Tipps zu Trittschalldämmung / Laminatunterlage

  • Hallo Leute,


    ich weiß, ihr seid keine Kaufberater aber vielleicht könnt ihr mir bei der einen oder anderen Sache behilflich sein.


    Die Bäder, Diele und HWR wurden gefliest sogar mit hochwertigen Fliesen da wir die möglichst unsere Leben lang drin behalten wollen. Die Einliegerwohnung im EG bekommt Vinyl aber das verlegt ein Tischler für meine Mutter, da hänge ich mich nicht rein. Beim Rest (OG, DG) wollen wir "nur" Laminat (ca. 13 - 17 €) verlegen zum einen aus Kostengründen aber auch weil ich davon ausgehe, dass es einfacher zu verlegen ist als andere Bodenbeläge. Das Laminat möchte ich mit einem Kumpel selbst verlegen, der hat das auch schon ein paar mal gemacht aber Materialbeschaffung ist meine Sache.


    Fußbodenaufbau OG: 20 cm Betondecke, 9 cm Dämmung + 6,5 cm Estrich

    Fußbodenaufbau DG: 20 cm Betondecke, 8 cm Dämmung + 6,5 cm Estrich


    Eine 2,5 m Richtlatte habe ich auf den Estrich gelegt und maximal 1 mm Unterschied gemessen. Teilweise auf die 2,5 m auch 0 mm. Lediglich wenn ich von einer "Platte" zu anderen messe also dort wo Dehnungsfugen sind ist der Unterschied auch mal etwas höher. Weiß jetzt nicht ob das gut, normal oder schlecht ist. Da die Treppenstufen nach dem Laminat kommen brauch ich keine anderen "Endhöhen" beachten. Unterlage könnte also 2 mm oder 5 mm sein. Laminat sollte mindestens 8 mm stark sein.


    Nun meine Frage was bei der Wahl der Trittschalldämmung / Laminatunterlage zu beachten ist?


    Zum einen will ich die Wirkung der FBH nicht negativ beeinflussen, zum anderen den Gehschall minimieren (wobei im Hause nur in Socken oder Hausschuhen gelaufen wird). Kann ich die Funktion der Unterlage in Bezug auf Trittschalldammung vernachlässigen weil dies die 8/9 cm Dämmung unter dem Estrich übernimmt? Dann ginge es nur noch um Gehschall und die Funktion der Unterlage Unebenheiten auf dem Estrich auszugleichen.


    Wie macht ihr das bei euren Projekten oder Privat?

  • Ich kenne keine Dämmlage die ausschließlich den Gehschall reduziert, d.h. jede Dämmung wird sowohl Gehschall als auch Trittschall reduzieren.

    Um eine effektive Trittschalldämmung zu erreichen steht auf dem Estrich nicht mehr genügend Aufbauhöhe zur Verfügung, Du kannst ja schlecht 30 oder 50mm Aufbau unter die Laminatdielen legen. Man muss also darauf vertrauen, dass die Trittschalldämmung unter dem Estrich funktioniert, und die Randdämmung ebenso. Ganz genau betrachtet müsste man hier auch an die FBH Rohre denken, die den Schall ja auch weiterleiten können.


    Ich würde unter den Laminat nur eine dünne Dämmlage legen, einerseits wegen der FBH, andererseits auch wegen dem Laufgefühl. Es macht irgendwie keinen Spaß wenn beim Laufen der Boden (zumindest gefühlt) nachgibt, denn wenn man die Fläche sieht, erwartet man ja einen "stabilen" Boden.


    Nimm eine dünne Dämmlage damit der Bodenbelag nicht "klappert" und das war´s.

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  • Ganz knapp weil wieder mal heute die Welt untergeht ("können Sie ganz schnell heute noch ..."):


    Lose verlegtes Laminat ist bezüglich der Trittschalldämmung (was ist "Gehschall"?) ganz großer Mist: Eine dünne und relativ starre Scheibe mit minimaler Masse wird schwimmend aufgelagert. Man nennt das entstehende Bauteil "Resonanzboden". Er verstärkt hier den Trittschall. Deshalb ist von lose verlegtem Laminat schon allein deswegen energisch abzuraten.


