Durchmesser Trinkwasserleitung Hausanschluss

  • Hallo,


    unser Neubau steht ja auf dem gleichen Grundstück wie der Altbau aber zu weit (22m) von der Grundstücksgrenze entfernt als dass man ihn noch direkt anschließen wollte. Man wollte mir also einen Trinkwasserzählerschacht für 1400 Euro aufzwingen. Das wollte ich nicht weil ich dann a) noch einen Deckel mehr in der Einfahrt gehabt hätte und ich Zweifel habe ob ich diesen Zählerschacht (bzw. die Technik darin) nicht alle 10-15 Jahre ersetzten muss. Ich habe mich dann also dazu entschlossen den Neubau über den bestehenden Trinkwasseranschluss im Altbau zu versorgen. Hinter der Wasseruhr gibt es also quasi ein T-Stück von wo aus es ins neue Haus geht und dort ist dann nochmal eine "private" Wasseruhr. Die Erdarbeiten (auf meinem Privatgrundstück) macht die Firma die auch den Abwasseranschluss macht. Das Anschließen macht mein HLS Mann.


    Meine Frage bezieht sich eigentlich nur auf die Wahl der Trinkwasserleitung. Spontan würde ich hier ein PE-HD Druckwasserrohr für Trinkwasser mit DN 32 nehmen. Hier bevorzugt PE100 anstatt PE80.


    1.) Würdet ihr für die Versorgung eines EFH (mit kleiner Einliegerwohnung) auch ein DN32 nehmen oder hätte ein DN25 oder DN40 irgendwelche Vorteile. Der Preis spielt bei den 30 m keine Rolle. Ich will nur nichts falsch machen, weiß also nicht welche der beiden Varianten drucktechnisch sinnvoll ist. Der Hausanschluss im Altbau ist DN32.


    2.) Sind euch Vorteile von PE100 gegenüber PE80 bekannt? Hat jemand Erfahrung damit welches von beiden sich besser biegen lässt oder sind da keine Unterschiede zu erwarten? DN25 dürfte sich auch besser biegen lassen als DN32 oder DN40 oder? Ich muss nämlich im Altbau unter dem Fundament entlang. Bei der Erneuerung des Hausanschlusses im Altbau haben das die Leute von der Wasserwirtschaft mit einigen Mühen dann doch geschafft (mit DN32).


    3.) Die Leute von der Wasserwirtschaft haben beim Unterqueren des Fundaments ein flexibles aber stabil wirkendes Schutzrohr um das PE Rohr gelegt, weiß jemand wie sich diese nennen? Habe schon gesucht aber noch nicht das richtige gefunden. Oder tut es da ein Kabuflex DN50?


    4.) Hat jemand Tipps wie man möglichst enge Radien ohne Schäden hinbekommt? Würde das Rohr einige Tage im warmen lagern und vor dem Verlegen vielleicht noch zusätzlich erwärmen (natürlich vorsichtig).

  • PE 100-RC in DN32 wäre meine Wahl. Robustheit ginge mir über einfache Verlegbarkeit, und das PE 100-RC ist sehr robust.


    Mangels Infos kann man nicht sagen ob DN32 ausreicht, zu groß oder zu klein ist, aber für ein EFH sollte es in den meisten Fällen ausreichen. Ansonsten muss man sich hinsetzen und rechnen. Ruhedruck, Fließdruck, Rohrnetz (Längen etc.), Zapfstellen, usw.


    Steht das neue Haus auf einem eigenen Grundstück? Bekommt es eine eigene Hausnummer?


    Wenn ja, dann hole Dir eine EInverständniserklärung des Versorgers, denn unser Versorger würde da beispielweise nicht mitspielen. Ausnahmen sind zwar in den Versorgungsbedingungen etc. genannt, werden aber meist nicht gestattet. Die ganzen TAB, Verordnungen etc. muss ich wohl nicht aufführen, das sollte DIr bekannt sein.

