Rohrleitungssanierung im Schlafzimmer

  • Hallo liebes ExpertenForum,


    da ich gerade in meiner Mietwohnung einen Rohrbruch habe, wurde von der Hausverwaltung ein freischaffender Handwerker aus der Familie gerufen um diesen Schaden zu beheben.


    Der Handwerker kam, spitzte die Wand auf und legte ein neues Verbindungsrohr zwischen die kaputte Stelle. Dabei zeigte er mir das alte Rohr mit dem Kommentar das nach ca. 50-55 Jahren ein Rohrbruch unumgänglich war, da das Heizungsrohr kalt verlötet wurde. Genau da gingen meine Alarmglocken an.


    Vor 50- 55 Jahre entspricht genau der Zeit wo Asbest das Heilmittel gegen alles war. Somit habe ich mir mal die alte Rohrleitung genau angeschaut. An dem angehangen Foto sieht man das ein Kunststoffrohr mit Innenfolie um das Heizungsrohr gelegt wurde. An dem Stahl/Kupferrohr klebt aber eine schwarze Schicht die mir sorgen bereitet.


    Nun die Frage an euch bevor ich ein Asbesttest für 180 Euro bestelle.


    Muss ich mir sorgen machen bezüglich der schwarzen Schicht am Rohr?

    Ist der Kunstoff um das Rohr bedenkenlos?

    Kann etwas im Mauerwerk gewesen sein was der Handwerker einfach so hinaus gespitzt hat?

    Warum war das Heizungsrohr nicht Isoliert?


    Ich danke euch vielmals für eure Hilfe, da ich hoffentlich aufgrund eurer Expertise ein wenig mehr Licht ins dunkle bekomme.


    Beste Grüße

  • An den Fotos kann ich nicht erkennen, ob da Asbestfasern enthalten sind. Vermuten würde ich eher Glaswolle mit PVC-Mantel. Auch nicht sehr gesund, aber in Panik ausbrechen würde ich deshalb nicht. Der rote Schlauch auf dem zweiten Foto ist wohl vom Reparateur?

    Vor 50-60 Jahren meinte man, das sei eine ausreichende Rohrdämmung. Da war alles ein wenig legerer. Auch die tiefen Wandschlitze, oftmals in der Außenwand, sind heute nicht mehr Usus.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Vielen Dank für deine schnelle Rückantwort.


    Ja, das Orangene ist das neu eingefügte Stück.


    Sorgen macht mir die schwarze Schicht. Ist das PAK Asbest? Ich weis halt gerade nicht was ich am besten tun soll. Die Wand ist nun für 10 Tage offen für die Trocknung. Da es sich um mein Schlafzimmer handelt und ich angst habe das beim Aufspitzen und Heraustrennen des Rohre und Kunststoffmantels Fasern gelöst haben (wenn überhaupt enthalten) wollte ich mich bei euch erkundigen was ich am besten jetzt machen sollte.

  • Wie gesagt, Absolution kann Dir nur eine Analyse erteilen.

    Ich würde mir einen Staubsauger mit Hepafilter leihen und das Zimmer gründlich aussaugen und alle Flächen mit staubbindenden Tüchern abwischen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Sorgen macht mir die schwarze Schicht. Ist das PAK Asbest?

    Die würde mir am wenigsten Sorgen bereiten.

    Was ist "PAK Asbest"?


    Selbst wenn dieser Kleber PAK enthalten sollte, dann passiert da gar nichts. Zumindest so lange nicht jemand auf die Idee kommt und die Rohre mit heißer Flamme grillt.

    Asbestfasern ergäben in so einem Kleber keinen Sinn, man kann das trotzdem nicht zu 100% ausschließen. Aber auch da besteht keine Gefahr, so lange die Asbestfasern gebunden bleiben.


    Beim Kunststoffmantel bin ich mir nicht ganz sicher, was das genau ist. Ein aufgeklebtes Schutzrohr ist jetzt nicht so selten, mit Wärmedämmung hat das weniger zu tun.


    Eine zuverlässige Aussage kann man natürlich erst nach einer Analyse treffen.


    Ich würde dem Rat von Thomas folgen


    Ich würde mir einen Staubsauger mit Hepafilter leihen und das Zimmer gründlich aussaugen und alle Flächen mit staubbindenden Tüchern abwischen.

    Der Staub der beim Aufstemmen zwangsläufig entstanden ist, ist in diesem Fall gefährlicher als der versteckte Kleber. Das gilt an sich für jeden Staub, egal ob Holz, Beton, Ziegel, usw. Deswegen wäre eine ordentliche Reinigung auf jeden Fall angebracht. Decken, Kissen, und was sich noch so im Bett befand, würde ich auf jeden Fall waschen.


    Warum die Rohre nicht isoliert waren, das liegt einfach daran, dass man vor 50 Jahren über so etwas kaum nachgedacht hat. Da hat man die Meinung vertreten, dass die warmen Rohre ja sowieso den Raum heizen. Also hat man bestenfalls ein Schutzrohr genutzt, damit das eigentliche Stahlrohr nicht so schnell durch Korrosion zerstört wird.

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  • Vielen lieben Dank an euch. Ja das Kunststoffrohr sieht aus wie ein ganz gewöhnliches. Auch die Bruchkante ist vollständig glatt. Ich kenne mich nicht aus, aber da Asbestfasern eben Fasern sind, dürfte die Bruchkante nicht so glatt sein wenn Asbest enthalten wäre, oder?

    Der Staub der beim Aufstemmen zwangsläufig entstanden ist, ist in diesem Fall gefährlicher als der versteckte Kleber. Das gilt an sich für jeden Staub, egal ob Holz, Beton, Ziegel, usw. Deswegen wäre eine ordentliche Reinigung auf jeden Fall angebracht. Decken, Kissen, und was sich noch so im Bett befand, würde ich auf jeden Fall waschen.


    Sorry nochmals für die blöde Frage. Glaubst du in dem Staub wäre Asbest enthalten vom aufstemmen oder meinst du allgemein weil es Staub ist?


    Liebe Grüße und vielen Dank für eure Unterstützung.

  • Sorry nochmals für die blöde Frage. Glaubst du in dem Staub wäre Asbest enthalten vom aufstemmen oder meinst du allgemein weil es Staub ist?

    Nein, ich glaube nicht an Asbest im Staub, sondern wollte nur darauf hinweisen, dass Staub im Allgemeinen nicht gerade zur Gesundheit beiträgt. Wir haben zwar ständig Staub um uns herum, bei solchen Arbeiten können aber große Mengen an Staub entstehen, und da ist es auch völlig egal, ob dieser lungengängig ist oder nicht. Im einfachsten Fall führt das "nur" zu einer starken Reizung der oberen Atemwege, aber bereits das kann zu Entzündungen führen, mit all ihren Konsequenzen.


    Man denkt komischerweise immer zuerst an so Schlagworte wie PAK oder Asbest, und vergisst dabei die ganzen anderen Gefahren, mit teilweise viel höheren Risiken. Wer beispielsweise Wände ohne Atemschutz abschleift, der hat sich eine Dosis verpasst, dagegen sind 100 Jahre Asbestrohre in einer Wand vernachlässigbar.

    Deswegen gilt, während der Arbeiten Atemschutz, und danach kann eine gehörige Portion Reinlichkeit nicht schaden.

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  • Deswegen gilt, während der Arbeiten Atemschutz, und danach kann eine gehörige Portion Reinlichkeit nicht schaden.

    Eine ganze Reihe von Hölzern stehen schon lange im Verdacht, dass ihre Stäube karzinogen sind. Hobbytischler ist dies meist nicht bewußt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Eine ganze Reihe von Hölzern stehen schon lange im Verdacht, dass ihre Stäube karzinogen sind.

    Karzinogen? Weiß ich nicht.


    Oder meinst Du kanzerogen? da wäre beispielsweise der Staub beim Sägen von Eigenholz, der m.W. auch schon offiziell entsprechend eingestuft wird.


    Hobbytischler ist dies meist nicht bewußt.

    Selbst Handwerksbetriebe gingen mit diesem Thema Jahrzehnte lang sehr fahrlässig um. Was wir als angenehmen Duft von frisch geschnittenem Holz wahrnehmen, sind ja nicht nur irgendwelche "Duftmoleküle", sondern auch Staubpartikel die wir einatmen. Ob und wie diese Partikel beim Auftreffen auf Schleimhäute usw. reagieren ist unterschiedlich, deswegen hatte ich oben ja nur verkürzt von Entzündungen und den Konsequenzen geschrieben.

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  • Och Jungs.

    Banal: Kupferrohr von der Rolle mit Schutzmantel aus PVC.

    Je nach Temperatur reagiert der PVC auf die heisse Oberfläche der Korrodierten Kupferrohrs.

    Was dem alten PVC beigemischt ist, ist mir nicht klar, aber es wurde idR nicht auf das Rohr geklebt

    :thumpsdown:

  • Vielleicht noch als Ergänzung, wenn man das zweite Bild genauer betrachtet, könnte man CU vermuten. Die Aussage des TE, dass die Rohre "verlötet" waen, spricht auch dafür. Die schwarzen Streifen irritieren zuerst, denn im Falle von Hitzeeffekten würde das auf einen Stegmantel hindeuten, den man aber nicht sieht. Links ist erkennbar, dass das Rohr großflächig "schwarz" war, auf der Innenseite des Mantels ist aber nicht einmal eine Verfärbung zu erkennen.


    Wenn der Mantel ursächlich sein sollte, dann könnte es sich theoretisch noch um eine Ausdünstung aus dem Mantel handeln. Ähnliche Effekte gab es auch bei Elektroleitungen, deren Mantel zuviel Weichmacher (oder der falsche Weichmacher) zugemischt war. Die älteren Elis kennen sicherlich noch die "blutenden" Leitungen. Das dürfte auch so vor etwa 50 oder 60 Jahren gewesen sein. Hier hätte ich jedoch vermutet, dass der Mantel innen genau so schwarz ist, und vor allen Dingen "brüchig".


    Bei Stahlrohren war das Verkleben des Mantels gängige Praxis. Dazu wurde zuerst eine Art Bitumen aufgebracht, dann der Mantel. Diese Verfahren wurden jedoch überwiegend bei dickeren Durchmessern eingesetzt, also Rohren die im Freien verlegt wurden, oder eben in größeren Gebäuden, in denen solche Rohrdruchmesser erforderlich waren.


    Wir haben also mehrere Möglichkeiten die denkbar wären.


    Gehen wir der Sache mit dem "Verlöten" nach, dann wäre CU wahrscheinlich, denn Stahlrohre wurden nicht verlötet (sondern geschweißt...oder eben Gewindeverbindung usw.). Was der TE mit "kalt" verlötet meint, das lässt Interpretationsspielraum zu. Handelt es sich tatsächlich um ein CU Rohr das verlötet wurde, dann ist wahrscheinlich, dass eine Lötstelle ursächlich war. Das waren und sind die Schwachstellen bei solchen Anlagen. Das CU Rohr selbst hält fast schon ewig, so lange man keine extremen Betriebsbedingungen hat. In diesem Fall könnte man vermuten, dass es sich bei dem schwarzen Belag um Weichmacher aus dem Kunststoffmantel handelt. Warum der Kunststoffmantel dann innen "sauber", und ansonsten auch nicht brüchig ist, das kann ich mir nicht erklären. Auch würde man die Weichmacherwanderung auf der Außenseite des Kunststoffmantels erkennen, wo auf den Bildern nichts zu sehen ist.


    Handelt es sich um ein Stahlrohr, dann könnte die Schweißstelle ursächlich sein. HIer würde ich auf einen Kleber tippen. Bei solchen Konstruktionen war bekannt, dass oftmals die Schweißstelle nachträglich nicht mehr geschützt wurde, womit der Stahl dann der Umwelt ausgesetzt war. Innerhalb von Gebäuden, und bei Rohren die Warmwasser führen, ist das Risiko geringer, aber halt nicht völlig ausgeschlossen. Gerade wenn solche Schweißstellen einfach so in die Wand eingeputzt wurden, konnten Zement, Putz etc. den Stahl schädigen.

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  • Mir ist bisher aber noch kein Haus aus den 60ern untergekommen wo Kupferrohre für die Heizung verwendet wurden. Das kam erst weit später auf, zumindest hier in der Gegend. Mag aber regional unterschiedlich sein.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Mir ist bisher aber noch kein Haus aus den 60ern untergekommen wo Kupferrohre für die Heizung verwendet wurden.

    und gerade in MFH mit den dort benötigten Rohrdurchmessern, kosteten CU Installationen ein kleines Vermögen.

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  • Hallo,


    ich melde mich nochmals zurück. Konnte leider aus beruflichen Gründen vorher nicht Antworten. Ich kann nicht sagen ob es sich um ein Kupfer oder Eisenrohr handelt. Diese schwarzen Streifen die Ihr seht ist ein Geflecht gewesen. Ich habe das heute nochmals inspiziert. (Bild angehangen).


    Außen ist ja das weiße Kunststoffrohr. An der Innenseite des Rohres, ist eine ganz dünne durchsichtige Kunststofffolie. Anschließend kommt dieses schwarze Geflecht. Es ist sehr dünn und zerbröselt in alle Bestandteile wenn man es anfasst. Lediglich an machen Stellen behält es noch seine Struktur. Ich habe es rot umkringelt auf dem Bild. An vielen Stellen vom Rohr ist es so stark angeklebt das es aussieht wie das es zum Rohr gehört aber der Schein trügt. Es war eindeutig ein Geflecht das zwischen Rohr und Kunststoff war. Vielleicht zur Isolierung, Schutz?


    Die Frage von mir ist was das mal war?

    War das villt mal dicker und ist über die Jahre geschwunden? Kann dieses Material Asbest enthalten?


    Ich habe mal eine Probe davon genommen und werde es einschicken da es mich nicht in Ruhe lässt. Aber vielleicht habt Ihr schon eine Vorahnung was das sein könnte und ob ich verängstigt sein müsste?


    Liebe Grüße und

  • Die Tendenz, dass es dort Asbest gibt, dürfte gegen Null gehen. Selbst wenn dort Asbest wäre, dann würde keine einzige Faser davon freigesetzt werden, weil das Loch zugeschmiert wird und dann wird bis zu deinem Lebensende kein Mensch mehr Kontakt damit haben.


    Oh man... X/


    PS: Fährst Du einen Diesel? Wenn ja, dann atmest Du mehr krebserregenden Feinstaub ein, als Fasern durch die Arbeit freigesetzt wurden. Ich würde schnellstens den Diesel verschrotten!

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