Erdaushub Enstorgung Kosten/Wiederverfüllmaterial/Drainage

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier im Forum. Bei mir ging es gestern auf der Baustelle mit dem Erdaushub los. Laut Bauvertrag ist der Aushub inklusive lediglich der Abtransport des Materials hat bauseits zu erfolgen. Nachdem wir den Start des Baus jetzt beschleunigt haben, wurde nun bei der ersten Baustellenbesprechung mündlich vereinbart, dass der Erdaushub sofort auf den Kipper geladen und entsorgt werden soll. Kosten werden mir mit 6€/cbm brutto zzgl. Transportkosten nach LKW-Stunden berechnet.


    Der Baumeister wollte dieses Material zum verdichten wiederverwenden. Da es sich jedoch ausschließlich um Letten / Lehmboden handelt habe ich auf anraten des Tiefbauers sowie mir persönlich bekannten erfahrenen Baulaien/-experten lediglich den Mutterboden auf dem Grundstück belassen und den Lehm komplett entsorgen lassen.


    Die Aussenmaße des Hauses sind 9,05m * 9,55m, das Aushubvolumen beträgt 15m*14m oben und in 3,25m Tiefe 12m*11m = 555,75 cbm + 30% = 722 cbm. Bei ca. 75 LKW-Stunden (5 4-Achser je ca. 15 Std.) zu 80€/Std. angenommen komme ich dann auf Gesamtkosten von ca. (4300€+6000€) 10300€.


    Da ich noch keine Rechnung habe frage ich mich ob meine Schätzung realistisch klingt?


    Zum Wiederverdichten, soll ich laut Erdbaufirma nun Ziegelbruch für 1€/t verwenden. Was ich allerdings nicht weiss, wieviele Tonnen brauche ich denn dafür ungefähr?


    Zudem soll ich doch eine Drainage verlegen lassen, welche Kosten kommen da noch zusätzlich auf mich zu?


    Geht schon gut los...

  • Ich werde nie verstehen, weshalb Baulaien sich immer wieder banalste und einfach kalkulierbare Werkleistungen im Zeitlohn aufschwatzen lassen.


    Ausschreibungen erfolgen sinnvollerweise immer nach prüfbarer Masse: Kubikmeter, Volumen, Stück, was auch immer ... aber nur im absoluten Ausnahmefall und bei Fehlen ganz wesentlicher Informationen nach Zeit.


    Was sagt denn Deine (direkt von Dir beauftragte) Planung / Bauleitung zu den Vorschlägen?


    (Besonders spannend liest sich die Drainage! Welchen Sinn hat diese in Deinem Fall? Ist sie wirklich notwendig? Weshalb sind weder weisse Wanne noch schwarze Wanne ausführbar? Wo soll anfallendes Wasser eingeleitet werden? Ist die Einleitung dort genehmigungsfähig? Gibt es schon Aussicht auf eine Genehmigung? Welche Gebühren werden ggf. für die Genehmigung und später für die Einleitung fällig? ... )

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Da ich noch keine Rechnung habe frage ich mich ob meine Schätzung realistisch klingt?

    Was wäre in Deinem Fall realistisch?


    Das Problem ist, dass es jetzt völlig egal ist, was "realistisch" ist, denn den wichtigsten Faktor, die Stunden, kannst Du nicht vorhersehen, ja nicht einmal beeinflussen. Was machst Du wenn später 150h für die LKW auf der Rechnung erscheinen? Wer weiß, wohin das Material transportiert wurde (oder auch nicht).


    Dir bleibt jetzt nichts anderes übrig als die Rechnung abzuwarten. Sollte diese dann völlig unglaubwürdig sein, dann hast Du vielleicht eine Chance mit viel Aufwand dagegen vorzugehen. Wird die Rechnung in Deinen Augen nur stark überhöht ausfallen, dann musst Du in den saueren Apfel beißen.


    Für die Zukunft ganz wichtig:


    Ausschreibungen erfolgen sinnvollerweise immer nach prüfbarer Masse: Kubikmeter, Volumen, Stück, was auch immer ... aber nur im absoluten Ausnahmefall und bei Fehlen ganz wesentlicher Informationen nach Zeit.

    Selbst bei penibelst vorbereiteten Ausschreibungen finden sich immer noch Schlupflöcher um später den Preis zu erhöhen. Unter diesen Bedingungen hat man aber den Spielraum für die Firmen deutlich eingeschränkt, und eventuelle Erhöhungen können nicht beliebig ausufern. GIbt man den Firmen einen Blanko Auftrag, dann werden diese in aller Regel diese Chance auch nutzen, Vertrauen hin oder her.

    Das gilt nicht nur für den Erdaushub, sondern für alle Gewerke. Du solltest Dich also fragen, ob Du den Firmen wirklich so viel Vertrauen entgegen bringen kannst, schließlich geht es um Dein Geld.


    Zudem soll ich doch eine Drainage verlegen lassen, welche Kosten kommen da noch zusätzlich auf mich zu?

    Mich stört hier ein wenig das Wörtchen "soll". Entweder man braucht eine Drainage oder nicht, aber auf gut Glück wird man wohl kaum in etwas investieren, dessen Nutzen fraglich ist.

    Ich würde zuerst einmal klären lassen, ob eine Drainage überhaupt notwendig, oder zumindest sinnvoll ist (da die Verhältnisse grenzwertig sind).

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  • Der Baumeister wollte dieses Material zum verdichten wiederverwenden.

    da es einen baumeister gibt , sollte der mal gefragt werden , warum nicht von vorne herein

    dass der Erdaushub sofort auf den Kipper geladen und entsorgt werden soll.

    genau das eingeplant/abgefragt wurde .

    auf jeden fall für den teil , der durch das gebäude verdrängt wird .

    Selbst bei penibelst vorbereiteten Ausschreibungen finden sich immer noch Schlupflöcher um später den Preis zu erhöhen.

    es wird (leider) grundsätzlich davon ausgegangen , dass alle bauschaffenden beutelschneider sind , die nur darauf aus sind , ahnungslose bauherrschaft gnadenlos abzuzocken .

    das finde ich unfair .


    vor allem , weil es hier einen baumeistergibt , der für eine gescheite ausschreibung verantwortlich sein müsste.



    meine vermutung ist , dass es hier ein franchiser im spiel ist , und bewusst einige positionen hinter "bauseits" versteckt wurden , um einen scheinbar günstigen jetzt-musst-du-unterschreiben-weil-es-ja-soooo-günstig-ist-preis hinzubekommen.

    das schröpfen (durch den franchiser )kommt ja immer nach der unterschrift.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • es wird (leider) grundsätzlich davon ausgegangen , dass alle bauschaffenden beutelschneider sind , die nur darauf aus sind , ahnungslose bauherrschaft gnadenlos abzuzocken .

    das finde ich unfair .

    Es ist leider so, dass eine Steilvorlage, wie ein Blanko-Auftrag, immer wieder ausgenutzt wird. Ich unterstelle nicht allen Firmen so eine Vorgehensweise, Du wirst aber zugeben, dass gerade im Baugewerbe solche Fälle gehäuft vorkommen (teils sogar mit abtrusen Argumenten, warum man das so verrechnen müsse, und warum der Betrag (aus Sicht des AN) mehr als berechtigt ist.....).


    Fair sind in meinen Augen möglichst klare Bedingungen die beide Seiten verstehen, denn oftmals gibt es Krach nicht wegen dem Betrag an sich, sondern weil dies eben für die Bauherren unverhofft kommt. Gerade beim Hausbau summieren sich dann die Beträge, und es kommt ja nicht selten vor, dass noch vor Bauabschluss die Kasse leer ist. Nicht immer sind die Bauherren daran schuld, weil sie durch die rosa Brille kalkuliert haben.


    Deswegen, klare Vereinbarungen treffen, das ist für beide Seiten die beste Lösung.


    Nebenbei bemerkt, wenn man versucht den Auftrag möglichst detailliert zu fixieren, dann wird man feststellen, dass so manche Firma gar nicht auf die Anfrage reagiert. Warum wohl? Man könnte ja dann auf die Idee kommen, und sich selbst frage, ob so eine Firma dann der richtige Vertragspartner ist.


    Viele Stress und so manches Gerichtsverfahren könnte man vermeiden, wenn beide Seiten klare Vereinbarungen treffen würden. Beim Hausbau ist das leider eine extrem komplexe Angelegenheit, und wird gerne mal unterschätzt.

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  • es wird (leider) grundsätzlich davon ausgegangen , dass alle bauschaffenden beutelschneider sind , die nur darauf aus sind , ahnungslose bauherrschaft gnadenlos abzuzocken .

    das finde ich unfair .

    Meine Erfahrung lehrte mich leider, dass nur wenige "Bauschaffende" vor der Beauftragung auf missverständlich formulierte, lückenhafte, fehlerhafte Leistungsbeschreibungen hinweisen. Eigenartigerweise fallen solche Punkte immer erst genau dann auf, wenn die Tinte unter dem Bauvertrag zu trocknen beginnt. Und sehr oft sind dann sind genau die nachträglich angebotenen Positionen signifikant höher kalkuliert - vorsichtig formuliert.


    Nein, es sind bei weitem nicht alle Bauschaffenden Abzocker. Aber es gibt Abzocker und sie lassen sich bspw. daran erkennen, dass sie eine von vornherein als erforderlich erkennbare Leistung Laien gegenüber erst nicht mit anbieten und diese dann extrem überteuert oder im Mengenansatz nicht überprüfbar "zusätzlich" mit erbringen statt die Leistung gleich anfangs zu inkludieren.


    (aktuelles Beispiel: Bei einer Rohbauausschreibung lagen vor ein paar Monaten bei 2 Bietern alle Bedarfspositionen beim ca. 3 - 5 fachen aktuellen Marktpreis. Das eine Angebot war ohne Berücksichtigung der B-Pos. knapp das günstigste, bei deren Einrechnung dann aber mit Abstand das teuerste. Entscheidend für die Nichtbeauftragung war beim Bauherrn aber nicht der Preis, sondern die erkennbare Absicht der Angebotsstrategie.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:


    Wobei es nicht unüblich ist bei Bedarfspositionen etwas mit dem Verdienst am Auftrag zu spielen. Hat aber wenig mit Abzocke zu tun. Sonst hätte es eine Reguläre Position werden sollen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Off-Topic:


    Wobei es nicht unüblich ist bei Bedarfspositionen etwas mit dem Verdienst am Auftrag zu spielen. Hat aber wenig mit Abzocke zu tun. Sonst hätte es eine Reguläre Position werden sollen.

    es mag "üblich" sein, ist aber in jedem Falle "moralisch zweifelhaft".


    Natürlich möchte ich eigentlich auch keine B-Pos. haben, kann sie manchmal aber leider nicht vermeiden, weil z.B. der Bauherr sich eine wesentliche Entscheidung noch offen halten möchte. Dabei versuche ich aber meist, die an sich schon teurere Position als Grundposition zu wählen, um ganz unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Bei öffentlichen Ausschreibungen sind B.-Pos. ja eh ganz böse und zu vermeiden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Fair sind in meinen Augen möglichst klare Bedingungen die beide Seiten verstehen,

    wünschenswert .


    leider durch AWG oft ausgeschlossen .weil der , der fair alle mengen und handgriffe und mögliche zusatzaufwände ein/bepreist auch , bei dem normalfall der "ausschreibungen" nämlich mach mal ein haus , aber mit dach/ein badezimmer/eine aussenanlsge/ bau-ne-garage grundsätzlich den auftrag nicht bekommen kann , weil viel teuerer als Fa.Schitzohr&Lump
    gescheite LV sind sogar bei architekten nicht immer zu bekommen.


    und bei BT/francise ist die hintertür extra ganz weit offen , damit die bieter wissen , dass es nachschlag gibt und deswegen die BT/F kosten moderat halten

    Nicht immer sind die Bauherren daran schuld, weil sie durch die rosa Brille kalkuliert haben.

    nicht immer .


    leider aber viel zu oft

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ... dem normalfall der "ausschreibungen" nämlich mach mal ein haus , aber mit dach/ein badezimmer/eine aussenanlsge/ bau-ne-garage grundsätzlich den auftrag nicht bekommen kann , weil viel teuerer als Fa.Schitzohr&Lum

    Ja, wie hier und auch in anderen Foren schon oft geschrieben: der Kunde schaut zu allererst nach der dicken Zahl unten rechts. Was er o. sie dabei vergleicht, hinterfragt nicht jede/r Prüfende wirklich gründlich. Und so werden dann lustig Früchte unterschiedlichster Sorten, Größen, Anzahl und Gewichte miteinander vergleichen.


    Eine erschöpfende Ausschreibung soll genau das verhindern, wird aber oft auf allen Seiten als zu aufwändig und übertrieben genau gewertet und dann doch nicht gewünscht. In Extremfällen bleiben sogar als notwendig erkannte Positionen außen vor, weil der Auftraggeber hofft, diese ohne Berechnung mitgeliefert zu bekommen. Insofern: Gespart wird meist schon bei der Angebotseinholung auf Bauherrnseite.


    Eine erschöpfende Ausschreibung soll tatsächlich nicht immer erstellt werden. Insofern ist wasweissich s Klage berechtigt. Aber sie zeigt eben nur die eine Seite der Medaille. Und man muss klar sagen, dass private Bauherrn beim EFH das Spiel meist nur ein- oder zweimal spielen, die andere Seite aber mehrfach pro Jahr. Insofern sollte man sich als AG klar sein, dass man in jedem Falle mit erfahrenen Zockern am Tisch sitzt. Aber da ist's wie bei den Hütchenspielern: "Mich legt der nicht 'rein!"

    gescheite LV sind sogar bei architekten nicht immer zu bekommen.

    Das ist leider wahr, s.o. Es liegt aber nicht immer nur an den Kollegen.

    ... bei BT/francise ist die hintertür extra ganz weit offen , damit die bieter wissen , dass es nachschlag gibt und deswegen die BT/F kosten moderat halten

    nicht immer . leider aber viel zu oft

    Ja, aber die haben komischerweise trotzdem immer einen "guten Ruf" und werden immer wieder gerne beauftragt. Selbst Banken halten Franchise und BT eigenartigerweise für vertrauenswürdiger als unabhängige Planer.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Selbst Banken halten Franchise und BT eigenartigerweise für vertrauenswürdig

    das liegt an den fallzahlen . einer mit dem die bank im jahr 200/20/20 finanzierungen durchzieht , den kennt man .

    so ein architekt , der einmal im jahr erscheint ....


    die rote zahl=>vor bauende ende

    lila => ein jahr nach bauende ende .


    gibt dann noch 40x neufinanzierung/zwangsversteigerung

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Naja, Ausschreibungen können kaum perfekt sein, denn das würde bedeuten, dass man als Architekt jeden Handschlag auf dem Bau von vorn bis hinten und auch alle Materialkombinationen usw auswendig weiß. Wer tut das schon? Niemand! In größeren Büros kann man sich unter Kollegen austauschen. In kleinen Einzelkämpferbüros, was ja die Masse in Deutschland ist, geht das nicht. Von daher ist ja klar, dass es nicht perfekt geht.

    Aber seien wir doch ehrlich. Jeder von uns versucht eine Situation für sich selbst auszunutzen. Das ist menschlich.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Off-Topic:


    es mag "üblich" sein, ist aber in jedem Falle "moralisch zweifelhaft".

    Machen wir uns doch nichts vor, jede Bauleistung ist eine Mischkalkulation und es kommt absolut nicht auf die EP-Preise an, sondern auf das große Ganze. Nur das sieht am Ende eh der Kunde. Bei einem anständigen Aufmaß und entsprechenden Massen resultiert für den Kunden kein Mehrpreis - nichts was als signifikant zu betrachten wäre. Wenn jedoch Usus ist, die Ausschreibung so zu gestalten, dass "Bedarf" eigentlich kein Bedarf ist, sondern regulär - erst dann tappe ich doch selber in das Grab was man sich eh geschaufelt hat.


    Nenne es moralisch zweifelhaft aber wenn ich Ausschreibungen auf den Tisch habe, wo ersichtlich ist dass der Bedarf sehr wahrscheinlich zum Tragen kommen wird - dann fühle ich mich einfach als Anbietender verarscht. Arbeit = Zeit und wenn klar ist das die kalkulierten Manntage nicht reichen, weil alles verschleiert wird, dann muss man mit "Mondpreisen" leben. Wir schaffen es ja auch für den Endkunden kein Mehrpreis rauszuholen. Bekommt der Kunde von uns ein Angebot, dann steht i.d.R die Zahl unten rechts.


    Nur wenn ich schon mit Bauzeitverlängerung - mit allem Ärger der damit zusammen hängt - rechnen muss, dann muss ich mir den Ärger auch vergüten. Wir reden hier ja nicht über "Alternativ" Positionen. Wenn jemand bei Firma X anfragt, dann geschieht das ja in der Regel nicht planlos. Also eigentlich dann, wenn Vita und Auftritt ins Bild passen. Da will man doch hin und nicht darüber sich über "Preiskultur" am Markt zu behaupten. Du kommst zu mir, weil du genau von mir die Leistung haben willst. Nicht weil ich die Preis**** bin. Genauso wie diese "Helferstunden, Gesellen und Meisterstunden"-Quatsch.


    Vielleicht sollten wir das aber in einem separatem Faden diskutieren? Das hilft dem TS ja nur bedingt, denn die Phase dürfte er schon überschritten haben.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Naja, Ausschreibungen können kaum perfekt sein, denn das würde bedeuten, dass man als Architekt jeden Handschlag auf dem Bau von vorn bis hinten und auch alle Materialkombinationen usw auswendig weiß.

    perfekt ?


    nö , muss nicht , aber gut .das reicht schon . und das geht .kenne ich von einigen architekten .

    Wer tut das schon?

    einer der weiss , was er plant .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Naja, Ausschreibungen können kaum perfekt sein, denn das würde bedeuten, dass man als Architekt jeden Handschlag auf dem Bau von vorn bis hinten und auch alle Materialkombinationen usw auswendig weiß. Wer tut das schon? Niemand!

    Jeden Handschlag zum Ziel muss auch niemand kennen. Ausschreibende sollten aber in der Lage sein, alle erforderlichen Eigenschaften des zu liefernden fertigen Werkes zu beschreiben. Wen sie das nicht können, ist entweder die Planung noch nicht fertig oder die mit der Ausschreibung betraute Person ungeeignet.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Jeden Handschlag zum Ziel muss auch niemand kennen.

    naja .. zumindest eine fachlich begründete vorstellung, was wann von wem wie eingebaut werden soll, wäre hilfreich.

    die mit der Ausschreibung betraute Person ungeeignet.

    das problem beginnt doch viel früher: optimistisch betrachtet kurz nach leistungsphase 4 - pessimistisch betrachtet bei beauftragung. warum soll letzteres bei planern anders sein, als bei handwerkern?

  • naja .. zumindest eine fachlich begründete vorstellung, was wann von wem wie eingebaut werden soll, wäre hilfreich.

    Bei mir im Büro erwarte ich tatsächlich von den Mitarbeitenden, dass sie am Ende der Planung mindestens eine Ausführungsart komplett bis zur Fertigstellung auch im Ablauf durchdacht und in allen Aspekten geprüft und dargestellt haben. Meine gestrige Formulierung war insofern etwas zu kurz.

    das problem beginnt doch viel früher: optimistisch betrachtet kurz nach leistungsphase 4 - pessimistisch betrachtet bei beauftragung.

    Der war jetzt auch zu kryptisch für mich!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo erstmal vielen Dank für die Vielen Antworten. Leider wurde bislang nur wenig auf meine eigentlichen Fragen, „das sind die Sätze mit den ?“ geantwortet.


    So dann nochmals zu meinem Bauvorhaben, ich habe mir ein Haus 2 stöckig, mit ca. 125qm plus 63qm Keller anbieten lassen. Die beauftragte Firma (ein lokaler Familienbetrieb der ausschließlich Einfamilienhäuser baut, „kein Franchise“) übernimmt Bauleitung, Planung und die Beauftragung der Subunternehmer. Im Angebot enthalten sind Aushub, der komplette Rohbau, Fenster, Haustüren sowie Außen- und Innenputz. Alle anderen Gewerke (Heizung, Estrich, Schreiner, Fliesen, Bodenleger, Maler) habe ich an mir vertraute und bekannte Firmen oder Bekannte vergeben. Meine Nachbarn haben mit der selben Firma gebaut und sehr gute Erfahrungen gemacht allerdings war es ein Bau ohne Keller und die Erdarbeiten wurden bei Ihnen separat durchgeführt.


    Zu den Vertragsbestandteilen ist mir sehr wohl bewusst, dass zusätzliche Kosten auf mich zukommen können. Es wurde ganz klar aufgeführt und auch erwähnt dass der Abtransport des Aushubs nach Aufwand von mir zu leisten ist. Und dass ca.1/3 des Materials zum wiederverfüllen verwendet werden soll. Es gab kein Bodengutachten. Der Baggerfahrer hat mich jedoch darauf hingewiesen dass er das ausgehobene Material wegen der schlechten wasserdurchlässigkeit nicht zum wiederverfüllen verwenden würde, sowie den Hinweis, „dass eigentlich auch eine Drainage gelegt werden sollte“. Ich habe daraufhin zugestimmt das Material komplett zu entsorgen. Die eigentlich notwendige Rücksprache mit meinem Bauleiter habe ich dabei weggelassen (ja das war dumm). Diesen habe ich jedoch heute morgen kontaktiert und dieser bestätigte dass dies soweit in Ordnung war und ich halt nun mit Zusatzkosten für das Füllmaterial sowie den erhöhten Abtransport rechnen muss.


    Zur Absprache bzgl der Erdarbeiten.

    Der Baggerbetrieb wurde kurzfristig von meinem Bauleiter beauftragt und mit mir ein entsprechender Termin zur Durchsprache vereinbart. Da auf dem Grundstück aber nur wenig Platz ist wurde dabei vereinbart dass das Material sofort abtransportiert wird. Die Grube befindet sich in ca. 6 km Entfernung zur Baustelle und kostet für die Entsorgung 5€ netto/cbm also 6€ brutto. In diesem Gespräch habe ich die Transportkosten nicht mehr explizit angefragt. Auf erneute Nachfrage wurde mir jedoch mitgeteilt dass der Transport auf Stundenbasis (LKW Stunde) abgerechnet wird.


    Ich wollte mit meinen Fragen lediglich einen besseren Überblick über die mir bevorstehenden Kosten erhalten. Und in keinster Weise irgend jemanden für die entstehenden Mehrkosten verantwortlich machen.


    Danke

    Gruß Robert

  • Hallo Bobbe,


    es ist nicht ungewöhnlich, sondern vielmehr alltäglich, dass die hier Mitschreibenden gerne etwa weiter denken, als nur bis zum exakten Ende des Satzes mit dem "?".


    Ich versuch's mal....


    ...ob meine Schätzung realistisch klingt?

    kann hinhauen! In etwa. Deponiekosten? Länge der Fahrstrecken) Fährt der Laster nur 2 mal um die Ecke oder chauffiert der das Erdreich nach Timbuktu?


    Aber: kann in etwa passen. Kann auch mehr werden (siehe oben).


    Nun aber kommt das Gedankengut nach dem "?"


    Es gab kein Bodengutachten.

    Wie weißt Du (oder der Anbieter) dann was da an Erdreich kommt? Wie hat der planer des Hauses -nicht wissend was da kommt- das Abdichtungskonzept geplant? Wie hat der Tragwerksplaner (Statiker) die Fundamentierung ausgelegt, wenn er gar nicht weiß wie tragfähig der Boden in X Metern Tiefe ist?


    Die Kosten für den Abtransport des Erdreiches können schnell zur Nebensache werden, wenn nachher die Kosten für das "Haus-Upgrade" (Abdichtungskonzept!) den Kostenrahmen pulverisiert. Besser vorher planen!

  • Abdichtungskonzept. Hört sich erstmal wahnsinnig aufwendig an. Ist doch nur ein EFH, oder?


    Die beauftragte Firma …. übernimmt Bauleitung, Planung und die Beauftragung der Subunternehmer.

    Wenn hier also die Firma "plant", was ist denn da geplant (und angeboten!) worden um Wasser dauerhaft daran zu hindern in den Keller zu fluten?


    Betonkeller? Druckwasserdicht? (wohl eher nicht, sonst wäre das Thema Drainage nicht aufgeschlagen).


    Drainage. Wann macht man so was? Wenn Wasser, das an der Hauswand (Kellerwand) anstehen kann nicht schnell genug versickern kann (Lehmboden!) und es dann schnell zu "drückendem Wasser" kommen kann, welches eine Außenabdichtung zB auf bituminöser Basis überfordern kann. Also wird das Wasser über Drainage nach unten, Richtung Fundament, befördert. Aber da muss es natürlich auch weg. Nur wohin? Z.B. zu einem sog. "Sickerschacht". Kann gut funktionieren, wenn dieser die wasserundurchlässige Schicht durchstößt und in einem Bereich gründet, wo das Wasser versickern kann. Und wenn das nicht geht? Einleitung ins Kanalnetz? Wird meistens nicht zugelassen und es wäre zu prüfen, ob das höhenmäßig überhaupt ginge...usw.usf.


    Aber: das sind alles Planungsfragen, die alle nicht ganz trivial aber auch nicht unmöglich zu lösen sind. Grundlage für eine fachgerechte Planung ist eine gute Kenntnis des Untergrundes, was man zB über ein Baugrundgutachten.


    Wie der Planer Firma ein haus planen kann ohne die Grundlagen zu haben, erschließt sich mir nicht. Ich könnte es nicht.

  • Der Baggerfahrer hat mich jedoch darauf hingewiesen dass er das ausgehobene Material wegen der schlechten wasserdurchlässigkeit nicht zum wiederverfüllen verwenden würde, sowie den Hinweis, „dass eigentlich auch eine Drainage gelegt werden sollte“.

    Der Baggerfahrer kann Recht haben oder auch nicht, das muss doch der Planer entscheiden. Und dann für seine Planung auch haften (bei schadhaften Kellern sprechen wir nämlich auch schon beim EFH im Zweifel von 6-stelligen Beträgen). Für eine vernünftige Planung hätte der Planer aber m.E. auch ein Baugrundgutachten gebraucht.

    Bis jetzt wird erstmal "nur" ein Loch gebuddelt, da halten sich die Kosten ja noch im Rahmen. Auch ein Baugrundgutachten kostet nicht die Welt. Aber so einen Keller tauscht man nicht mehr so günstig aus, dazu gibt es hier im Forum zwei recht prominente Beispiele, wo es vor Gericht hoch und runter geht.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Bis jetzt wird erstmal "nur" ein Loch gebuddelt, da halten sich die Kosten ja noch im Rahmen.

    Gibt es das Loch schon? Da könnte man sehen mit was für einem Boden man es zu tun hat. Ansonsten, wenn es das Loch noch nicht gibt: wie weiß der Baggerfahrer WAS da kommt?


    Lehmiger Untergrund, evtl. gar durch Baggerfahrten + Wasser (Regen) schon aufgeweicht.....nicht gerade ideal als Gründung für ein Haus. Womit wir wieder bei der Planung wären....


    Btw: Wenn Einleitung von Drainwasser in Kanalsystem nicht erlaubt und wenn Sickerschacht nicht funktioniert, könnte man mal das Wort "Rigole" googeln. Und den kreditrahmen etwa erweitern.


    Daher: VORHER planen und auf der Grundlage einer fundierten Planung Angebot für Haus machen (lassen).

  • Mich macht es immer sehr misstrauisch, wenn Ausführende grundlegende Vorschläge zur anzuwendenden Bauweise machen. Die sollten nämlich bei Ausführungsbeginn längst geklärt sein. Entweder sind sie das auch, dann ist die interne Kommunikation bei Deinem GÜ (?) sehr schlecht, weil der Baggerfahrer offensichtlich nicht weiß, was geplant ist oder es ist noch nicht abschließend geplant. Das ist noch schlechter, denn die Tiefe und Größe der Baugrube hängt natürlich vom Abdichtungskonzept für den Keller ab. Und lehmiger Boden darf nie offen Niederschlagswasser ausgesetzt sein. Oft darf sogar die letzte 10 cm starke Schicht erst unmittelbar vor Beginn des Bodenplattenbaus per Handschachtung ausgehoben werden. Und unmittelbar heißt so, dass der Boden unter der Bodenplatte sicher nie nass wird. In lehmigen Boden eine Baugrube "auf Vorrat" auszuheben ist deshalb sehr sehr unklug.


    Der Themenkomplex zur Drainage wurde hier ja bereits zweimal ausführlicher angerissen (# 2!). Welche Überlegungen gab es und wie sieht das Abdichtungskonzept aus?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Du hast aber die Frage noch nicht beantwortet, ob schon angefangen wurde!


    Bei dem Angebot fehlen mir die Massen. Das ist doch nur eine Baubeschreibung, aber doch kein Angebot.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...