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  • Mit dem Versorger ist alles abgestimmt, wobei die sich anfangs sehr hartleibig gaben. Nach zähem Ringen haben sie dann zugestimmt, unter der Voraussetzung, dass sie vor dem Verfüllen noch einen Blick auf die Leitung werfen dürfen. Für mich ist das eine gute Lösung da mich das Rohr nur 100 Euro kostet und verlegt werden müsste es ja in beiden Fällen. So spare ich die 1400 Euro und die doppelte Grundgebühr usw.


    Also PE100-RC, vielen Dank.


    Steht das neue Haus auf einem eigenen Grundstück? Bekommt es eine eigene Hausnummer?

    Steht auf dem gleichen Grundstück und behält die Hausnummer des Altbaus. Der Altbau wird erst einmal ein paar Jahre Nebengebäude bis wir es sanieren und ggf. vermieten können. Dann stellt sich die Frage vermutlich noch einmal.


    Für den Fall, dass wir den Altbau irgendwann vermieten, könnte dann der offizielle DN32 Hausanschluss knapp werden oder müsste man da schon alles dauerhaft gleichzeitig laufen lassen?


    Grüße

  • Ich wollte nun bestellen und bin noch mal im Altbau in den Anschlussraum zum Messen gegangen und das Rohr des "offiziellen" Hausanschlusses hat einen Außendurchmesser von 32 mm also DN25. Ist so was normal oder hat man hier ein wenig knapp bemessen?


    Nun frage ich mich was ich vom Altbau zum Neubau verlegen soll? Ebenfalls DN25 (32 mm AØ) oder trotzdem DN32 (40 mm AØ)?


    Geplant ist eigentlich schon, dass der Altbau in ein paar Jahren saniert und vermietet wird, reicht dann ein DN25 Hausanschluss überhaupt für zwei Familien?

  • Wie soll man aus der Ferne wissen, was sich Euer Versorger dabei gedacht hat?


    Bei uns wurde lange Zeit DN32 als Standard verlegt. Ich weiß, dass man überlegt hat, einzelne Wohnhäuser zukünftig mit DN25 anzubinden, vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dass der Wasserverbrauch immer geringer wird, und aufgrund der immer kleiner werdenden Grundstücke die Entfernungen ebenso. Ob man das zwischenzeitlich so umgesetzt hat, das ist mir nicht bekannt.


    Man muss dazu sagen, dass der Versorger bei uns in den letzten Jahren sein komplettes Netz modernisiert hat, da wurde so manch alter Zopf abgeschnitten.


    Was spricht in Deinem Fall gegen DN25? Gar nichts, nur der Mangel an Informationen.

    Wir wissen, es soll irgendein EFH über geschätzt 22m Entfernung angebunden werden. Aus den 22m werden bis in´s Haus schnell mal 25m. Weiterhin bekannt, der Versorger hat anscheinend DN25 verlegt und dort ist bereits ein Gebäude angeschlossen. Zum Rest gibt es keine Infos, keine Planzahlen, nichts.


    Um nur mal ein Beispiel zu nennen.

    Nehmen wir mal an, Du bräuchtest einen Spitzen-Durchfluss von 3l/s (was von mir jetzt sehr hoch angesetzt ist), dann hättest Du auf der Strecke (25m) bis in´s Haus bei DN25 bereits einen Druckverlust von knapp 3,5bar. Dazu käme dann noch die Strecke zur Zapfstelle, und was bleibt dann noch übrig?


    Stelle DIr mal vor, Du stehst unter der tollen neuen Regenwalddusche, die sowieso gerade so am Limit versorgt werden kann, und dann kommt Frauchen auf die Idee und möchte das Spülbecken in der Küche füllen, oder sie geht zur Toilette. Beides ja nicht völlig unrealistisch. Was passiert dann mit Dir unter der Dusche?


    Ich muss gestehen, dass ich angesichts solcher Aussichten ein Problem damit habe, zu sagen "nimm DN25, das passt schon".

    Natürlich passt das, aber passt das auch zu Deinem Haus?


    Zum Vergleich, bei DN32 wäre im o.g. Fall der Druckverlust nur 1bar.


    Man könnte nun einwenden, dass die 3l/s unrealistisch sind, das ist richtig, aber was wäre ohne Planzahlen realistisch? Was passiert, wenn die tolle Außenzapftelle für den Garten nicht einmal ausreicht um eine 10 Liter Gießkanne in angemessener Zeit zu füllen (an einen Rasensprenger ist schon gar nicht zu denken)? Vielleicht soll es noch eine Zapfstelle in der Garage geben um einen HDR oder was weiß ich zu betreiben....usw


    Der richtige Weg wäre also, dass man sich zuerst einmal hinsetzt und Zahlen beschafft. EN806 bzw. DIN1988-300 wäre schon einmal ein Ansatzpunkt. Dann bräuchte man noch Infos zu den Verhältnissen am Anschlusspunkt. Vermutlich liegt man dann bei nur 1l/s oder 1,5l/s und gelangt zu dem Ergebnis, dass auch DN25 ausreicht. (Druckverlust dann nur noch 1bar). Mit den bisherigen Infos lässt sich das aber nicht mit hinreichender Zuverlässigkeit ermitteln. Folglich bliebe nur die unwirtschaftliche Variante, dass man sich auf die sichere Seite legt (siehe oben meine erste Empfehlung, DN32), auch wenn diese Variante mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer unnötigen Überdimensionierung führt.

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  • Die Wasserwirtschaft hat vor 10 Jahren von der Hauptleitung ein ca 20 Meter langes DN25 PE-Rohr in den Altbau verlegt. Von dort muss ich dann mit meinem Rohr ca. 30 m in den Neubau. Die nächsten Jahre wird es im Altbau keinen Verbrauch geben. Gartenbewässerung, Planschbecken und alles andere was draußen anfällt wird über den Brunnen gemacht. Im Neubau gibt es dann 6 Personen (davon 1 Seniorin, wir Eltern und 3 Kinder) also je 3 Duschen, Waschbecken, Toiletten dafür keine Badewanne + je 2 Spülen, Waschmaschine und GSP. Nicht wenig wobei ich uns schon als sparsam einschätzen würde. In der Summe wird der Verbrauch aber so sein wie im Altbau, wo er ja dann wegfällt.


    Mir fehlt da einfach das Hintergrundwissen, ich dachte wenn ein DN25 ankommt dann macht es keinen Sinn mit DN32 weiter zu machen. Der Wasserdruck im Neubau wäre bei DN32 höher als bei DN25? Dann würde ich natürlich auf jeden Fall DN32 verlegen. Die Zusammenhänge zwischen Wasserdruck, Querschnitt, Entfernung, Volumenstrom usw. sind mir leider nicht geläufig X/


    Die letzten Jahre haben wir zu sechst um die 100 m³ im Jahr verbraucht wobei die 3 Kinder da noch nicht täglich geduscht haben sondern meist nur gewaschen.


    Kritisch wird es wahrscheinlich erst wenn wir den Altbau vermieten würden. Da das zu verlegende ca. 30 m lange Rohr vom Altbau zum Neubau aber ein paar Meter entlang der Grundstücksgrenze verläuft, könnte man im schlimmsten Fall später doch noch einen separaten Trinkwasseranschluss mit Zählerschacht für das neue Haus errichten lassen und umbinden.

  • Die letzten Jahre haben wir zu sechst um die 100 m³ im Jahr verbraucht wobei die 3 Kinder da noch nicht täglich geduscht haben sondern meist nur gewaschen.

    Aus dem Gesamtverbrauch lässt sich das kaum ermitteln, hier geht es um die Spitzenwerte. Man kann ja einen geringen Wasserverbrauch p.a. haben, und trotzdem hohe Spitzenwerte.


    also je 3 Duschen, Waschbecken, Toiletten dafür keine Badewanne + je 2 Spülen, Waschmaschine und GSP.

    Das klingt jetzt nicht nach "viel".


    Wenn ich das mal ganz grob überschlage, dann komme ich auf 1,6l/s Summendurchfluss und für ein Wohnhaus dann 0,67l/s Spitzendurchfluss. Unterstellen wir einfach noch 2 oder 3 Zapfstellen die Du vergessen hast, also vielleicht soll doch einmal eine Wanne vorgesehen werden, oder eine Außenzapfstelle, dann kommen wir auf 2,9l/s Summe und knapp unter 1l/s Spitzendurchfluss.


    d.h. wenn man mit 1l/s rechnet sollte man auf jeden Fall auf der sicheren Seite liegen.


    Das wiederum würde bedeuten, dass bei DN25 (Verbundrohr AD32mm) und einer Länge von 30m der Druckverlust bei knapp über 500mbar liegen würde. Da sieht die Welt schon ganz anders aus.


    Wenn ich in meine Glakugel schaue, dann sehe ich am "Hausanschluss" des neuen Gebäudes min. noch 3bar. Für eine genauere Berechnung bräuchte es wirklich mehr Input. Ob das Ganze nachher funktioniert, das wird auch davon abhängen, wie die Leitungen im Haus zu den Zapfstellen dimensioniert werden.

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  • Vielen Dank R.B.


    Nehmen wir mal an Deine Annahmen stimmen alle, was würde sich dann ändern oder welche Nachteile könnte es haben wenn ich anstatt des DN25 ein DN32 ins neue Haus lege?

  • Da es sich um die Hauptzuleitung zum Gebäude handelt, würde ich mir über Stagnation keine Gedanken machen.

    Strömungsgeräusche sind auch kein Thema.


    Ich sehe weder große Vor- noch Nachteile.


    Ich lehne mich jetzt einmal aus dem Fenster. Unter den von DIr genannten Bedingungen würde ich für mich wohl DN25 legen.

    Ich sage Dir auch warum. Wenn das Konzept an ca. 300mbar Druckverlust (das wäre in etwa der Untershcied zwischen DN25 und DN32) scheitert, dann hast Du noch ein ganz anderes Problem.


    Gewissheit schafft ein Blatt Papier, Stift und Taschenrechner.

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  • Meep,

    R.B. Was willst du denn da schon wieder berechnen?

    Sowas gehört geplant. Und da reichtes halt numal nicht einfach eine Leitungslänge vorzugeben.

    Entweder gescheit oder garned.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Wenn das Konzept an ca. 300mbar Druckverlust (das wäre in etwa der Untershcied zwischen DN25 und DN32) scheitert, dann hast Du noch ein ganz anderes Problem.

    Habe eben hier im Altbau einen 10 Liter Eimer befüll, das war in 10-11 Sekunden erledigt. Allerdings ist dieser Wasserhahn nur 5 m Leitungslänge vom Zähler entfernt und wenn ich das richtig sehe ebenfalls mit DN25 angebunden. Weiß nicht ob das überhaupt was zur Sache tut, wollte damit nur sagen, dass wir im Altbau und der DN25 Hausanbindung keine Probleme mit zu geringen Wasserdruck haben (davon hört und liest man ja auch ab und zu).


    Ich möchte Deinem Rat auch folgen und Deine Geduld auch nicht überstrapazieren aber so ganz habe ich noch nicht verstanden warum man nicht DN32 nehmen sollte wenn es keine Nachteile hat. Will in 110 cm Tiefe verlegen und eigentlich in meinem Leben nicht mehr ran müssen. Als Laie redet man sich ein, dass man mit größer Dimensioniert zukunftssicherer aufgestellt ist. Andererseits was soll sich wassertechnisch in den nächsten Jahrzehnten schon groß verändern?


    R.B. Was willst du denn da schon wieder berechnen?

    Sowas gehört geplant. Und da reichtes halt numal nicht einfach eine Leitungslänge vorzugeben.

    Entweder gescheit oder garned.

    Super, das hieße dann in meinem Fall gar nicht planen. Verlege ich also einfach DN15 und melde mich dann weil es Probleme gibt. Wirklich grandios.


    Der HLS Mensch hätte von sich aus DN32 genommen, ob er da zuvor irgendwas berechnet hat, vermutlich nicht. Die Beiträge von R.B. helfen nahezu immer. Sie sind an Sachlichkeit und Fachwissen kaum zu übertreffen und bieten trotzdem immer einen Praxisbezug. Er arbeitet als einer von vielleicht 5-6 anderen hier im Forum stets lösungsorientiert. Er schreibt doch auch, dass man das genau berechnen müsste aber seine Schätzungen/überschlägigen Berechnungen sind meist überaus hilfreich.


    Was brächtest Du denn um das gescheit zu berechnen? Momentane Querschnitte, Leitungslängen und Zapfstellen sind ja bekannt, was fehlt da noch?


    So oder so ein Danke an R.B.

  • Mir scheint, chieff meint, dass es noch weitere Aspekte zu berücksichtigen gibt, als die von R.B. bisher berücksichtigten. Und diese Gesamtheit nennt er dann "Planung".


    Mir fällt da beispielsweise die bei der schon genannten Regen(Wald)dusche erforderliche Mindestdurchflussmenge ein. In einem Objekt hatte ich einmal weder den dafür erforderlichen Leitungsdruck noch die gewünschte Durchflußmenge von 45 Lit. / Min. Das ließ sich lösen, aber eben nicht ganz so einfach. Und dann muß der Abfluss die 50 Liter / Minute auch wieder wegschaffen. ... Keine Ahnung, was es da alles noch zu beachten gibt. In der Realität ist es halt meistens komplexer als in der Theorie - jedenfalls wenn man hinterher nicht mit Fragen hier aufschlagen will. Und dann ist da noch die Trinwasserverordnung, die immer wieder Überraschungen bereithält ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Stichwort Trinkwasserverordung: Wenn im Altbau über längere Zeit kein Verbrauch stattfindet, ist der Betreiber verpflichtet, den Anschluss ordnungsgemäß stillzulegen (Vom Netz zu trennen).

    Abhilfe schüfe hier tatsächlich der Unteranschluss des Neubaus, wenn auch zwischenzeitlich für ständigen Wasserwechsel gesorgt wird.

    Um die hydraulischen Verhältnisse hinreichend bewerten zu können, bräuchte man den geodätischen Versorgungsdruck, die Längen und Rohrinmendurchmesser der vorhandenen Anschlussleitungen und die Länge det geplanten Erweiterung. Weiterhin alle Wasserverbraucher des Neubaus und alle Verbraucher der künftigen Vermietwohnung, wobei solche Schmankerl wie die erwähnte Regendusche unbedingt zu berücksichtigen sind.

    Wenn wir das alles wissen, dann sind wir ganz schnell bei der von chieff erwähnten Planung.

    Sollte aber kein Hexenwerk sein, das mal eben nebenbei einzugeben...




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Der HLS Mensch hätte von sich aus DN32 genommen, ob er da zuvor irgendwas berechnet hat, vermutlich nicht.

    DN32 war früher Standard, deswegen hatte ich ja geschrieben, dass wenn man sich auf die sichere Seite legen möchte, dass man dann mit DN32 arbeiten kann.

    Damals waren aber auch noch Druckspüler im Haus, Badewannen wurden mit "armdicken" Leitungen angefahren, und für den Garten gab s Zapfstellen, damit hätte man die ganze Ortschaft fluten können. In ländlichen Gegenden war es sowieso Standard, da so ziemlich jeder noch Garten oder ein bisschen "Landwirtschaft" nebenbei hatte, Kleinvieh, Scheune usw. usw. Da wurde dann schon einmal eine Leitung in einen Stall xx Meter entfernt gezogen, und da wollte natürlich niemand eine Stunde warten bis ein 10 Liter Eimer gefüllt ist.


    DIe Zeiten haben sich aber geändert und der Trend geht eher in Richtung kleinere Querschnitte passgenau dimensioniert. Heute werden ja auch kleinere Wasserzähler verbaut (nur als Beispiel).


    Mal etwas genauer.

    Die Vorgabe war


    3 x Dusche (3 x 0,2l/s = 0,6l/s)

    3 x Waschbecken (3 x 0,1l/s = 0,3l/s)

    3 x Toilette (3 x 0,1l/s = 0,3l/s)

    1 x GSP = 0,2l/s

    1 x WaMa = 0,2l/s

    2 x Spülen (2 x 0,1l/s = 0,2l/s)


    Macht in der Summe 1,8l/s (Einzelwerte bereits großzügig aufgerundet oder die höheren Werte aus der alten 1988-3 entnommen)


    Vs = 1,48 * (Summe VR)0,19 -0,94

    Vs = 0,71l/s


    DIe Faktoren 1,48 sowie 0,19 und 0,94 gelten für ein normales Wohnhaus (siehe DIN1988-300).


    Man könnte auch nach der EN806 rechnen, die aber in DE so normalerweise keine Anwendung findet.


    Mit den Zahlen könnte man nun in entsprechende Tabellen gehen, oder halt von Hand rechnen. Das Ergebnis wäre, dass DN25 problemlos ausreicht, theoretisch könnte man sogar einen noch geringeren Querschnitt wählen.


    Zur Sicherheit hatte ich dann einfach mal zusätzliche Zapfstellen vorgesehen und mit einem Summendurchfluss von 2,9l/s bzw. einem daraus folgenden Spitzendurchfluss von knapp 1l/s gerechnet (exakt 0,87l/s). Auch hier zeigt sich, dass DN25 problemlos ausreicht,, und die 2,9l/s wären für ein EFH schon eine ganz ordentliche Hausnummer.


    Der nächste Schritt wäre nun, das man die Teilstrecken genauer rechnet (Druckverluste usw. usw.), das ist aus der Ferne aber nicht sinnvoll machbar. Deswegen habe ich auch nur mal den Druckverlust für die o.g. Teilstrecke gerechnet. DIeser liegt worst case bei knapp 500mbar, gehen wir von 0,71l/s aus, dann etwa die Hälfte.


    Die Eingangsfrage war ob DN32 oder DN25, und hier würde ich nach den obigen Zahlen DN25 favorisieren. Ich sehe keinen Grund, warum man hier auf DN32 gehen sollte, auch wenn das früher "Standard" gewesen wäre. Sollten so viele Zapfstellen hinzu kommen, dass DN32 erforderlich würde, dann wäre das Hauptproblem die 20m Strecke in DN25 die sich vor dieser Installation befindet, und die dann ja auch noch das 2. Gebäude mit entsprechendem Durchfluss versorgen müsste.


    Folglich wäre der einzige Vorteil der geringere Druckverlust der DN32 Leitung, und der ist hier nicht kriegsentscheidend.


    Bitte nicht die restlichen Teilstrecken zu den Zapfstellen vergessen, denn bis das Wasser aus der Zapfstelle kommt, sind ja noch ein paar Meter innerhalb des Gebäudes zu überbrücken.

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  • Aha, wieder ein kläglicher Versuch der Schuldenuhr was vorzurechnen.

    Dir bringt das rein GARNICHTS. Du kannst da soviel l/min oder l/Sec rausrechnen wie du magst. Ob mit EFH Faktor oder nicht. Alles Mumpits

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Klar kann man das, aber ob das dann Sinn ergibt, steht auf einem anderen Blatt.


    Bei jeder Berechnung müssen zuerst 2 Punkte geklärt sein. Was brauch ich und was hab ich.

    Hier ist weder das eine noch das andere bekannt.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Bei jeder Berechnung müssen zuerst 2 Punkte geklärt sein. Was brauch ich und was hab ich.

    Hier ist weder das eine noch das andere bekannt.

    DIese Bedingungen sind bekannt, hatte ich oben ja zusammengestellt. Ob dan letztendlich 1 Waschbecken mehr oder weniger benötigt wird hat auf die interessierende Teilstrecke keinen nennenswerten Einfluss. Deswegen hatte ich noch einen zweiten Wert gerechnet.


    Das bisschen Leitung ist jetzt keine Dissertation wert, und die Masse der Handwerker würde nicht einmal darüber nachdenken.

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  • Vielleicht kennst du ja folgendes Sprichtwort: "Eine Katasophe beginnt meinst durch eine beschissene Vermutung".


    Ich sehe hier weder angaben über geodätische Höhen noch Fließdrücke.


    Ich bin mal raus :corn:

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Ich bin mal raus

    Ich frage mich warum Du überhaupt rein bis. Auf mich wirkt das als würde ich im Fachmarkt den Berater/Verkäufer nach der passenden Wandfarbe fragen und von der Seite springt unentwegt ein Fremder ins Gespräch um mitzuteilen, dass das alles erst geplant werden muss.


    Denkst Du ernsthaft mein Heizungsbauer oder die meisten anderen messen erst alle Längen, Querschnitte und holt Informationen über unsere geodätische Höhe ein? Denkst Du meine Wasserwirtschaft hat das zuvor bei der 20 m Hausanbindung gemacht? Warum hat dann das Nachbarhaus mit zwei Personen eine DN32 Anbindung? Ich denke so ausführlich wie R.B. hat das bisher bei unserer gesamten Trinkwasserversorgung inklusive Hausanschluss noch nie jemand gemacht.


    Oder mal ganz anders: Nehmen wir mal an Du hast dann alles fein ausgerechnet, noch viel genauer als R.B. und kommst zu dem Ergebnis, dass rechnerisch sogar ein DN15 reichen würde, würdest Du es dann auch verbauen? Oder würdest Du eine großzügige Reserve aufschlagen und dann trotzdem ein DN25 nehmen? Wozu dann die Nachkommastellen? Es geht hier nicht um den Bau einer Raumstation sondern um 30 m Trinkwasserleitung. Und es geht darum, dass ich nur die Wahl zwischen dem Rat des Heizungsbauers, meinem Bauch oder Expertenforen habe.


    Ja ich weiß, ihr seid kein DIY Forum aber man sollte schon aufpassen, dass nicht bei jeder Frage darauf verwiesen wird, dass das irgendjemand planen muss. Aber wie schon beschrieben, viele Experten hier sind da wirklich bemüht einerseits auf die Wichtigkeit einer ordentlichen Planung hinzuweisen aber andererseits lösungsorientierte Hinweise zu geben.

  • Was aber, liebe Schuldenuhr, wenn an dem Altanschluss keine normgerechte Versorgung eines weiteren EFH möglich ist. Verklagst Du dann Deinen Baumarkt"berater"?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Was aber, liebe Schuldenuhr, wenn an dem Altanschluss keine normgerechte Versorgung eines weiteren EFH möglich ist. Verklagst Du dann Deinen Baumarkt"berater"?

    Wieso das denn? R.B. hat doch geschrieben "dann wäre das Hauptproblem die 20m Strecke in DN25 die sich vor dieser Installation befindet, und die dann ja auch noch das 2. Gebäude mit entsprechendem Durchfluss versorgen müsste."


    Ist doch alles klar formuliert. Für den Neubau reicht DN25. Solange der Altbau ungenutzt ist reichen auch die DN25 beim Hausanschluss im Altbau. Sollte der Altbau vermietet werden dann wäre wenn überhaupt der DN25 Hausanschluss das Problem, nicht aber die DN25 Leitung zum Neubau. Ich würde dann in diesem Fall entweder den DN25 Hausanschluss im Altbau durch einen DN32 ersetzten lassen oder für den Neubau doch einen Zählerschacht auf der Grundstücksgrenze setzten lassen. Die DN25 Leitung in den Neubau verlege ich ja wie geschrieben einige Meter entlang der Grundstücksgrenze damit mir diese Option bleibt (auch für den Fall, dass man den Altbau mal verkaufen/vererben will).


