Fußbodenheizung regeln

  • Hallo zusammen,


    da es richtig kälter geworden ist, muss ich euch noch mal um Rat zum Regeln meiner Fußbodenheizung befragen.


    Ich weiß, dass eine FBH ziemlich träge ist und eigentlich stellt man einmal das Thermostat ein (bei mir mit Drehrädchen ganz kurz vor der "3" von B+J) und lässt es so die ganzen Heizperiode lang.


    Das funktioniert für die Wohnräume gut, nicht aber für die Kinderzimmer. Wenn es tagsüber warm sein soll, damit die Kinder in ihren Zimmern spielen können, ist diese Einstellung zum Schlafen viel zu hoch.


    Wie macht ihr das?


    Ist es sinnvoll, dass ich statt dem Drehrädchen einen Regler mit einer Zeitschaltuhr nutze um die FBH im Kinderzimmer gegen Abend runterzuregeln und morgens vor dem Aufstehen wieder hoch zu regeln?


    Bei uns im Elternschlafzimmer ist es nicht so kritisch, weil es dann die ganze Zeit etwas kälter ist, aber in den Kinderzimmern funktioniert das nicht.


    Oder macht ein Regler mit einem Timer keinen Sinn für eine FBH?

  • Oder macht ein Regler mit einem Timer keinen Sinn für eine FBH?

    aus meiner Sicht: korrekt erkannt.


    FBH mit niedrigen VL (30-35°) sind so extrem träge..


    Man muss sich davon verabschieden, dass man deutliche Temp Unterschiede Tag/Nacht haben kann. Braucht man aber auch IMO nicht. 21°-22° taugt den ganzen Tag und auch zum Schlafen im KiZi. Natürlich dann nicht mit Frottier-Schlanfanzug und fetter Daunendecke.


    Habe überlegt ob wir statt 2 KiZi ein "Kinder Schlafzimmer" und 1 "Kinder Spielzimmer" machen, aktuell wohl aber eher nicht. Aber so könnte man das "Problem" zumindest bis zu einem gewissen Alter lösen.

  • Wenn es tagsüber warm sein soll, damit die Kinder in ihren Zimmern spielen können, ist diese Einstellung zum Schlafen viel zu hoch.

    und was machst Du im Sommer? Zwangskühlung?


    Viel wichtiger als 20°C oder 21°C ist "frische" Luft (und das bedeutet nicht "kalte" Luft). Bevor die Kinder in´s Bett gehen sollen, Zimmer gut lüften. Das ist das A und O.

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  • Seit wir im neuen Haus wohnen, schlafen wir bei genau der Temperatur, die wir auch tagsüber in der Wohnung haben. Das sind zwischen 21 und 22 Grad. Bei Bedarf wird vor dem zu Bett gehen noch einmal kurz durchgelüftet und gut ist's. Es ist eine Frage der Gewohnheit. Ich habe mir, nachdem es mir anfangs nachts auch zu warm war, eine Sommerdecke gekauft, die ich jetzt das ganze Jahr über verwende.


    Im alten Haus musste ich mein Bett mittels Heizdecke vorwärmen, weil mein Schlafzimmer selten mehr als 15 Grad erreicht hat (altes Bauernhaus - keine Heizung, außer in der Küche und im Wohnzimmer). So wie jetzt finde ich es viel angenehmer!

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Wenn es tagsüber warm sein soll, damit die Kinder in ihren Zimmern spielen können, ist diese Einstellung zum Schlafen viel zu hoch.

    "viel zu hoch" halte ich für übertrieben. Tagsüber könnte bei üblicher Bekleidung eine Raumtemperatur von ca. 21° C sinnvoll sein. (Bei Thermostaten mit * - 5 entspricht das meist ungefähr"3"). Und dann könnte man am Nachmittag auch das Thermostat auf 2-3 drehen, wenn es nachts etwas kühler sein soll. Das macht dann vielleicht 1,5 K Differenz für die Nacht. Aber diese stellt sich auch erst im Verlauf der Nacht ein. Und morgens muss dann sofort wieder auf 3 gedreht werden. Aber eine größere Temperaturdifferenz als 2 - 3 Kelvin wird sich auch zwischen benachbarten Räumen nicht herstellen lassen.


    Ich würde auf jegliches Variieren komplett verzichten. Es gibt eine Temperatur, die immer passt. (Nein, es bringt praktisch keinen Vorteil bei den Heizkosten, die Temperaturen zeitweise marginal absenken zu wollen. Dafür sind die Verluste zu gering!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für die ganzen Hinweise. Dann haben wir es ja bisher unbewusst richtig gemacht. Es steht auf 21 bis 22 °C und abends vor dem Schlafengehen wird durchgelüftet.


    Also machen wir weiter so und benötigen keine Thermostate mit Timer

  • Das wird in einem hoch wärmegedämmten Haus nicht viel bringen. Da kannst Du die Heizung schon am Nachmittag in die Absenkung schicken, ohne dass sich die Raumtemperatur wesentlich ändert.

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  • Dann bist du herzlich eingeladen die Anrufe von unseren erfrorenen Kunden entgegenzunehmen ;)

    Es gibt auch nur zwei Temperaturen, angenehm warm (etwa 30° Bodentemperatur bei 24° Raumtemperatur) oder Eiskalt.

  • Sofern keine (Luft-)Wärmepumpe verbaut ist, könnte man auch die gesamte Heizung in der Nacht/ Abends absenken.

    siehe # 5:

    ... eine größere Temperaturdifferenz als 2 - 3 Kelvin wird sich auch zwischen benachbarten Räumen nicht herstellen lassen.


    Ich würde auf jegliches Variieren komplett verzichten. Es gibt eine Temperatur, die immer passt. (Nein, es bringt praktisch keinen Vorteil bei den Heizkosten, die Temperaturen zeitweise marginal absenken zu wollen. Dafür sind die Verluste zu gering!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Sofern keine (Luft-)Wärmepumpe verbaut ist, könnte man auch die gesamte Heizung in der Nacht/ Abends absenken.

    gerade! bei einer Luft-Wärmepumpe kann es sinnvoll sein, diese Nachts abzusenken, da die Quelle (Luft) Nachts kälter ist und somit die Effizienz sinkt.

    Gerade in Zeiten wo man bei <50% der Auslegungsheizlast ist, spricht da wenig dagegen.. außer ein NT/HT Tarif.


    Hat aber mit dem Thema des TE nix zu tun, die FBH puffert die Schwankungen eh weg..

  • Gerade in Zeiten wo man bei <50% der Auslegungsheizlast ist, spricht da wenig dagegen

    Doch, ein größerer Temperaturhub zu der kältesten Außentemperatur wenn man es morgens wieder warm haben will und in noch tieferen Winter und richtig dimensionierter Wärmepumpe die Gefahr das der Heizstab kommt um die Absenkung wieder "reinzuholen".

  • wenn man es morgens wieder warm haben will

    Das würde aber voraussetzen, dass es nachts überhaupt merklich abkühlt. Tut es das in einem gut gedämmten Neubau? Wenn ich *jetzt* unsere Heizung abschalte, fragt mich meine Frau frühestens Freitagabend, warum es so denn hier so kalt geworden ist, sprich bis dahin wird es vielleicht 1-1,5K kühler.

  • Wenn ich *jetzt* unsere Heizung abschalte, fragt mich meine Frau frühestens Freitagabend, warum es so denn hier so kalt geworden ist, sprich bis dahin wird es vielleicht 1-1,5K kühler.

    Die Beobachtung (ca. 1,5 - 2,0 K / 48 h), für ein der aktuellen ENEV entsprechendes kompaktes Wohngebäude mit im Mittel 16 cm Dämmstärke bei mittleren Dämmwerten, „schweren“ Wänden (KSV oder StB) und massiven Decken kann ich so bestätigen. Daher auch meine Aussage, dass von einer nächtliche Absenkung der Heizmedien- oder Raumtemperatur bei heute neu errichteten Häusern kaum messbare Effekte zu erwarten sind.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Doch, ein größerer Temperaturhub zu der kältesten Außentemperatur wenn man es morgens wieder warm haben will und in noch tieferen Winter und richtig dimensionierter Wärmepumpe die Gefahr das der Heizstab kommt um die Absenkung wieder "reinzuholen".

    das würde vorraussetzen, dass das Gebäude deutlich abkühlt. Aus eigener Erfahrung (Störung der WP) kann ich berichten, dass mein realtiv großer, mittelmäßig gedämmter Neubau (0,24) in 24h 1K verloren hat. Bei 8h Nachtabsenkungen also vielleicht.. 0,5K. Die Erfahrungen von Sketpiker sind ja ähnlich.


    => eine Absenkung führt zu keiner spürbaren Veränderungen der Raumtemp


    Es wäre natürlich widersinnig, die Absenkungen zum Zeitpunkt der kältesten AT (06:00 ?) zu beenden. Vielmehr müsste man sich das kälteste Interval raussuchen, und genau da Absenken (sofern das die Heizlast zulässt).


    Ich stimmte dir zu, dein Effekt mit dem Heizstab klingt plausibel, das liegt aber nicht an der grundsätzlichen Idee, in Zeiten wo die WP "Reserven" hat, die Heizzeiten in wärmere Intervalle zu schieben und den Estrich als Energiespeicher zu nutzen, sondern eher in der Limitierung der marktüblichen Heizungssteuerungen (eigentlich ja Regelung, aber seis drum...).


    Was aber nichts ändert, das die in der Theorie gut klingende Idee in der Praxis nur schwer umzusetzen ist. Ich hab das ja bei mir auch nicht realisiert.


    Ein weiterer Effekt bei modulierenden LWWP der dem gewünschten entgegenwirkt könnte sein, dass der COP bei (z.B. !) 24h mit 50% Effizienter ist als 12h 100% und 0h 0%.

    Ich kenne mich in der Auslegung von Inverter-Kältemaschinen nicht aus, aber im HTD wird für die "Geisha" immer davon gesprochen, dass diese bei 50Hz am effizientesten läuft, bei einem Bereich von ca. 20-80Hz und zu den Rändern in beide (!) Richtungen abfällt.


    Und am Ende ist der Effekt in einem EFH wahrscheinlich so gering, dass sich kaum ein Aufwand lohnt das alles irgendwie umzusetzen.

  • Ein weiterer Effekt bei modulierenden LWWP der dem gewünschten entgegenwirkt könnte sein, dass der COP bei (z.B. !) 24h mit 50% Effizienter ist als 12h 100% und 0h 0%.

    LWP profitieren im Teillastbetrieb unter anderem von ihrem quasi überdimensionierten Wärmetauscher. Dieser Effekt wird teilweise wieder zunichte gemacht, weil bei Teillast üblicherweise auch die Lüfterdrehzahl verringert wird. Unter´m Strich bleibt aber trotzdem ein Vorteil.


    Das ist ein Grund, warum ich schon so oft geschrieben habe, dass man LWP nicht unbedingt auf Kante nähen sollte, schon gar nicht wenn es sich um eine leistungsgeregelte LWP handelt. Man sollte sich unbedingt die Leistungskurven anschauen und mit der Heizlast abgleichen, und nicht nur irgendeine Nennleistungsangabe im Blick haben.

    Leider geht immer wieder ein Aufschrei durch die Forenwelt, wenn nur das Wort Überdimensionierung erscheint.


    Ähnliche Diskussionen gab es auch schon zu Zeiten als noch die Gasbrennwerter "in" waren, ich erinnere an die Diskussionen zur T9. Das führte schon dazu, dass man sich gar keine Gedanken mehr darüber gemacht hat, ob es nicht vielleicht besser passende Modelle gibt, es kam immer automatisch die Empfehlung zur T9. Hat sich dann herausgestellt, dass die Rahmenedingungen nicht passen, egal, dann hat man halt die Rahmenbedingungen passend gemacht.

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