Holzofen adieu?

  • Öko? Nur wenn es einem in den Kram passt. Hauptsache cool und billig.


    Mein Vorschlag, Brennholz-Steuer, damit der Ster 200,- € kostet, und dann Nachrüstpflicht für alle Holzöfen. Filter, Kat, da findet sich schon etwas. Grenzwerte vergleichbar mit anderen Wärmeerzeugern und PKW mit Verbrennungsmotor. Weiterhin einen 14 tägligen Pflichtkurs, "Holzheizer-Führerschein".

    Und vor allen Dingen sollte man den Schornis mal zeigen, wie man solche Messungen durchführt.


    Kachelmanns Donnerwetter: Feinstaub aus Holzöfen – die gemütlichen Dementoren


    Aber was passiert? Nichts. Und so darf jeder weiterhin seine private Müllverbrennungsanlage betreiben, gegen die selbst das älteste Kohlekraftwerk Reinstluft produziert.

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  • Hier mal ein Photo von einer Terrasse mit Rohbetonboden, rechts mit HDR bearbeitet, links die noch feuchte ungereinigte Fläche.




    Und das nach 2 Wintern.

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  • Mein Vorschlag, Brennholz-Steuer, damit der Ster 200,- € kostet, und dann Nachrüstpflicht für alle Holzöfen. Filter, Kat, da findet sich schon etwas. Grenzwerte vergleichbar mit anderen Wärmeerzeugern und PKW mit Verbrennungsmotor. Weiterhin einen 14 tägligen Pflichtkurs, "Holzheizer-Führerschein".

    Und vor allen Dingen sollte man den Schornis mal zeigen, wie man solche Messungen durchführt.

    Ich unterstütze all diese Forderungen, aber passieren wird nichts, weil alle diese Frevler sich noch den blauen Engel, der heute Geburtstag hat, in den Ruß malen.


    Kachelmann hat ja so Recht: "Eine sehr originelle Energie im Sinne der Rentenkassen, wenn man Verschwörungstheoretiker sein wollte".

    Sehr bedauerlich, dass der Mann jahrelang wegen übler Nachrede quasi kaltgestellt war.

    Seit ich vor 5 Jahren von der Stadtrandsiedlung ins Zentrum gezogen bin, muss ich nicht mehr diesen Stinkequalm ertragen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • dann müsste man aber auch die politisch geförderten Pellet- und Stückholzheizungen an den Pranger stellen.

    Pelletheizungen haben wenn ich mich recht entsinne irgendwas um die 20mg Feinstaub/kWh , Gasbrennwerter irgendwas im zweiten Nachkommabereich, also 0,0x mg/kWh... rund Faktor 500 unterschied.

    Schlimm wird's vor allem bei Taktbetrieb, da dürfte das noch deutlich weiter auseinandergehen...ich erinnere mich dunkel an eine Feld-Untersuchung irgendeiner Uni, als ich damals 2012 selber gebaut habe und die Heizungsfrage anstand. Da stand über Faktor 1000 im Raum.


    Neben vielen anderen Argumenten, kommt mir u.a. deswegen auch nur Gas in mein Renditehaus...nicht dass da in 5a Feinstaubfilter für ein paar k€ gefordert werden.

  • Ich habe ja kein Problem mit Pelletkesseln oder Holzkesseln, wenn die zumindest annähernd die Labordaten auch in der Praxis erreichen würden. Noch schlimmer sind die Holzöfen die irgendwo billig gekauft werden, schließlich muss sich das ja "rechnen". Bei Kesseln sorgt meist die Regelung dafür, dass das Schlimmste vermieden wird, aber auch da gilt, gute Kessel kosten Geld, und der Betreiber muss gewillt sein, diese auch richtig zu betreiben. Meist scheitert es aber schon am Preis. Wenn man sich die Verkaufszahlen anschaut, soweit man diese überhaupt in Erfahrung bringen kann, dann wird man feststellen, dass vor allen Dingen in der unteren Preisklasse die Nachfrage am höchsten ist. Nicht umsonst, konnten so manche Billiganbieter so schnell so erfolgreich werden.


    Das geht sogar so weit, dass die Hersteller bewusst die Verbraucher animieren, noch vor neuen Verordnungen und Grenzwerten, veraltete Technik billig zu kaufen.


    Wie oft liest man, insbesondere in I-Net Foren, dass man einen zu großen Holzofen ja einfach in der Leistung regeln könnte, man muss ihm nur die Luft abdrehen, dann glüht er auch noch viel länger, und man muss nicht so oft nachlegen. Keiner sagt, was dann durch den Schornstein geht, das interessiert ja nicht. Wenn man sich auf die Suche machen würde, nach Holzöfen die korrekt betrieben werden, dann könnte man genau so gut die Nadel im Heuhaufen suchen. Die Chance auf Erfolg wäre da deutlich höher.

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  • Gas schön und gut ... aber was wenn die Russen plötzlich Gaslieferungen stoppen?

    Dann passiert vorerst nicht viel, weil 2/3 des in D aktuell verheizten Erdgas aus Norwegen und den Niederlanden stammen. Die in Kavernen eingelagerten Vorräte reichen bei völligem Lieferstopp für rd. 100 Tage mein ich mich zu erinnern. Bei einem Ausfall eines Drittels reicht das bevorratete Gas also knapp ein Jahr, bevor der Verbrauch etwas gedrosselt werden muss.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • aber was wenn die Russen plötzlich Gaslieferungen stoppen?

    Bei Brennholz gehe ich einfach in den Schuppen und hole mal was für den Abend ...

    Das geht aber nur, wenn Du dann noch Brennholz hast. Stelle Dir mal vor, wir würden großflächig auf Holz als Brennstoff umsteigen. Die Wälder wären nach 1 Winter kahl. Bisher funktioniert das nur, weil die Anzahl der Holzheizer noch in der Minderheit ist. Wenn jkeder Haushalt mal so 10-15 Ster pro Winter verbrennen würde, dann könnte man nur noch mit Atemschutz vor´s Haus.

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  • ja das mit dem Stopp durch die Russen habe ich nur als Spass gemeint, weil das glaube ich jemand in dem Thema zum Hambacher Forst erwähnt hat (dort aber war es ernst gemeint ;_)

  • ...Photo von einer Terrasse mit Rohbetonboden...

    Vom Ruß und sonstigen Schornsteindreck mal abgesehen, könnte der schwarze Belag nicht auch von einem Pilz, ähnlich schwarzen Fassaden kommen? Der rauhe Beton könnte das Wachstum noch begünstigt haben.


    Off-Topic:

    Das Geländer hat mir ein Dejavu bereitet. Mein Vater hat sich vor ca. 20 Jahren so etwas ähnliches gebaut, siehe Foto, das zeigt ca. 1/4 der gesamten Länge. Das Geländer wurde nach der Montage noch nie gestrichen und sah dementsprechend aus.


    Ich habe das erst Anfang Oktober mit meiner Regierung zusammen renoviert. Wir waren beide 3 Tage von morgens bis abends zu Gange, um 15 Felder mit insgesamt ca. 25 m Länge abzubauen, nach unten zu bringen, aufzuarbeiten und wieder zu montieren. ;( Ich musste jede 2. Latte abschrauben, damit man in die engen Ritzen und Profilierungen überhaupt reingekommen ist. Hoffentlich hält das, solange meine Mutter noch im Haus ist. Nie wieder!



    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Off-Topic:


    Das Geländer hat mir ein Dejavu bereitet. Mein Vater hat sich vor ca. 20 Jahren so etwas ähnliches gebaut, siehe Foto, das zeigt ca. 1/4 der gesamten Länge. Das Geländer wurde......

    Off-Topic:

    Wir haben davon 40lfm gemacht,mit Schablone gefräst, dann verteilt auf mehrere Balkone/Terrassen, knapp die Hälfte habe ich zwischenzeitlich ersetzt.

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  • Zum Thema passend wäre ich gerade beim Heimkommen fast erstickt, als ich aus dem Auto ausgestiegen bin. Meine Nachbarn haben offenbar gerade eingeheizt. Beißender Geruch liegt in der Abendluft - besser erst einmal nicht lüften! :motz2::motz2::motz2:

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Hier mal ein Photo von einer Terrasse mit Rohbetonboden, rechts mit HDR bearbeitet, links die noch feuchte ungereinigte Fläche.




    Und das nach 2 Wintern.

    natürlich sind das alles die Rückstände aus der so angeblich sauberen Luft, was wir ganz naiv auch gerne glauben.


    Selbst auf der Homepage von Stuttgart konnte man einige Zeit die Erklärung lesen, dass Holzverbrennung ca. 40% Anteil am Feinstaub hat.

    Wie da Richter auf die Idee kommen können, den Diesel alleinig für eine Grenzwertüberschreitung verantwortlich zu machen und diesen verbieten, ist schon ein starkes Stück, das kratzt ganz schön am Vertrauen in die Rechtssprechung...


    Wenn denn nur Holz in all den romantischen Kaminen verbrannt werden würde, wäre es ja noch ein bisschen besser, aber man braucht nur mal im Baumarkt schauen, wieviel Stein- und Braunkohle!! verkauft wird. Klar, ist ja nochmal ein paar Euro billiger.

    Und es es wirklich nur den zufällig im Winter austauscharmen Wetterlagen zu verdanken, dass wir regelmässig nur in der kalten Jahreszeit Feinstaubalarm haben, jeder logisch denkende Mensch fragt sich doch, wie da der Zusammenhang mit der Heizperiode ist. Aber in unserer unabhängig berichtenden Presse wird sowas erst gar nicht in Frage gestellt.

    Hauptsache, alle haben sich auf das CO2-neutrale Holzverbrennen geeinigt, denn schliesslich müssen wir ja auch was tun, um unsere CO2-Ziele zu erreichen.

  • ..........

    Ich bin mir sicher das die Gerichte dies sehrwohl wissen.


    Es ist aber bei weitem ein Unterschied ob man den Bürgen das fahren verbietet mit einem Kraftstoff, die in den betroffenen Ballungszentren durch öffentliche Verkehrsmittel oder Alternative Kraftstoffe problemlos kompensiert werden kann...

    oder...

    einer Gruppe vom Bürgern das beheizen Ihres Wohnhauses untersagst, was rechtlich deutlich viel problematischer ist.


    Dazu könnte jeder dann erfolgreich klagen, da sein Heizgerät auf Bundesebene zugelassen ist und einen deutlicheren einschnitt in die Lebensqualität hat als der umschwung auf ein alternatives Fortbewegungsmittel.

    Abgesehen von der möglichkeit der Kontrolle der evt EInhaltung eines Heizverbotes mit Brennstoff XY sowieso.


    Ich frag mich eh, wo denn dieses vielen Holzheizer in den Ballungszentren ihre Holzöfen stehen haben sollen.

    In MFH wird das eher selten der Fall sein, außer es sind noch bauten wo 6 Kamine pro MFH in den Himmel ragen.

    Reiherhäußer und EFH sind da eher die Holzer.


    Problematisch sind aber immer die ÖFEN ohne jegliche Verbrennungssteuerung und die werden leider noch immer zu gerne zu günstig verscherbelt.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • einer Gruppe vom Bürgern das beheizen Ihres Wohnhauses untersagst, was rechtlich deutlich viel problematischer ist.

    Nur in den wenigsten Fällen sind die Öfen für eine Beheizung der Räume notwendig. Es ist also nicht so, dass die Menschen ohne diese Öfen frieren müssten, wir leben schließlich nicht mehr im Mittelalter, wo ein Holzfeuer die einzige Möglichkeit war um sich aufwärmen, und den Winter überleben zu können.


    Die Menschen die in DE noch auf eine Raumheizung mittels Holzofen angewiesen sind, kannst Du an einer Hand abzählen. El. Strom gibt es wohl überall. Der Grund ist weniger, dass der Holzofen notwendig ist, sondern dass man glaubt, damit Heizkosten sparen zu können. Das ist auch der Grund dafür, dass dann nicht ein Ofen für xxxx,- € zum EInsatz kommt, sondern das was man gerade billig irgendwo kaufen kann. Es versteht sich von selbst, dass dann auch beim Brennstoff gespart werden muss.


    Holzöfen in MFH sind auch nicht so selten, schließlich lassen sich viele Schornsteine mehrfach belegen. Das Brennholz wird dann gelagert, wo es gerade Platz hat. Vorzugsweise auf Balkonen, die im Winter sowieso nicht genutzt werden (und die für solche Lasten nicht unbedingt geeignet sind....aber auch das interessiert niemanden).

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  • den Diesel alleinig für eine Grenzwertüberschreitung verantwortlich zu machen

    ...


    , dass wir regelmässig nur in der kalten Jahreszeit Feinstaubalarm haben, jeder logisch denkende Mensch fragt sich doch, wie da der Zusammenhang mit der Heizperiode ist. Aber in unserer unabhängig berichtenden Presse wird sowas erst gar nicht in Frage gestellt.

    In Stuttgart ist bei Feinstaubalarm auch der Betrieb von Komfortkaminen verboten - der Zusammenhang ist also nicht nur bekannt, sondern es wird bereits gegengesteuert.

  • Zitat von chieff

    Ich frag mich eh, wo denn dieses vielen Holzheizer in den Ballungszentren ihre Holzöfen stehen haben sollen.

    In MFH wird das eher selten der Fall sein, außer es sind noch bauten wo 6 Kamine pro MFH in den Himmel ragen.

    Reiherhäußer und EFH sind da eher die Holzer.


    So ist es.

    Zitat von ThomasMD

    Seit ich vor 5 Jahren von der Stadtrandsiedlung ins Zentrum gezogen bin, muss ich nicht mehr diesen Stinkequalm ertragen.

    Ich wohne am Rand eines Dorfes - und da ist der Qualm vor allem am frühen Abend, wenn alle kräftig einheizen, besonders schlimm.


    Aber man könnte ja mal mit denen anfangen, die den Holzofen nur wegen des gemütlichen Feuerchens betreiben. Gerade in modernen EFH sind Holzöfen normalerweise vollkommen überflüssig - es sei denn, man steht auf Sauna-Feeling. X/

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • In Stuttgart ist bei Feinstaubalarm auch der Betrieb von Komfortkaminen verboten - der Zusammenhang ist also nicht nur bekannt, sondern es wird bereits gegengesteuert.

    Auf dem Papier richtig. Wer kontrolliert?


    Das wäre genau so wie wenn man vorschreiben würde, dass die Leute an solchen Abenden zuhause kein Bier mehr trinken dürfen.

    Nebenbei bemerkt, trifft das nur die Komfortkamine der Bewohner an dieser Straße? das Diesel-Fahrverbot wird doch auf nur auf Straßen oder Stadtteile beschränkt.


    Wie in dem obigen Artikel ja beschrieben, befinden sich dort wo dieser Feinstaub entsteht, gar keine Messstationen.

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  • Auf dem Papier richtig. Wer kontrolliert?

    Nein, das Argument zieht aus zwei Gründen überhaupt nicht.

    Erstens grundsätzlich, nur weil die Gefahr erwischt zu werden klein ist, ist ein Verbot oder Gesetz nicht falsch oder unnötig.

    Und zweitens brauche ich nur einen einzigen Nachbarn mit einer dir ähnlichen Gesinnung gegenüber Holzöfen, dann habe ich wohl eine Anzeige am Hals. Also Gefahr über einen Winter gesehen größer 50%.


    Nebenbei bemerkt, trifft das nur die Komfortkamine der Bewohner an dieser Straße? das Diesel-Fahrverbot wird doch auf nur auf Straßen oder Stadtteile beschränkt.

    Nein, betrifft in beiden Fällen das gesamte Stuttgarter Stadtgebiet.

  • mit einer dir ähnlichen Gesinnung gegenüber Holzöfen,

    Gegen Holzöfen habe ich prinzipiell gar nichts, mich stört eher, was in der Praxis daraus gemacht wird. Es gibt sehr gute Holzöfen, die richtig betrieben, sehr emissionsarm ihren Dienst verrichten. DIe kriegt man halt nicht für 199,- € im Baumarkt, und der Betreiber sollte auch wissen, wie man so eine Kiste anschürt. Nur weil Oma es früher schon so gemacht hat, muss es noch lange nicht richtig sein.


    Auch die Hersteller sind natürlich bemüht, ihre Kisten so hinzubiegen, dass sie beim Test unter Laborbedingungen die Grenzwerte erfüllen, aber alles was darüber hinaus möglich wäre, fällt dann dem Rotstift zum Opfer. Die Hauptverantwortung liegt dann beim Betreiber,


    Versuche mal einem Holzheizer zu erklären, wie man einen Öfen anschürt. Der wird mit viel Glück vielleicht noch interessiert zuhören, aber die Ratschläge mit Sicherheit nicht annehmen, schließlich kann jeder ein Holzfeuer machen.......und Oma hat das auch schon so gemacht..... Da lohnt es dann schon nicht mehr darüber nachzudenken, wie man denen die Luftzufuhr erklärt. Das ist doch eine "Leistungsregelung", was sonst. :wall:


    Tja, und was am Ende dabei rauskommt, das sieht man sehr schön, wenn man jetzt mal wieder durch die Wohngebiete schlendert.


    Da wird ein riesiger Aufstand gemacht wegen der Braunkohlekraftwerke, die trotz Abgasreinigung und einer Menge Technik als böse gelten, und nach der Demo geht man nach Hause und sorgt erst einmal für ein gemütliches Holzfeuerchen. :thumbsup:


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  • Die Fakten sind eindeutig und in diesem schon etwas älteren Artikel über die Berliner Situation sehr anschaulich zusammengefasst. Achtung, die Grafiken sind logarithmisch, beschönigen also ganz drastisch, wenn man gewöhnt ist lineare Darstellungen zu betrachten.

    Nur in den wenigsten Fällen sind die Öfen für eine Beheizung der Räume notwendig.

    Ja, das ist richtig, aber es gibt sie tatsächlich noch.

    Die Menschen die in DE noch auf eine Raumheizung mittels Holzofen angewiesen sind, kannst Du an einer Hand abzählen. El. Strom gibt es wohl überall. Der Grund ist weniger, dass der Holzofen notwendig ist, sondern dass man glaubt, damit Heizkosten sparen zu können..

    In B sind sie inzwischen in Promille der Wohnungen zu zählen. Und die haben eben nur wenig Ausweichmöglichkeiten: Braunkohlebriketts oder Elektro. Genau genommen heizen diese Leute fast alle mit Braunkohle. Und sie sind finanziell nicht in der Lage in Wohnungen mit Gasheizungen umzuziehen. Aber das soll das Heizen mit Holz nicht rechtfertigen.

    Holzöfen in MFH sind auch nicht so selten, schließlich lassen sich viele Schornsteine mehrfach belegen.

    Ja und nein. Festbrennstofföfen dürfen zwar theoretisch zu mehreren an einen Schornstein angeschlossen werden. Praktisch sind die Anforderungen daran aber in den Feuerungsverordnungen der Länder in D so hoch, dass dies bei Neuanschlüssen von Öfen praktisch nicht mehr gemacht wird,


    Aber im Bestand gibt es meist noch genug intakte Schornsteinzüge (früher war ja jeder heizbare Raum mit einem eigenen Zug versorgt), so dass sich innerhalb jeder größeren Wohnung mind. ein Ofen angeschlossen werden kann. In Westberlin war ja bis die 1970er Jahre für jeden Wohnraum ein Notschornstein und die Möglichkeit zum Aufstellen eines Einzelraumofens gesetzlich gefordert. Man hatte schließlich die Luftbrücke in schmerzhafter Erinnerung und große Angst vor einer weiteren Blockade durch die DDR / Russen.

    Das Brennholz wird dann gelagert, wo es gerade Platz hat. Vorzugsweise auf Balkonen, die im Winter sowieso nicht genutzt werden (und die für solche Lasten nicht unbedingt geeignet sind....aber auch das interessiert niemanden).

    Das ist gleich doppelt falsch: Gelagert wird es meist nur um Umfang von 2 oder 3 Sack im Wohnraum, überwiegend aber im Baumarkt, bei der Tanke und im Edeka, von wo man es bei Bedarf kurzfristig sackweise mitbringt.


    Balkone sind im dt. MFH schon lange die tragfähigsten Decken überhaupt: Sie werden auf eine Verkehrslast von 5 kN/m2 ausgelegt, gegenüber sonst 2 kN/m2. Brennholz ist nach EC1-1-1 Tab. A.11 als Lagergut mit einer Wichte von 5,4 kN/m3 anzusetzen. Das ist auf der sicheren Seite, denn die beliebten Sorten Buche und Eiche liegen als Sacjkware eher etwas darunter bei 4,5 kN/Raummeter. Anders gesagt: Ein dt. Balkon würde eine Stapelhohe von gut einem Meter Brennholz sicher tragen. Erst wenn dass Holz über die Brüstung schaut, muss man sich also Sorgen machen.

    In Stuttgart ist bei Feinstaubalarm auch der Betrieb von Komfortkaminen verboten - der Zusammenhang ist also nicht nur bekannt, sondern es wird bereits gegengesteuert.

    Das ist vernünftig!


    In B ist auffallend, dass die drei hiesigen Messstationen mit den höchsten P10-Werten für Feinstaub, gleichzeitig auch die drei dt. Spitzenreiter sind. Sie liegen alle drei in sozialen "Problemgebieten" der Stadt: südliches Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg, nördliches Neukölln. In allen drei Gebieten gibt es eine dichte wenig sanierte Altbausubstanz und ja, da stehen viele Öfen und da wird tatsächlich noch mit Braunkohle geheizt. Die dekorativ gemütlichen Holzöfen stehen aber in Charlottenburg, in Wilmersdorf, in Zehlendorf, in Lichtenrade, in Lichterfelde. Dort gibt es in B an den Messstationen viel geringere Feinstaub-Probleme!


    Insofern würde man in B mit einem winterlichen Festbrennstoff-Heizverbot tatsächlich Arme treffen, die sich eine Elektroheizung eben nicht leisten können. In genau den Stadtbezirken ist übrigens auch die Lebenserwartung signifikant niedriger als in anderen Stadtgebieten. Link Nein, ich will keinen kausalen Zusammenhang herstellen. Aber es zeigt eben wieder, dass es einen nachweisbaren Zusammenhang von Armut, leistbarer Miete, Gesundheit und Lebenserwartung gibt. Also: Wer wenig Geld hat, muss billig heizen und atmet dann auch mehr Dreck ein. Welchen Anteil die Dreck in der Luft, welchen das fettige süße Essen, welchen für IGEL-Leistungen fehlende Geld, welchen das Bier daran haben, ist schwer nachzuweisen. Aber alles zusammen macht, dass Arme kürzer leben als Reiche.


    Ach ja, an diesen Messstellen sind im Winter auch die NO2-Werte signifikant erhöht. Im Sommer liegt das Problem aber viele länger an den viel befahrenen Straßen anderer Städte. Und das liegt nicht an den Festbrennstoffen.


    (Letztes Zitat und nachfolgende Absätze ergänzt)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Letztes Zitat und nachfolgende Absätze ergänzt

  • Das ist gleich doppelt falsch: Gelagert wird es meist nur um Umfang von 2 oder 3 Sack im Wohnraum, überwiegend aber im Baumarkt, bei der Tanke und i Edeka, von wo man es bei Bedarf kurzfristig sackweise mitbringt.

    Ich kann nur sagen, was mir ein Bekannter erzählt hat, der jedes Spätjahr ca. 500 Ster in Richtung HD, MA ausliefert. Brennholz als Sackware kaufen, das wird richtig teuer. Er verrechnet irgendwas um die 120,- €/Ster zzgl. Anlieferung, das bekäme er bei uns in der Gegend nie bezahlt.

    Er meinte, 2-3 Ster pro Balkon wären da gar nicht so selten.


    Die Mehrfachbelegung dürfte bei den meisten Schornsteinen unkritisch sein, es darf halt kein Kessel mti Gebläsebrenner o.ä. am gleichen Zug hängen. Der Rest lässt sich rechnerisch hinbiegen.


    Zur Lastannahme bei den (teilweise sehr alten) Balkonen kann ich nichts sagen. Mag sein, dass der optische Eindruck trügt.

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  • Ich kann nur sagen, was mir ein Bekannter erzählt hat, der jedes Spätjahr ca. 500 Ster in Richtung HD, MA ausliefert.

    Meine Beobachtung in B ist anders. Hier wird aber auch nicht nennenswert mit Holz geheizt, sondern in der Masse eher noch mit Braunkohle.

    Brennholz als Sackware kaufen, das wird richtig teuer. Er verrechnet irgendwas um die 120,- €/Ster zzgl. Anlieferung, das bekäme er bei uns in der Gegend nie bezahlt.

    Wieviel verbrennt man in einem Winter mit dem dekorativen Kaminofen? Maximal 1 Raummeter / Ster! Die Nachbarn mit Zusatz-Ofen lassen sich im Durchschnitt alle 2-3 Jahre eine Palette mit knapp 2 Raummetern liefern. Nur der mit dem Passivhaus verbrennt mehr als 3 Raummeter / Winter. Und Sackware ist die Regel, das Zeug muss ja durchs Haus geschleppt werden. Das macht man nur je 1 x geschüttet und 1 x lose auf Palette, dann ist man beim Sack angekommen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wieviel verbrennt man in einem Winter mit dem dekorativen Kaminofen? Maximal 1 Raummeter.

    Das ist unterschiedlich. Die Dinger werden oftmals intensiver genutzt als gedacht, schließlich will man ja Heizkosten sparen. 1 Ster ist schnell verbrannnt, sind ja gerade mal um die 1.800kWh Brutto. Das macht vielleicht irgendwas um die 140 Betriebsstunden, je nach Ofengröße.

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  • Das ist unterschiedlich. Die Dinger werden oftmals intensiver genutzt als gedacht, schließlich will man ja Heizkosten sparen.

    In unserer Wohngegend gibt es in nahezu jedem zweiten Haus so ein Ding, aber absolut niemand den ich kenne hat die in Betrieb, um Heizkosten zu sparen. Sondern eben um abends ein gemütliches Feuerchen anschauen zu können. Eine Verdopplung oder Verdreifachung der Holzpreise würde da niemanden jucken.

    Übrigens zahlen wir 15 cent/ kWh für die Fernwärme, da wäre "sparen durch Holz verheizen" sogar gut möglich.

  • Das ist unterschiedlich. Die Dinger werden oftmals intensiver genutzt als gedacht, schließlich will man ja Heizkosten sparen. 1 Ster ist schnell verbrannnt, sind ja gerade mal um die 1.800kWh Brutto. Das macht vielleicht irgendwas um die 140 Betriebsstunden, je nach Ofengröße.

    Nehmen wir eine Betriebszeit von 3 h pro Nutzung, dann macht das im Winterhalbjahr knappe 50 Nutzungen, also etwas unter 10 im Monat. Das könnte passen. Vermutlich sind es eher etwas weniger.


    Aber zum Heizkostensparen macht das in meiner weiteren Umgebung wirklich niemand. Es geht um Wellness. Die Holzpreise sind deshalb auch fast egal, die Öfen kosten selten unter 5.000 €. Eher geht es darum, wie weit das Holz geliefert wird. Nur bis in den Keller oder bis auf die Etage?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Wieviel Feinstaub entsteht beim Verbrennen von 1 Ster trockenem Buchenholz?


    Ganz grob, mit viel Luftüberschuss gerechnet, braucht es dafür um die 4.000m³ Verbrennungsluft, und wenn man davon ausgeht, dass die Öfen vor der BImSchV deutlich mehr als 75mg/m³ an Feinstaub produzieren durften (alles unter 150mg/m³ war selbst während der Übergangszeit noch OK, wenn ich mich richtig erinnere), dann produziert ein "neuer" Ofen nach der 1. BImSchV immer noch 300 Gramm an Feinstaub, die älteren Modelle noch viel mehr.


    Das zeigt, wie wichtig es war, die Grenzwerte zu verschärfen (aktuell 40mg/m³). Jetzt müsste man nur noch sicherstellen können, dass die Öfen auch so betrieben werden, denn das ist die große Schwachstelle.


    HInzu kommt dann noch das Messverfahren, aber das sorgt jetzt vielleicht zu sehr für Verwirrung.

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  • Nehmen wir eine Betriebszeit von 3 h pro Nutzung, dann macht das im Winterhalbjahr knappe 50 Nutzungen, also etwas unter 10 im Monat. Das könnte passen. Vermutlich sind es eher etwas weniger.

    Wie gesagt, das hängt halt davon ab, wie intensiv der Ofen genutzt wird, In manchen Haushalten steht er wirklich nur als Dekostück in der Ecke, und wird nur mal an Weihnachten angeschürt, in anderen Haushalten ist er während der Heizsaison täglich in Betrieb, an den Wochenenden fast schon im Dauerbetrieb. Ich kenne beide Fälle.


    Mein Junior nutzt seinen wasserführenden Kaminofen intensiv, unter der Woche wird er min. 2 Mal beladen, an den Wochenenden lodert das Feuer vom Morgen bis in die späte Nacht. Ich kann Dir jetzt nicht genau sagen, wieviele kg er pro Abbrand in den Ofen packt, aber ich schätze mal, bis der Winter vorüber ist, gehen 10-12 Ster durch den Schornstein. Der noch vorhandene Ölkessel hat kaum etwas zu tun. und wird in Kürze durch einen Pelleter und Holzvergaser ersetzt.


    Der Ofen verbrennt relativ sauber, da kann ich sogar mit meinem Messgerät messen, obwohl das wegen der empfindlicheren Sensoren bei Holzfeuerungen normalerweise an den Anschlag geht.

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  • In Stuttgart ist bei Feinstaubalarm auch der Betrieb von Komfortkaminen verboten - der Zusammenhang ist also nicht nur bekannt, sondern es wird bereits gegengesteuert.

    das stimmt formal auf dem Papier, aber wie soll denn das bitte kontrolliert werden?

    Tatsächlich stehts überall dran, aber es kümmert keinen, die Kamine rauchen fröhlich weiter...und es werden keine Strafen ausgesprochen. Also alles nur Aktionismus. Selbst die Erkenntnis hat in Stuttgart ein paare Jahre gebraucht, dass beim Holzverbrennen Feinstaub entsteht (und nur darum gehts mir, die NOx-Problematik muss man getrennt sehen, das wird leider immer wieder vermischt)


    Un d ich stimme zu, die meisten verbrenne Holz und sonstwas, nur weil's so schön romantisch ist, nicht um wirklich zu sparen.

    Aber das traurige ist halt, dass sich keiner wirklich Gedanken drüber macht, wo denn überhaupt das ganze Holz herkommt, was man dann gutes Gewissens CO2-neutral verbrennt...

    Und da reichen ein paar Kamine, um ein ganzes Viertel einzuräuchern.