Erdarbeiten bei Streifenfundamenten

  • Hallo zusammen,


    wir haben vor 2-2,5 Jahren gebaut. Beim der Fertighaus Firma, die das Haus aufgestellt hat, haben wir auch eine Fertiggarage mit Streifenfundamenten mit folgenden Angebotstext erworben:


    Garage:

    Einzelfertiggarage 3 X 6 m mit bekiestem Flachdach, Dachrandschutz verzinkt, Garagentore weiß, Streifenfundamente bezogen auf ebenes Gelände, Baugesuchsplanung, Arbeitsplanung und Statik.


    Während der Bauphase kamen noch zusätzliche Kosten hinzu:

    Aufschalung des hinteren Streifenfundamentes für die Fertiggarage aufgrund vorhandenem Gelände.


    Nun nach 2 Jahren nach dem Aufstellen der Garage (Februar 2017) haben wir die Rechnung für den Aushub der Garagenfundamente von dem Aushubunternehmen bekommen.

    Wir haben dem Bauunternehmen geantwortet, dass die Rechnung an die Fertighaus Firma zu stellen ist, da wir die Garage bei denen als Komplettpaket erworben und bezahlt haben.

    Das Bauunternehmen hat sich an die Fertighaus Firma bezüglich Bezahlung gewandt, diese wurde aber mit der Begründung, dass die Erdarbeiten für die Garagenfundamente nicht im Vertrag enthalten waren, abgelehnt.


    Wer hat hier nun Recht? Für mich gehört zum Angebot von Streifenfundamenten auch der Aushub dazu. Außerdem hat die Fertighaus Firma das Bauunternehmen selbst beauftragt, ohne jegliche Kenntnis, Rücksprache und Zustimmung von uns.

    Würde das wirklich stimmen, dass wir für die Erdarbeiten zuständig wären, dann hätten wir es erstens gleich beim Aushub des Hauses mitgemacht, um die zusätzlichen Kosten für die Anfahrt zu sparen und zweitens eher den Aushub selbst vorgenommen.


    Bedanke mich schon im Voraus für Eure Hilfe!

  • Laienmeinung: Ihr habt keinen Vertrag mit dem Bauunternehmen, das den Aushub gemacht habt, also bekommet das auch kein Geld von euch.

    Danach wird es dann spannend und kann vom Forum eher nicht abschließend beantwortet werden: Vermutlich bekommt das Bauunternehmen sein Geld vom Fertighausanbieter, in deren Auftrag es ja gehandelt hat.

    Und anschließend könnte ich mir vorstellen, bekommt ihr einen saftigen Nachtrag vom Fertighausunternehmen, da der Vertrag sich ja auf ebenes Gelände bezog, das Gelände aber eben nicht eben war.

  • Für den Bau des Hauses scheint Einigkeit darüber zu bestehen, dass die Erdarbeiten, zumindest der Erdaushub, Eigenleistung des Auftraggebers sein sollte. Worauf basiert diese Einigkeit?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo Skeptiker,

    diese Einigkeit herrscht beim Bau des Hauses, aber da weiß der Bauherr, dass er dafür zuständig ist und er beauftragt in diesem Fall ein Unternehmen für die Erdarbeiten. In meinem Fall wurde das Unternehmen ohne mein Wissen beauftragt und ich wurde nicht mal gefragt ob dieses Unternehmen beauftragt werden soll oder ich selbst eins beauftragen will...
    Außerdem scheint diese Einigkeit bei Streifenfundamenten oder Punktfundamenten unabhängig vom Haus nicht zu bestehen. Beim Carport wurden mir auch Fundamente angeboten und die Erdarbeiten für diese waren im Preis enthalten.

  • Sagen wir mal so

    Ein Gebäude, egal ob Hochhaus oder Schuppen, braucht, wenn es nicht auf echtem Fels steht, Fundamente irgendeiner Art. Als Bauherr habe ich die zu bezahlen.

    Das muss klar sein, auch dem Bauherrn. Das jetzt nachträglich aber so zu regeln - du brauchst es, also vergeben wir mal eben einen Auftrag - is nicht. Jetzt könnte das Garagenunternehemen kommen und die ortsübliche Vergütung verlangen, weil im Angebot nicht enthalten. Würde vor Gericht wohl auch durchkommen. Nur die Höhe wäre unklar.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ralf, aber die Garage wurde mit Streifenfundamenten angeboten und auch bezahlt. Die Frage ist nun ob die Erdarbeiten bei Streifenfundamenten enthalten sind oder nicht.

  • Warum sollten sie?

    Warum nicht? ;)


    Schau mal...der GU hat eine Garage inkl. Fundamenten usw. angeboten. Dass man diese Fundamente irgendwie in die Erde stecken muss war dem GU wohl klar, schließlich hat er diese Erdarbeiten vergeben. Und dies auch ohne Rücksprache mit dem Bauherren.


    Nun ist also erst einmal kein Vertrag zw. Bauherr und Erdbauer zustande gekommen. Dieser besteht ausschließlich zw. GU und Erdbauer. Dürfte glasklar sein.


    Insofern ist m.E. die Rechnungsstellung Erdbauer an Bauherr schon mal vom Tisch.


    Zu klären wäre evtl. nur noch, ob der GU dem Bauherren diese Rechnung wiederum in Rechnung stellen kann.


    halte ich aber für fraglich (jur. Laienmeinung!).


    Wenn der GU ein Gesamtpaket Garage inkl. Fundamentierung anbietet, so müsste m.E. die dazugehörenden Erdarbeiten auch dabei sein. Wie sonst will er die Fundamente in die Erde bekommen? Wahrscheinlich hatte der GU es einfach in der Kalkulation vergessen und will nun gucken, wie er an die Kohle dennoch herankommt.