Elektroinstallation

  • Ich habe bei einer Kreuzschaltung die Leuchtmittel einer Lampe von normalen Glühlampen auf LED-Leuchtmittel gewechselt (3 Stück LED je 80 Lumen). Nach dem Ausschalten der Lampe ist in der Dunkelheit ein leichtes Leuchten der LED erkennbar. Beim Messen mit einem Strommessgerät konnte ich eine geringe Spannung feststellen (Höhe der Spannung mit meinem Messgerät nicht ermittelbar). Ich hätte gern gewusst, ob dies bei Kreuzschaltungen normal oder dies bedenklich ist und ich etwas ändern muss.

  • bei paralleln Leiter (Prinzipbedingt bei der Kreuzschaltung) wird eine gewissen Menge an Energie von dem Spannung führenden auf den nicht Spannung führenden Leiter eingekoppelt, das ist auch beim Betrieb mit Glühfaden-Leuchtmitteln der Fall, nur sieht man es da nicht. LED leuchten schon bei minimalen Strömen.


    => Unbedenklich.

    Stört das Glimmen, muss man die Energie anderweitig "vernichten". Dafür gibts spezielle Bausteine..

  • Hallo,


    bei Kreuz- und auch bei Wechselschaltungen liegen die beiden alternativ stromführenden Adern auf einer längeren Strecke parallel und bilden damit einen Kondensator. Da es ja um Wechselstrom geht, fliesst ein sehr geringer Strom, der aber für LED-Leuchtmittel ausreicht.


    Dieses Problem haben sehr viele. Bei uns hängt z.B. ein Nachtlicht an einer Wechselschaltung... das leuchtet auch ständig ganz schwach vor sich hin.


    Eine schöne Lösung ohne größeren Umbau gibt es nicht... mit einem Widerstand wirst du auch nicht weit kommen, zumal nicht ganz ungefährlich, da im eingeschalteten Zustand die volle Spannung draufliegt und natürlich Abwärme entsteht. Ein Bekannter hat es sehr pragmatisch gelöst: Bei ihm ging es um mehr als drei parallel geschaltete Leuchtmittel... er hat einfach eines davon als Glühlampe gelassen. Das reicht vollkommen aus, um diese Restspannung kurzzuschliessen.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Stört das Glimmen, muss man die Energie anderweitig "vernichten". Dafür gibts spezielle Bausteine..

    Das ist der richtige Ansatz. Man schaltet eine Grundlast zwischen L und N und das Glimmen hat ein Ende.


    Anstatt ein Grundlastelement (meist ein PTC) einzusetzen, würde ich einen einfachen Kondensator verwenden. Hierfür eignen sich Typen mit einer Kapazität zwischen ca. 100nF und 470nF. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Problem mit dem Glimmen auch mit kleineren Typen gelöst wird, aber wer weiß, über welche Strecken hier Adern parallel verlaufen.


    Rechnen wir mal einen 220nF Kondensator:


    Xc = 1/(2 * Pi * f * C)


    Xc = 1/(2 * 3,1415 * 50Hz * 220nF)


    Xc = 14469 Ohm oder 14,469 kOhm


    I = U / R


    I = 230V / 14469 Ohm


    I = 0,015896 A oder 15,896mA


    Da es sich bei einem Kondensator um eine kapazitivie (komplexe) Last handelt, haben wir keinen nennenswerten Wirkwiderstand. Wer es genau wissen möchte, der kann jetzt noch mit dem Verlustfaktor weiterrechnen, oder halt komplex mit Real- und Imaginärteil. Alternativ einfach mit P = U * I überschlagen


    P = U * I = 230V * 15,896mA = 3,65W


    Die Größenordnung zeigt uns, dass man hier nicht einfach irgendeine Bauform wählen sollte, denn auch Kondensatoren können sich erwärmen.


    Der Eli wird einen bedrahteten X2 Kondensator einsetzen, und dann ist das Thema erledigt.


    Vielleicht noch als Ergänzung:


    Es gibt auch sogenannte "Entstörfilter", im einfachsten Fall bestehend aus einem X-Kondensator und zwei Y-Kondensatoren. Diese können an sich auch eingesetzt werden. Hier sollte man aber bedenken, dass aufgrund von EMV Vorgaben, solche Y-Kondensatoren, also Kondensatoren zwischen L und PE sowie N und PE, in fast allen Geräten verbaut sind. Deren Kapazität liegt meist im Bereich 1-3nF, und diese führt zu einem "Ableitstrom".


    Was bei einer geringen Anzahl noch problemlos ist, kann bei Dutzenden solcher Entstörfilter problematisch werden, weil dadurch schnell die Ansprechgrenze der RCD in der Installation überschritten wird.

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  • Früher hat man das ganz einfach, ohne viele Worte, mit Induktion erklärt. ;)

    Ich würde die Schaltung umbauen und nen Eltaco einbauen. Dann bist Du das Problem los. Das macht der Elektriker deines Vertrauens.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Naja, kommt darauf an wie die Installation ausschaut und wo die Lampe ist. Das müsste sich der Elektriker vor Ort anschauen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • um es kurz zu machen, ein Stoßstromschalter hilft hier nicht weiter, evtl. wenn man ihn direkt am Leuchtmittel platzieren würde.

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  • andere Schaltung ändert nicht die Physik!

    natürlich kann sie das...

    Wenn aufgrund einer geänderten Schaltung verhindert wird, dass Adern auf längerer Strecke parallel liegen, die Spannung führen bzw. nicht, dann gibts auch keine oder kaum mehr ungewollte Energieübertragung.


    Je nach Verdrahtung der Schaltung und Patz für den Stromstoßschalter könnte das auch zum Ziel führen.

  • Wenn durch eine Stromstossschaltung ab dem Relais keine dauerhaft spannungführenden Leitungen mehr parallel liegen dann ist das Problem gelöst.

    Schon mal ein anderes Leuchtmittel getestet?

  • Ich danke für die regen Zuschriften. Eigentlich stört es nicht, aber meine Frau hat mich gefragt, ob von der ständig glimmenden LED eine mögliche Gefahr ausgehen könnte. Somit konnte sie beruhigt werden. Vorher wurden normale Glühlampen verwendet, wo, wie schon berichtet, dies nicht auffiel. Einen großen Aufwand in der Beseitigung des "Glimmens" möchte ich nicht durchführen lassen - wie gesagt, meine Frau ist nun beruhigter.

    Vielen Dank für die Info :thumbsup: