gerissene Fliesen

  • Wir sind Januar 2015 in eine neue Doppelhaushälfte gezogen.

    Die Bodenfliesen 60 x 60 cm im Wohn-/Essbereich sind nach einem Jahr an einer Stelle auf ca. 3 m gerissen. Der Bauherr hat den Schaden behoben, u.a.,

    Dehnungsfuge

    Jetzt nach weiteren 2 Jahren sind an weiteren Stellen Fliesen gerissen.

    1. Fällt dieser Mangel am Bauwerk unter die Verjährungsfrist von 5 Jahren?

    2. Was kann man tun, um weiteren Rissen vorzubeugen?

    Danke für baldige Hilfe

  • An sich eine Frage für die Juristen, daher "ohne Gewähr"


    zu 1. Fliesen fest mit Bauwerk verbunden, keine Reparatur o.ä. sondern neu erstellt, daher 5 Jahre gem. BGB (sofern nichts anderes verbindlich vereinbart war)


    zu 2. Hier müsste man zuerst einmal die Ursache klären. Von alleine gibt es keine Risse, also wäre die Frage, was hat die Bewegung om Estrich verursacht?

    Habt Ihre eine Fußbodenheizung? MIt welchen Temperaturen wird diese betrieben?


    Mögliche Ursache:


    a.) Denkbar wäre, dass die FBH nicht richtig getrocknet wurde, bevor der Fliesenleger mit seiner Arbeit begonnen hat. Vielleicht wurde das Funktionsheizen oder Trockenheizen unterlassen, oder verkürzt, oder was weiß ich.


    b.) Denkbar wären unzulässig hohe Temperaturen bei einer Fußbodenheizung. Vielleicht Heizkurve falsch eingestellt, kein Thermostat zur Absicherung am Vorlauf, oder........


    c.) eine weitere Möglichkeit wäre der Estrich selbst, sprich zu große Flächen ohne Dehnfugen, kein ausreichender Randabstand, Geometrie des Raumes macht Fugen erforderlich die fehlen, usw.


    Wichtig wäre jetzt, Mangel beim AN anzeigen, Fristsetzung nicht vergessen, und dann abwarten, ob der AN reagiert, wie er reagiert, oder ob er die Frist verstreichen lässt. DU solltest den Mangel möglichst kurz beschreiben, "Bodenfliesen im WZ zeigen Risse", evtl. Skizze mit Grundriss und einzeichen wo die Risse sind, und/oder Photo dazu, mehr nicht. Nicht mit Gesetzen, Normen o.ä. argumentieren, das solltest Du dann den Fachleuten überlassen. Wenn der AN Details wissen möchte, dann kann er sich melden oder sich den Schaden vor Ort anschauen.


    Wenn es um Fristen geht, sollte man darauf achten, dass eine Mängelanzeige nachweislich zugestellt wird. Das vermeidet Streitereien, ob die Mängelanzeige überhaupt veschickt wurde, ob sie angekommen ist, ob sie die richtige Person erreicht hat usw.


    Und GANZ wichtig, an der richtigen Stelle reklamieren. War der Fliesenleger überhaupt von Dir beauftragt? oder hast Du das Haus von einem Bauträger gekauft (dann wäre dieser Dein Vertragspartner)? Wenn Du Dir wegen der Vertragsdetails unsicher bist, dann gleich zum Fachanwalt.

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  • Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Mein Problem:

    Mein Mann ist kürzlich verstorben und möchte das Haus verkaufen, weil mich alles an ihn erinnert.

    Ich habe auch schon ernsthafte Kaufinteressenten, die die Haarrisse noch nicht gesehen habe. Sie sind auch sehr schwer zu erkennen.

    Ich habe Angst, dass sie abspringen, wenn ich darauf hinweisen. Verschweigen möchte ich es auch nicht.

    Wir haben das Haus fertig gekauft. Der Bauherr war 2 Jahre unsere Nachbar und es hat sich eine lose Freundschaft entwickelt.

    Gestern habe ich ihn drauf angesprochen. Seine Antwort: da nimmt er sich nichts von an. Die Fliesen hätten wir ausgesucht, er hat in der anderen Haushälfte kleinere 30 x 60 genommen und keine Probleme.

    Die von Ihnen beschriebenen evtl. Ursachen kann man doch wahrscheinlich gar nicht mehr nachvollziehen. Oder.

    Wir heizen nicht stark, im Winter hatten wir häufig den Kaminofen an.

    Ich freue mich, wenn Sie mir nochmals antworten würden.

    Vielen Dank im voraus.

  • Dann ist es doch sehr einfach: ernsthafte Interessenten auf die Risse hinweisen, mit dem Zusatz dass du keine Ahnung hast woran es liegt, und fertig.

    Damit hast du schon mehr gemacht, als wahrscheinlich die Mehrzahl aller Verkäufer machen würde. Es wäre noch nicht mal arglistiges Verschweigen, weil man die Risse bei einer Besichtigung ja sehen kann.

  • Die von Ihnen beschriebenen evtl. Ursachen kann man doch wahrscheinlich gar nicht mehr nachvollziehen. Oder.

    Bei der Menge an möglichen Ursachen ist das schwierig. Bei einer FBH könnte man Vermutungen anstellen, sofern die Heizkurve noch zu hoch eingestellt ist. Auch ein fehlender Thermostat am Vorlauf, zur Begrenzung der max. VL Temperatur, könnte man noch nachschauen.

    Seine Antwort: da nimmt er sich nichts von an. Die Fliesen hätten wir ausgesucht, er hat in der anderen Haushälfte kleinere 30 x 60 genommen und keine Probleme.

    Jetzt wird´s kompliziert.

    Als Firma hat er sich an die Gewährleistung zu halten, da kann er nicht einfach sagen, dass es ihn nichts angeht. Wenn Ihr Euch entsprechende Fliesen ausgesucht habt, und er Bedenken hatte, dann hätte er diese anmelden müssen. Da er den Auftrag angenommen hat, musst Du davon ausgehen können, dass die Arbeit fachgerecht erledigt wurde.


    Die Frage ist, ob sich ein Streit mit diesem Nachbar lohnt. Ich würde dem Ratschlag von feelfree folgen, und die Kaufinteressenten einfach darauf hinweisen. Dann sieht man wie die reagieren. Vermutlich werden sie das als Anlass nehmen um am Preis zu feilschen, aber zur Not kannst Du das immer noch durch eine andere Firma erledigen lassen. Das schont die Nerven.

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