    Weshalb wird das Zeug dann verkauft? Weil sich fast jeder Heimwerker zutraut, es schnell selbst zu verlegen und weil man als Hersteller damit offensichtlich viel Geld verdienen kann, denn alle paar Jahre wird es ausgetauscht. Und deshalb darf es auch nicht verklebt werden, denn dann würde der Heimwerker es nicht wieder rausbekommen. Und so verschlechtern inzwischen immer mehr Heimwerker für teuer Geld und im Schweiße ihres Angesichts (wie Oma sagte) liebevoll den Trittschallschutz ihrer Wohnung - und regen sich über die lauten Nachbarn über sich auf, oder über die Kinder oder ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn man nach den ardt den Boden macht, dann sollte in diesen 8-9 cm Dämmung auch die Trittschalldämmung drin sein, was für den Laien nicht gleich ersichtlich ist. Dazu sollte man den genaueren Aufbau kennen (Detailzeichnung, Beschreibung). Ansonsten hat Skeptiker es ja gut beschrieben.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich hab Linoleum legen lassen. Darunter ist Ausgleichsmasse und dann kommt schon der Estrich. Da ist die Trittschalldämnung drin.


    Akustik : Naja, gewisse Personen hört man eher laufen als andere.

    Auch wenn Junior den Bürorollstuhl bewegt, ists zu hören. Allerdings relativ leise.


    Fazit: Wenn Du es wirklich leise haben willst: Teppich.


    Edit: wobei der nicht immer wirkt, wenn beispielsweise eine Horde herumhopst.



    Ansonsten ist das Thema Trittschall mit dem Erstellen des Estrich schon abgehakt.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Akustik : Naja, gewisse Personen hört man eher laufen als andere.

    :thumbsup:

    Das entspricht auch meiner Erfahrung. Es gibt Menschen die selbst barfuß einen Stechschritt hinlegen, da ist jede Schalldämmung machtlos. Vermutlich haben die Fersenknochen aus Stahl.

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  • Um eine effektive Trittschalldämmung zu erreichen steht auf dem Estrich nicht mehr genügend Aufbauhöhe zur Verfügung, Du kannst ja schlecht 30 oder 50mm Aufbau unter die Laminatdielen legen. Man muss also darauf vertrauen, dass die Trittschalldämmung unter dem Estrich funktioniert, und die Randdämmung ebenso.

    Ich habe vergessen zu erwähnen, dass von den 9 cm 3 cm "Tackerplatte" mit Trittschalldämmung ist. Also 20 cm Beton, 6 cm EPS Dämmung und 3 cm EPS Tackerplatte mit einer Trittschallverbesserung von 29 dB. Weiß nicht wie viel dB dann noch die 6 cm EPS Dämmung beiträgt. Randdämmstreifen ist 10 mm stark. Möchte dennoch darauf hinweisen, dass Trittschallvermeidung bei uns keine zu große Priorität hat (falls das in #1 so klang). Wir sind weder hellhörig noch empfindlich, haben 3 Kinder und ich mag Leben in der Bude. Trotzdem muss man bei der Wahl des Materials ja nichts falsch machen ;-)

    Ich würde unter den Laminat nur eine dünne Dämmlage legen,

    Danke. 5 mm also nicht, würdest Du dann 2 oder 3 mm nehmen? Gibt es bezüglich Material noch was zu beachten? Kork, Holzfaser, PE, XPS? Vielleicht sogar 1-2 Hersteller die empfehlenswert sind?


    Weil sich fast jeder Heimwerker zutraut, es schnell selbst zu verlegen ... alle paar Jahre wird es ausgetauscht. Und deshalb darf es auch nicht verklebt werden, denn dann würde der Heimwerker es nicht wieder rausbekommen.

