relevanter Kennwert Steindruckfestigkeit

  • Bei der Übernahme eines unfertigen Rohbaus durch einen neuen Rohbauunternehmer zum Weiterbau nach mehrjährigem Baustillstand soll zur Sicherheit aller Beteiligten die Steindruckfestigkeit des vorhandenen KS-Mauerwerks geprüft werden. Dieses war 2,5 Jahre voll der Witterung ausgesetzt, auch leichten Frösten. Ein Baustofflabor wurde beauftragt, die Steindruckfestigkeitsklasse des Materials anhand von mind. 3 Proben aus verschiedenen Höhenlagen zu ermitteln. Da die hier relevante Klasse 20 einen großen Druckfestigkeitsbereich abdeckt, wäre es vermutlich hilfreich, nicht nur die Festigkeitsklasse, sondern einen konkreten Messwert ermitteln zu lassen. Aber welcher ist zu wählen? Der zuständige Statiker weiß nicht so recht, welcher Wert genau zu messen ist und das Prüflabor schreibt, es werde nach DIN EN 771-02 prüfen, wurde auch entsprechend beauftragt.


    Nach diesem Link vom Herstellerverband scheint der niedrigste Einzelwert die SFK zu definieren. Habe ich das soweit richtig verstanden und wiedergegeben? Wenn nein, was ist anders?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • zusammenfassendes Ergebnis:


    Die Zuordnung zu einer SFK erfolgt immer nur nach mind. drei Messergebnissen. Die Streuungsbreite der Messungen zur SFK ist bei KSV ganz erheblich (hier: zwischen 24,4 und 41,3 N/mm2). Die Zuordnung erfordert deshalb nach aktueller Norm immer mind. 3 Proben, um eine SFK festlegen zu können.


    Interessantes und nicht unerwartetes Ergebnis der Messungen: Feuchte KSV-Steine über zwei Winter voll Bewitterung außen zu lagern, führt bei diesen gegenüber trockener oder teilweise bewitterter Lagerung zu einer messbaren Verringerung ihrer Druckfestigkeit. Abhängig von der Häufigkeit und vom Grad eines Frosteinflusses kann der Druckfestigkeitsverlust kritisch sein. Eine belastbare Aussage hierzu erfordert mind. drei Messungen, s.o..

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Und wie sieht es nun bei deinem Bau aus? Muss der abgerissen und neu gemauert werden?

    Das Mauerwerk des untersuchten obersten Geschosses erreicht nach Bewertung des Prüfingenieurs die benötigte Steinfestigkeitsklasse 20 und kann deshalb weiter genutzt werden.


    An den einzelnen Messergebnissen ist aber ablesbar, dass die Steine etwas an Druckfestigkeit eingebüsst haben und zwar um so mehr, je nasser sie dauerhaft waren. Also: KS-Steine gehören trocken gelagert.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich hatte mal eine Baustelle, da war Rohdichteklasse 2.0 vorgeschrieben. Der digitale Aufdruck auf der Pallettenfolie (1,8) war mit Folienschreiber durchgestrichen und auf 2.0 abgeändert worden.

    Mein Vorschlag einer Rücksendung ans Werk wurde mit Prüfberichten gekontert, in denen die passenden Werte enthalten sein sollen.


    --

    Hier war für die Druckfestigkeitsklasse 12 in der Tabelle angegeben

    Sollmittelwert >= 15 N/mm²

    Solleinzelwert >= 12 N/mm²


    Als Prüfgrundlage wurde die DIN V 106-1:2003-02 genannt.

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    Die uns gelieferten Steine waren quasi Ausschuss, weil die Sollwerte der Rohdichte (von x,xx bis y,yy) nicht eingehalten wurden. Alle lagen darüber. Deshalb stand im Prüfbericht "Anforderungen erfüllte: ja/nein. Es waren keine 1.8er Steine. Der 1.8er-Test wurde nicht bestanden. Also wurden Sie als 2.0er Steine verkauft. Aber ohne sie auf 2.0er Rohdicht zu testen und demnach ohne gültiges Prüfzeugnis.

    Gruß
    Holger
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    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)