Abwasser: Steinzeugrohr bei verlassen des Hauses nur 35 cm unter Erde

  • Hallo,


    hier schon das nächste Problem.
    In meinem Keller (Höhe 2,30 m) ist das Abwasserrohr ein kleines Stück unterhalb des Kellerfensters. Dieses Kellerfenster ist fast ebenerdig. Wenn ich dann draußen messe, ist das Abwasserrohr (Steinzeug um 1940) höchstens 35 cm unter der Erde. Die Firma, die meine Abwasserrohre erneuern will, will die Höhe nicht ändern. Diese Firma pflastert dann auch meinen Hof.

    Denke ich falsch, oder ist 35 cm wirklich ausreichend? Ich würde mind. 60, wenn nicht sogar 80 cm unter die Erde gehen. Außerdem muss dieses Rohr ab verlassen des Hauses bis zum Revisionsschacht (5 m Entfernung) 30 cm fallen. Muss immer geklappt haben, da über dieses Rohr nur die Waschmaschine und die Küche abfloss. Später kam dann noch ein WC dazu, da dieses aber tiefer liegt, kam eine Hebeanlage zum Einsatz. Dann waren die Feststoffe natürlich nicht mehr so fest.


    Jetzt neuer Rat.

  • Die Firma, die meine Abwasserrohre erneuern will, will die Höhe nicht ändern.

    Warum nicht?

    Macht (Mehr)Aufwand, aber den wirst Du ja bezahlen (müssen). Durchbruch durch die Wand, neu abdichten, Graben tiefer, neuer Anschluss an Revisionsschacht, da kommen schon ein paar Euro zusammen.

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  • Wenn sonst nix im Weg ist, und die Fachfirma noch nicht beauftragt wurde, kannst du das ja als Bedingung zur Auftragsvergabe machen, mit den folgen der evt Kostenerhöhung.


    Muss es denn 30 cm fallen oder ist das nur laienhaftes Wunschdenken?

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Ist denn das Ändern der Höhe aus deiner Sicht nötig? Ich will Sachen nur durchführen, wenn sie aus fachlicher Sicht nötig sind.

    Meine Argumente: 35 cm sind nicht frostsicher. Und beim Pflastern kommt der Aufbau zu nah an das Rohr (Rüttelplatte könnte Schaden verursachen).


    Und jetzt DU.

  • Nein, es muss nicht 30 cm fallen. Das jetzige Rohr tut es aber. Ich finde das ist falsch. Und ich erwarte, dass eine Fachfirma sich da Gedanken macht und mir das sagt. Und Abhilfe schaffen will.

  • Ah, also ist das gesamte Rohr grundsätzlich zu flach verlegt worden damals... 1940.

    Wenn es denn der Kontrollschacht (bzw die Kanalisation) zulässt sollte man jetzt von besagten Punkt an mit 1% gefälle Richtung Haus verlegen.


    Die Frage ist nur, warum wurde das damals nicht gleich so gemacht. (Fels, Kreuzung mit anderen Medienleitungen, oder war einfach der damalige Kanal nicht tiefer?)

    Hat der Tiefbauer bereits schon infos über andere Leitungskreuzungen wie Telefon, Strom, Gas) und natürlich auch von dir, Grundstückeigene Leitungen wie Regenwasser, Gartenwasser, Strom ect ect. was man halt gern so durchs Grundstück pflügt.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Ich vermute, der Kanal war nicht tiefer. Da wurde ja auch nur die Küche angeschlossen. WC war ja noch im Hof separat.


    Solche Fragen, wie du sie stellst, wünschte ich mir von meinem Tiefbauer.

  • Diese Fragen kann er dir nicht beantworten, weil er keinen Plan über die Leitungen auf deinem Grundstück hat. Da muss man mal die alten Pläne heraus kramen. Er kann aber Auskunft über die Höhe des Kanals geben wo euer Abwasser angeschlossen ist und über die Tiefe des Kontrollschachtes. Wenn heute der öffentliche Kanal tiefer liegt als damals, weil nach dem Krieg neu gemacht wurde, dann kannst Du es tiefer legen lassen. Dann muss aber wohl auch der Kontrollschacht und auch der Anschluss an den öffentlichen Kanal neu gemacht werden. Also kommt schon einiges auf dich zu. Du musst ihm eben nur den Auftrag dazu geben das auszuführen und wenn er die Höhe des öffentlichen Kanals nicht kennt, ihm den Auftrag geben das zu erfahren (kostet eine Gebühr). Man kann nun mal nur das erwarten was man beauftragt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Und ich erwarte, dass eine Fachfirma sich da Gedanken macht und mir das sagt. Und Abhilfe schaffen will.