    Abgesehen von ökologischen Aspekten ist das doch gut so. Das wird euch die Haare zu Berge steigen lassen aber für mich ist Bodenbelag wie Wandfarbe oder Tapete also Dinge wo ich mir gern die Möglichkeit offen halten möchte sie in 10-15 Jahren auch mal SELBST zu ersetzen. Mal ne neue Tapete, Wandfarbe oder eben auch Bodenbelag ohne gleich das ganze Haus zur Baustelle machen zu müssen, wieso nicht?


    Aber zurück zum Thema, es wird schon auf Laminat hinaus laufen und da will ich zumindest beim Aufbau und Material nichts falsch machen.

  • Ein fest verklebtes Parkett schon nach 10 oder 15 Jahren zu ersetzten, käme mir nicht mal im schlechten Traum in den Sinn. Dann lässt man es vielleicht zum ersten Mal ernsthaft überarbeiten. Das könnte man aber ca. 10 Mal machen lassen, bis das Parkett ausgetauscht werden muss.


    Die Stärke der Trennlage unter dem lose verlegten Laminat ist unerheblich, denn es ist nur eine Schrenzlage, keine Trittschalldämmung. Ein Frühstücksbrettchen direkt auf eine Gehwegplatte gelegt klappert, wenn man mit dem Messer darauf klopft. Zwei Blatt Papier, eine Graupappe oder Finnpappe von 2 mm dazwischen machen nur einen graduellen Unterschied des Klapperns aus. Klebt man das Brettchen mit doppelseitigem Klebeband auf, ist Ruhe. Mit einem 2 cm starken Eichenbrett und vernünftigen Kleber ist hundert Jahre lang Ruhe.


    Man kann für die maximal dreifachen Kosten massiv natürliches Material in guter Qualität und Optik statt Holzfasern + Kleber, die zehnfache Lebensdauer, völlige Geräuschlosigkeit und eine leidliche funktionierende Fußbodenheizung statt einer Dämmschicht bekommen. „Für eine billige Lösung habe ich nicht genug Geld!“ oder andersherum: Erstaunlich, dass man Kunden für die Hälfte des Geldes ein Produkt verkaufen kann, das höchsten ein Zehntel des Wertes des Vergleichsproduktes hat. Des Rätsels Lösung heißt anscheinend „Marketing“.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Gehschall ist das was ich gerne als "Klappern" bezeichne, also die Schallentwicklung die man im Raum hört.

    Ich hab‘s jetzt nachgelesen, weil ich dieses Wort trotz knapp 30 Jahren Planungstheorie und -praxis noch nie gehört hatte: Gehschall, inzwischen in seiner messtechnischen Erfassung sogar europäisch harmonisiert in der DIN EN 16205 genormt, ist das Maß des Geräusches, das beim Begehen eines Bodenbelags in den Raum hinein erzeugt und abgegeben wird.


    Weshalb legt man sich einen Belag lose auf den Estrich, der erheblich Schall erzeugt, wenn es zu vergleichbaren Preisen auch Beläge gibt, die dies nicht tun, oder den Nachhall im Raum und die Trittschalldämmung sogar verbessern? :wall:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • es wird schon auf Laminat hinaus laufen

    ich würde es nicht tun ...... (durch eine freundin verwirrt hat meine frau mich vor einigen jahren gezwungen , klapperminat in einem kinderzimmer zu verlegen ...)


    es gibt durchaus DIYS-kompatible ,bezahlbare alternativen.

    Das wird euch die Haare zu Berge steigen lassen

    warum sollte es ?



    wenn man arm ist , muss man vieles selber machen . wir sind so arm , dass wir sogar die kinder selber gemacht haben :lach:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ich würde das Problem eher an der schwimmenden Verlegung festmachen, weniger am Produkt "Laminat". Laminierte Oberflächen haben Vor- und Nachteile, egal ob als Bodenbelag, Zimmertür, Möbel.


    Man darf nicht den Fehler machen und an einen Laminatboden für 4,- €/m² die gleichen Ansprüche stellen wie an einen Bodenbelag für 100,- €/m². Irgendwo hatte ich mal geschrieben, dass ich verschiedene Bodenbeläge in den verschiedenen Wohnräumen habe, da ist von Fliesen über Vinyl, Kork und auch Laminat, alles vertreten. Teppichböden habe ich fast überall entsorgt, nur in 1 Büro liegt noch ein Teppichboden.


