Erforderniss EnEV-Kit bei Aufzugsschächten

  • Der eines EnEV-Kit ist bei Aufzugschächten nach meinem Kenntnisstand baurechtlich nicht erforderlich aber empfehlenswert und wohl mittlerweile auch nahezu Standart..

    In der EnEV-Berechnung kann der Einbau nicht berücksichtigt werden.

    Letztendlich ist die Luftdichtheit hier nicht gegeben und der Wärmeverlust (in welcher Höhe auch immer) vorhanden.

    In welchen Fällen kann und darf ich guten Gewissens auf den Einbau des EnEV-Kits verzichten?

    Oder sollte er immer angeordnet werden?

  • Off-Topic:

    Herzlich willkommen!



    Die Aufzugsentrauchung bzw. -entlüftung muss nicht zwangsläufig in den Außenraum führen. Wenn sie in den Innenraum führt, braucht es sicher kein ENEV-Kit. Wenn sie nach außen führt, braucht es die thermische Schließung meiner Meinung nach immer - aber man weist die Öffnung als Wärmebrücke nach. Ich frage aber gleich mal meinen ENEV-Mann!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Reden wir über Bestand oder Neubau?

    Was meinst Du mit EnEV-Kit? Eine RWA?


    Fällt das Gebäude unter die EnEV, dann ist auch die Forderung nach einer luftdichten Hülle zu berücksichtigen, und somit eine einfache Entlüftungsöffnung am Aufzugsschacht nicht mehr zulässig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das heute noch jemand so baut.


    Geht es um Bestand, eine Nachrüstpflicht wäre mir nicht bekannt. DIese könnte sich höchstens bei entsprechenden Sanierungsmaßnahmen ergeben. Unabhängig davon kann es aber sinnvoll sein diesen Wärmeverlust zu reduzieren.

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  • Die Aufzugsentrauchung bzw. -entlüftung muss nicht zwangsläufig in den Außenraum führen.

    Off-Topic:

    Wobei ich es aus Sicherheitsgründen, nach Möglichkeit, immer nach außen führen würde. Meist bleibt nach innen nur das TH übrig und dann kann man im Notfall nicht noch eine Rauchquelle im Fluchtweg brauchen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Off-Topic:

    Wobei ich es aus Sicherheitsgründen, nach Möglichkeit, immer nach außen führen würde. Meist bleibt nach innen nur das TH übrig und dann kann man im Notfall nicht noch eine Rauchquelle im Fluchtweg brauchen.

    TH benötigen zwingend immer eine Entrauchung am obersten Punkt. Und wenn dieser höchste Punkt höher liegt als der Aufzug und / oder über dem obersten Türsturz, ist das so völlig in Ordnung. Der Aufzugsschacht ist i.d.R. mangels qualifizierter Abtrennung sowieso Teil des TH! (Bestätigung Prüfing. liegt mir konkret in einem Projekt zum wiederholten Mal vor. In B ist das eine relativ verbreitete Bauart - nicht nur bei Steildächern.) Beim Brandschutz gibt es übrigens keine besseren Schulnoten als "ausreichend" und sowieso nur noch "mangelhaft / ungenügend"!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • "Die erforderliche Rauchabzugsöffnung ist bei notwendigen Fahrschächten herzustellen. EnEV §6 steht dem nicht im Wege, da gem. „Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung – Teil 11“ (vom 09.12.2009) Öffnungen, die aufgrund anderer Rechtsbereiche (Sicherheit, Brandschutz) notwendig sind (z. B. Rauchabzugsöffnung bei Aufzugsschächten) von der Dichtheitsanforderung der ENEV nicht erfasst werden, sprich: bei der Ermittlung des Wärmeverlustes durch Öffnungen im Gebäude nicht berücksichtigt werden."

    aus Entrauchung von Aufzügen – Reinhard Eberl-Pacan – Architekten + Ingenieure Brandschutz, Berlin

  • Danke für die Richtigstellung. Dann haben mir die RWA Hersteller Unsinn erzählt. Aber die haben auch ein besonderes Interesse daran ihre Anlagen zu verkaufen.

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  • Mal generell: ich dachte immer die Öffnung sei nicht nur zum Entrauchen bei Brand, sondern auch zum schnellen Verdrängen der Luft bei Auszugsfahrt. Wenn ich mir aber die EneV Kits so ansehe, dann verschließen diese doch die Öffnung komplett und Öffnen nur im Brandfall oder liege ich falsch?

    Jochen

  • Wenn ich mir aber die EneV Kits so ansehe, dann verschließen diese doch die Öffnung komplett und Öffnen nur im Brandfall oder liege ich falsch?

