Asbest im Beton bzw. Abstandshaltern etc.?

  • Hallo alle,


    ich hätte eine Frage an die Experten hier.

    Wie oft wurde früher Asbest in Beton oder näher, Betonkellern verwendet?

    Ich habe einige Zeitungsartikel gefunden, in denen Abstandshalter aus asbesthaltigem Faserzement im Beton war oder die Fugen asbesthaltig waren.

    Wenn man das Innere der Betonwand nicht kennt und dort oft von aussen reinbohrt (zum Styropor befestigen), wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass man so einen Abstandshalter o. ä. trifft? Bzw. wie verbreitet waren diese?

    Hat da jemand Erfahrungswerte?

  • Das Maß der Verbreitung von Asbest-Zement-Abstandshaltern im früheren Betonbau kann ich nicht bewerten.


    Der Flächenanteil, auf dem man sie treffen könnte, ist bei Wänden aber eher im unteren einstelligen Promillebereich zu vermuten, wobei es von der geplanten Bewehrungsanordnung abhängt. Dass hiervon eine nennenswerte Gesundheitsgefahr ausgehen soll, kann ich mir kaum vorstellen, da die Fasern ja auch komplett gebunden sind. Durch die Anhaftung von Zementleim dürfte keine Lungengängigkeit der Fasern mehr gegeben sein.


    Auch die anderen Zuschläge des Betons könnten theoretisch je nach regionaler Herkunft eventuell zu einem Bruchteil gesundheitlich bedenklich sein. Ob es hierzu Untersuchungen gibt, bei denen auch noch die angewandte Bohrtechnik berücksichtigt wurde, weiß ich nicht.


    Ich halte laienhaft beim Bohren in Beton andere Umstände für deutlich gesundheitlich gefährlicher: Maschinenlärm, Vibrationen der Maschinen, Absturzgefahr, Absplitterungen ... Quetschgefahr bei der Maschinenhandhabung, von weiter oben herunterfallenden Werkzeuge oder Baustoffe. Erst, wenn ich all diese Gefahren unter Kontrolle habe, würde ich mir über den Bohrstaub von Abstandshaltern Gedanken machen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wer täglich damit konfrontiert wird, der mag sich hierzu Gedanken machen.

    Die paar Löcher die der Laie mal bohrt...................

    Ansonsten siehe Skeptiker

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Danke für die Antworten.


    Im Internet gibt es mehrere Berichte. Z. B. Mehrzweckraum eines Kindergartens, bei dem bei einer Probebohrung direkt ein solcher Abstandhalter getroffen wurde oder Tiefgaragen. In einer Tiefgarage mussten 70000 Abstandshalter einzeln entfernt werden, pro qm ca. 7. Die Wahrscheinlichkeit bei 100 Löchern zu treffen ist also schon nicht so klein.

  • In einer Tiefgarage mussten 70000 Abstandshalter einzeln entfernt werden, pro qm ca. 7.

    Weshalb mussten die entfernt werden? Solange sie vom Beton umschlossen sind und nicht gebohrt wird, geht keine Gefahr von ihnen aus!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Fragt sich, wer solche Berichte ins Netz stellt, wieviel Wahrheitsgehalt die haben oder wieviel weggelassen wurde.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Eben. Bei einer TG-Sanierung macht man die weg, wenn man eh einen Teil abfräst oder strahlt. Das muss man nicht auch noch extra betonen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich würde gar nicht bohren, schließlich könnte einem der Bohrhammer auf die Füße fallen. Das Risiko würde ich höher einschätzen als irgendeine Faser die sich in die Lunge verirrt.


    Arbeitsschutz ist wichtig, schließlich gibt es Menschen die tagtäglich solche Arbeiten ausführen. Nicht umsonst gibt es Atemschutzmasken usw. Wie hoch ist jedoch das Risiko wenn man alle Schaltjahre mal ein paar Löcher in die Wand bohrt?


    Ich würde mir auch mehr Sorgen um den Betonstaub an sich machen, als um ein paar Faserstückchen, die theoretisch darin enthalten sein könnten, schließlich ist die Staubmenge ein Vielfaches der Fasernanzahl. Wie Betonstaub reagieren kann wenn er mit der Feuchtigkeit im Körper in Berührung kommt, das dürfte ja bekannt sein. Wie der Körper auf solche "Eindringlinge" reagiert ist auch bekannt.


    Staub ist für den menschlichen Körper ein Problem, vor allen DIngen wenn er lungengängig ist, das wird niemand bestreiten. Deswegen ist es wichtig, dass man Schutzmaßnahmen trifft, und die Belastung so gering wie nur möglich hält. Das hat aber nichts damit zu tun, ob es sich dabei um Bruchstücke von Asbestfasern handelt, denn die Belastung durch sonstige Stäube ist viel höher.

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