Abwasserrohre erneuern und das Gefälle?

  • Guten Tag,


    im nächsten Jahr wird mein Hof neu gepflastert. Dabei soll gleich das Abwassersystem erneuert werden. Die alten Steinzeugrohre (40 Jahre alt) sollen raus. Es sollen dann KG-Rohre über eine neue Streckenführung bis zur Grundstücksgrenze/zum Übergabeschacht rein. Das alte und neue Rohrsystem verläuft parallel (1,50 m voneinander). Vor der Grundstücksgrenze (im Übergabeschacht) muss das neue Rohr wieder eingepflegt werden. Jetzt meine Frage: Wie bekommt die Firma das Gefälle hin? Reden wir von 1 cm auf dem Meter?


    Will schon mal wissen, wie so etwas funktioniert.


    bis dann,

  • Hallo Jörg,


    bei Abwasserrohren nimmt man im Allgemeinen 1/DN als Mindestgefälle. Bei einem DN 100er Rohr wären das die von dir genannten 1% = 1 cm pro Meter, bei größeren Durchmessern entsprechend weniger. Letztlich wirst du bzw. die Firma natürlich auch die vorgegebenen Anschlusshöhen beachten müssen. Mittels Nivelliergerät kann man den Höhenunterschied bestimmen, den ins Verhältnis zur Leitungslänge setzen und dann mit dem Sollwert (s.o.) vergleichen, ob es passt.

  • Jetzt ist ja der Ausgang aus dem Haus festgeschrieben (+/- ein paar Zentimeter) und die Einleitung in den Übergabeschacht vorbestimmt. Was passiert, wenn das Gefälle zu hoch oder zu niedrig ist? Gibt es da Tricks?

  • Reden wir von 1 cm auf dem Meter?

    Die Normen dazu spare ich mir jetzt, also in Kürze:


    Mindestgefälle 1:DN. Das ist aber nicht in Stein gemeißelt.

    Mindestfließgeschwindigkeit 0,7m/s, Maximale Fließgeschwindigkeit 2,5m/s, Füllungsgrad 0,7.


    Wenn man dann noch die Streckenführung und -länge, sowie den Höhenunterschied kennt, kann man ein wenig mit den Zahlen spielen.


    Das Ergebnis muss also nicht zwangsläufig 1cm/m lauten, sondern vielleicht auch 1,5cm/m oder gar 2cm/m oder..... Das Gefälle alleine macht noch keine (dauerhaft) funktionierende Grundleitung aus.


    Ach ja, vielleicht noch ein Hinweis. Das ist keine Mikrochirurgie, und auch keine Halbleitertechnik, wo man mit dem Messschieber, am besten digital mit 2 Nachkommstellen, oder REM arbeiten muss.

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  • Berechnen tut doch eh kaum einer. Man nimmt üblich ein Gefälle von 1,5 bis 2% und es funktioniert für gewöhnlich. Wenn jetzt schon ein Rohr drin ist, warum soll es mit einem neuen plötzlich nicht funktionieren?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich verstehe die ganze Frage nicht...
    Man hat die Höhe, wo die Rohrleitung das Haus verläßt und die Höhe, wo es an den vorhandenen Schacht angeschlossen wird. Wer mit dem Nivellier umgehen kann und in der Benutzung vom Holzgliedergelenkmaßstab in metrischer Ausführung kein Problem hat, sollte die Höhendifferenz ausrechnen können. Somit ergibt sich in Bezug auf die Rohrlänge auch das vorhandene Gefälle. :)
    Btw, ich hab vor 15 Jahren mal nen MW-Anschluß eines Neubaus mit 0,35% Gefälle gebaut. Läuft bis heute störungsfrei... :thumbsup:

  • ...
    Btw, ich hab vor 15 Jahren mal nen MW-Anschluß eines Neubaus mit 0,35% Gefälle gebaut. Läuft bis heute störungsfrei... :thumbsup:

    Wenn da nicht lauter Wassersparfüchse wohnen und der Regen regelmäßig nachhilft, funktioniert das sicher.


    Ich verstehe auch nicht warum etwas, was Jahrzehnte funktioniert hat, jetzt wissenschaftlich durchdrungen und modifiziert werden muss.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow