Asbestabriss

  • Hallo...


    Ich muss hier mal jemand um Rat fragen da mir schon seit langem was auf der Seele liegt. Wir wohnen in einem Haus Baujahr 1950 welches 1980 aufgestockt wurde. Letzten Sommer haben wir von einem Dachdecker Unternehmen die eternit Fassade und das eternit Dach abdecken lassen. Wollten es nicht selber machen da es ja höchst gefährlich ist die fasern einzuatmen. Leider hat der Dachdecker die Fassade und die dachplatten nicht bruchfrei entfernt. Überall lagen Splitter rum. Innerhalb von 2 h war alles abgedeckt. Habe ihn auch gefragt warum er diese nicht bruchfrei abgenommen hat. Geht nicht hat er gemeint...die brechen so schnell. Während der Arbeit waren alle Fenster zu ausser das garagentor, da dort die Firma immer wieder hinein musste. Nun mache ich mir Gedanken das in der Garage sämtliche fasern noch vorhanden sind

    Die Garage ist voller Materialien mit denen der Schwiegervater immer arbeitet. Ach ja. Wir wohnen zusammen im Haus mit schwiegereltern und haben den gleichen Eingang. Mein Schwiegervater geht ständig mit den Schuhen und den dreckigen sachen von der Garage in die Wohnung und natürlich durch den Flur welchen wir gemeinsam nutzen. 2 kleine Kinder haben wir auch. Somit mache ich mir noch mehr Gedanken. Habe immer richtige Panik, dass überall die fasern von ihm verschleppt werden. Könnt ihr mir aus meiner Panik helfen? Habe Angst in der Garage ist noch alles voller asbest??? Vielen Dank für eure Antworten.....

  • da es ja höchst gefährlich ist die fasern einzuatmen.

    DIe Fasern sind nicht das Problem, die sind viel zu groß als dass man sie einatmen könnte, und lungengängig sind sie schon gar nicht. Wenn der Schwiegervater Fasern in´s Haus schleppt, dann ist das nicht gefährlicher als Staub von der Straße oder Schmutz aus dem Garten.


    Das Risiko geht von winzigen Bruchstücken aus die beim Bearbeiten solcher Platten entstehen können, beispielsweise beim Bohren, aber vor allen Dingen beim Schleifen und Fräsen. Diese Bruchstücke sind so klein und leicht, so dass sie im trockenen Zustand über den Wind verteilt werden können. Atmet man Luft ein die mit solchen Bruchstücken kontaminiert ist, dann besteht die Gefahr, dass diese in die Luge gelangen, und wenn der Körper diese nicht mehr los wird, dann wird er reagieren und diese einkapseln. Das geschieht mit allen lungengängigen Fremdkörpern die wir einatmen, und die der Körper selbst nicht abbauen kann. Das klingt harmlos, ist es auch, so lange sich die Anzahl dieser Fremdkörper in Grenzen hält. Es ist leicht nachvollziehbar, dass die Lungenleistung irgendwann abnimmt, wenn der Lungengewebe nur noch aus solchen verkapselten Fremdkörpern besteht. Zudem erhöht sich das Risiko, dass beim Einkapseln das Gewebe unkontrolliert wuchert,


    Nach einem halben Jahr haben die sich diese Bruchstücke in der ganzen Umgebung verteilt, liegen vermutlich irgendwo auf dem Boden, feucht, gebunden oder wurden über den Regen irgendwo hin gespült. Deswegen muss man bei der Demontage der Platten darauf achten, dass möglichst wenige solcher Faserbruchstücke entstehen. Ich wüsste nicht, wie man solche Platten entfernen kann, ohne dass einmal eine Platte zu Bruch geht. Nach so vielen Jahrzehnten sind die Platten durch die Witterung bei weitem nicht mehr so stabil wie im Neuzustand. DIe freigesetzte Fasermenge bei solchen Brüchen ist aber gering im Vergleich zur Anzahl der Faserstücke die bei mechanischer Bearbeitung entstehen kann.


    Damit gehörst Du oder Deine Familie mit Sicherheit nicht zu einer Risikogruppe. Die Menschen die früher täglich mit solchen Platten gearbeitet haben, insbesondere bei der Herstellung (Trennung von Plattenstücken etc.) waren da schon viel stärker belastet.

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  • also gibt es auch keine messung von lungengängigen fasern die beim bruch von asbestplatten entstehen? Im Internet liest man gleich immer so horrorgeschichten über asbest...das bei jedem bruch über tausende von lungengängigen fasern entstehen...hab vom vielen recherchieren im Internet so viel Panik bekommen...

  • Panik ist hier völlig fehl am Platz, aber es gilt, wie überall, eine gesunde Portion Vorsicht kann nicht schaden.


    Asbest wurde verboten, und das zu Recht, keine Frage. Mir ist aber keine Studie bekannt, bei der nachweislich untersucht wurde, ob Asbest als Ursache für Lungenerkrankung bei "normalen Menschen" überhaupt in Frage kommt, bzw. ob Asbest für Todesfälle verantwortlich ist. Es gibt wenige Zahlen bei Berufserkrankungen, also Menschen die täglich einer relativ hohen Belastung durch Staub ausgesetzt waren. HIer lässt sich aber oftmals nicht bestimmen, ob tatsächlich Asbest die Ursache war, da nach xx Berufsjahren diese Menschen meist mehrere Arbeitsplätze hatten, und es gibt ja nicht nur Asbeststaub der gesundheitsschädlich ist. Wieviel Feinstaub haben wir an Silvester nach dem Feuerwerk eingeatmet? Es würde mich nicht wundern, wenn die Belastung höher war als beim Abriss einer Fassade.


    Tja, und aus solchen Zahlen versucht man dann durch statistische Verfahren, etwas herzuleiten, wobei die Zahlen dann auch noch "adjustiert" werden, Kurz gesagt, man könnte damit alles und nichts "nachweisen".


    Ich kenne beispielsweise eine Untersuchung bei der man überprüfen wollte, ob bei Dächern die mit Asbestzementplatten eingedeckt sind durch Verwitterung Fasern freigesetzt werden. Der Nachweis ist nicht gelungen, die Luft in unmittelbarer Umgebung dieser Gebäude war nicht stärker kontaminiert als in weiter Entfernung zu diesen Gebäuden. Man kam dann zu dem Ergebnis, dass Fasern eventuell noch durch Regen freigesetzt werden können, durch den Regen aber abgespült werden und nicht in die Luft gelangen.


    Es gibt nur sehr wenige Zahlen die sich eingehender mit der Freisetzung von Faserbruchstücken beim Bruch solcher Platten auseinandersetzen. Das liegt einfach auch daran, dass solche Zahlen nicht reproduzierbar sind. Man hat dann Empfehlungen veröffentlicht, die Platten vor der Demontage mit Wasser zu bespritzen, so dass evtl. freiwerdende Faserstückchen nicht in die Luft gelangen und vom Wind fortgetragen werden können.


    Bei solchen Studien sollte man immer darauf achten, wer sie durchgeführt (oder in Auftrag gegeben) hat, und auf welcher Basis die Studie erstellt wurde. VIele "Studien" basieren darauf, dass man in Datenbanken recherchiert, und dann die gefundenen Zahlen irgendwie miteinander verknüpft, um daraus irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen.


    Was DU machen kannst, putzen wie nach jeder anderen Arbeit auch bei der Staub entsteht. Bevorzugt feucht aufwischen, Staubsauger meiden (zumindest sind die gängigen Haushaltsstaubsauger nicht geeignet) und lüften. Nach einem halben Jahr ist das Thema aber schon abgehakt.

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  • Die für Arbeitnehmer geltenden gesetzlichen Vorgaben sind sehr gut verständlich hier zusammengefasst.


    Wer diese auch bei Arbeiten im privaten Umfeld anwendet, kann sich relativ sicher wähnen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn man damit umgehen muss dann sind Schutzmaßnahmen sinnvoll.

    Als unbeteiligter "Nachbar" oder Bewohner des Gebäudes würde ich mir weniger Gedanken machen.

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  • mir geht's eigentlich mehr um die fasern in der Garage die beim abriss des Daches und der Fassade hinein geflogen sind...und jetzt wahrscheinlich immer noch überall sind...es steht überall tischlerholz herum welches immer wieder benötigt witd und noch mehr Zeug...dann schleppt er somit meiner Angst nach ne Menge fasern in Haus und auf die Couch von den Großeltern wo meine Kinder immer spielen...ich glaub ich mach mir da zu viele Gedanken oder?

  • Ich schreib jetzt wieder einmal das, was ich an solchen Stellen immer schreibe: Wenn Du es genau wissen möchtest, so wird an einer bezahlten Analyse kein Weg vorbei führen! Zu den Kosten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Richtig, Kontamination lässt sich nur über eine Analyse feststellen.


    es steht überall tischlerholz herum welches immer wieder benötigt witd und noch mehr Zeug...dann schleppt er somit meiner Angst nach ne Menge fasern in Haus........

    und was machst Du gegen Holzstaub? Der ist nicht minder gefährlich.


    Du wirst aus Deinem Haus keinen Reinraum machen können. Staub umgibt uns Tag für Tag, Nacht für Nacht. Dagegen hilft (bedingt) nur regelmäßig reinigen, Wenn der Staub so schwer ist, dass man ihn mit Materialien oder an den Schuhen in´s Haus tragen kann, dann bleibt der auf dem Boden liegen und wird nicht in die Luft freigesetzt. Ist er wirklich extrem leicht, dann würde der geringste Windstoß in der Garage den Staub bereits überall hin verteilen.


    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim Abriss lungengängiger Staub freigesetzt wurde?

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser in der Garage oder im Haus festgesetzt hat?

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Staub nun aus der Garage in´s Haus getragen werden kann?

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du dann so ein Staubpartikel eingeatmet wird?

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich daraus eine Krankheit entwickelt?


    Ich behaupte nicht, dass es unmöglich wäre, aber die Chance dafür ist äußerst gering. Wenn Du so viel Angst hast, dann dürftest Du keinesfalls aus dem Haus gehen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Du am Straßenrand Feinstaub einatmest ist deutlich höher. Du solltest an Weihnachten auch keine Kerzen anzünden, keinen Holzofen im Umkreis haben, und natürlich schon gar nicht rauchen. Selbst Gartenarbeit wäre strikt verboten, denn Du glaubst gar nicht, was ein Erdboden (oder Kompost) so alles freisetzen kann, und das gilt natürlich auch für die "gesunde Waldluft".


    Wie gesagt, (Fein)Staub sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber Du solltest Dich auch nicht verrückt machen, das hilft keinen Schritt weiter. Das Thema mit dem Abriss vor einem halben Jahr ist schon längst gegessen.

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  • Nö, bin kein Mediziner. Ich hatte mich mit diesem Thema mal vor Jahren beschäftigt, in Verbindung mit Holzstaub (aus behandeltem und unbehandeltem Holz). Da ging es darum, ob es möglich ist eine "Staublunge" zu diagnostizieren, ohne dass man Röntgen muss (oder CT). Die Entwickler haben dazu erst einmal Grundlagenforschung betrieben, Konzepte erstellt....und am Ende das Projekt eingestellt.


    Danach hat man dann den Schwerpunkt auf Erkennung der Staubbelastung am Arbeitsplatz gelegt. Ist eine lange Geschichte.

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