Wärmebrücken nach Dachdämmung, Dachfensterausführung

  • Hallo,


    wir haben das Dach neu decken lassen. Dabei wurde 12 cm Aufsparrendämmung aufgebracht und 6 neue Dachfenster. In Eigenleistung haben wir 12 cm Zwischensparrendämmung von innen angebracht. Die Dampfbremse ist angetackert, aber noch nicht überall angeklebt. Bisher ist nur das EG bewohnt und das DG wird nur passiv mitbeheizt.

    Die ersten frostigen Tage haben gezeigt, dass die Dämmung Schwachstellen hat.


    Auf der Ostseite gibt es am Rand rechts und links eine warme Stelle. Könnte auf der Höhe der Kehlbalken liegen, habe aber keine Idee, warum es Einfluss haben sollte.

    Auf der Westseite scheint es oben rechts eine warme Fläche zu geben. Hier gab es Ritzen in der Aufsparrendämmung, vielleicht 1 cm oder so breit. Hatten wir beim bemängelt, wurde aber evtl. nicht ausreichend verschlossen?

    (Der mittlere Bereich ist auch wärmer, hier ist aber die Zwischensparrendämmung temporär raus)

    Generell scheint es um die Dachfenster auch wärmer zu sein. Hier fehlt mir die Erfahrung; Ist das normal? Es gibt eine Unterspannbahn auf der Aufsparrendämmung, die natürlich hier eingeschnitten wurde für die Fenster. Von Innen war direkt die Dämmung zu sehn. Die Dampfbremse ist an den Fenstern schon verklebt. Bei starken Windböen kann man zusehn, wie die Dampfbremse sich bei den Böen hebt und senkt. Ist das normal? Inwieweit sollten Dachfenster winddicht eingebaut sein?


    Viele Grüße

    Antje


    (Haus ist Baujahr '65, Fassade ist gedämmt, alles nach EnEV ausgeführt)

  • Welche Variante der kombinierten Auf- und Zwischensparrendämmung wurde ausgeführt? Bitte verwendetes Material aller Bauteilschichten von oben nach unten angeben. Orientierung z.B. an den im nachstehenden Link beschriebenen Varianten 3a) bis 3c).


    Möglichkeiten der Aufsparrendämmung | Geneigtes Dach | Publikationen | Baunetz_Wissen


    Gibt es für die jetzt vorhandene Ausführung eine Planung hinsichtlich


    - Statik ( Altbau 1965 mit Sparrenhöhe von offenbar nur 12 cm )

    - Feuchte- und Tauwasserschutz mit WUFI?


    Wurde bereits geprüft, ob die beiden Dämmschichten derzeit noch trocken sind?


    Die noch nicht erfolgte Verklebung der raumseitigen Dampfbremse dürfte ein dickes Problem sein. Hierdurch kommt es zu Konvektion und dies könnte das auf den Dachziegeln zu erkennende Kondensat erklären.

  • Moin,


    zu der Kombination Zwischensparren-, und Aufdachdämmung hat Eric ja schon was geschrieben, dies ist ein Konstrukt, was gerechnet und nachgewiesen werden muß und eine 200% Ausführung erfordert, wenn es rechnerisch nachgewiesen wurde. Dachfenster sind eigentlich immer das schlechteste Bauteil nach einer Sanierung, soll heißen, wenn man bspw. bei dem Bauteil Dachfläche einen U-Wert von 0,16 W/(m²*K) hat, kommen die Dachfenster mit einem Uw-Wert von 1,0 W/(m²*K) um die Ecke, also deutlich schlechter als die Dachfläche, was dazu führt, dass Dachfenster bei Frost oder Schnee deutlich schneller Eis-, oder Schneefrei sind, als die umliegende Dachfläche. Was mich jedoch bei der Beschreibung stört, ist das:

    Bei starken Windböen kann man zusehn, wie die Dampfbremse sich bei den Böen hebt und senkt

    Wurde bei den Dachfenster Dämmzargen eingebaut ? ( bspw. Velux BGX, oder Roto MDA oder von den Dämmstoffhersteller gibt es auch diese Dämmzargen für Dachflächenfenster, hierbei setzt sich das Dachfenster in einen Dämmblock, wodurch der Einbau wärmebrückenfrei und winddicht, einfach auszuführen ist.

    Die Eisfreien Bereiche um das Dunstrohr und den Thermendurchgang halte ich erst mal für unkritisch, wenn diese mit den passenden Manschetten für Aufdachdämmung auf dieser eingebaut und angeschlossen sind. Auf der Dachfläche 1. Bild oben rechts würde ich aber schon nochmal nachsehen lassen.

  • Vielen Dank für die Rückfragen :)

    Welche Variante der kombinierten Auf- und Zwischensparrendämmung wurde ausgeführt? Bitte verwendetes Material aller Bauteilschichten von oben nach unten angeben. Orientierung z.B. an den im nachstehenden Link beschriebenen Varianten 3a) bis 3c).

    Es ist Variante 3a)

    Die Materialien sind:


    Dachziegel

    Dachlatten

    Konterlattung

    Unterspannbahn

    Rockwool Masterrock 035 120 mm

    Sparren

    Glasfasermatten 035 120 mm als Zwischensparrendämmung

    Vario KM Duplex UV als Dampfbremse


    Dachfenster: Velux Dachflächenfenster GGU MK 06/0066, Energy Plus, inkl. Eindeckrahmen EDZ 2000


    Gibt es für die jetzt vorhandene Ausführung eine Planung hinsichtlich


    - Statik ( Altbau 1965 mit Sparrenhöhe von offenbar nur 12 cm )

    - Feuchte- und Tauwasserschutz mit WUFI?

    Statik weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wir haben eine Bauplanung/Energieberatung in einer Person. Wäre das deren Aufgabe oder die vom Dachdecker?

    Tauwasserschutz hatte ich bei der Bauplanung mal angefragt. Da kam nur als Antwort, dass es passt, aber sie mir keinen Schrieb dafür geben können. Liegt wohl am Program... Aber sie könnten die ganzen EnEV-Sachen nicht ausfüllen, wenn irgendwo was nicht passen würde mit Taupunkten (deren Aussage). Habe es mal selber auf ubakus.de durchgespielt, da passt es.

    Wurde bereits geprüft, ob die beiden Dämmschichten derzeit noch trocken sind?


    Die noch nicht erfolgte Verklebung der raumseitigen Dampfbremse dürfte ein dickes Problem sein. Hierdurch kommt es zu Konvektion und dies könnte das auf den Dachziegeln zu erkennende Kondensat erklären.

    Alles was man von der Dämmung sehen kann sieht für mich trocken aus.

    Das auf den Dachziegeln ist kein Kondensat. Es hatte gefroren und dort wo es glänzt, ist es getaut.


    dies ist ein Konstrukt, was gerechnet und nachgewiesen werden muß und eine 200% Ausführung erfordert, wenn es rechnerisch nachgewiesen wurde.

    Was bedeutet das?

    Wurde bei den Dachfenster Dämmzargen eingebaut ?

    Es wurde die oben erwähnte Zarge (Eindeckrahmen EDZ 2000) eingebaut. Keine Ahnung wie gut die ist.

    Die Eisfreien Bereiche um das Dunstrohr und den Thermendurchgang halte ich erst mal für unkritisch, wenn diese mit den passenden Manschetten für Aufdachdämmung auf dieser eingebaut und angeschlossen sind.

    Sie sind leider nicht mit der passenden Manschette, aber mit einem (hoffentlich passenden) Klebeband abgeklebt. vom Dachdecker.




    Sollte ein Dachfenster winddicht verbaut sein?

  • Zitat

    Die Dampfbremse ist angetackert, aber noch nicht überall angeklebt.

    Zitat

    Vario KM Duplex UV als Dampfbremse

    Du hast aber schon gelesen und verstanden, dass die Verlegeanleitung von Isover in Übereinstimmung mit der Bauphysik ausdrücklich darauf hinweist, dass die Klimamembran " KM Duplex " nicht durch angetackert, sondern an allen Anschlüssen und Durchdringungen luftdicht angeschlossen werden muß und dies nicht irgendwann, sondern sofort nach deren Verlegung, um Tauwasserausfall in der Dachkonstruktion zu verhindern?


    Bei nicht fachgerechter Verlegung der Dampfbremse fällt Kondensat am Taupunkt aus und der ist bei insgesamt 240 mm Dämmung nicht im von unten sichtbaren Bereich, sondern weiter oben in Richtung Sparren/Ziegel. Irgendwann sinkt dann die dort entstandene Feuchtigkeit nach unten in den sichtbaren Bereich und tropft gegebenfalls in den Raum.


    Dein Energieberater wird Dir zur Zwischensparrendämmung in Eigenleistung wohl kaum gesagt haben, dass Du die Dampfbremse KM Duplex nur antackern sollst.


    Mit der Eigenleistung und der " Planung durch einen Energieberater " mit unbrauchbaren Aussagen zum Feuchteschutz hast Du zunächst Geld gespart. Das eingesparte Geld muß jetzt dafür aufgewandt werden, um am fast fertigen Umbau die fehlende Planung und die Überprüfung der vorhandenen Ausführung im Einklang mit einer funktionsfähigen Planung durch einen Fachmann zu überprüfen.


    Zitat

    Statik weiß ich ehrlich gesagt nicht.

    240 mm Dämmung hat schon ordentlich Gewicht und ob das der vorhandene Dachstuhl trägt??


    Wußten der Dachdecker und der Energieberater der zusätzlichen Zwischensparrendämmung und was haben die gegebenenfalls dazu gesagt, dass Du die als " Hausfrau " in Eigenleistung durchführen wirst?

  • Sollte ein Dachfenster winddicht verbaut sein?

    Nein.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Ja, aber das sind ja zwei völlig unterschiedliche Funktionen. Die Hersteller haben entsprechendes Zubehör zum winddichten Einbau. Mir ist aber keine Regel bekannt die dies zwingend fordert. Luftdicht auf alle Fälle.

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  • Zur Erklärung:


    Winddicht beschreibt die dachseitige Funktion, die verhindern soll, dass Außenluft die Dachkonstruktion durchströmt und hierdurch die Dämmwirkung vermindert.


    Luftdichtheit beschreibt die raumseitige Funktion, die verhindert, dass feucht-warme Raumluft ( also von unten ) in die Dachkonstruktion eindringt und am Taupunkt als Kondensat ausfällt.


    Die Betrachtung ist also einmal von oben und das andere Mal von unten.

  • Ich muss wohl etwas klarstellen.


    Wir haben eine Bauplanung, die Architekten sind auf energetische Sanierung spezialisiert sind. Es wird nichts ohne deren Wissen und Zustimmung umgesetzt.

    Dass sie keine perfekten Architekten sind, haben wir leider auch schon bemerkt. Daher ist die Frage wer für die Statik zuständig ist durchaus ernst gemeint, damit ich weiß, wem ich die Hölle heiß machen muss.

    Arbeiten in Eigenleistung werden natürlich auch abgesprochen.

    Wenn die Folie mit Lattung dran ist, wird auch ein Blower-Door-Test gemacht.


    Zur Dampfbremse: Sie ist an den Sparren und Kehlbalken angetackert. Bei der Verklebung mit den Wänden bin ich dabei. Hier habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Dass an den Wänden antackern nicht reicht, ist mir schon bewusst. Die Videos von Isover kenne und befolge ich.


    Die physikalischen Grundlagen für den Nutzen einer Dampfbremse und die Taupunktproblematik sind mir bekannt.


    Meine Fragen beziehen sich auf das Gewerk des Dachdeckers. Trotzdem danke an diejenigen, die das Ganze auch im Auge haben und daher auf die Verlegung der Dampfbremse aufmerksam machen (wenn auch nicht sehr feinfühlig).




    PS: Die "Hausfrau" hat nen Doktor in Naturwissenschaften mit technischen Verständnis und handwerklichen Geschick (hütet derzeit die Kinder) ;).

    Vor jeder Arbeit informiere ich mich sehr genau über die Ausführung und mache nichts leichtfertig.

  • Die Hersteller haben entsprechendes Zubehör zum winddichten Einbau. Mir ist aber keine Regel bekannt die dies zwingend fordert. Luftdicht auf alle Fälle.

    Ok. Demnach ist es kein Mangel, dass der Wind hier bis zur Dampfbremse reinpfeift. Hat das außer der reduzierten Dämmleistung weitere Auswirkungen?

  • Hat das außer der reduzierten Dämmleistung weitere Auswirkungen?

    Mach doch mal Fotos von innen. Oder falls vorhanden Fotos vom Einbau der Fenster. Das Rätselraten bringt einem ja auch nichts.

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    Meine Fragen beziehen sich auf das Gewerk des Dachdeckers. Trotzdem danke an diejenigen, die das Ganze auch im Auge haben und daher auf die Verlegung der Dampfbremse aufmerksam machen (wenn auch nicht sehr feinfühlig).


    PS: Die "Hausfrau" hat nen Doktor in Naturwissenschaften mit technischen Verständnis und handwerklichen Geschick (hütet derzeit die Kinder) ;).

    Vor jeder Arbeit informiere ich mich sehr genau über die Ausführung und mache nichts leichtfertig.


    das Ganze sieht - wie hier schon von vielen benannt - ziemlich deutlich nach Pfusch bei der Verlegung der Dampfbremse als Schadensursache aus. ....also wer genau hat diese verlegt? Derjenige haftet dann voraussichtlich/idR für die Schäden (in Dämmmaterialien traditionell meist unsichtbar: Feuchtigkeit und ggfs Schimmel als Folge der eingedrungenen Feuchtigkeit)...

  • Vom Einbau direkt habe ich leider kein Bild. Innen sieht es wie auf dem Bild aus.

    Bis auf die zu geringe Laibungsdämmung korrekt eingebaut. Das mit der Dämmung der Laibung ist aber meist Haus gemacht. Da selten ein 66cm gewünscht ist. Somit werden eigentlich immer zu große Fenster in den Zwischenraum verbaut.

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