    Die Laminatböden funktionieren jetzt seit teilweise 15 Jahren, und es gab nur 1 Raum, da war der Preis zu verlockend, und ich durfte den Laminatboden nach 2 Jahren entnervt wieder austauschen.


    Ich würde also Laminatböden nicht pauschal verteufeln. Da spielt auch der persönliche Geschmack eine Rolle.

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  • Da spielt auch der persönliche Geschmack eine Rolle.

    hier ging es aber nicht um geschmack , sondern um :das kann ich selber machen


    ich habe auch einiges querbeet .

    habe mich zu letzt für klickkork aus dem sonderangebot entschieden , nach dielenboden, fertigparket und wie schon erwähnt laminat .... das letzte war das allerletzte , den kork würde ich immer wieder nehmen .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ich denke hier wird teilweise massiv übertrieben. Zum Thema Marketing, ich kenne Laminat Werbung weder aus TV, Radio oder Print. Ich kenne auch keine Slogans wie "Bester Bodenbelag für wenig Geld" usw. In Baumärkten wird Laminat gleichberechtigt neben Fliesen, Vinyl, Teppich usw. angeboten. Ja es ist vergleichsweise günstig und ja es lässt sich leicht verlegen und ja es hat auch Nachteile, wie andere Bodenbeläge auch, vielleicht auch einen mehr.


    Ich weiß nicht welchen Anteil Laminat an allen Bodenbelägen ausmacht aber mir sind jetzt keine Selbsthilfegruppen bekannt die unter dem extremen Klappern leiden. Natürlich klingt Laminat anders aber als störend habe ich es in den aller seltensten Fällen empfunden. Natürlich sollte man keines mit 4 mm Stärke für 4 € den m² kaufen aber ich denke schon, dass es auch brauchbares Laminat gibt.


    Ein fest verklebtes Parkett schon nach 10 oder 15 zu ersetzten käme mir nicht mal im schlechten Traum in den Sinn.

    Ja eben, mir auch nicht. Bei Laminat kann man (abgesehen von ökologischen Aspekten) in 15 Jahren einfach mal am Wochenende den Bodenbelag wechseln. Das mag nicht nachhaltig sein aber es ist ein Kriterium pro Laminat. Gilt auch für Click-Vinyl wobei das wieder etwas teurer ist (das wäre unsere Alternative zu Laminat).


    Parkett oder Fliesen sind sicherlich eine ganz feine Sache aber auch andere (günstigere) Bodenbeläge haben ihre Daseinsberechtigung. Sicher gibt es auch Leute die Laminat allein deshalb kaufen weil es günstig ist, es gibt aber auch die die es kaufen weil sie es selbst verlegen möchten und oder weil sie bezüglich Bodenbelag flexibel bleiben wollen.


    Kann ich es jetzt so zusammen fassen, dass es völlig egal ist welche Unterlage ich verwende, ob 2,3 oder 5 mm? Oder ob Kork, Holzfaser, PE, EPS, XPS, Pappe?

  • Wenn dich das Geräusch nicht stört, dann verlege halt das Laminat. Du wolltest von Experten einen Rat und Experten haben geantwortet und professionelles vorgeschlagen. Du willst Kinderkram, dann kauf eben den Kinderkram und gut ist. ;)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Kann ich es jetzt so zusammen fassen, dass es völlig egal ist welche Unterlage ich verwende, ob 2,3 oder 5 mm? Oder ob Kork, Holzfaser, PE, EPS, XPS, Pappe?

    Nein. Nur so dick wie nötig (hängt von der Ebenheit des Untergrunds ab) und so wärmeleitend wie möglich, denn Du willst ja mit der FBH in erster Linie den Raum heizen und nicht deinen Estrich.

  • Du wolltest von Experten einen Rat und Experten haben geantwortet

    Ihr seid ein Forum von Experten für Experten. Oder eines von Perfektionisten für Perfektionisten. Das mag OK so sein aber nicht immer hilfreich.


    Ich akzeptiere ja eure Meinung und Vorliebe bezüglich Bodenbeläge aber wenn jemand Laminat verlegen will und DABEI (also nicht damit) wenig Fehler machen will dann kann man auch als EXPERTE dem törichten Bauherrn den einen oder anderen Tipp geben. Und nicht nur Teufelszeug, Kinderkram bla bla bla.


    Es ist ja auch nicht auszuschließen, dass es bei dem einen oder anderen Bauherren auch finanzielle Gründe hat (Bodenbelag = Ende der Bauzeit)


    Danke an feelfree und R.B. für die einzig brauchbaren Hinweise

  • Da in von mir geplanten Objekten noch nie Laminat verarbeitet wurde, kann ich keine DIY-Empfehlungen dazu geben. (Ich sähe mich auch genauso wenig in der Lage, Empfehlungen für das richtige Auswählen und Erwärmen von abgepackten Burgern aus dem Kühlregal eines Discounters zu geben.)


    XPS ist zur Trittschalldämmung völlig ungeeignet. Aus ökologischen Gründen würde ich zum Einsatz von Holzfasern raten, die sind nachwachsend und lassen sich in 5 Jahren wenigstens kompostieren. Das Laminat selbst ist als Werkstoffmix nicht recyclingfähig. Es lässt sich allenfalls "thermisch verwerten".

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich habe auch keine besonders hohe Meinung von Laminat, aber aus den genannten Gründen, die es ziemlich DIY-freundlich machen, hatte ich im jugendlichen Alter auch mal selbst welches im eigenen Zimmer verlegt. Insgesamt hat es vor allem angesichts des Preises seine Erwartungen über die ca. 12- jährige Liegezeit (bis zum Ausbau wegen Totalsanierung) ganz gut erfüllt. Ich hatte damals aus Bequemlichkeit ein Laminat genommen, bei dem die Trittschalldämmung direkt auf den einzelnen Brettern verklebt/aufkaschiert war. Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass dadurch der Schwimm-Effekt nicht so stark ausgeprägt war und der Boden recht satt auflag, so dass zumindest kein schwammiges Gefühl beim Gehen auftrat. Diese Dämmschicht war auch eher feinporig und nicht so grob wie die seinerzeit gängige Rollenware. Den Preis dieses Baumarkt- Produktes habe ich so in Erinnerung, dass für einen Faktor 3 sicherlich kein Parkett zu haben gewesen wäre.


    Als persönliche Meinung möchte ich noch ergänzen, dass ich den finanziellen Aspekt ja noch irgendwie verstehen kann. Wenn kein Geld für langlebigere teurere Bodenläge da ist, was soll man machen. Auf dem nackten Estrich einziehen, während man auf das gute Parkett spart? Wohl kaum. Hingegen der Wegwerfgedanke, das Zeug pauschal der Optik halber nach 10 Jahren auszutauschen, widert mich schon etwas an. Leider äußert sich dieses Prinzip ja auch im Design vieler aktueller Laminatböden, die so aussehen sollen wie eine Überseekiste, mit entsprechenden Schriftzügen oder so. Da kann ich dann verstehen, dass man sowas in 10 Jahren vermutlich nicht mehr sehen möchte, höchstwahrscheinlich auch schon früher. :(

  • Ich habe bisher 2mal Fertigparkett schwimmend verlegt, und im EFH nun (wg. FBH) vom Profi verlegtes (verklebtes) Parkett. Im Keller (Hobbyraum, Treppenhaus) habe ich Laminat selbst verlegt. Ich kenne nun also einige Varianten aus den letzten 25 Jahren.

    In Wohnräumen käme ich nie auf die Idee, Laminat zu verlegen, das Zeug ist zu hart, zu klapperig, zu unnatürlich. Und den Preisgedanken kann ich dabei auch nicht nachvollziehen. "Etwas" besseres Laminat (7-8mm stark) kostet schon 2-stellig, und ein günstiges Parkett bekommt man auch schon unter 20 Euro - im Angebot kann man da auch mal was für 15€/qm ergattern.

  • Leider äußert sich dieses Prinzip ja auch im Design vieler aktueller Laminatböden, die so aussehen sollen wie eine Überseekiste, mit entsprechenden Schriftzügen oder so. Da kann ich dann verstehen, dass man sowas in 10 Jahren vermutlich nicht mehr sehen möchte, höchstwahrscheinlich auch schon früher

    Um Gottes Willen, so was natürlich nicht. Wenn dann schon etwas das zumindest ein wenig nach Holz aussieht. Es ist auch nicht so, dass man plant das nach 10 Jahren wieder raus zu reißen, kann auch gern 20 Jahre liegen. Aber ein wenig überzeugt habt ihr mich schon.


    Im DG (Kinderetage = Bad, Flur, Kinderzimmer, Gästezimmer) würde ich es vermutlich bei einigermaßen vernünftigen Laminat belassen. Im OG (unsere Etage = Bad, Flur, SZ, WZ, Kü) vielleicht auch was anderes. Im Bad liegen bereits Fliesen, blieben also ca. 60 m² für etwas anderes. Was wäre denn besser als Laminat und ist dennoch selbst zu verlegen? Vinyl, Fertigparkett?

  • Fertigparkett ist vom Material her deutlich sympathischer, ökologischer, erheblich haltbarer und sanierungsfähiger als Laminat. Seine Oberfläche kann überarbeitet werden. Die akustischen Probleme sind aber die selben wie beim Laminat. Gegen dauerhaft verlegtes (= verklebtes) Fertigparkett ist nichts zu sagen.


    "Vinyl" hieß ja früher™ "PVC". Da konnte man schon auf den ersten Blick erkennen, dass es sich bei "Polyvinylchlorid" um ein Produkt der Chlorchemie handelt. "Vinyl" klingt jetzt so sympathisch nostalgisch nach den Schallplatten des 20. Jahrhunderts. Das Produkt ist aber immer noch die selbe alte Chlorchemie. Recycling ist bisher nur theoretisch möglich, die Deponierung u.a. wegen des großen Volumens problematisch. Ich vermeide Produkte aus PVC in meinen Planungen, wo immer ich kann. In öffentlichen Bauten des Landes Berlin ist der Einsatz des Materials u.a. als Bodenbelag völlig unzulässig. Ich würde Holz, (Laminat ist allenfalls teilweise ein Holzwerkstoff), Linoleum oder Kork bevorzugen.


    (Ja, ich vermeide aus diesen Gründen auch EPS, wo ich kann.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • @ Schuldenuhr:

    Wir haben vor 9 Jahren(damals Neubau) nur im Arbeitszimmer und Eltern-Schlafzi. günstiges Laminat (ca. 10€/qm) aus dem Baumarkt incl. der angebotenen Rollen-Trittschalldämmung verlegt. (Kizi Bodenbeläge kamen später.)

    Vorteil: Ging schnell, günstig.

    Nachteil: Trotz gleicher Raum- Temp wie in den KiZi in denen Korkboden aus dem Holzfachhandel liegt (Verlegung war ebenfalls DIY 😁) gefühlt kälter an den Füßen.

    Falls ich mal das Eltern-Schlafzi renoviere, dann kommt dort auch Korkboden rein. Ins Arbeitszimmer würde ich wieder Laminat legen.


    Viele Grüße M.

  • Bei uns entstand die Wahl dadurch, dass wir oft beruflich umziehen mussten und somit unterschiedlich Bodenbeläge live längere Zeit testen konnten. Die letzten beiden Wohnungen haben dann auch schon Kinderbelastung aushalten müssen.

    Wir hatten dort: Parkett, Laminat, Fliesen,Linoleum


    Parkett:

    Schön anzusehen, extrem angenehm an den Füßen, pflegeleicht ausser bei Wasserlachen, die lange standen. Ich hab Aquarien und da lief einmal eines aus. Wobei nach einer gewissen Trocknungszeit war das auch wieder ok.

    Nervös haben mich allerdings die Spuren darin gemacht.( Kratzer, Fahrspuren von Möbeln mit Rädern etc.)


    Laminat: Pflegeleicht, aber auch hier schlechte Erfahrungen mit H2O. Die Ränder standen mit der Zeit leicht hoch und im Gegensatz zu Parkett blieben die. Laut. Nicht ganz so angenehm wie Parket zu laufen.


    Fliesen: Meine absolute Antipathie! Kalt und unangenehm zu laufen. Pflegeleicht bei H2O ( wenigstens 1 Pluspunkt) Aber beim Putzen immer die Fugen als Schmutzfänger. Wenn was runterfällt, ist entweder die Fliese oder der Gegenstand beschädigt.


    Linoleum: Pflegeleicht , aber leider auch nicht ganz so dankbar, wenn unter den Pflanzentöpfen ( Tomatenansaat, winke zu @R. B. ) Wasser lange steht. Aber dazu muss es wirklich sehr sehr lange stehen.

    Schmutzunempfindlich, keine Fugen.

    Bruchunempfindlich. Angenehm am Fuß durch Korkanteil, nicht so laut.

    Meine absolut erste Wahl für den Küchen/Essbereichboden und ich bin so glücklich und zufrieden damit. Wir haben demzufolge im ganzen Haus Lino, ausser im Eingangsbereich. Da ist Naturstein ( Theumaer Schiefer)


    Was wir noch nie hatten, war Kork. Den könnte ich mir gerade für Kinderzimmer und Schlafzimmer sehr gut vorstellen, da noch angenehmer am Fuß. Und Kinder halten sich ja sehr viel am Boden auf. Das sollte man dann doch bedenken.

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  • Die akustischen Probleme sind aber die selben wie beim Laminat.

    würde ich anders sehen ..... äähm , ... hören :)


    klickkork aus dem baumarkt (ich glaube damals 19,99€) , auf anraten verlegt überlackiert (fugenverschluss) , würde ich immer wieder machen (auch wenn es brutale einschläge nicht unbedingt verzeiht).

    macht fussbodenheizung träger , und trotzdem besonders barfussfreundlich . und genauso einfach zu verlegen wie klapperminat .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

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  • würde ich anders sehen ..... äähm , ... hören :)

    Damit wir uns nicht missverstehen: Ich vergleiche schwimmend verlegtes dünnes Fertigparkett (ca. 10 mm) mit schwimmend verlegtem Laminat (ca. 8 mm) bei wohnungsüblicher Nutzung mit Hausschuhen.

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  • Was wir noch nie hatten, war Kork. Den könnte ich mir gerade für Kinderzimmer und Schlafzimmer sehr gut vorstellen, da noch angenehmer am Fuß. Und Kinder halten sich ja sehr viel am Boden auf. Das sollte man dann doch bedenken.

    Kann ich für das Kinderzimmer bestätigen.


    Kork hat aber einen Nachteil wenn die Kinder mal größer werden und ein Schreibstischstuhl intensiv genutzt wird. Da macht sich die weiche Oberfläche negativ bemerkbar.

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  • Hier ein Bild von einem Korkboden.


    Man erkennt sehr gut den Bereich, wo der "Schreibtischstuhl" unterwegs war.

    Der Boden ist gut 15 Jahre alt, evtl. auch etwas älter. Durch das Sonnenlicht kam es auch zum Ausbleichen einiger Bereiche. Hier hätte man durch mehr "Pflege" vielleicht etwas entgegenwirken können. Es gibt ja eine Menge Mittelchen mit denen man die Oberfläche behandeln kann.


    Aber was soll´s, bei der nächsten Renovierung ist der Boden fällig, er hat seine Schuldigkeit getan.


    Damit ich nicht falsch verstanden werde, die Entscheidung für einen Korkoboden war richtig, würde ich für ein Kinderzimmer jederzeit wieder machen. Nichts ist für die Ewigkeit

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  • Wir haben trotz Lino auf diese Plastikunterlagen gewechselt. Einfach, weil Bleistift + Rollen= viel graue Streifen

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