Horizontale Streifen auf der Fassade

  • Hallo,


    schon vor ein paar Wochen wurde unsere Fassade geputzt und gestrichen. Im ersten Moment sah alles schick aus aber als dann das Gerüst abgebaut wurde hat man an 3-4 verschiedenen Stellendeutliche horizontale Streifen (sehen aus wie Schatten) gesehen. Nun weiß ich nicht ob diese Streifen auf Unebenheiten im Putz zurückzuführen sind oder auf vergessene Stellen beim Streichen. Ich könnte mal nachmessen ob sich diese "Schatten" im Bereich der Betondecken befinden wobei diese nicht bis außen gingen sondern mit einem 11er Stein abgemauert wurden. Die gesamt Fassade ist außen also aus dem gleichen Material (abgesehen von RoKa) was dem Putzer zuvor sehr gut gefallen hat. Er sagte es wäre ein super homogener Untergrund zum Putzen.


    Die Schatten/Streifen können aber auch daran liegen, dass die Fassade (entgegen dem LV) nur einmal gestrichen wurde. Das müsste ich auch noch mal messen aber es ist gut möglich, dass diese Streifen genau dort sind wo man beim Gerüst nicht bis ganz unten streicht und eine Etage tiefer dann nicht bis ganz oben.


    Die Streifen sind nicht extrem störend aber ich sehe sie schon. Bei voller Sonneneinstrahlung sieht man sie übrigens nicht, eher wenn es nicht so hell ist.


    Kennt ihr solche Streifen und welche Ursache ist wahrscheinlicher, unebener Putz oder vergessen zu Streichen?

  • Kennt ihr solche Streifen und welche Ursache ist wahrscheinlicher, unebener Putz oder vergessen zu Streichen?

    Dass die Gleichmäßigkeit des Putzoberfläche genau auf Höhe der Gerüstlage etwas gelitten hat, also eher „unebener Putz“ („Da kommt man so schlecht ran, Herr Skeptiker!“).

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Liegen die "Schatten" ggf. in Höhe der Gerüstebenen?

    Gerüst vor dem Anstrich schlecht gereinigt und beim Abbau nicht gerade vorsichtig gearbeitet ??

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Skeptiker : Das leuchtet ein


    OLger MD : Könnte schon sein aber die Schatten sehen nicht nach Schmutz oder dergleichen aus. Vor allem sind sie ja bei direkter Sonneneinstrahlung nicht mehr zu sehen.


    Machen kann man da wohl auch nichts mehr außer sich daran gewöhnen oder? Ist so was überhaupt ein Mangel? Optisch stört es schon.


    Ich habe aber noch eine andere Frage zu diesem Thema. Wie oben schon geschrieben, wurde entgegen dem LV nur einmal gestrichen. Das ärgert mich dahingehend, da diese Farbe auch wegen ihrer Schutzfunktionen beauftragt wurde und hier zweimaliger Anstrich besser ist als einmal. Zwei Schichten haben ja auch noch andere Vorteile also haben wir es so beauftragt.


    Was ist denn eine gängige Lösung für dieses Problem? Diese Position auch nur zur Hälfte bezahlen? Gar nichts machen? Oder hat man sogar Anspruch auf den zweiten Anstrich?

  • Ist so was überhaupt ein Mangel? Optisch stört es schon.

    Schwer zu sagen ohne eigene Betrachtung der Fassade, eigentlich gar nicht zu sagen.

    Wie oben schon geschrieben, wurde entgegen dem LV nur einmal gestrichen. ... Was ist ... eine gängige Lösung für dieses Problem? Diese Position auch nur zur Hälfte bezahlen? Gar nichts machen? Oder hat man sogar Anspruch auf den zweiten Anstrich?

    Nicht erbrachte Leistungen werden nicht bezahlt, gemachte schon. Wie wurde genau beauftragt, in einer Position, einfache Fläche, Text "zweifacher Anstrich" oder anders?


    Die Erbringung noch nicht erbrachter Leistungen kann nachgefordert werden, ist ja unvollständig. Jetzt erst nachzufordern kann (aus juristischer Laiensicht) eventuell unverhältnismäßig sein, wenn Dir die nur einfache Erbringung der Leistung schon vor Abbau des Gerüsts bekannt war. Was hat denn der von Dir beauftragte Bauleiter dazu gesagt? (Du hast / hattest einen, oder?).

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Wie wurde genau beauftragt, in einer Position, einfache Fläche, Text "zweifacher Anstrich" oder anders?

    Ja, es ist die Position Fassadenanstrich, dort steht einmal die Fläche, der Preis je m² und der Gesamtpreis. Im Text steht gleich in der ersten Zeile "als zweimaliger Schutzanstrich". Im folgenden dann noch Angaben zum Material etc.


    Jetzt erst nachzufordern kann (aus juristischer Laiensicht) eventuell unverhältnismäßig sein, wenn Dir die nur einfache Erbringung der Leistung schon vor Abbau des Gerüsts bekannt war. Was hat denn der von Dir beauftragte Bauleiter dazu gesagt? (Du hast / hattest einen, oder?).

    Nun ja, anfangs war es nur eine Vermutung die sich dann erhärtet hat bis es dann letztendlich auch offen zugegeben wurde. Da war das Gerüst natürlich längst weg. Wir haben dann in Absprache mit dem Architekten auch nur die Hälfte dieser einen Position bezahlt. Unser Architekt hat dies auch mit dem Handwerksbetrieb abgesprochen und wir dachten der Fall wäre erledigt. Heute erhielten wir nun eine Mail, dass wir die Hälfte von dieser einbehaltenen Hälfte an ihn überweisen sollen oder er ein gerichtliches Mahnverfahren einleitet.


    Das nur einmal gestrichen wurde war ja auch kein Versehen sondern genau so beabsichtigt. Er hat ja im nachhinein noch argumentiert, dass ein zweiter Anstrich nicht nötig ist und er ihn deshalb entgegen dem LV nicht ausgeführt hat. Uns wäre der zweite Anstrich viel viel lieber gewesen als das einbehaltene Geld und nun sollen wir davon auch noch die Hälfte überweisen. Er bekäme dann die nur zur Hälfte erbrachte Position zu dreiviertel bezahlt.

  • Ist eine förmliche Abnahme nach VOB / BGB erfolgt? Wurde der abweichend von der Beauftragung nur einmalige Anstrich dabei als Mangel festgehalten? Wurden Festlegungen über den Umgang mit dem Mangel im Protokoll festgehalten? Wenn ja welche?

    Wir haben dann in Absprache mit dem Architekten auch nur die Hälfte dieser einen Position bezahlt. Unser Architekt hat dies auch mit dem Handwerksbetrieb abgesprochen und wir dachten der Fall wäre erledigt.

    Okay, also wohl keine Abnahme, kein Protokoll. Wie wurde die "Absprache" des Kollegen dokumentiert?

    Uns wäre der zweite Anstrich viel viel lieber gewesen als das einbehaltene Geld

    Wann wurde das wie kommuniziert und dokumentiert?

    ... und nun sollen wir davon auch noch die Hälfte überweisen.

    Die Hälfte wovon?


    § 648 BGB ist bekannt?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Die Abnahme erfolgte bereits 2 Tage nach dem Streichen. Dort wurden auch einige kleinere Mängel dokumentiert. Vermutungen wurden dort aber nicht aufgenommen. Der Verdacht, dass anstatt zwei- nur einmal gestrichen wurde erhärtete sich ja erst später und zugegeben wurde es ja noch später. Da war die Abnahme lange durch.


    Als das mit dem einmal Streichen klar war haben wir in der Schlussrechnung diese Position auch nur zur Hälfte veranschlagt und bezahlt. Heute nun will er von der nicht bezahlten Hälfte noch die Hälfte bezahlt haben.

  • Hmm, wie denn nun? Abgesprochen ...

    Wir haben dann in Absprache mit dem Architekten auch nur die Hälfte dieser einen Position bezahlt. Unser Architekt hat dies auch mit dem Handwerksbetrieb abgesprochen ...

    ... oder ...

    Als das mit dem einmal Streichen klar war haben wir in der Schlussrechnung diese Position auch nur zur Hälfte veranschlagt und bezahlt.

    ... doch nur unkommentiert gekürzt?


    Weshalb gibt es keine dokumentierte Kommunikation zur Kürzung (mehr) ? Der mit der Objektüberwachung beauftragte Kollege wird doch im Rahmen seiner Rechnungsprüfung irgendetwas verwertbares aufgeschrieben haben als Entscheidungsgrundlage für euch. Ist der gesamte Schriftverkehr ist bei allen Beteiligten vollständig verloren gegangen und der Kollege kann sich jetzt an nichts mehr erinnern?

    Heute erhielten wir nun eine Mail, dass wir die Hälfte von dieser einbehaltenen Hälfte an ihn überweisen sollen oder er ein gerichtliches Mahnverfahren einleitet.

    Und was sagt bzw. schreibt der Kollege jetzt dazu? Völlig unbegründet scheint der Anspruch des Handwerkers ja nicht zu sein. Da kann man nur noch den Weg zum Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht empfehlen und dem wiederum viel Erfolg beim Entwirren der Geschichte wünschen. Spaß dürfte er dabei nicht haben.


    Off-Topic:

    Irgendwie fällt es mir auch hier wieder schwer, an die tatsächlich Existenz eines Kollegen in diesem Bauvorhaben zu glauben, aber das schrieb ich ja schon mehrfach. Wie oft habe ich schon empfohlen den Kollegen zur Verantwortung zu ziehen? Das muss sich doch niemand bieten lassen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Ergänzungen

  • Off-Topic:

    Zu Deinem Offtopic Skeptiker : Ich denke, so einige Archis scheuen die Konflikte mit den Handwerkern, kennen sich selbst oft nicht so genau aus oder sind einfach eher gutgläudig oder hatten viel mit Handwerkern zu tun, wo man sich auf mündliche Vereinbarungen verlassen konnte (ja, solche gibts tatsächlich!) oder oder oder.

    Normalerweise sollte ja vom Archi in der Rechnung was drinstehen. Also zumindest kenne ich es so, dass ich bei solchen DIngen ne Kurzbemerkung danebenschreibe (Anstrich nur 1x ausgeführt) einfach auch als GEdächtnisstütze für mich selbst und für den HAndwerker.


    • Wurde die Rechnung vom Archi geprüft und liegt sie in geprüfter Form vor oder geschah das alles nur auf mündlichen Zuruf?
    • Habt ihr schon mal mit dem Handwerksbetrieb geredet? Oder der Archi?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Ist überhaupt die Putzstruktur homogen?

    Da zeichen sich an den Kanten der Gerüstebenen gerne mal Unterschiede ab, die man nach einem Anstrich erst Recht sieht, vor allen Dingen wenn das Licht entsprechend auf die Fassade fällt. In diesem Fall hilft ein weiterer Anstrich kaum, je nach Farbton kann das den optischen Effekt sogar noch verstärken.


    Betrachtungsabstand, Lichteinfall, dann kann man beurteilen, ob die Arbeiten mangelhaft ausgeführt wurden.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Übrigens, weil Ralf das mit dem Licht schrieb: Streiflicht zählt nicht!

    Bei mir sieht man im Streiflicht auch einiges, das bei senkrechtem Lichteinfall verschwindet.


    Unter dem Aspekt solltest Du Die übrigens auch nochmal den Innenputz anschauen:

    Wann wirkt er wellig oder uneben.


    Man neigt beim neuen Haus zunächst zu Perfektionismus. Da ist es wichtig, Gelassenheit zu entwickeln.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Weshalb gibt es keine dokumentierte Kommunikation zur Kürzung (mehr) ?

    Wo habe ich denn geschrieben, dass es die nicht gibt?

    Okay, also wohl keine Abnahme, kein Protokoll.

    Habe ich ebenfalls nie geschrieben, dass es keine Abnahme gab.


    Es gibt eine "Abnahmeniederschrift" nach VOB. Dort sind kleinere Mängel erfasst. Das mit dem einmal streichen wurde später dem Handwerker auch schriftlich mitgeteilt aber zuvor natürlich mündlich. Es gibt sogar eine schriftliche Gegendarstellung in der der Handwerker argumentiert, ein zweiter Anstrich wäre nicht nötig gewesen. Was mir halt tatsächlich fehlt ist ein schriftlicher Vermerk, dass der Handwerker den Einbehalt der Hälfte der Position Streichen akzeptiert. Mündlich hat er dies gegenüber dem Architekten getan aber eben nicht schriftlich. Und nun eben die Mail.



    Irgendwie fällt es mir auch hier wieder schwer, an die tatsächlich Existenz eines Kollegen in diesem Bauvorhaben zu glauben, aber das schrieb ich ja schon mehrfach.

    Falls Dich das wirklich interessiert kann ich Dir sehr gern irgendwas einscannen und schicken. