Versicherungsfrage

  • Hallo.


    Folgendes hat sich zugetragen.

    Am Freitag hatten wir wegen einer undichten Stelle am Verteiler der FBH einen zum Glück kleineren Wasserschaden.

    Der Schaden ist behoben und die Feuchtigkeit wird durch eine Fachfirma aktuell getrocknet.

    Die Versicherung wird den Schaden dann regulieren, soweit alles gut.


    Nun könnten jedoch noch Gewährleistungsansprüche gegenüber dem GÜ bestehen. Beim Schaden bestand Handlungszwang und der GÜ hätte auch kaum rechtzeitig informiert werden können.

    Muss ich die Versicherung da informieren oder regulieren lassen und fertig?


    MfG

  • Was steht dazu in den Versicherungsbedingungen bzw. den Tarifbedingungen? Da findet sich oftmals ein Passus der verhindern soll, dass "doppelt" reguliert wird. So gesehen müsstest Du dann Deine Versicherung davon in Kenntnis setzen.


    Praktisch gesehen könnte das für Dich zum Nachteil werden, weil sich die Versicherung unter Umständen zurücklehnt und wartet, bis Du Deine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem GÜ geklärt hast. Die von DIr beauftragte Firma (oder Firmen) wird natürlich ihre Rechnung stellen die Du auch bezahlen musst. Eine Regulierung kann somit (lange) dauern. Im schlimmsten Fall musst Du an 2 Fronten kämpfen um Dein Geld zu bekommen.


    Eine verbindliche Aussage ist schwierig, weil es die Versicherer geschickt verstehen, ihre Tarifbedingungen immer komplizierter zu gestalten. Kulanz gehört auch nicht gerade zu deren Stärken, auch wenn die Werbung etwas anderes verspricht.


    Wenn DIr die Tarifbedingungen nicht vollständig bekannt sind, dann bleibt Dir nichts anderes übrig, als den Versicherer zu fragen, und darauf zu vertrauern, dass er nicht nur sein Eigenwohl im Sinn hat. DIe kennen ihre Tarifbedingungen mit Sicherheit, verstehen es aber auch, diese auf Punkt und Komma auszulegen.


    Ich würde nicht automatisch voraussetzen, dass der Versicherer direkt reguliert.


    Rein aus Neugierde, wie alt ist der Verteiler? und was genau hat zu dem Wasserschaden geführt?

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • ... wegen einer undichten Stelle am Verteiler der FBH einen ... kleineren Wasserschaden.

    Der Schaden ist behoben und die Feuchtigkeit wird durch eine Fachfirma aktuell getrocknet.

    Die Versicherung wird den Schaden dann regulieren, soweit alles gut.

    Wessen Versicherung?

    Nun könnten jedoch noch Gewährleistungsansprüche gegenüber dem GÜ bestehen. Beim Schaden bestand Handlungszwang und der GÜ hätte auch kaum rechtzeitig informiert werden können.

    Hätte auch kaum rechtzeitig informiert werden können“ = „wurde nicht informiert“ ?


    Das wäre problematisch. Bei Wasserschäden reagieren Installateure in der Gewährleistungszeit meist sehr schnell.

    Muss ich die Versicherung da informieren oder regulieren lassen und fertig?

    Wie Ralf schon schrieb: Es kommt auf die Versicherungsbedingungen für die versicherten Risiken an. Und es kommt darauf an, wie lange Gewährleistungsansprüche zukünftig noch gegen den GÜ bestehen, denn diese würden durch Eingriffe Dritter verloren gehen. Üblicherweise fragen Wohngebäudeversicherungen in den ersten Jahren im neuen Gebäude sowieso nach Gewährleistungsansprüchen gegen den Errichter.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Die Versicherung wird den Schaden dann regulieren,

    Vorausgesetzt der Schaden ist durch den Tarif auch abgedeckt, deswegen meine Nachfrage, "was denn nun defekt war" und zu diesem Schaden geführt hat.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • R.B. :

    Den Vertrag muss ich mir mal in einer ruhigen Minute durchlesen.

    Es handelt sich um einen Neubau und die Installation ist von März 2017.


    @ Skeptiker:

    Meine Gebäudeversicherung ist gemeint.

    Es handelt sich um einen großen Fertighausanbieter mit M am Anfang.

    Der Installateur ist nicht mein Vertragspartner und außerdem 250Km entfernt, ich glaube nicht dass er zeitnah gekommen wäre.

    Den jetzt noch zu informieren würde wenig Sinn machen da der Schaden behoben ist.


    Für mich war im dem Moment als ich den Schaden entdeckt habe schnelles Handeln gefragt.

    Es war Freitag Vormittag und ich habe eine hochschwangere Frau zuhause.

  • Der Schaden ist definitiv versichert.

    Dann kennst Du anscheinend die Tarifbedingungen sehr genau. Dann kannst Du sicherlich auch sagen, was dort zu dem o.g. Punkt steht (Vermeidung doppelter Schadensregulierung).

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich habe nicht den komplette Vertrag gelesen.

    Aber auf einem Blatt ist alles aufgelistet was versichert ist und die Heizungsleitung ist ausdrücklich über die Komponente Leitungswasser versichert.

    Um deine Frage zu beantworten müsste ich nochmal nachlesen.

  • die Heizungsleitung ist ausdrücklich über die Komponente Leitungswasser versichert.

    Vorsicht, hier lauert bereits der erste Fallstrick. War tatsächlich ein FBH Rohr defekt (Loch o.ä.)?


    Die Komponente "Leitungswasser" schließt in vielen Tarifen alles aus was mit Armaturen etc. zu tun hat. War der HKV defekt, dann könnte der Versicherer so argumentieren, dass der HKV ja keine "Leitung" ist.


    Warum ich Dir das schreibe, weil ich genau wegen so einem Fall schon einmal ein halbes Jahr mit einem Versicherer gestritten habe. Es ging dann darum, ob die Verschraubung eines WMZ noch versichert ist oder nicht. Ähnliches Problem vor vielen vielen Jahren mit einerm Wohnungswasserzähler, der zwischen Messkapsel und Gehäuse ein Leck hatte. In beiden Fällen hat sich der Versicherer geweigert den Schaden zu regulieren, weil nach seiner Interpretation des Tarifs "Leitungswasser", die Schäden nicht abgedeckt waren.


    Sorry, ich möchte Dich damit nicht nerven, nur halt darauf hinweisen, was passieren könnte, damit Du Dich entsprechend vorbereiten kannst. Unter Umständen ist es dann sinnvoller, das Thema Gewährleistung intensiver zu verfolgen (deswegen auch die Frage nach Alter etc.).

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich würde das so interpretieren, dass alle Komponenten der FBH enthalten sind. Das wäre gut.

    Durch die allgemeine Formulierung wird keine Unterscheidung zwischen "Leitung" und Armaturen gemacht, womit der HKV inkl. aller Komponenten abgedeckt wäre.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich hab mal gegoogelt und die Formulierung mit dem Verzicht der Anrechnung hat mit dem Sachverhalt nichts zu tun.


    Ich habe jetzt mal den Versicherungsschein gelesen und bezüglich der "Vermeidung doppelter Schadensregulierung" nichts gefunden.

  • Ich habe jetzt mal den Versicherungsschein gelesen und bezüglich der "Vermeidung doppelter Schadensregulierung" nichts gefunden.

    das brauchts auch nicht .


    eine regulierungszusage scheinst du schon zu haben .

    ich würde die versicherung trotzdem informieren , damit sie , falls ansprüche gegen den GÜ bestehen/durchsetzbar sind (das kann die versicherung mit ihrer rechtsabteilung sehr gut prüfen ) können diese dann durch den versicherer durchgesetzt und so der schaden gemindert werden.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Zitat

    Der Schaden ist behoben und die Feuchtigkeit wird durch eine Fachfirma aktuell getrocknet.

    Die Versicherung wird den Schaden dann regulieren, soweit alles gut.

    Wo ist das Problem? Mit der Regulierung gehen Deine Ansprüche gegen den GÜ auf Erstattung der Mangelbeseitigungskosten und der Schadensersatzanspruch hinsichtlich der Trocknung kraft Gesetzes ( VVG ) auf die Versicherung über ( cessio legis ). Also keine " doppelte Schadensregulierung " denkbar.