    Wir achten beim Neubau ja auch schon auf vernünftig niedrigen Wasserverbrauch (GSP, WM, Dusche, Wasserhähne) und für alles andere haben wir einen Brunnen. Den Altbau würden wir dann natürlich auch mit Blick auf den Wasserverbrauch sanieren. Vielleicht reicht dann sogar der DN25 Hausanschluss für beide Wohneinheiten.

  • Man glaubt gar nicht, wieviel Wasser durch so eine DN25 Leitung passt.

    In den letzten Jahren ist man dazu übergegangen, die Planungsregeln zu verfeinern. Viel hilft viel ist heutzutage nicht mehr angesagt. Wer heute ein Waschbecken plant, der rechnet sogar nur mit 0,07l/s, wenn ich mich richtig erinnere (kann man ja nachlesen). Es käme auch niemand mehr auf die Idee ein halbes Dutzend Druckspüler bei einem EFH mit einzurechnen. Ein WC Spülkasten wird nur noch mit 6 Litern gefüllt, oder gar nur 4Litern, und nicht mehr mit 10 Liter. usw.


    Der Wasserverbrauch in den Städten und Gemeinden ist deutlich zurückgegangen, und auch die Versorger rechnen bei der Modernisierung ihrer Netze mit ganz anderen Zahlen als noch vor 50 Jahren. Das gilt sowohl für Trinkwasser als auch für Abwasser.

    Wenn man bedenkt, dass vor ca. 25 Jahren der Wasserverbrauch bei etwa 150 Liter pro Person und Tag lag und heute knapp über 120 Liter pro Person und Tag, dann kann man sich leicht vorstellen, dass die damals bereits überdimensionierten Netze (man hat damals mit weiteren Steigerungen beim Wasserverbrauch bis über 200 Liter pro Person und Tag gerechnet) heutzutage erst Recht überdimensioniert sind.


    d.h. Wenn man heute ein EFH "berechnet", dann kommt man mit allen Zapfstellen meist auf einen Summendurchfluss um die 1-1,5l/s, eher selten in Richtung 1,5l/s oder höher. Ich hatte ja geschrieben, dass meine obige Rechnung mit sehr viel Reserve war.


    Einzelne Zapfstellen mit einem Berechnungsdurchfluss von 0,5l/s oder noch mehr, findet man heutzutage kaum noch.

    Man landet also bei einem Spitzendurchfluss zwischen ca. 0,5l/s und 0,7l/s für den man die Zuleitung dimensionieren muss, viel höhere Werte sind bei einem EFH kaum zu erwarten.


    Was die Notwendigkeit einer Berechnung der Anlage betrifft, so habe ich darauf ja schon hingewiesen. Hierbei sollte man aber auch im Hinterkopf behalten, dass es Rohre nur in bestimmten Durchmessern zu kaufen gibt. Es ist auch nicht so, dass eine Anlage abstürzt weil der Druckverlust nun wenige mbar über irgendeinem Grenzwert liegt.

    Im obigen Fall ist aber schon ersichtlich, dass die DN25 auch noch bei einem Spitzendurchfluss von 1l/s funktionieren wird, das wird man in diesem Haus niemals erreichen. DN20 wird zu eng, auch das kann man schon erkennen, und DN32 wäre unnötig groß gewählt.


    d.h. der Krieg wird nicht in dieser Zuleitung entschieden, sondern auf den nachfolgenden Teilstrecken innerhalb des Gebäudes.


    Deswegen sollte man endlich diesen alten Zopf abschneiden und davon abrücken, dass nur eine "dicke" Leitung gut wäre. Ich fahre auch nicht mit einem 40to LKW zum Bäcker um Brötchen zu holen, auch wenn das "technisch" möglich wäre.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

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  • Klar kann man das, aber ob das dann Sinn ergibt, steht auf einem anderen Blatt.

    Das erinnert mich irgend wie an die Diskussion um die Audi Ingenieure im Thread nebenan... :D

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...