Feuchte Betondecke?

  • Hallo an alle,


    ich hoffe, ich bin hier richtig! Und zwar hatte ich in meinem Haus ein Schimmelproblem im Arbeitszimmer, vermutlich aufgrund falschen Lüftens. In Zuge dessen habe mir ein Feuchtigkeitsmessgerät gekauft, was jetzt (nachdem die Tapete abgemacht und alles trocken gelegt wurde) auch keine Feuchtigkeit mehr anzeigt. Alle Wände im Haus sind trocken. Was mich etwas stutzig gemacht hat - die Betondecke im EG zeigt an vielen Stellen "rot" an, d.h. eine Feuchtigkeit von 72% (ab 70 % wird sozusagen Alarm geschlagen). Die Wand unterhalb der Decke ist trocken, d.h. grün. Woran kann das liegen? Heisst das, die Decke ist voll Schimmel? (Wir wohnen seit 10 Jahren dort und noch nie hat sich an der Decke Schimmel gezeigt. Der Schimmel im Arbeitszimmer war am Boden.) Liegt es vllt auch an dem derzeitigen Wetter (starker Regnen)? Und: Ist es generell schlimm?




    Vielen Dank für die Antworten!

  • Das ist eine kapazitive Messung.

    Mit diesen Messgeräten muss man umgehen (das heißt interpretieren) können.


    Diese Art der Messung ist von vielen Faktoren beeinflussbar.

    Von Mauersalzen, von unterschiedlichen "Bausteinen" von Stromkabel, von Metallen und generell auch von Materialien mit einer hohen Dichte wie z. B- ..... von Beton (und den darin verbauten Metallen).


    Das heißt, dass ich nicht wirklich glaube, dass der Beton wirklich feucht ist.


    Diese Messgeräte sind eigentlich für Laien ungeeignet.

    Gruß Werner :)

  • Abgesehen von den schon genannten Punkten stellt sich die Frage, welche Einheit die angezeigte „70“ hat / haben (soll/en). Masseprozent werden es ja wohl kaum sein.


    Außerdem ist die Feuchte von Stahlbeton zerstörungsfrei mit einfachen Mitteln kaum sinnvoll messbar, aber das schrieb sarkas ja schon.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn ich im Internet auf die Schnelle nach so einem o.g. Gerät suche treffe ich immer wieder auf das 4in1-Gerät. Beton ist dort für die Messungen nicht aufgeführt. auch nicht in der einen Bedienungsanleitung auf der Marken-Seite.

    Ich würde die Anzeige-Ergebnisse auf den "falschen" Untergrund zurückführen.

    Bei entsprechend geringer Betondeckung kann das schon zu gravierenden Fehlern führen.

    Wenn über der Decke noch beheizte Räume sind, ist eine Schimmelbildung an der Decke eigentlich sehr unwahrscheinlich, da dies üblicherweise die wärmste Fläche im Raum ist.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Das Problem habe ich auch, dass die Decke eine höhere feuchte hat , so um die 50 digits mit trotec bm31 gerät. Bei mir ist es so dass wir eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Zimmern haben trotz lüften und das öfters. Abend liegt es so zwischen 65-73% tagsüber 60-65% . Sobald man nachdem lüften die Fenster schließt schiesst die Feuchtigkeit innerhalb weniger Minuten hoch. In ca 15-30 min. Irgendwoher muss doch die feuchte kommen!

  • Das Problem habe ich auch, dass die Decke eine höhere feuchte hat , so um die 50 digits mit trotec bm31 gerät. Bei mir ist es so dass wir eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Zimmern haben trotz lüften und das öfters. Abend liegt es so zwischen 65-73% tagsüber 60-65% . Sobald man nachdem lüften die Fenster schließt schiesst die Feuchtigkeit innerhalb weniger Minuten hoch. In ca 15-30 min. Irgendwoher muss doch die feuchte kommen!

    • Ist die von Dir betrachtete Decke eine Stahlbetondecke?
    • Was misst Du mit dem Gerät, die Unter- oder die Oberseite der Decke?
    • Misst Du die tragende Deckenkonstruktion (Stahlbeton, Holzbalken) oder den darauf liegenden Bodenaufbau (Trittschall- und / oder Wärmedämmung, Estrich, Bodenbelag)?

    Das BM31 von Trotec ist ein "FeuchteIndikator", kein Messgerät im engeren Sinne. Damit ist lediglich eine Tendenz ablesbar, ob Bereiche eines Materials trockener oder feuchter sind, als andere. Eine genauere absolute Bewertung muss dann ggf. mit einer anderen Messtechnik erfolgen. Das BM31 zeigt die oberflächennahe Feuchte bis in eine Tiefe von max. ca. 40 mm an. Eine Bewertung der Feuchte von Stahlbetonbauteilen ist mit der BM31 generell nicht möglich, weil diese oberflächennah Stahl enthalten. Stahl beeinflusst das elektrische Feld und verfälscht damit jede "Messung" bzw. Schätzung.


    Nach dieser Benutzungsanleitung von Trotec weist eine Anzeige von 50 Digits (Achtung, das ist eine einheitslose Anzeige, keine Angabe einer relativen Feuchte wie bei der rel. Raumluftfeuchte!) bei zementgebundenen Baustoffen wie Zementestrich auf eine bei genauer Messung mit der CM-Methode zu erwartende Bauteilfeuchte von 1,8 CM-% oder rd. 3,0 Masseprozent hin. Ein solcher Baustoff wäre damit ungefähr in Ausgleichsfeuchte mit Raumluft eines durchschnittlich genutzten Wohnraumes, also "trocken"!


    Wie kommst Du also zur Aussage:

    … dass die Decke eine höhere feuchte hat , so um die 50 digits mit trotec bm31 gerät. …

    ?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für die Antwort,


    wir leben im 2 OG zur Miete das Haus etwa BJ 1978 , 4 Zim. Wohnung. Ich habe überall an den Wänden (Aussenwand und Innenwand) 15-23 Digits nur die Decke liegt zwischen 43 und 53 Digits. Dort ist auch Raufaser Tapeziert direkt unter der Betondecke.Muss die Vermieterin fragen ob es eine Stahlbetondecke ist. Die Tapeten fühlen sich trocken an. Aber woher kommt dann die Feuchtigkeit? Das frage ich mich die ganze zeit! Kann doch nicht sein dass direkt nachdem lüften die werte hoch über 60% gehen . Ich komme einfach nicht weiter. Schimmel habe ich bis jetzt nicht . Wohne seit Februar dort…

  • Ich habe überall an den Wänden (Aussenwand und Innenwand) 15-23 Digits nur die Decke liegt zwischen 43 und 53 Digits. Dort ist auch Raufaser Tapeziert direkt unter der Betondecke.Muss die Vermieterin fragen ob es eine Stahlbetondecke ist.

    Wenn es eine Decke aus Beton Ist, so ist diese im durchschnittlichen Wohnungsbau so gut wie sicher eine Stahlbetondecke. Wenn die Wände nicht aus Stahlbeton hergestellt sind, sondern wie meistens im Wohnungsbau, aus Mauerwerk, so hat dieses andere physikalische Eigenschaften, die sich auch auf das Hochfrequenzfeld der dielektrischen Messgeräte auswirken. Für unterschiedliche Materialien werden auch bei gleicher Feuchte vom Gerät deutlich unterschiedliche Werte angezeigt. Man müsste das Geräte also auf die Eigenschaften des zu untersuchenden Baumaterials einstellen um eine direkt verwertbare Anzeige zu bekommen. Genau das geht bei diesem Gerät aber nicht. Es zeigt immer (nur) „Digits“ an. Diese kann man auch materialbezogen grob umrechnen. Ich habe das in meinem vorherigen Post bereits für Dich getan. Deshalb noch einmal: Deine Decke ist so gut wie sicher trocken!

    Die Tapeten fühlen sich trocken an. Aber woher kommt dann die Feuchtigkeit?

    Welche Feuchtigkeit? Deine Decke ist trocken, wie sich aus # 9 ergibt! Dafür spricht auch, dass es anscheinend keine sichtbaren Spuren von Feuchtigkeit gibt. Jedenfalls hast Du bisher keine genannt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn es eine Decke aus Beton Ist, so ist diese im durchschnittlichen Wohnungsbau so gut wie sicher eine Stahlbetondecke. Wenn die Wände nicht aus Stahlbeton hergestellt sind, sondern wie meistens im Wohnungsbau, aus Mauerwerk, so hat dieses andere physikalische Eigenschaften, die sich auch auf das Hochfrequenzfeld der dielektrischen Messgeräte auswirken. Für unterschiedliche Materialien werden auch bei gleicher Feuchte vom Gerät deutlich unterschiedliche Werte angezeigt. Man müsste das Geräte also auf die Eigenschaften des zu untersuchenden Baumaterials einstellen um eine direkt verwertbare Anzeige zu bekommen. Genau das geht bei diesem Gerät aber nicht. Es zeigt immer (nur) „Digits“ an. Diese kann man auch materialbezogen grob umrechnen. Ich habe das in meinem vorherigen Post bereits für Dich getan. Deshalb noch einmal: Deine Decke ist so gut wie sicher trocken!

    Welche Feuchtigkeit? Deine Decke ist trocken, wie sich aus # 9 ergibt! Dafür spricht auch, dass es anscheinend keine sichtbaren Spuren von Feuchtigkeit gibt. Jedenfalls hast Du bisher keine genannt.

  • Ich meine die Luftfeuchtigkeit die immer so hoch bleibt. Egal wie oft ich lüfte , sobald die Fenster geschlossen werden geht die Luftfeuchtigkeit drastisch nach oben auf 60-65% tagsüber und nachts sogar bis 73% ca. nach 30 min. Es ist die ganze Wohnung betroffen. Nachts lassen wir alle Türen offen wegen den Kindern aber es kann doch nicht sein dass jedesmal die Luftfeuchtigkeit so hoch bleibt. Irgendwoher muss es kommen! Wenn keiner eine idee hat müsste ich einen Sachverständigen holen der das mal unter die Lupe nimmt.


    Danke im Voraus

  • Wie hoch sind denn die Raumlufttemperaturen am Tag und in der Nacht? Wird bereits geheizt?

    Gibt es in Bad/WC und Küche Abluftventilatoren?

    Wie lange und wie oft wird gelüftet? Vermutlich wird jedesmal nur die Luft kurzzeitig ausgetauscht und danach geben Möbel, Wände und auch die Decken ihre gespeicherte Feuchte wieder ab.

    Womit wird die rel. Luftfeuchte gemessen? Ist das Gerät kalibriert?

    Bei den genannten Werten erkenne ich noch keine gefahrträchtigen Größen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasMD ()

  • Beitrag von ThomasMD ()

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  • wenn nicht ein wasserleitungsschaden oder - selten- kondensationsfeuchte (alte betondecken; raumecken; thermisch angekoppelte balkone) auftreten, bringt das gezappel mit dafür ungeeigneter messtechnik nix - ausser vielleicht schlafstörungen.

    wenn nicht eine optische veränderung grund zur sorge gibt, könnte man die messung im winter wiederholen. wenn dann immer noch beton "feucht" ist, stimmt was nicht (s.o.) > fachmann, zerstörende prüfung.