Asbest Faserzement ?

  • Hallo zusammen,


    wir haben eine Dachgeschosswohnung gekauft. 1961. Der Schiefer sieht eher neuer aus.

    Die Gauben sind mit Schiefer verkleidet. Dachte ich. Bei naher Betrachtung, sieht man, dass es Kunstschiefer ist.

    Da wir in Zukunft die Gauben vielleicht umbauen wollen, würde ich gerne wissen, ob das Asbest ist, oder modernere Kunststofffasern.

    Kann man so was optisch festellen?


    Um jeden Rat bin ich dankbar.

  • Das ist kein Schiefer sonder FZ-Plattenware. Schiefer verdient dieses Zeug nicht als Name! Gibt es noch Restplatten oder Unterlagen die die Erstellung datieren?

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  • Kalle

    Hat den Titel des Themas von „Asbest Schiefer ?“ zu „Asbest Faserzement ?“ geändert.
  • Das Dachstudio darüber wurde 1987 ausgebaut und hoffe, dass die Faserzementplatten aus der Zeit sind.

  • Dann wird es recht wahrscheinlich Asbest sein, da zu dem Zeitpunkt noch kein absolutes Verbot des Inverkehrbringen bestand. Deine Sorge dreht sich um folgendes?

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  • Ist irgendwo eine Rückseite erkennbar bzw. einsehbar auf der evtl. der Herstelleraufdruck drauf ist? Ansonsten wenn der (begründete) Verdacht besteht dass es sich um asbesthaltige Ware handelt dürft ihr diese nicht bearbeiten/demontieren etc...

  • Verdacht besteht dass es sich um asbesthaltige Ware handelt dürft ihr diese nicht bearbeiten/demontieren etc...

    Das das unzutreffend ist, weißt du?

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  • Erstmal gehts mir natürlich um unsere Gesundheit. Haben die Wohnung aber auch gerade erst gekauft. Keine Ahnung, ob man das als Mangel werten kann.

    Eigentlich war auch der Gedanke die Gauben zu vergrößern, was natürlich mit einer Asbestentsorgung durch eine Firma schon um einiges treuer wird.

    Selbst machen ist keine Option.


    Ich werde man gucken, ob ich eine Nummer oder sonstiges sehen kann.

  • Keine Ahnung, ob man das als Mangel werten kann.

    Sofern es Asbest ist und nach dem Verbot verbaut wurde, mag das zutreffen aber das wird Dir nichts nützen.

    was natürlich mit einer Asbestentsorgung durch eine Firma schon um einiges treuer wird.

    Würde ich jetzt nicht beschreien, weil A. vermutlich kaum große Flächen vorhanden sind und es sich B. um schwer gebundene Fasern handeln. Wer die TRGS 521 - die technische Regel im Umgang mit diesen Stoffen - richtig liest wird feststellen müssen das es auf die Faserkonzentration ankommt. Da wir uns an der frischen Luft befinden, wird es schwierig Grenzwerte zu erreichen die wirklich in die Kosten gehen. Es ist sicherlich teurer als heutige FZ-Platten, eine Kostenexplosion besteht dir aber auch nicht bevor. Sofern der anbietenden Betrieb das Argument "Asbest" nicht zum Abzocken benutzt.

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  • Wenn das Alter unbekannt ist, und die Optik schon darauf hindeutet, dass die Platten nicht neuwertig oder jüngeren Datums sein können, dann würde ich vom worst case ausgehen, hilfsweise eine Probe nehmen und analysieren lassen.


    Das Asbestverbot gilt jetzt seit ca. 25 Jahren, und es ist unwahrscheinlich, dass danach noch asbesthaltige FZ Platten verbaut wurden.


    Die Entsorgung ist jetzt nicht das Problem, und die Menge dürfte bei einer Gaube auch überschaubar sein. Nicht vergessen, es geht hier im Faserplatten und nicht um Atombomben oder Nitroglycerin.

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  • Es ist sicherlich teurer als heutige FZ-Platten, eine Kostenexplosion besteht dir aber auch nicht bevor. Sofern der anbietenden Betrieb das Argument "Asbest" nicht zum Abzocken benutzt.

    Das hört sich schon mal ganz gut an. Es sind fünf Gauben ca. 1 Meter breit. Der Rest des Dachs ist mit normalen Ziegeln gedeckt. Danke schon mal.

  • Nicht vergessen, es geht hier im Faserplatten und nicht um Atombomben oder Nitroglycerin

    Ja, Das Asbest, wenn er festgebunden ist nicht so wild ist, hab ich schon irgendwo gelesen. Ist es sinnvoll die aufgerauten Kanten, die direkt am Fenster liegen, zu überstreichen?

  • Es sind fünf Gauben ca. 1 Meter breit.

    Das teure an Gaubenverbreiterungen sind statische Erfordernisse. DAS ist ein wirklicher Kostentreiber nicht die 3-5m² Asbest an den Flächen der Gaube. Und die behördlichen Anforderungen (B-Plan, Bauantrag usw) spielen einem öfter einen Strich durch die Rechnung.

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  • Ja, das hab ich mir schon gedacht. Wenn dann nochmal sehr hohe kosten für eine Schadstoffsanierung hinzugekommen wären,

    wäre spätestens Schluss mit den Plänen. Aber wir werden uns bei dem Projekt Zeit lassen und gut abwägen. Allein eine Baugenehmigung in Köln zu bekommen, kann etwas zeitaufwändig bis unmöglich sein.

  • Ist es sinnvoll die aufgerauten Kanten, die direkt am Fenster liegen, zu überstreichen?

    Ich dachte die Platten sollen weg.?


    Ich würde gar nichts machen, die Dinger einfach in Ruhe lassen, bis sie dann demontiert und entsorgt werden. So lange niemand an den Platten bohrt, sägt oder fräst, passiert da gar nichts.

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  • Sofern die Platten nicht brechen oder anderweitig zerspanend bearbeitet werden besteht keine Gefahr für Lungen gängige Fasern. Das Binden durch Farbe wäre also sinnlos.

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  • Machen wir es doch anders: Du hast die Behauptung aufgestellt also wirst du wissen in welchem Gesetz steht das ein Privatmann kein Asbest demontieren darf. Er hat sich wie die gewerblichen Arbeitnehmer an die Vorschriften der TRGS 521 zu halten. Von einem Verbot spricht kein Gesetz oder kennst du eines? Das Thema hatten wir hier im übrigen schon mal.

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  • Machen wir es doch anders: Du hast die Behauptung aufgestellt also wirst du wissen in welchem Gesetz steht das ein Privatmann kein Asbest demontieren darf. Er hat sich wie die gewerblichen Arbeitnehmer an die Vorschriften der TRGS 521 zu halten. Von einem Verbot spricht kein Gesetz oder kennst du eines? Das Thema hatten wir hier im übrigen schon mal.

    Wir reden aber immer noch von Asbest und nicht über MiWo? ;)


    Ich gebe dir recht dass Privatleute sicherlich nicht an die TRGS 519 gebunden sind bei Abbau - jedoch vertrete ich die Auffassung dass wenn bekannt ist, dass es sich um einen asbesthaltigen Baustoff handelt es einem doch geraten sei, diese Arbeiten von einer Fachfirma ausführen zu lassen. Dürften dann auch keine Apothekenpreise sein da sich diese Arbeiten mit Sachkunde nach 4C erledigen lassen...

  • Danke für die Infos soweit. Mein Plan ist nicht das Zeug selber ab zumachen. Auch allein schon weil sich die Gauben im 3. OG befinden.

    Das Zeug wird erstmal dran bleiben, bis wir was umbauen sollten, oder bis zur nächsten Gelegenheit, wenn etwas repariert werden muss.

  • Genau falsch !!!

    Jeder ist an die 519 gebunden!!

    Auch wenn Du ganz viele Ausrufezeichen benutzt: Weshalb sollten Regeln des Gesundheitsschutzes für Arbeitnehmer auch für Personen gelten, mit diesen Stoffen nicht als Arbeitnehmer zu tun haben? (Ich will den Sinn der TRGS nicht in Frage stellen, aber für mich als Freiberufler selbst gelten die Schutzmaßnahmen, die für meine Angestellten gelten, rein formal nicht!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hmmm... geht es da nicht auch um die Umwelt, also damit meine ich auch die anderen Menschen rundherum?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hmmm... geht es da nicht auch um die Umwelt, also damit meine ich auch die anderen Menschen rundherum?

    Möglicherweise, habe ich bei oberflächlicher Lektüre des Gesamtwerkes und teilweise tiefergehender Lektüre zu von mir ausgeschriebenen Sanierungsmaßnahmen aber bisher so nicht verstanden. Volltexte zur Gefahrstoffverordnung und den TRGS

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ok, vielleicht etwas mißverständlich formuliert, aber:

    "Sollte sich herausstellen, dass festgebundener Asbest in der Bausubstanz vorliegt, darf die Entfernung nicht in Eigenleistung, sondern nur von fachkundigen Firmen ausgeführt werden, die eine Zulassung der zuständigen Behörde (Nachweis der Sachkunde gemäß TRGS 519) besitzen."

