PV über Miet- oder Eigenteil

  • Guten Tag.

    Ist es nun Forum Heizung (regenerative Energien) oder Elektro...


    Frage: Wenn man eine PV Strom Anlage installieren möchte, wie sollte man es bei den unten aufgeführten Umständen machen, dass es sich "am meisten rentiert" (für den der es bezahlt)? Wieviel am Ende überhaupt rausspringen könnte, würde ich dann später hier (versuchen) vorzurechnen.

    Situation:

    Ein Gebäude. Ein Teil selber genutzt, ein Teil zur Vermietung. Seperate Versorgeranschlüsse jeweils. Ein fast flaches Dach, eigentlich ohne Beschattung. Vllt. etwas Schatten im Winter, wenn Sonne tief steht. Werde da aktuell drauf achten, ob man schon was erkennt.

    Ah, jeder Teil hat eine eigene LW-WP. Kein Akku geplant (rentiert sich wohl nicht, gefühlsmäßig).


    Kann man da direkt sagen, stell/schließe es hier oder da hin dann ist es am besten?

  • Kann man da direkt sagen, stell/schließe es hier oder da hin dann ist es am besten?

    Kann man nicht.


    Prinzipiell solltest Du die PV für DEINE Verbaucher nutzen, dann gibt es auch keine Probleme mit der Abrechnung mit Mietern.

    Ob sich das rechnet, das hängt von sehr vielen Faktoren ab, Kaufpreis, Montagepreis, Anlagengröße, Verbraucher (Nutzung steuerbar?) usw. usw.


    Wenn der VNB als Abnehmer nicht zur Verfügung steht, zumal es nur noch ca. 11,5Ct./kWh an Einspeisevergütung gibt, bleibt nichts anderes übrig als den Strom selbst zu verbrauchen. Das wiederum erfordert aber Abnehmer, die dann Strom benötigen wenn die PV ANlage Strom liefert, ansonsten müsste man wieder teuer zwischenspeichern.

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  • Strom den Mietern gegen Entgelt zur Verfuegung zu stellen ist u.U. problematisch da man meines Wissens damit zum Energieversorger wird. Mann muss also auch jederzeit Strom liefern koennen und dann ggf. (z.B. wenn die Sonne mal nicht scheint) zukaufen. Das mach es derzeit leider extrem unattraktiv Solarstrom zu teilen. Ausserdem muss man Messstellen vorhalten, und die Mieter sind natuerlich frei in der Wahl Ihres Stromanbieters. Sie koennten also auch dankend ablehnen...

  • Der Mieter muss zusätzlich einen Vertrag mit dem Versorger abschließen, d.h. er bezahlt den Versorger für den von ihm gelieferten Strom und den Vermieter, der natürlich für den PV Strom auch alle notwendigen Messeinrichtungen bereitstellen muss. Warum sollte der MIeter das machen? Nur wenn der Strom vom Vermieter deutlich günstiger ist.

    Sollte der Mieter dankend ablehnen, dann hat der Vermieter ein Problem, denn er kann den Mieter nicht zur Abnahme zwingen, und für die Einspeisung kriegt er nur die ca. 11,5Ct./kWh.


    Bei der Abrechnung des PV Stroms wird es kompliziert, da der Vermieter nun gewerblich handelt, Einnahmen zu versteuern sind, USt. spielt auch eine Rolle, usw. Da m,üssen vorher einige Fragen geklärt werden (Kleinunternehmerregelung oder USt. oder.......)


    Zuerst aber sollte man sich einmal überlegen, wieviel PV Strom man überhaupt selbst verwerten kann, denn damit steht oder fällt das gesamte Konzept. Für einen privaten Haushalt mit vielleicht 3.000 oder 3.500kWh Jahres"verbrauch" wird es schon eine Herausforderung, davon 1.000kWh durch selbst erzeugten PV Strom zu decken. MIt einer Wärmepumpe kann man da etwas nachhelfen, aber auch die WP benötigt den meisten Strom zu den Zeiten, an denen eine PV Anlage nicht gerade durch hohe Erträge glänzt. Möchte man Erträge kurzfristig zwischenspeichern, langfristige Speicher wären unbezahlbar, dann erfordert das weitere Investitionen.


    In einem privaten Haushalt, gönnt sich eine WP vielleicht um die 2.500kWh el. pro Jahr, den Großteil während der kalten Wintermonate, mit meist kurzer Sonnenscheindauer pro Tag. Im Sommer für die WW Erzeugung genügen um die 2 kWh el. pro Tag für eine typ. Familie.


    Haushaltstrom liegt bei uns bei typ. 8-12kWh pro Tag, in den Sommermonaten meist nur zwischen 6kWh und 8kWh pro Tag. Bei den 8-12kWh pro Tag im Winter, sind auch noch 3,5-4,5kWh für die Heizungsanlage enthalten.

    Der größte Anteil hat der Zeitraum morgens zwischen 05:00 Uhr und 07:00 Uhr, sowie abends so nach 19:00 Uhr. An den Wochenenden oder Feiertagen werden der Backofen und Herd auch mal am Nachmittag genutzt, das gilt auch für die WaMa, aber die meisten Tage des Jahres ist das halt nicht der Fall.


    Tagsüber pendelt die Leistungsaufnahme meist so zwischen 50W und 300W, je nachdem ob gerade Gefrierschrank, Kühlschrank, oder beide gemeinsam in Betrieb sind. Im Winter liegt die Leistungsaufnahme etwas höher, da dann auch die ganzen Pumpen der Heizungsanlage in Betrieb sind. Die ganzen stand-by Verbraucher spielen kaum noch eine Rolle. Die Leistungsaufnahme steigt natürlich wenn dann Staubsauger, Föhn, oder halt Backofen/Herd genutzt werden, aber wer rennt schon mehrere Stunden mit dem Staubsauger durch die Bude? Im Winter steigt die Leistung zudem an sobald der Ölbrenner in Betrieb geht.


    Es ist also ziemlich schwierig für den Strom einer PV Anlage kontinuierlich Abnehmer zu finden, erst Recht im Sommer.


    Ich kann jedem nur empfehlen, seinen (zu erwartenden) Stromverbrauch genauer zu analysieren, denn schließlich geht es auch darum, ob man evtl. das Nutzerverhalten etwas optimieren kann, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Letztendlich wird man aber feststellen, dass man nicht seinen kompletten Tagesablauf auf den Kopf stellen kann, nur damit die PV Anlage genügend Abnehmer für den erzeugten Strom hat. Dann stellt sich die Frage, ob man in einen Speicher investieren möchte, welche Kosten dafür anfallen, und ob sich diese Kosten überhaupt rechnen können. Dabei spielen dann so Dinge wie Speicherkapazität, Lebensdauer eine wichtige Rolle.

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