Lüften vom Dachfenstern im Winter bei Eis und Schnee

  • Lüften vom Dachfenstern im Winter bei Eis und Schnee

    Kann man Spalt lüften ohne dass es Kondensat gibt und was passiert mit den Kondensat ?

    Was empfehlen die Hersteller ?

  • Wie stark Kondensat anfällt, hängt im wesentlichen von der Oberflächentemperatur am bzw. rund ums Fenster ab und natürlich von der Raumluftfeuchtigkeit.

    Bei einer Spaltlüftung kühlt vermutlich das Dachfenster deutlich mehr aus und es fällt mehr Kondensat an.

    Ich würde auch im Winter Stoßlüften. Kondensat kann trotzdem anfallen, das muss halt regelmäßig von der Scheibe gewischt werden,

  • ich gehe mal davon aus, dass Berghofer den Kondensatanfall im Bereich der Lüftungsklappen meint und nicht den Kondensatanfall an den Scheiben.


    Ich würde die Lüftungsklappen auf Stellung "Lüften" lassen. Ich konnte noch keinen Kondensatanfall im Bereich der Lüftungsklappen bei uns feststellen. Je höher die Raumluft-Feuchte ist, desto eher kommt es zu Kondensatanfall. Wird der Raum kontinuierlich gelüftet mit einer geringen Luftwechselzahl, kommt es in der Raumluft erst gar nicht zu einem hohen Feuchteanfall. Ein konstantes "Geringhalten" der Luftfeuchte verhindert auch, dass sich Kondensat an anderen (nicht sichtbaren) Stellen, z.B. an Wänden, bildet.


    In der Regel ergibt sich nur ein geringer Luftstrom / eine geringe Luftwechselzahl, da hinter den Lüftungsklappen eine Schaumstoffebene angebracht ist, die Zugluft verhindern soll. Durch den geringen Luftstrom hat eventuell anfallendes Kondensat auch die Möglichkeit abzutrocknen.


    Bei Wohn-und Arbeitsräumen kann man bei Anwesenheit die Klappen auch ganz schließen, wenn die Sitzpositionen etwas ungünstig liegen. Bei niedrig temperierten oder wenig geheizten Schlafräumen ist die Temperaturdifferenz gering, so dass auch der Wärmeverlust gering ist.


    Stoßlüften kann zusätzlich nach der Nutzung erfolgen, zum beispiel bei Schlafräumen morgens und bei Wohn/Arbeitsräumen abends.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ich würde die Lüftungsklappen auf Stellung "Lüften" lassen.

    Dann müsstest du aber auch ein Verfechter dafür sein Fassadenfenster auf Kipp zu halten. Was erwiesener Maßen nicht sonderlich gut ist. Die "Lüftungsklappe" ist ein Marketing-Instrument eines Herstellers, der Sinn dieser in Kombination mit Zusatzprodukten "balancend Ventilation" und "smart Ventilation" ergibt sich zu mindestens bei ersterem nicht wirklich. Ohne diese Zusatzprodukte ist der Sinn noch fragwürdiger.


    Wo soll sich der Schaumstoff eigentlich verstecken? Meinst du auf der Griffleiste? Der eigentlich zum "dicht" Schließen der Leiste da ist? Wenn man die Lüftungsklappe öffnet, besteht direkter Kontakt mit der Außenluft. Je nach Ausbildung der Laibungen führt das regelmäßig zum Unterkühlen des oberen Bereiches am Fenster. Gerade bei älteren Fenstern und in Verwendung von Feuchträumen sieht man sehr schön die Dreckspuren in Folge von ausfallendem Kondensat. Da mag sich zwar in der Produktion einiges getan haben, die das Kondensat auf die Scheibe leiten, das nichts anfallen würde ist aber nicht richtig. Dass die geometrische Wärmebrücke bei vom Hersteller empfohlenen Laibungsausbildung noch zusätzlich beansprucht wird sollte auch kein Geheimnis sein.


    Ein Raum über diese Klappe zu "belüften" halte ich für fragwürdig und nicht zielführend. Ich rate immer dazu, die Klappe geschlossen zu lassen und Luftaustausch über Stoßlüften zu realisieren. Wenn es zwingend erforderlich ist eine konstante Belüftung sicherzustellen, dann über die smart Ventilation gehen, da hat man noch die wenigsten Wärmeverluste.


    Was machen bei Schnee? Wenn mit solchen Mengen zu rechnen ist, dass man das Fenster nicht öffnen kann, dann helfen wohl nur Schneefanggitter hinter dem Fenster. Da DFF aber generell die Schwachstellen im Dach sind ist der Faktor "abschmelzen" dort auch am höchsten.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Dann müsstest du aber auch ein Verfechter dafür sein Fassadenfenster auf Kipp zu halten.

    Kipp ist etwas übertrieben, aber Spaltlüfter, eine in kleinen Ausschnitten entfernte Dichtung oder Fenster mit Kipp-Spalt-Lüftung halte ich bei entsprechenden Umgebungsbedingungen (z.B. bei teilsanierten Altbauten) für sinnvoll.


    Wo soll sich der Schaumstoff eigentlich verstecken? Meinst du auf der Griffleiste

    Das Dichtband auf der Griffleiste meine ich nicht.


    Ich meinte die Einlage [rechter Pfeil] , die über der Gummi-Dichtung montiert ist, an die der Fensterrahmen (beweglicher Teil) anschließt [linker Pfeil]. In manchen Quellen ist auch von Luftfilter die Rede.


    Bei uns habe ich noch keine Kondensatspuren gesehen und wenn Kondensat über die Scheiben laufen würde, dann wäre das anhand der Spuren auf selten gereinigten Flächen sofort sichtbar.


    Bei Feuchträumen, wenn die Fenster nach dem Benutzen auf Kipp gestellt werden, kann ich mir derartige Probleme vorstellen, wenn Raumluft mit 23+ ° C und 9x %r.F. dort in größeren Mengen vorbeiströmen.


    Bei einer Scheedecke auf dem Dach funktioniert das mit der Lüftungsklappe nicht mehr. Dann muss das Fenster geöffnet werden zum Lüften.

    Gruß
    Holger
    --
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  • Kipp ist etwas übertrieben, aber Spaltlüfter, eine in kleinen Ausschnitten entfernte Dichtung oder Fenster mit Kipp-Spalt-Lüftung halte ich bei entsprechenden Umgebungsbedingungen (z.B. bei teilsanierten Altbauten) für sinnvoll.

    Nun ja, würdest du bei einem Fassadenfenster um die 65cm Dichtung wegschneiden? Hast du bei einem horizontal liegenden Fenster die gleichen Störmungseigenschaften, als bei einem in Neigung liegendem? Ergo auch die gleiche Laibung? Wie oft sind Dachfenster mit einer orthogonalen Verkleidung ausgeführt? Wie oft verfügt ein Raum/ Räume über sich ggü. liegende Dachflächenfenster, die auf irgendeine Art per Austausch miteinander verbunden sind?


    Auf konkrete Nachfrage konnte mir keiner bis jetzt messbare Ergebnisse liefern wie viel Feuchtigkeit/ Luftaustausch dort denn wirklich stattfindet. Alles ca. Werte usw. dabei war ich dieses Jahr im Sommer auf einer speziellen Schulung dafür. Wenn das also so sinnvoll und unverzichtbar ist, dann muss es ja Belege dafür geben. Andere Hersteller kommen ja auch ohne diese Funktion aus. Wie gesagt eine richtige "kleine" KWL auf das Fenster gesetzt - da gehe ich ja mit. Klappenstellung beim DFF? Überzeugt mich nicht.


    Ich meinte die Einlage

    Du sprichst von dem Antikondensat-Vlies im Markisenkasten. Gehe mal an Fenster der alten Generationen, also vor 2000 (goldenes Typenschild) oder 2013 (rot/weis Typenschild) - findest du den da? Wir alle kennen doch die Bilder, was passiert wenn das DFF nicht luftdicht angeschlossen ist und Konvektion auf den Eindeckrahmen trifft. Kondensat halt. Gab es früher auch im Markisenkasten, weil selbes Prinzip. Nun ist da ein saugfähiges Vlies, was das Scheppern bei Regen auch noch etwas minimiert. Einen Sinn zur Verwendung muss es ja haben. Nun gibt es in DE Fenstertypen von ... bis ... Ich sagte ja, die neue Generation mag da einiges dran getan haben.


    Bei uns habe ich noch keine Kondensatspuren gesehen und wenn Kondensat über die Scheiben laufen würde, dann wäre das anhand der Spuren auf selten gereinigten Flächen sofort sichtbar.

    Da muss es aber auch schon mit dem Zufall zu gehen, dass es so lange "schön" bleibt das Regen oder morgiger Reif diese Spuren nicht beseitigen. Bez. kann es ja auch ein Indiz sein, dass der Funktion mehr zugesprochen wird, als sie am Ende wirklich liefert.


    Bei Feuchträumen, wenn die Fenster nach dem Benutzen auf Kipp gestellt werden, kann ich mir derartige Probleme vorstellen, wenn Raumluft mit 23+ ° C und 9x %r.F. dort in größeren Mengen vorbeiströmen.

    Siehe oben. Denn in Feuchträumen ist das Abführen von gesättigter Luft ja wichtig. Damit würde man sich annähern, das die Klappenstellung nichts mit "Lüften" also Luftaustausch zu tun hat, sondern nur eine sehr geringe Luftwechselrate herstellt, die es tendenziell bei "dichter" Bauweise braucht. Bei sich "sehenden" Fenstern mag das ja noch mal ein Unterschied sein. So oft habe ich aber noch nicht erlebt, dass DFF nach der Prämisse in Räumen zum Einsatz kommen. Ich halte den Einbau strömungsbedingt (orthogonale Verkleidung) auch alles andere als Zielführend.


    Aber um auf die Frage des TS zurück zu kommen: Eine Lüftung nur über die Klappe halte ich nicht für ausreichend, außer es schafft hier einer mich mit messbaren Ergebnissen vom Gegenteil zu überzeugen oder einer verbindlichen Aussage welche Luftwechselrate bei Verwendung eines DFF mit Klappe nun erreicht wird bei Raumgröße X.

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  • Ich habe mehrere Wohnungen, darunter auch eine DG- Wohnung mit Veluxfenstern mit einer zeitschaltuhrgesteuerten Unterdrucklüftung nachgerüstet. Dazu habe ich die schon vorhandenen Badlüfter mit einer periodisch schaltenden Uhr ergänzt und in die Wohn- und Schlafräume Fensterfalzlüfter eingebaut bzw. bei den Veluxfenstern die Klappe offen blockiert.

    Vorher waren in dem Bau aus den 90ern viele Laibungen und Raumecken Kondensationspunkte und teilweise schimmelbelastet.

    Für mich hatte ich damals diese Lösung gewählt, weil wir durch berufliche Abwesenheit nicht regelmäßig lüften konnten. Später erfuhr ich, dass diese Probleme auch in ständig genutzten Wohnungen auftraten und ich rüstete bei einigen Eigentümern nach. Die Probleme hörten dadurch auf und die Luftfeuchtigkeit blieb im unkritischen Bereich.

    Langer Rede kurzer Sinn: Diese Art der Spaltlüftung funktioniert m.E. nur dann zuverlässig, wenn durch Maßnahmen gesichert wird, dass die Luft erstens überhaupt und zweitens nicht ständig die Richtung wechselnd durch die Spalten strömt.

    Später habe ich dieses Lüftungsprinzip für ein ganzes Mehrfamilienhaus mit 18 Wohnungen perfektioniert. Hier dann über zentrale Dachlüfter und präsenz,- feuchte- und zeitgesteuerte Abluftventile in den Bädern und schallgedämmte Zuluftelemente von Renson in den Wohnräumen.

    Zur Zeit werden 5 weitere Häuser mit gesamt 60 Wohnungen so gebaut.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wie oft verfügt ein Raum/ Räume über sich ggü. liegende Dachflächenfenster, die auf irgendeine Art per Austausch miteinander verbunden sind?

    Bei meinem Beispiel sind es 2 gegenüberliegende DFF in einem Raum des Dachgeschosses. Kann ein seltener Zufall sein. Dieser wird zusätzlich noch dadurch optimiert, dass die Dachflächen nach Westen und Osten zeigen - also zu den Hauptwindrichtungen.

    Kondensat gibt es in den kalten Jahreszeiten i.d.R. auf den kompletten Scheiben, wenn sich die Außenluftfeuchtigkeit auf den Glasscheiben niederschlägt. In dem Fall kann ich dann das Kondensat, das aus der Raumluft entstünde nicht zuordnen.

    Gruß
    Holger
    --
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