    Solche Fragen, wie du sie stellst, wünschte ich mir von meinem Tiefbauer.

    Du erwartestvom Unterrnehmer also eine Fachplanung, ohne das er dazu einen (separaten) Auftrag hat und für Planungsleistungen gesondert vergütet wird?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Du erwartestvom Unterrnehmer also eine Fachplanung,....

    DAS ist tatsächlich ein häufiges Missverständnis oder eine falsche Erwartungshaltung. Nicht nur in diesem Falle hier.


    Eine Fachfirma muss keine großen Fragen stellen. Eine Fachfirma erhält einen Auftrag, den sie dann (hoffentlich) fachlich korrekt ausführt. Die vorgelagerten Dinge, die zur Auftragserteilung führen (Bestandsaufnahme, Bestandsanalyse, evtl. Umplanung, Definition des zu Leistenden usw. usf.) müssen im Vorfeld entweder von einem selber -so man es kann- oder eben von einem Planer geleistet werden.


    Es ist schlichtweg falsch diese Planungsleistung für umme outsourcen zu wollen. Denn diese Planungsleitungen bergen ein gewisses Haftungsrisiko und sie kosten Zeit.


    Nur so als Beispiel um es besser einordnen zu können: ich hatte letztes Jahr einen Umbau zu planen. Bauherren lieferten mir Bestandspläne (1:100), die allerdings in vielen Bereichen nicht stimmten. Abwasserleitungen lagen an anderer Stelle, als im Plan. Es musste ein Aufmaß erstellt werden. Alleine dieses Aufmaß (=Bestandsermittlung) "kostete" mehrere Tage Arbeit. Habe ich natürlich nicht für umsonst gemacht. Warum auch?


    Für den BH hatte das erstmal keinerlei Mehrwert. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt weder etwas entworfen, noch etwas neu gestaltet, noch sonst irgend etwas. Nichts. Nada. Nothing. Dennoch waren diese Vorarbeiten schlichtweg notwendig.


    Warum aber sollte eine Fachfirma viele Stunden Arbeit erbringen, die zwar notwendig sind, aber die nicht vergütet werden sollen?

  • Hallo Ralph und Thomas,


    was würdet Ihr sagen, wenn ich eine Fachfirma für eine fachgerechte Planung auch bezahlen will??? Die müssten mir dann halt auch mitteilen, dass eine Planung gegen Aufpreis möglich sei. Ich war davon ausgegangen, dass Fachfirmen nach baulichen Gesetzmäßigkeiten (DIN, …) arbeiten.

    Und wenn es schon für eine Fachfirma zu viel ist, mir zu sagen, dass der Abwasserabfluss bei Verlassen des Hauses dann tiefer sein muss, dann weiß ich auch nicht.


    Gebe aber gerne zu, dass alle Firmen und Architekten für Ihre Arbeit viel zu wenig verdienen!!!

  • Wenn ich dann draußen messe, ist das Abwasserrohr (Steinzeug um 1940) höchstens 35 cm unter der Erde.

    Da wurde damals vermutlich mit dem Spaten gegraben, und die hatten keine Zeit/Lust noch tiefer zu buddeln. Wird schon irgendwie funktionieren, sind ja nur 5m, und hat ja auch irgendwie funktioniert.

    In wieweit das "fachgerecht" war.....ich gaube die hatten 1940 ganz andere Sorgen.


    Auch wenn das so lange funktioniert hat, würde ich bei einer Modernisierung/Sanierung darauf achten, dass die heutigen Spielregeln eingehalten werden, und eben nicht auf den "Fehlern" unserer Großväter aufbauen. Das bisschen Graben ist mit einem Minibagger doch kein Problem, Wer weiß, was man bei der Aktion noch an Überraschungen findet, die man gleich mit erledigen kann.


    Firma fragen was das zusätzlich kostet, dann weiß man mehr (Vorsicht, es könnte ein Abwehrangebot kommen).

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  • Naja, damals konnte man besser bescheißen. Gebaut wurde den ganzen Krieg über, zumindest in der Provinz, wo nix bombardiert wurde. Hatte schon Bauanträge aus der Gegend hier in der Hand, die bis Ende 1944 datiert waren. Evtl. fehlten aber die kräftigen Männer, die mal locker auf frostsichere Tiefe buddeln konnten. Kräftig genug um Steine bis zum zweiten oder dritten Stock zu tragen waren sie aber anscheinend, denn Kräne wurden damals nicht so oft verwendet.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • hallo

    eine erklärung für die 35 cm deckung am wanddurchgang sehe ich

    darin, dass da früher eine 3-kammer klärgrube angeschlossen war und der kanalanschluss nachgerüstet wurde.

    bleibt nur rohr freilegen, mögliches gefälle ermitteln und neue rohre verlegen.

    wenn neue rohre, dann würde ich die wanddurchführung aus steinzeug auch auf jeden fall neu machen.


    gruss aus de palz

  • Off-Topic:


    Eine Fachfirma muss keine großen Fragen stellen. Eine Fachfirma erhält einen Auftrag, den sie dann (hoffentlich) fachlich korrekt ausführt. Die vorgelagerten Dinge, die zur Auftragserteilung führen (Bestandsaufnahme, Bestandsanalyse, evtl. Umplanung, Definition des zu Leistenden usw. usf.) müssen im Vorfeld entweder von einem selber -so man es kann- oder eben von einem Planer geleistet werden.


    Es ist schlichtweg falsch diese Planungsleistung für umme outsourcen zu wollen. Denn diese Planungsleitungen bergen ein gewisses Haftungsrisiko und sie kosten Zeit.


    Sehe ich in rechtlicher Hinsicht etwas anders! Denn der Unternehmer hat Hinweispflichten gegenüber dem Bauherren, was sich ja auch von selbst versteht, wenn der Bauherr offenbar Laie ist und daher hier im Forum nachfragen muß, ob das, was der Unternehmer vor hat, fachlich richtig ist.


    Off-Topic:

    Die Firma, die meine Abwasserrohre erneuern will, will die Höhe nicht ändern. Diese Firma pflastert dann auch meinen Hof.


    Offenbar (??? ) geht es bislang nur um die Erneuerung der Abwasserrohre im Haus. Erkannt wurde aber, dass die zugehörige Grundleitung einen schweren Mangel hat ( nicht frostfrei verlegt ) und insofern hatte der Unternehmer darauf hinzuweisen, dass auch dies geändert werden sollte ( zumal das nach der Pflasterung nur noch mit erheblichem Mehrkosten möglich ist ).


    Hinweispflicht heißt nicht, dass der Unternehmer kostenlos planen und die für die Planung erforderlichen Voruntersuchungen kostenlos durchführen muß. Er mußte lediglich auf die Nachteile der Beibehaltung der mangelhaften Grundleitung hinweisen. Natürlich hätte er dem TE nach Belehrung über die Nachteile und dessen offensichtlicher Einsicht, dass dies geändert werden muß, auch die entgeltliche Planung anbieten können, wenn er sich das zutraut.


    Wenn er das nicht kann, hätte nichts dagegen gesprochen, dem TE mitzuteilen, dass ein Erdbauer und gegebenenfalls ( je nach Schwierigkeitsgrad ) auch noch ein Fachplaner für die Erneuerung der Grundleitung hinzugezogen werden muß. Nur zu sagen, an der Höhe ändere ich nichts und mit dem Pflaster komme ich hin, wäre nach meinem Verständnis zu " dünn ".


    Lies § 4 Abs.3 VOB/B:


    AN hat dem AG Bedenken gegen die " vorgesehene Art der Ausführung " .... mitzuteilen ( um seine Haftung für Mängel, die bei der vorgesehenen Art der Ausführung entstehen, zu vermeiden ). Hier: Abwasserentsorgung bliebe mangelhaft, obwohl hieran gearbeitet wird ).