    Zitat von dieser Seite (Umweltbundesamt):

    Asbest – nichts für Heimwerker | Umweltbundesamt

    Das Land Brandenburg gibt folgenden Flyer raus:

    2244_2627_1.PDF?1363074702

    und wiederholt die wesentlichen Punkte aus der TRGS.

    Einen "Beleg" für die Gültigkeit der TRGS für Privarpersonen kann ich nicht liefern.

  • Wir reden aber immer noch von Asbest und nicht über MiWo? ;)

    Sorry, ich meinte natürlich die 519 ;) Aber letztlich ist auch die 521 "Stand der Technik" wenn es um staubarmes Arbeiten geht mit Mineralstäuben.


    Ich gebe dir recht dass Privatleute sicherlich nicht an die TRGS 519 gebunden sind bei Abbau - jedoch vertrete ich die Auffassung dass wenn bekannt ist, dass es sich um einen asbesthaltigen Baustoff handelt es einem doch geraten sei, diese Arbeiten von einer Fachfirma ausführen zu lassen.

    Doch sind Sie, denn auch wenn das eine Schutzrichtlinie in der Sphäre der Arbeitswelt ist, geht es hier um den Schutz Dritter. Oder wolltest du mir sagen, das bei einer Großbaustelle es nicht genau so wichtig ist fremde Gewerke zu schützen? Deshalb taucht ja auch das Wort "andere" in den TRGS-Richtlinien auf. Du bist sicherlich auch mit mir einig, dass dieses technische Regelwerk den Stand der Technik widerspiegelt. Insofern eine Zusammenfassung aller Erkenntnisse hinsichtlich des Umganges mit Gefahrstoffen ist.


    Sind nicht Arbeitnehmer aber mit dem gleichen Gefahrstoff im Umgang weniger Wert? Andere Menschen? Wie könnten also die beschriebenen Arbeitstechniken nicht sinnvoller weise auch für nicht Arbeitnehmer angewendet werden? Gebunden im Sinne einer gesetzlichen Verpflichtung sicherlich nicht, doch was ist bei Schaden? Gerichtlicher Auseinandersetzung? Da täte der Privatmann sicherlich gut dran.


    Aber um das alles mal genauer zu konkretisieren: asbest.pdf Seite 14, linke Spalte recht weit unten. Anschließend in die Anlage 2 der Gefahrstoffverordnung sehen, Nummer 1 (4). Da steht es sehr eindeutig, das ASI-Arbeiten auch für privat Haushalte gelten und somit ist die TRGS, da Stand der Technik, auch vom Privatmann in einer Form bindend.


    Sofern es also kein Gesetz gibt, dass dem Privatmann den Umgang verbietet, dürfte meine Korrektur an deinem Zitat der Tatsache entsprechen.

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  • Hallo zusammen,


    ich habe eine Tabelle von Eternit gefunden:

    Asbest-Tabelle.pdf


    Das sind die Produkte aufgeführt, welche Asbest enthalten können.

    Wenn ich das mit den Foto oben abgleiche, hoffe ich auf "Eifel-platte".

    Ich habe herausgefunden, dass das Dach wohl 1986 neu eingedeckt wurde.

    Könnte also passen.

  • Lass es doch für ein paar hundert € analysieren

    ...oder: erstmal gucken was überhaupt geht, denn...


    Das teure an Gaubenverbreiterungen sind statische Erfordernisse. DAS ist ein wirklicher Kostentreiber.... Und die behördlichen Anforderungen (B-Plan, Bauantrag usw) spielen einem öfter einen Strich durch die Rechnung.

    Also: erstmal checke ob das Gewollte auch (sinnvoll!) möglich ist. Wenn dies mit Ja beantwortet werden kann, kann man sich immernoch um Analysen mühen. Oder -wenn es denn ohnehin alles wegkommt- man überlässt es dem Planenden und den Ausführenden das Zeugs abzubauen und fachgerecht im Wald zu verbuddeln.


    Oder anders: Was nützt eine Analyse, wenn der Krempel am Ende ohnehin dort verbleibt, weil es technisch oder behördlich gar nicht möglich ist die Gauben zu verbreitern?