Leute mehr oder weniger die S-Bahn nutzen.

    Wenn man den Einfluss des Menschen auf das Klima verhindern möchte, dann wären viel drastischere Maßnahmen notwendig, und die wird niemand ergreifen wollen.

    Das denklogische Resultat ist dann die selbsterfüllende Prophezeiung: kleine Schritte bringen nichts, also mache ich keine kleinen Schritte, weil ich keine kleinen Schritte mache, werden die großen Schritte immer größer und unwahrscheinlicher, was wiederum als Rechtfertigung dient, die kleinen Schritte nicht zu tun.

    Goethe, der von Klimawandel zwar nichts wusste, aber etwas von der menschlichen Natur, sagte: Ein jeder kehre vor der eigenen Tür und rein wird jedes Stadtquartier. Klar, wir können es uns bequem einrichten und immer sagen: erstmal die Anderen, erstmal die großen Schritte. Aber machen wir uns nichts vor, das ist letztendlich nur eine Hinhaltetaktik.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Aber mit diesem Ansatz könnte man ja gleich auf jegliche Aktivität verzichten, die mehr erreichen kann, als nur den eigenen wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Vorteil.

    Goethe ... sagte: Ein jeder kehre vor der eigenen Tür und rein wird jedes Stadtquartier.

    Das ist wohl wahr. Deshalb zitiere ich mich ausnahmsweise mal selbst:

    Für (die Umwelt) kann man z.B. auch weitestgehend auf den Klimaschädling Internet, Wischhandy, erst recht cloudbasierte Anwendungen, smart home usw. verzichten. Wieso überhaupt mit wenigen Leuten in einem EFH mit 50 und mehr m² Nutzfläche je Bewohner leben? Das ist Energieverschwendung³!


    Autos würden weniger Kraftstoff verbrauchen, wenn man auf elektronischen/elektrischen Komfort verzichten, bockharte Reifen fahren und gewichtssteigernde Komfortausstattung aller Art weglassen würde.

    Nun mal Hand aufs Herz, wer von uns wäre bereit, auf die genannten und andere Annehmlichkeiten wirklich zu verzichten und damit vor der eigenen Tür zu kehren? Aber so richtig, nicht nur 4 Wochen Auto- oder Handyfasten! Und vor allem in eine kleine Wohnung in einem recht großen Haus mit 20 m²/Person ziehen? Und natürlich sind Flugreisen tabu:




    Na los, wer macht es?

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ein logischer Fehlschluss, denn gezwungen wird niemand. Welches Verkehrsmittel du wählst, ist doch Dein persönliches Problem,

    Aber nicht, wenn, wie Frau maier das vorgeschlagen hat, der Individualverkehr in der Stadt quasi verboten wird. Vergleiche es von mir aus mit dem Dieselfahrverbot oder was auch immer.

    Dann habe ich eben nicht mehr die Möglichkeit zu entscheiden, schon gar nicht wenn man darauf angewiesen ist, von A nach B durch C zu fahren.


    Das denklogische Resultat ist dann die selbsterfüllende Prophezeiung: kleine Schritte bringen nichts, also mache ich keine kleinen Schritte, weil ich keine kleinen Schritte mache, werden die großen Schritte immer größer und unwahrscheinlicher, was wiederum als Rechtfertigung dient, die kleinen Schritte nicht zu tun.



    Das ist mir zu einfach. Wenn es darum ginge Parkplätze mit 20,- € Parkgebühr zu belegen, geschenkt.

    Es geht aber um riesige Investitionen mit fraglichem Nutzen, und das Geld fehlt dann an anderer Stelle. Es wäre etwas anderes, wenn es gar keinen ÖPNV gäbe, aber das ist eben nicht so. Ich komme heute schon mit dem ÖPNV überall hin, wenn ich möchte. Natürlich nicht immer mit dem Komfort eines PKW, ich muss mich an Fahrpläne halten usw., aber es geht.


    Es geht aber anscheinend nicht darum, dass man per ÖPNV von A nach B kommt, sondern man will natürlich zu jeder Zeit, mit dem gleichen Komfort, und natürlich zu geringeren Kosten bedient werden. Da frage ich mich, wieviele Gleise man noch durch´s Neckartal legen möchte, um von hier nach HD zu kommen? Die bisherigen Spuren reichen dafür sicherlich nicht aus, und wie die Bahn hier auf den Berg kommen soll, das ist auch nicht klar. Dafür gibt es dann vielleicht ein ökologisches Pferdefuhrwerk.


    Jetzt soll der Anteil von 10% auf 20% gesteigert werden, was bedeutet, dass es immer noch 80% Individualverkehr geben wird. Für diese geringe Steigerung muss man schon richtig viel Geld in die Hand nehmen, bei einer Steigerung auf 50% kann man die Kosten nur erahnen, und eine noch höhere Steigerung würde uns finanziell komplett überfordern. (Obwohl DE sicherlich für ein paar Bio Kredit gut wäre) .


    So, und selbst wenn man das alles irgendwie umsetzen könnte, was hätten wir dann erreicht?

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  • Na los, wer macht es?

    das war ja auch schon meine Frage:

    Mich wundert dabei immer wieder, dass die Existenz des motorisierten Individualverkehrs dabei nie grundsätzlich in Frage gestellt wird. ...


    Unter meinen aktuellen privaten Bauherrn der letzten 5 Jahre hat rund die Hälfte der Haushalte kein eigenes Kraftfahrzeug. ... Läßt es sich im Jahre 2019 in Deutschland auf dem Lande oder in der Großstadt ab 100.000 Einwohner ohne Auto leben? Würde Euer Alltag ohne Auto nicht funktionieren oder wäre er nur unbequem? Welche Freiräume wären durch den Verzicht auf das Auto möglich: Individuell oder für den Wohn- oder Arbeitsort?

    Gehört habe ich jetzt einige sehr nachdenkliche Stimmen, die von ihrer "Reduktionsdiät" berichten und ihren positiven Beobachtungen dabei und es gibt die "geht-nicht-und-bringt-nichts,-also-lassen-wir-das"-Fraktion.


    Ich denke, wir haben schon beides: Die (etwas) genügsameren Individuen, die im energetisch optimierten und kompakten Reihenhaus lebenden, die Radfahrenden, die ... und die mit den unverzichtbaren Allradantrieben. Die einen tun schon längst das, was die anderen, ihre Nachbarn, für nicht umsetzbar halten, also genau das gesamte Spektrum unserer Gesellschaft!


    (Oder soll die Aussage eigentlich anders lauten? Zum Beispiel: Solange Du Fleisch isst und ein Smartphone nutzt darfst Du nichts gegen meinen Diesel sagen, weil Du an uns beide nicht die selben Maßstäbe anlegst. Oder: Schon die erste Fahrt mit dem privaten PKW disqualifiziert Dich für jegliche Vorschläge zur Reduktion des MIV!)

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Erwischt, Thomas T.


    Energetisch gesehen ist auch ein hochgedämntes EFH nicht toll. Wir wohnen in einem.


    Flugreisen: Machen wir tatsächlich nicht aus ökologischen Gründen. Urlaub ist meist in D und meist per Bahn.


    Dafür gibts andere Dinge: Ich sag nur Dampflokomotiven. Weder Feinstaub noch ökologisch sinnvoll, dennoch darauf verzichten... Ganz ganz schwierig.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit, was bei 5 Min Fahrzeit kein Problem ist. Meine Frau fährt ab nächster Woche, wegen Verkehrskollaps bei uns, auch mit dem Rad.

    Flugreisen machen wir auch nicht. Ok Flitterwochen vor 10 Jahren.

    Am Wochenende geht es zum Grundstück zum Sanieren unseres Hauses, in dem wir dann mal leben wollen. 38 km entfernt. 2 Erwachsene, 2 Kinder und 2 Hunde, sowie Lebensmittel fürs Wochenende. ÖPNV dabei leider alternativlos, da die nächste Haltestelle am Zielort 1,5 km entfernt.

    Urlaub zur Zeit nicht drin, also keine weiteren schädlichen Wege.

  • Glaubst Du wirklich, dass Du noch soviel Zeit hast?

    Ich glaube grundsätzlich nichts und besitze kein "Glauben". Ebenfalls weiß ich das mein Leben auf dem Planeten endlich ist, früher oder später. Was ich jedoch ganz genau weiß ist, dass eine Diskussion nicht dazu führt mir ein schlechtes Gewissen einzureden. Ist ein wenig so wie die Diskussion vegetarisch oder Fleisch. Ich bin generell der Überzeugung bewusst Entscheidungen und Handlungen vorzunehmen. Den erhobenen Zeigefinger mochte ich noch nie und brauchte ich auch noch nie. Insofern werden wir uns wohl in dem Punkt nie einig werden können.


    Denn ich werde mir, dem tragischen Klimawandel sei dank, sicherlich nicht die Freude nehmen lassen Autofahren nicht mehr toll zu finden. Also ja, so lange für meine Lebenssituation nicht das passende Mittel zur Verfügung steht, wird sich nicht sehr viel an der Fortbewegung ändern. Was nicht bedeutet, dass man den Weg zum Bäcker nicht auch mit dem Fahrrad bestreiten kann. Trotzdem passt ein "autofreies" Leben nicht zu meiner Wirklichkeit. Muss ich mir also vorwerfen lassen, dass ich das ja auch gar nicht will? Ich denke nicht, eher ist es an den Konzepten eine brauchbare Alternative zu schaffen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Dann musst Du halt ein Ruftaxi nehmen. :lach:

    Das scheint superlustig zu sein, (weshalb eigentlich?) kommt bei mir aber tatsächlich gelegentlich vor:


    1. Eigenes Auto fällt morgens überraschend aus, ist zugeparkt, was auch immer ... , SV-Termin mit Eigentümer, Mieter und GÜ steht in 30 Minuten an, ich mit dem Messgeräte-Koffer auf der Straße, Fahrzeit mit PKW 20 Min. Was hilft? Taxi rufen, zumindest für eine Teilstrecke. Das kostet natürlich, ist aber besser als ein so kurzfristiger Terminausfall.


    2. Firmenbauleiter muss den Führerschein abgeben und kommt monatelang erst mit Chauffeur, dann mit Taxi, dann mit Öffentlichen + Taxi für den letzten Kilometer. Plötzlich liest er Protokolle, antwortet per E-Mail in vollständigen Sätzen und seine Leute machen das, was sie machen sollen und nicht einfach irgendwas.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Das scheint superlustig zu sein, (weshalb eigentlich?) kommt bei mir aber tatsächlich gelegentlich vorf

    Folgendes Szenario.

    Ich möchte einkaufen, Supermarkt sagen wir mal 3km entfernt. Nun rufe ich ein Ruftaxi, 4km Anfahrt zu mir, dann 3km zum Supermarkt. Dort wartet der Fahrer bis ich fertig bin (oder ich muss eine zweite Anfahrt bezahlen), dann geht es 3km zu mir zurück, und er fährt wieder 4km nach Hause. Das Taxi war 14km unterwegs.


    Wäre ich selbst gefahren, dann fahre ich 3km zum Supermarkt und 3km zurück, zusammen also 6km.


    Welche Fahrt belastet die Umwelt mehr?

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  • Welche Fahrt belastet die Umwelt mehr?

    Einzelfallbetrachtungen taugen m.E. aber nicht das Ganze in Frage zu stellen.


    Natürlich hättest Du in Deinem Falle eine höhere Umweltbelastung durch die (unnötigen) Mehr-km.


    Aber: Hast Du gar kein Auto, überlegst Du Dir wahrscheinlich zweimal ob Du für die Fahrt XY wirklich ein Taxi rufen musst (kostet ja auch...) oder ob es nicht anders ginge (zu Fuß, E-Bike, Fahrrad, Lastenfahrrad, Mitfahrzentrale, Car-Sharing,...oder einfach mal: gar nicht). Steht die Karre ohnehin, voll bezahlt und betankt vor der Tür, dann nimmt man sie natürlich auch. Wäre ja auch blöd ein Auto zu haben und es dann nicht zu benutzen.


    Ich denke auch nicht, dass man Autos verbieten oder das deren Benutzung quasi ein "an den Pranger stellen" sein sollte. Man sollte aber die Nutzung hinterfragen. Muss jede fahrt wirklich sein? Niemand verlangt eine Reduktion auf "Null", aber eine Reduktion wäre schon sinnvoll.


    Ich stand letzthin an einer großen Kreuzung in Erlangen und musste warten. Habe mir den Spaß erlaubt einmal zu gucken wieviele Autos mit wie vielen Personen besetzt sind. In meiner Ampelphase waren es exakt 25 Kfz (Transporter, Firmenlieferwagen usw. nicht mitgezählt). Es waren exakt 25 Personen, die dort fuhren.

  • Hast Du den Artikel überhaupt gelesen?

    Ja.

    Und?


    Wenn man ausbauen möchte, dann braucht man nicht nur "Material" sondern auch Personal. Und zum Thema Takten hatte ich oben schon etwas geschrieben.,

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  • Und bei im Schienenfahrzeugbau typischen Lieferzeiten von 3 - 5 Jahren wartet man erstmal ab, ob sich vielleicht von allein Arbeitssuchende für diese Tätigkeit finden - für die aber Fahrzeuge fehlen, um dann entspannt mal darüber nachzudenken, ob man eventuell Fahrzeuge bestellen möchte. Aber derartige Investitionen wären ja sowieso nur die Befriedigung eines unnützen Hobbys einiger weniger Phantasten (oder Armer?), ohne praktischen Nutzen. Zu der Argumentation hat Der Bauamateur schöne alles wichtige gesagt.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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