    Richtig. DIe letzte Anlage die ich auf dem Tisch hatte, hatte zusätzlich noch eine Menge Fühler/Sensoren, mit denen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2 usw. gemessen wurde. Das Problem ist nämlich, dass ohne Belüftung in den Schächten ein Klima entstehen kann, das für Schäden sorgt.

    Die Klappen werden dann nicht nur im Brandfall geöffnet.


    Wie und wo im Schacht die Sensoren dann montiert werden, das weiß ich nicht, müsste ich mal fragen.

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  • ich sehe es ebenso: es gibt in der EnEV keine besondere Anforderungen an die Entrauchungsöffnungen von Aufzugschächten.

    Man könnte den Aufzug wie eine technische Installation betrachten. wie z.B. auch die Fortluft einer Dunstabzughaube... Hierfür werden auch keine besonderen Anforderungen an die Luftdichtheit gestellt.


    es gibt nur Anforderungen an die Luftdichtheit für das Gebäude insgesamt...

  • Ich frage aber gleich mal meinen ENEV-Mann!

    Mein EnEV-Mann sagt das selbe wie der hiesige "thermische Bauphysiker" Alfons Fischer !


    Interessant fand ich in dem schon oben verlinkten Artikel den folgenden Passus, der im letzten Absatz meine Aussage gegenüber Frau Maier noch einmal bestätigt:

    Das in §39 (1) Satz 1 formulierte Schutzziel (Brandausbreitung auf andere Geschosse ausreichend lange verhindern) ist bei Aufzügen innerhalb von Treppenräumen oder offen miteinander in Verbindung stehenden Geschossen völlig unsinnig.


    Daraus allein ergibt sich, dass in „nicht notwendigen“ Fahrschächten ein Rauchabzug weder sinnvoll noch erforderlich ist. Eine Lüftung kann ggf. zur Ableitung von Abwärme etc. erforderlich sein. Da an den nicht notwendigen Fahrschacht selbst keine Anforderungen zur Wandqualität gestellt werden, gibt es auch keine Anforderungen an solche Lüftungsöffnungen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Skeptiker : als ich gestern diesen Artikel gefunden habe, da habe ich eigentlich danach gesucht ob deine Aussage mit der nicht notwendigen Entlüftung so stimmen kann. Es hat mich sehr verwundert, ich hätte es eher so gesehen wie Frau Maier. Als Rohbauer habe ich ja grundsätzlich mit diesen Sachen wenig zu tun aber bei jedem Bauvorhaben das ich so mit Aufzug verwirklicht habe wurde eine Schachtentlüftung direkt ins Freie vorgesehen. In mehr als der Hälfte der Fälle war diese umsonst. Mit teilweise hohem Aufwand...


    Wieder ein Fall von "man lernt nie aus" oder wie ein befreundeter Bauunternehmerkollege mit seinen über 70 so schön fränkisch sagt..."man kommt selten dümmer nach Hause als man weggegangen ist"

    Jochen

  • Vorsicht wenn nur eine einfache Öffnung statt der RWA verbaut wird (im Neubau) - bei einem unserer MFH hat dies zu Windgeräuschen (Pfeifen/Heulen) sowie durch Kamineffekt zu Unterdruck im TRH geführt, was zur Folge hatte, dass Außenluft durch die kleinen Undichtigkeiten der in der Fassade verbauten Briefkastenanlage gelangte und dadurch an den Innenflächen der Anlage im indirekt beheizten TRH starke Kondenswasseraufkommen zu verzeichnen waren, wodurch z.T. die Magazine/Zeitungen der Mieter feucht wurden.

    Dann lieber in TRH und RWA TRH für Entrauchung.

  • Ich habe immer Bauchschmerzen, wenn man sich auf andere Bauteile verlassen muss, wenn es auch direkt gehen kann. Z.B. wenn es im Aufzugsschacht brennt und der Rauch wird ins TH geleitet und die Entrauchung funktioniert nicht wie vorgesehen, dann habe ich ein Problem. Zwar alles im erlaubten Rahmen, aber mein Gewissen würde mich plagen. Es sind auch die Gerüche, die so eine Technik erzeugt, die ich nicht in ein TH blasen wollen würde, wenn es irgend wie machbar wäre sie direkt ins freie zu blasen. Sicher, wenn der Aufzug im Treppenloch ist und die Überfahrt noch innerhalb der Hülle, dann wäre es ein erheblicher Aufwand die Luft direkt ins Freie zu blasen. Deswegen ist es mir egal, ob es auch einfacher erlaubt ist. Wenn es geht, gehe ich lieber den Weg um Murphys Law zu umgehen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...