Sanierung feuchter Kellerräume

  • Hallo liebe Gemeinde,
    ich habe ein paar Fragen zum Thema Sanierung meiner Kellerräume, da ich 2 Angbote eingeholt habe, die sich unterscheiden.


    Infos zum Haus:


    Haus von 1972, Mauerdicke von außen (24cm) und ein 7 cm Stein.

    Bitumenschicht von außen hat sehr wahrscheinlich Risse.


    Rund um das Haus wurde damals ein kleiner Spalt mit kleineren Steinen aufgefüllt


    Die Kellerräume sind (am Wochenende) bewohnt und haben jeweils Fenster, die obenerdig sind.

    Insgesamt gibt es eine Deckenhöhe von 2,20m im Keller, davon sind ca. 1,40m unter der Erde. Die Fenster sind ca. 50 cm hoch.


    Die Tür der Kellerräume (nach oben) steht nicht mehr offen, so dass eine Zirkulation mit dem oberen Teil des Hauses nur noch gezielt stattfindet.

    Angrenzend an die Kellerräume wurde eine Terrasse verbaut.


    Problem:


    Die Kellerwände sind teilweise nass – gemessen mit einem Gann Compact B (bis 100), der teilweise Werte von 100, größtenteils aber bei ca. 30 bis 60 zeigte.


    Vertreter beider Firmen sagten bei ihrer Besichtigung, dass am Putz nur Salz und kein Schimmel zu sehen ist.

    Vor einem Jahr war noch eine Holzvertäfelung mit kleinen Leisten und einem Zwischenspalt von 1cm zwischen Holzleiste und Wand angebracht - diese ist inszwischen gewichen.

    Auch oben und unten wurde ein Abstand von 2cm bei der Holzvertäfelung zur Entlüftung gelassen.


    Eine Firma hat ebenfalls Messungen mit einem TROTEC T660 durchgeführt und kamen ebenfalls zu dem o.g. Ergebnis.



    Vermutungen der nassen Wände:


    1. Vermutung:

    Die Silikonschicht zwischen Terrasse und Hauswand hatte Risse und musste erneuert werden, dadurch ist Wasser ins Mauerwerk gelangt, welches sich dort staut.

    Die Einfachverglasungen haben Wasser durch die Scheibe gedrückt und sind über die Fensterbanksteine (innen) hinter die Holzvertäfelung gelaufen und ins Mauerwerk gezogen.

    --> Abdichtung mit neuer Bitumenschicht hat nichts gebracht, da das Wasser von unten "vom Sockel" kommt.


    2. Vermutung (2 Bautenschutzfirmen)


    Wasser kommt durch undichte Bitumenschicht; Salzkristalle sind zu sehen; Substanzschädigung ist noch im Anfangsstadium.

    1. Firma: möchte von Außen abdichten; Terrasse aufgraben; rund ums Haus aufgraben; neue Bitumenschicht auftragen --> kann für mich nur letzter Schritt sein

    2. Firma: möchte von Innen abdichten; mit Dichtschlemme, Sanierputz


    Die Firma für die Innenabdichtung hat folgende Zertifizierung:


    Bauwerksabdichtung mit TÜV-Prüfung; KMB-Schein (Abdichten mit kunststoff-modifizierten Bitumendickbeschichtungen); SI-Schein; WHG 19 Schein; Zertifikat Injektionstechnik mit TÜV-Prüfung

    Bei der Besichtigung sind Messungen mit einem TROTEC T660 durchgeführt


    Fazit, wie vorher mit meinem Gerät von Gann Comapct B, ist die Außenwände sind sind feucht bis nass.


    Es sollen fast ausschließlich Produkte der Firma Hey'di verwendet werden.



    Geplantes Vorgehen der Firma :


    - Putz abstemmen und lose Fugenbestandteile auskratzen


    - Herstellen einer Salzbremse mit Hey di Antisulfat


    - Herstellen einer Flächenabdichtung mit Hey di K11 Sulfatex Schlämme und Haftemulsion


    - Auftragen eines Spritzbewurfes aus MG III als Haftbrücke


    - Wandfläche mit Hey di Sanierputz als letzte Lage verputzen und abreiben



    - Rapputz aus Trasszementmörtel herstellen



    - Esstrichanschluss im Bereich der abzudichtenden Außenwand 20cm abstemmen und Fliesenreihe ausbauen und wie in den vorherigen Positionen abdichten



    Ist das Vorgehen aus Expertensicht sinnvoll und sind die verwendeten Materialen aus ihrer Sicht ausreichend?



    Ich habe noch ein bisschen recherchiert und folgende Vorgehensweise mit den Hey di Produkten gefunden:



    --> Empfehlung eines anderen Anbieters


    hZZp://hoening-bauchemie.de/wp-content/uploads/heydi_systeme_der_abdichtungstechnik_1.pdf



    Vielen Dank für die Einschätzungen.


    Ich stelle nachher noch Fotos von den Räumlichkeiten ein



    VG










  • Werden die Räume ausreichend beheizt und gelüftet?

    Wie verläuft die Feuchtigkeit? (primär an Fensterleibungen oder Raumecken, im Sockelbereich, oder mitten in den Wandflächen)


    Vielleicht sollte man einmal etwas tiefer in der Wand messen. Kommt das "Wasser" von aussen, dann ist die Wand meist auch in der Tiefe feucht. Handelt es sich überwiegend um Feuchtigkeit an der Oberfläche (bis x cm tief), dann könnte das ein Anzeichen dafür sein dass hier Raum(luft)feuchte kondensiert. Das kann passieren, wenn Räume über längere Zeiten nicht genutzt werden, und das Heizen und Lüften eingestellt wird.


    Ursachenforschung ist wichtig, bevor man für viel Geld saniert. Ich möchte nicht ausschließen, dass das Wasser von außen kommt, es wäre auch eine Kombination aus Feuchtigkeit von außen und innen denkbar, deswegen ist es richtig, dass man der Sache auf den Grund geht.

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    .

  • >Werden die Räume ausreichend beheizt und gelüftet?

    Ja werden beheizt und ebenfalls auch belüftet; da regelmäßig an den Wochenenden bewohnt.


    >Wie verläuft die Feuchtigkeit? (primär an Fensterleibungen oder Raumecken, im Sockelbereich, oder mitten in den Wandflächen)

    Ich mache noch Fotos; nur an der Wand als Salzkristalle - sowohl an den Ecken, als auch zentral zu sehen - sehr nass ist es aber zwischen Übergang Esstrich/Fliesen und Wand -. Fenster beschlagen nicht - ist eine Einfachverglasung.

  • Ja werden beheizt und ebenfalls auch belüftet; da regelmäßig an den Wochenenden bewohnt.

    d.h. es wird täglich geheizt und gelüftet? oder nur am Wochenende?


    Hintergrund meiner Frage, wenn so ein Raum über mehrere Tage unbeheizt bleibt, dann fällt die Raumtemperatur im Winter locker auf 15°C und weniger. Das führt zu kalten Wänden, und sobald am Wochenende die Gäste kommen, und Feuchtigkeit in den Raum bringen, gibt das Kondensat an den Wandoberflächen. Kann dieses Kondensat nicht mehr rücktrocknen, dann ist der Ärger vorprogrammiert.


    Übergang Estrich zur Wand ist mit eine der kältesten Ecken, da beide Stellen mehr oder weniger ungedämmt im Erdreich liegen. Wird der Raum über einen Heizkörper beheizt, dann werden sich diese Stellen nicht ausreichend erwärmen, schon gar nicht, wenn nur sporadisch geheizt wird. Während der Anteil der Wand über dem Erdreich zumindest sporadisch vielleicht noch von etwas Sonnenstrahlung profitieren kann, bleiben die Stellen im Erdreich dauerhaft "kalt"


    Das wäre aber auch eine Stelle an der von außen Wasser eindringen könnte. Übergang Bodenplatte zur Kellerwand, wenn da nicht sauber gearbeitet wurde, dann ist das eine Schwachstelle. Diese hätte sich aber vermutlich schon viel früher gezeigt, und nicht erst nach knapp 50 Jahren.


    Wenn Wasser von außen eindringt, dann ist eine Abdichtung "innen" nur die zweite Wahl. Besser wäre es die Wand von außen öffnen zu lassen und die Abdichtung zu erneuern. Bevor man das in Angriff nimmt, sollte aber geklärt sein, woher die Feuchtigkeit kommt. Das ist auch nichts, was man mal so nebenbei in Eigenleistung machen kann.

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  • Wenn Wasser von außen eindringt, dann ist eine Abdichtung "innen" nur die zweite Wahl.

    wenn die zuerst gemacht wird ist es ja kein problem , der richtige schritt

    kann für mich nur letzter Schritt sein

    wird ja dann zuletzt , als letzter schritt erledigt .....:eek:


    ob man sich die kosten für den ersten sparen sollte ? ich würde es tun ......:D

    Übergang Bodenplatte zur Kellerwand, ............................................... ist das eine Schwachstelle.

    und die ist von innen so gut wie nicht sanierbar

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Frageliste:

    1. Welcher Lastfall nach DIN 18533 liegt vor?
    2. Was sind die vorgefundenen Wandbaustoffe? (Ziegel, Kalksandstein, Betonstein, Leichtbetonstein mit Hohlraum ...)
    3. Welches Material hat 24 cm Stärke, welches 7 cm und was ist dazwischen?
    4. Gibt es im Aufbau der Wand eine Wärmedämmung? Wenn ja, aus welchem Material und mit welcher Stärke?
    5. Wie ist der Boden des UG aufgebaut?
    6. Existieren Horizontalsperren in den / unter den Wänden?
    7. In welchen Feuchtegehalt (in Masseprozent) wurden die Messwerte der dielektrischen Messung umgerechnet?
    8. Wurden zur festgestellten Feuchte ein horizontales Feuchteprofil für alle Kellerwände und exemplarisch für je eine Außen- und eine Innenwand ein vertikales Profil erstellt? (Kurz: Sind alle Wände nass? Wie verteilt sich die Feuchte über deren Wandhöhen?)
    9. Wie verteilt sich die Feuchte in den Wandquerschnitten? (Die genannten Geräte messen nur eine Tiefe von 2-5 cm!)
    10. Werden die betroffenen Räume ständig beheizt oder nur während des Wochendaufenthalts?
    11. Wurde die relative Luftfeuchte des Raumes in der Raummitte und nahe der Wandoberflächen in verschiedenen Höhen gemessen? Bei welcher Raumlufttemperatur? Mit welchem Ergebnis?

    (Fragen nachträglich erweitert)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Fragen erweitert

  • ...

    Ja werden beheizt und ebenfalls auch belüftet; da regelmäßig an den Wochenenden bewohnt.

    ...

    ...und in den Wochentagen dazwischen?


    Wie sind die Wandtemperaturen?


    Mal die Feuchtigkeit richtig messen und lokalisieren. Die Hydromette kann nur schätzen, dass es an der betrachteten Stelle feuchter als an einer Referenzstelle ist.

    Mit einer Leitfähigkeitsmessung an der Oberfläche und selbe Stelle ein paar Zentimeter tief in der Wand kannst Du einwandfrei feststellen, ob die Feuchtigkeit von außen kommt oder es Kondensfeuchte ist. Auf Letzteres deutet Deine bisherige Beschreibung hin.

    Ausführende Firmen sind in solchen Fällen denkbat schlechte Ratgeber, die finden die Ursache mit Sicherheit gerade da, wofür sie eine Technologie haben.

    Wer nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • <d.h. es wird täglich geheizt und gelüftet? oder nur am Wochenende?


    Es wird durchgehend geheizt ca. 18-19 Grad; Hygrometer steht bei ca. 50 -60% und am Wochenende wird die Temperatur auf 19-20 Grad gehalten.

    Mit Frischluft von Draußen wird regelmäßig nur am Wochenende gelüftet ; innerhalb der Woche findet eher ein Luftaustausch mit dem Obergeschoss statt.

    Die Kellerräume sind als bewohnbare Zimmer eingerichet - ich schlafe aber seit ca. 8 Jahren nicht mehr dort.


    Die Fotos sind ca. 1 Jahr alt; heute sehen die Salzkristalle genau so aus.

  • >Und da wohnt ein Mensch?


    nur ein Aufenthaltszimmer am Wochenende; zuvor war dort eine Holzvertäfelung davor und es war vor 8 Jahren auch jahrelang auch mein Schlafzimmer.

    Wie lange es schon so aussieht kann ich leider nicht sagen; beide Firmen sagten mir, dass es kein Schimmel sei - aber fürs Mauerwerk gravierend schlecht sei, wenn es so bleibt.

  • Also konvektionslose, nicht mit einer Dampfsperre versehene Hohlräume auf der warmen Seite einer ungedämmten Wand in einem Raum mit hohem Feuchtigkeitsanfall (Schlafzimmer)?


    Herzlichen Glückwunsch, dass noch kein sichtbarer Schimmelpilz wächst!


    Kannst Du, smiley33 bitte noch meine Fragenliste beantworten?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wie Zitiere ich richtig? Bitte beherzigen smiley33 Das ist zuträglich für die Struktur des Themas und das vernünftige Antworten auf deine Fragen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Die Fotos sind ca. 1 Jahr alt; heute sehen die Salzkristalle genau so aus.

    Wenn es im Laufe des Jahres keine Veränderung gab, dann könnte man vermuten, dass die Ursache "beseitigt" ist.

    Was wurde geändert? Am Wetter hat sich nichts verändert, von außen wurde an der Wand auch nichts gemacht......es wurde aber die raumseitige Beplankung beseitigt und es erfolgte in der Zeit wohl keine Nutzung als Wohn-/Schlafzimmer, also kaum noch Feuchteeintrag in den Raum.


    Ich spekuliere mal. Ich könnte mir vorstellen, dass die Wände gerade austrocknen, was man noch etwas unterstützen könnte. Wäre die äußere Abdichtung defekt, dann müssten sich weiterhin richtig feuchte Stellen zeigen, auch wenn der Sommer relativ trocken war. Zwischenzeitlich gab es ja zumindest etwas Regen.

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  • Frageliste:

    1. Welcher Lastfall nach DIN 18533 liegt vor?
    2. Was sind die vorgefundenen Wandbaustoffe? (Ziegel, Kalksandstein, Betonstein, Leichtbetonstein mit Hohlraum ...)
    3. Welches Material hat 24 cm Stärke, welches 7 cm und was ist dazwischen?
    4. Gibt es im Aufbau der Wand eine Wärmedämmung? Wenn ja, aus welchem Material und mit welcher Stärke?
    5. Wie ist der Boden des UG aufgebaut?
    6. Existieren Horizontalsperren in den / unter den Wänden?
    7. In welchen Feuchtegehalt (in Masseprozent) wurden die Messwerte der dielektrischen Messung umgerechnet?
    8. Wurden zur festgestellten Feuchte ein horizontales Feuchteprofil für alle Kellerwände und exemplarisch für je eine Außen- und eine Innenwand ein vertikales Profil erstellt? (Kurz: Sind alle Wände nass? Wie verteilt sich die Feuchte über deren Wandhöhen?)
    9. Wie verteilt sich die Feuchte in den Wandquerschnitten? (Die genannten Geräte messen nur eine Tiefe von 2-5 cm!)
    10. Werden die betroffenen Räume ständig beheizt oder nur während des Wochendaufenthalts?
    11. Wurde die relative Luftfeuchte des Raumes in der Raummitte und nahe der Wandoberflächen in verschiedenen Höhen gemessen? Bei welcher Raumlufttemperatur? Mit welchem Ergebnis?

    (Fragen nachträglich erweitert)

    1. kann ich nicht bestimmen --> woher kann ich diese Information über die Abdichtung von erdberührten Bauteilen bekommen?

    Dies war sicher in den 70ern noch kein Standard.


    2. Sollte Kalksandputz und Kalksandstein sein; werde aber etwas vom Putz abschlagen und neue Fotos einstellen


    3. siehe Nr. 2 --> neue Fotos


    4. Nein, ist mir nicht bekannt und da seit den 70ern nichts verändert wurde. Bzw. nur ausgebessert wurde, da definitiv die Wand mal neu verputzt wurde.

    Siehe daher auch Schritt unterhalb der Fragen - da ich nicht weiß welche Materiallien verwendet wurden


    5. In welchen Unterlagen kann ich das finden, z. B. in der Baubeschreibung.


    6. Nein, zumindest wurden keine nachträglich vorgenommen


    7. Geräte waren Gann Compact B --> Werte zwischen 40 - 90; TROTEC T660 --> Werte zwischen 80 - 150. Zur Umrechnung kann ich nichts sagen.


    8. Nein, nur von Innen wurde gemessen; Werte in den Ecken deutlich höher zB. 90 "Übergang Fliese und Wand", als an denn restlichen Punkten an den Wänden.

    Daher auch die Vermutung, dass es von unten drückt. Je höher desto niedriger der Wert. Siehe Flecken auf den Fotos.


    9. Werde bestimmte Stellen freilegen und nochmal am Stein direkt messen. Liefere Fotos nach.


    10. Es wird durchgehend geheizt ca. 18-19 Grad; Hygrometer steht bei ca. 50 -60% und am Wochenende wird die Temperatur auf 19-20 Grad gehalten.

    Mit Frischluft von Draußen wird regelmäßig nur am Wochenende gelüftet ; innerhalb der Woche findet eher ein Luftaustausch mit dem Obergeschoss statt.

    Die Kellerräume sind als bewohnbare Zimmer eingerichet - ich schlafe aber seit ca. 8 Jahren nicht mehr dort.


    11. Nein bisher nicht; ich liefere die Ergebnisse nach. Habe den Hygrometer "z. B. aufm Schreibtisch" stehen..


    Bitte schauen Sie sich einmal die Materialen, die Firma 2 verwenden möchte, an; ich werde erstmal versuchen, mit diesen Materialen die Wand neu abzudichten. Dann kann ich immer noch für 30 TEUR alles aufgraben lassen.

  • Wenn es im Laufe des Jahres keine Veränderung gab, dann könnte man vermuten, dass die Ursache "beseitigt" ist.

    Was wurde geändert? Am Wetter hat sich nichts verändert, von außen wurde an der Wand auch nichts gemacht......es wurde aber die raumseitige Beplankung beseitigt und es erfolgte in der Zeit wohl keine Nutzung als Wohn-/Schlafzimmer, also kaum noch Feuchteeintrag in den Raum.


    Ich spekuliere mal. Ich könnte mir vorstellen, dass die Wände gerade austrocknen, was man noch etwas unterstützen könnte. Wäre die äußere Abdichtung defekt, dann müssten sich weiterhin richtig feuchte Stellen zeigen, auch wenn der Sommer relativ trocken war. Zwischenzeitlich gab es ja zumindest etwas Regen.

    Evtl. durch die neue Bitumenschicht auf der der Terrasse. Raumtrockner wurde danach aufgestellt - Feuchtigkeitswerte gingen danach leicht zurück bzw. blieben auf gleichem Niveau.

  • 7. Geräte waren Gann Compact B --> Werte zwischen 40 - 90 ... Zur Umrechnung kann ich nichts sagen.

    1. Die Hydromette Compact B zeigt "Digits" an, also einfach nur "Anzeigeeinheiten". Diese müssen baustoffabhängig umgerechnet werden. Je nach gemessenem Baustoff können die hier angezeigten Werte eine Baustoffeuchte zwischen ca. 2 und über 7 Masseprozent bedeuten. Und das kann je nach Baustoff "trocken" bis "patschnass" bedeuten. Ohne Wissen über die Wand- und Bodenbaustoffe kann aber keine Umrechnung erfolgen. Ohne eine Umrechnung sind diese Werte also völlig aussagelos. Verwendbar sind sie allenfalls im Vergleich über die gesamte Wandhöhe und Wandlänge!
    2. Die Hydromette Compact B ist lt. Herstellerangabe nur als Indikator für die Feuchteverteilung in Bauteilen und zur groben Abschätzung von Bauteilfeuchte geeignet. Also selbst wenn man die Materialien und ihre Umrechnungsfaktoren kennt, erfordert eine verlässliche und verwendbare Messung andere Messmethoden und -geräte.
    3. Immer ist auch die Oberflächen- und Lufttemperatur unmittelbar an der Wandoberfläche und die rel. Luftfeuchte zu messen. Das haben die beiden Anbieter nicht gemacht. Von den hier zitierten Aussagen zur Wandfeuchte ist deshalb schon methodisch nicht viel zu halten. Hierauf dann aber eine Sanierungsempfehlung aufzubauen ist :glaskugel:- seherei und meiner Meinung nach wenig seriös.
    4. Möglicherweise liegt in Deinem Fall (auch) ein ganz anderes Problem als von unten / außen eindringende Feuchtigkeit vor, nämlich Kondensation. Ohne Messungen der Oberflächen- der und der Lufttemperatur unmittelbar an der Wandoberfläche lässt sich dazu aber weiter nichts sagen.

    Zu den anderen Punkte melde ich mich später noch einmal.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • 2. Sollte Kalksandputz und Kalksandstein sein; werde aber etwas vom Putz abschlagen und neue Fotos einstellen


    3. siehe Nr. 2 --> neue Fotos


    5. In welchen Unterlagen kann ich das finden, z. B. in der Baubeschreibung.


    2. Kalksandstein KSL 150 /II

    siehe Fotos (10, 10,5) der technischen Zeichnung Fundament / Sockel für den unterkellerten Bereich des Hauses


    3. Nachmessen der Wände hat ergeben, dass sie unterschiedlich dick sind. (Fotos 11,12,13 --> Tür links; Foto 14 oben; Foto 15+16 Wand rechte Seite und über Kellerdecke)


    Bildlich ein Rechteck: --> links bei der Tür gemessen: 46cm inkl. Ziegel/Riemchen; --> rechts 40 cm inkl. Ziegel/ Riemchen; oben = 40 cm inkl. Ziegel/ Riemchen


    Siehe Zeichnung rechts ganz oben!


    Eingezeichnet sind 6,89 m für die Sohle; 15 cm jeweils Abstand an beiden Seiten; 30cm der Stein (2x15?) siehe Foto


    Gemessen innen: 5,84m, 3,07m, 2,14m Höhe; gemessen habe ich draußen die Hauswand an der Terassenseite in der Länge von 6,69m



    5. siehe Foto. Das Haus hat einen unterkellerten Bereich (Foto) und einen nicht unterkellerten Bereich.

  • Raumtrockner wurde danach aufgestellt

    Ich vermute mal, das es elektrisch betriebene Kondenstrockner (mit Feuchte-Steuerung) sind, und dass die "Fuchte" als Kondenswasser im Auffangbehälter landet.

    Welche Mengen an Kondenswasser fallen da pro Woche/Monat an?

    Sind die Türen und Fenster über die Woche geschlossen, wenn auch der Trockner eingeschaltet (auf Automatik) ist?


    Ich würde es über den Winter mal beobachten und dokumentieren.

    Im Herbst/Winter ist mit mehr Niederschlägen zu rechnen, als diesen Sommer 'runtergekommen sind. Sollte nach Regenereignissen / bei Schneeschmelze an einigen Stellen der Wand die mess- bzw. Prüf oder Vergleichswerte deutlich zunehmen, wäre dies ein Hinweis auf Feuchteeintrag von außen.


    Wenn die Kondenswassermengen bei längerer Nutzung zunehmen oder wenn die Tür länger offenstand, ist dies eher ein Hinweis auf Feuchteeintrag von innen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • smiley33 , Deine Wände scheinen nach den Messungen mit beiden Geräten und deren Herstellerangaben "feucht" zu sein (aber nicht unbedingt "nass"). Das ist sicher ein Grund, etwas zu tun. Zu allererst muss aber untersucht und sicher gefunden werden, wo die Feuchte herkommt. Das kann von außen durch eine löchrige Abdichtung, aber ebensogut auch von innen durch Kondensation sein. Miss dafür qualitativ die Oberflächentemperatur und die relative Luftfeuchte vertikal entlang der Kelleraußen- und Innenwand. Theoretisch wäre auch eine Leitungsundichtigkeit denkbar, aber dazu hast Du bisher keine Hinweise gegeben.


    Meine Empfehlung: Lass Dich von einer unabhängigen sachverständigen Person beraten, die keine Verkaufsabsicht für eigene Bauleistungen haben kann und lass diese wie in meinem Vorposts geschrieben, umfangreicher am Objekt messen, als bisher. Das geht jetzt im Winterhalbjahr wunderbar. Erst, wenn der Weg der Feuchte in den Keller überprüfbar sicher geklärt wurde, lässt sich entscheiden, welche Sanierungsschritte sinnvoll sind!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Raum hat keine Aufenthaltsqualität, darf nicht bewohnt werden.

    Rein formal richtig!


    Zwar wurden die Raumhöhen in BY aus den Anforderungen herausgenommen, ob das in Niedersachsen auch so ist, weiß ich nicht. In BY dürfte also (theoretisch) auch ein nur 1,70m hoher Raum als "Wohnfläche" ausgewiesen werden (allerdings nur in den Gebäudeklassen 1 u. 2).


    Egal.


    Mehr Sorgen würde mir das Fenster bereiten. Es ist zu klein um eine ausreichende Belüftung und Belichtung zu gewährleisten und zudem als 2. rettungsweg ungeeignet (zu klein). 2. Rettungsweg ist tatsächlich von Bedeutung. Wenn's mal brennen sollte wird ein Bewohner froh sein, wenn ein 2. Rettungsweg, also nicht via Haus/ Treppenhaus usw. zur Verfügung steht. Und wenn das Loch in der Wand dann zum Fliehen zu klein und zu hoch gelegen ist, kann das sehr schnell sehr unangenehm werden!


    Dass der Raum auch schon früher schadensfrei als Schlafraum genutzt wurde ändert nichts an der Rechtslage.


    Letztendlich ist es natürlich "Dein Bier" was Du in Deinen vier Wänden veranstaltest. Ein Forum kann Eigenverantwortlichkeit nicht ersetzen. Bitte mache Dir dennoch einmal Gedanken über mögliche Konsequenzen.


    Nachtrag: Das Fensterchen ist sogar vergittert. O.K., kann man natürlich entfernen (das Gitter). Stellt aber im jetzigen Zustand sicher alles mögliche dar, sicher aber keinen Raum, in dem man sich sorgenfrei zur Ruhe betten kann. Für Räume in Kellern gelten gewisse Mindeststandards. Größe des Fensters und maximale Brüstungshöhen.

  • smiley33 , Deine Wände scheinen nach den Messungen mit beiden Geräten und deren Herstellerangaben "feucht" zu sein (aber nicht unbedingt "nass"). Das ist sicher ein Grund, etwas zu tun. Zu allererst muss aber untersucht und sicher gefunden werden, wo die Feuchte herkommt. Das kann von außen durch eine löchrige Abdichtung, aber ebensogut auch von innen durch Kondensation sein. Messe dafür qualitativ die Oberflächentemperatur und die relative Luftfeuchte vertikal entlang der Kelleraußen und Innenwand. Theoretisch wäre auch eine Leitungsundichtigkeit denkbar, aber dazu hast Du bisher keine Hinweise gegeben.


    Meine Empfehlung: Lass Dich von einer unabhängigen sachverständigen Person beraten, die keine Verkaufsabsicht für eigene Bauleistungen haben kann und lass diese wie in meinem Vorposts geschrieben, umfangreicherem Objekt messen, als bisher. Das geht jetzt im Winterhalbjahr wunderbar. Erst, wenn der Weg der Feuchte in den Keller überprüfbar sicher geklärt wurde, lässt sich entscheiden, welche Sanierungsschritte sinnvoll sind!

    Welche Hygrometer sind dafür zu empfehlen? Ich habe den ThermoPro TP55 und den TFA Dostmann Präzisions Thermo-Hygrometer, 45.2033.

    Gibt es geeignetere Messgeräte, die ich mir anschaffen sollte?


  • Der Raum umfasst circa 20 qm, es gibt 3 von diesen kleinen Fenstern und zusätzlich eine Haustür. Bitte einmal auf Bauzeichnung - Foto 10 schauen.

  • Ich habe diesen Comfee MDDP40 "40L in 24H und für Raumgröße ca 80M² bzw. 200M³" circa 2,5 Monate im Dauereinsatz gehabt, er hat leider nur die Leuchtfeuchtigkeit im Raum gesenkt aber nicht die Feuchtigkeit in den Wänden nachhaltig verringert. Die Schublade war m.E jeden Tag einmal gefüllt (6Liter); hat aber variert. Ich hatte ihn extra mal gezielt in feuchtere Ecken gestellt, hatte aber wenig bis keine Wirkung - Gann Compact b zeigte immer noch 80 - 90 digits an den betroffenen Stellen an.


    Dokumentiert habe ich die Werte über diesen Zeitraum; jedoch habe ich nicht aufgeschrieben wieviel Wasser er aus der Wand gezogen hat.


    Die Türen und Fenster im Keller sind geschlossen, werden aber nicht regelmäßig jeden Tag geöffnet um zu lüften. Passiert halt sehr unregelmäßig.

    Die Zwangsbelüftung stellen halt die einfachverglasten Fenster dar....

  • 3 mal zu klein, ist halt immernoch zu klein. Es gibt ganz konkrete Mindestanforderungen an den 2. Rettungsweg.


    Haustür? Habe ich nicht gesehen. Führt direkt ins Freie?

    Genau, einen besseren Rettungsweg gibt es nicht :-) Siehe mal Foto 13


    Genauer gesagt, gibt es sogar 2 Türen, eine nach oben und eine nach draußen....

  • Bzgl rechtlich: Zustimmung zu Thomas B.


    Bzgl Feuchte: Mal so rum: Mit dem Entfernen der Bretter hast Du auf jeden Fall schon mal was richtig gemacht. Das Teil existiert ja schon lange, ich denke, da jetzt in Aktionismus zu verfallen ohne richtig Ursachenforschung betrieben zu haben, wird nichts nützen.


    Die Tips von Skeptiker und R.B. bzgl Messen würde ich auch mal bevorzugen. Am besten ein Raster festlegen und mal systematisch vorgehen. Evtl. kann auch Alfons Fischer was dazu sagen.

    Momentan könnte es auch Kondensat sein, muss aber nicht oder Kondensat in Verbindung mit einem Schaden. Das eine schließt ja das andere nicht aus.


    Ich check den Plan ehrlich gesagt nicht ganz: Ist da eine große Betonplatte AUF dem Keller? Ein Teil Terrasse, ein Teil evtl Hauseingang?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Ich habe die Möglichkeit am Wochenende mit ein paar Helfern "keine Profis in Sachen Abdichtung"; - aber Mauerer, Fliesenleger, die die Wand neu zu verputzen könnten.

    Diese Möglichkeit möchte ich nutzen; "egal, ob es für die Katz ist"; da ich es sonst alleine machen müsste.


    Gerade weil die Temperaturen jetzt fallen werden und es wahrscheinlich in nächster Zeit auch regnen wird möchte ich dies gezielt ausprobieren und sehen, ob es von draußen kommt. Ich weiß nicht, was alles früher in diesen Wänden verputzt etc. wurde; daher würde ich gerne alles abschlagen und neu verputzen.


    Nur fehlen mir die Empfehlungen für Materialien, die ich dafür verwenden sollte, um ggfs. für äußere Einwirkungen eine Art Sperre aufzubauen.


    Ich hatte oben mal diese Hey'di Produkte erwähnt; was ist davon zu halten?


    Versteht bitte; ich möchte eine Veränderung herbeiführen, um ggfs. neue Erkenntnisse zu erhalten.