  • Kurzer Hinweis, wie es bei uns in ähnlicher Situation gelaufen ist:


    Wir hatten 6 Monate nach Einzug einen Wasserschaden. Im Nachhinein ist es Spekulation woher genau: feststeht, dass unter der Duschtasse Wasser in kleinen Mengen anfiel, welches dann auf der Abdichtung stand und sich verteilte bis eine Menge erreicht war wo es irgendwo durchkam und aus der Decke im Kinderzimmer sich ein Tropfen löste, der (Zufall? Glück?) meiner Frau auf den Kopf fiel und sie daraufhin an der Decke eine winzige feuchte Stelle entdeckte.


    Wir also darauf hin alle Brigaden alarmiert: Installateur und natürlich auch gleich unseren Versicherungsmenschen. Am gleichen Tag also vor Ort unter die Tuschtasse geschaut und festgestellt, dass Wasser auf der Abdichtung steht. Der Versicherungsmensch sagt uns: klarer Versicherungsfall, das melde ich (tat er auch am gleichen Tag), Versicherung reguliert. Installateur sagt: das Wasser hat sich wahrscheinlich auf der Abdichtung auch unter die Fliesen verteilt (korrekte Prognose). Darauf hin alle einig, im Rahmen der Sofortmaßnahmen Duschtasse raus um zu verhindern dass sich das Wasser noch weiter seinen Weg irgendwo hin sucht, dann aber wahrscheinlich auch: Fliesen raus, in der Decke Feuchtigkeit messen, und Planung wie der Schaden am Besten zu beheben sei, Umsetzung etc. Dann würde auch die Versicherung klären, ob ihre eigene Baubrigade anrückt oder jemand anderes. Wir denken also alles ist klar, und es wird losgelegt.


    Als dann alles schön raus geklopft war, Dusche ausgebaut, Fliesen weg und der Gutachter einen Vorschlag zu Beseitigung der Restfeuchte und "Wiederaufbau" machte, kam die Versicherung mit folgender brillianter "Idee" um die Ecke: Wir zahlen die Kosten, die bis jetzt angefallen sind, den Rest müssen Sie vom Handwerker bzw. dessen Versicherung einfordern, weil es ein Gewährleistungsfall sein (5 Jahre noch nicht um).

    Das war natürlich insofern etwas problematisch, weil wir ja nun alles ausgebaut und weggemacht haben (mit Wissen der Versicherung!) und gar nicht mehr nachweisen konnten, dass es tatsächlich ein Gewährleistungsfall war. Nach dem die Versicherung etwas hartleibig war, haben wir dann per Anwalt und unter Androhung den Versicherungsobmann einzuschalten unserem Anliegen etwas mehr "Gewicht" verliehen. Und siehe da, auf einen Rechtsstreit hatte man nicht so recht Lust. Trocknung der Decke, Stromkosten dafür, Bad neu, etc. lief dann doch über die Versicherung. Nur hatten wir fast 8 Monate kein Elternbad.


    Damit will ich sagen: Versicherungen sind manchmal etwas wankelmütig und wenn es dann doch plötzlich teurer wird, als vermutet, versucht der eine oder andere Schadensregulierer seine persönliche (bonusrelevante) Quote mit solchen Ideen vielleicht doch noch etwas zu verbessern

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Damit will ich sagen: Versicherungen sind manchmal etwas wankelmütig

    und kreativ, wenn es darum geht, nicht (oder weniger) zahlen zu müssen.


    Ich hatte mal den Fall, da war unstrittig, dass die Versicherung bezahlen muss, aber die Gesellschaft war sich nicht einig, sprich die Abteilung in MA hat sich geweigert zu regulieren, weil nach deren Meinung die Abteilung in Ffm zuständig wäre, und die wiederum hat nicht reguliert, weil das ja eindeutig ein Fall für die Abteilung in MA wäre. Das hat sich über 1 Jahr hingezogen, und Dutzende Schreiben gingen hin und her, bis mein Anwalt dann beiden mit Klage gedroht hat.

    Damit war die Sache aber noch nicht beendet, denn dann stand plötzlich ein Gutachter der Gesellschaft vor der Tür, der natürlich der Meinung war, dass das Privatgutachten den Schaden viel zu hoch angesetzt hätte......und es ging in die nächste Runde.


    Es hat fast 2 Jahre gedauert bis der Schaden reguliert war, genauer gesagt waren es etwa 20 Monate. Seitdem setze ich bei Versicherungen gar nichts mehr voraus, schon gar nicht Logik oder kulante Schadensregulierung. Das ist halt der Unterschied zwischen der tollen Werbung im TV und der Praxis.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .