Bauschaden Außenfassade Fenster

  • Hallo liebe Bau-Gemeinde,


    Ich hätte eine Frage an die Profis/Erfahrenen unter euch bezüglich eines Bauschadens an meinen Fenstern. Und zwar sieht es so aus, das ich im Moment in einer Mietwohnung wohne und bei meinen Fenstern (2 Stück) an der Außenfassade einen Bauschaden habe. Ferner wurden die Fenster beim Einbau vor Jahren fachgerecht installiert und ebenso innerhalb der Wohnung sauber verputzt, außen an der Fassade jedoch fehlt es gänzlich am Verputz!




    Seht euch bitte auch die anderen Bilder an :)


    Nach mehrmaligen Nachfragen meiner Hausverwaltung passierte zwei Jahre lang nichts. Ein Bausachverständiger war bereits vor Ort und meldete "groben Bauschaden", es passierte weiterhin nichts. Nun wird mein Mietzins angehoben und ich frage mich ob ich eine Mietminderung beantragen sollte.


    Wisst ihr Beeinträchtigungen welche mir als Mieter dabei entstehen? Beispielsweise erhöhte Heizkosten etc.?

    Die Mietminderung kann ich nur bei solchen "Beeinträchtigungen" einfordern, anders leider nicht.


    Würde mich über eine Antwort freuen!


    Beste Grüße, Thomas

  • ...Nach mehrmaligen Nachfragen meiner Hausverwaltung passierte zwei Jahre lang nichts. ...

    Du versuchst ziemlich "vornehm" zu schreiben, bleibst aber dabei unklar.

    Dein Satz lässt vermuten, dass die Hausverwaltung (wen?) gefragt hat.


    Ich glaube aber eher, dass Du bei Deiner Hausverwaltung angefragt hast.


    Nun, es gehört zu Deinen Mieterpflichten, Mängel an der Mietsache anzuzeigen. Das hast Du (nachweislich?) getan.


    Aus den Mängeln sind Nachteile für Dich zu befürchten. Aber erst, wenn diese die Nutzung der Mietsache mehr als unerheblich beeinträchtigen, bist Du zur Kürzung des Mietzinses berechtigt. Eine Mietminderung wird nicht "eingefordert" sondern einbehalten, nachdem man sich über deren Höhe rechtlichen Rat eingeholt hat.

    Es kommt also darauf an, wie sich die Nutzungseinschränkung innerhalb der Wohnung darstellt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Bundesland "Nicht BRD", das macht die Sache schon einmal kompliziert, weil hier wohl kaum ein Jurist schreibt, der mit den Gesetzen in allen Ländern dieser Erde vertraut ist. Was in einem Land vielleicht zu einer Mietminderung berechtigt, kann in einem anderen Land völlig uninteressant sein.


    Wisst ihr Beeinträchtigungen welche mir als Mieter dabei entstehen? Beispielsweise erhöhte Heizkosten etc.?

    Die Mietminderung kann ich nur bei solchen "Beeinträchtigungen" einfordern, anders leider nicht.

    Ich sehe hier kaum eine Chance, denn selbst wenn sich der mangelhafte Einbau in Form höherer Heizkosten bemerkbar machen würde, dann wäre das so gering, dass man das nur schwer nachweisen könnte. Es geht um 2 eher kleine Fenster, und ein bisschen Fuge, da wird die Briefmarke auf dem Einschreiben teurer als die theoretisch denkbare Mietminderung.


    Was hier bleibt, ein optischer Mangel. Darüber zu streiten lohnt wohl kaum, denn innen wurde ja anscheinend angeputzt, und die Optik ist dort OK, es geht also nur um eine Beeinträchtigung der Fassadenoptik. Die wiederum betrifft Dich als Mieter nur am Rande, von einer Einschränkgung bei der Nutzung der Mietsache kann man wohl kaum reden.


    Schäden an der Bausubstanz durch fehlende Abdichtung dürften Dich als Mieter vorerst auch nicht treffen. Wenn es hier zu einem Schaden kommt muss der Eigentümer ran.

    Was theoretisch denkbar wäre, dass durch die kalte Stelle zwischen Fenster und Mauerwerk, die Fensterleibung innen verstärkt auskühlt, und es dort zu Kondensation von Raumluft kommt, mit der Folge, dass sich dort Schimmel bilden könnte. Nur auf die Vermutung hin, wird aber nicht viel passieren, und wenn etwas passiert, dann beginnt die übliche Diskussion über mangelhafte Lüftung usw.


    Mag sein, dass ein Jurist das anders sieht, ich würd mal behaupten, hier rechtfertig nichts eine Mietminderung. DIe Chancen dafür gehen gegen Null.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Danke R.B. für die Klarstellung, dass wir uns hier auf internationales Parkett begeben. Dann nehme ich meinen obigen Beitrag zurück. Ich habe bisher nur in D vermietet. ;)




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich sehe hier kaum eine Chance, denn selbst wenn sich der mangelhafte Einbau in Form höherer Heizkosten bemerkbar machen würde, dann wäre das so gering, dass man das nur schwer nachweisen könnte. Es geht um 2 eher kleine Fenster, und ein bisschen Fuge, da wird die Briefmarke auf dem Einschreiben teurer als die theoretisch denkbare Mietminderung.

    Um diesen Punkt noch etwas zu verdeutlichen, wir reden über eine Fuge von etwa 1cm. Das macht bei den Fenstern rundherum sagen wir mal 400cm², oder bei 2 Fenstern 800cm². Anstatt einem U-Wert von unter 1W/m²K hast du von mir aus 3 oder 4W/m²K, je nachdem wie innen angearbeitet wurde.

    Wenn ich mich nicht vertippt habe, dann wären das 8,4W zusätzliche Transmissionsverluste. Wenn da über ein ganzes Jahr 15kWh zusammenkommen, dann wäre das schon viel. Mit viel Glück kommen wir dann auf Heiz(mehr)kosten von 1,20 € pro Jahr. Das wäre schon großzügig zu Deinen Gunsten gerechnet. Etwas konservativer (realistischer?) gerechnet, reicht es nicht einmal für 1,- € pro Jahr.


    Du siehst (hoffentlich), auf diesem Weg kommst Du nicht weiter. Damit kannst Du eine Mietminderung niemals rechtfertigen. Das hat nicht einmal einen Einfluss auf die Raumtemperatur, oder Komfort, und schon gar nicht auf die Nutzung der Wohnung.


    Eine EInschränkung der Nutzbarkeit aufgrund er äußeren Optik ist schwer darstellbar. Es wäre etwas anderes, wenn Du das Haus gemietet hättest um dort ein Hotel zu betreiben, und aufgrund der Optik der Fassade bleiben nun die Gäste fern. Dann könnte man einen Schaden aufgrund der eingeschränkten Nutzbarkeit ermitteln, und dann auch die Miete kürzen (bin mir jetzt nicht sicher, ob man dafür nicht erst einmal den Eigentümer abmahnen muss).


    Was bleibt, das hatte ich oben bereits angesprochen. Abwarten, ob der Mangel zu einem Schaden IN der Wohnung führt. Sollte das eintreten, dann kannst Du den Vermieter auffordern das abzustellen, und wenn er dem nicht nachkommt, oder nur erfolglos nachkommt, dann hast Du die Möglichkeit einen Teil der Miete einzubehalten. Der Einbehalt ergibt sich dann aus der Einschränkung der Nutzbarkeit (bis hin zur kompletten Miete, wenn die Wohnung nicht mehr nutzbar wäre).


    Nach mehrmaligen Nachfragen meiner Hausverwaltung passierte zwei Jahre lang nichts. Ein Bausachverständiger war bereits vor Ort und meldete "groben Bauschaden", es passierte weiterhin nichts.

    Das würde mich noch interessieren. Wer hat den SV beauftragt, und womit war er beauftragt?

    War sein Auftrag nachzuprüfen, ob die Wohnung "bewohnbar" ist?

    Oder ging es, was wahrscheinlicher ist, darum den Schaden für den Eigentümer zu ermitteln?


    Es ist wohl unstrittig, dass der Einbau der Fenster in keinster Weise fachgerecht erfolgte. Das muss aber der Auftraggeber mit der Firma abklären die die Fenster eingebaut hat, denn die Nutzbarkeit der Wohnung scheint nicht eingeschränkt (innen alles angebareitet usw.). Evtl. hat er dafür einen SV benötigt, um dieser Firma Druck zu machen. Wir wissen aber nicht, was er wirklich beauftragt hatte, denn die Fensterbauer sind keine Verputzer. Mit Deiner Mietwohnung hatte die Begutachtung vermtulich wenig zu tun.


    Fazit: Die MIeterhöhung wirst Du akzeptieren müssen, sofern der Mietvertrag das hergibt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .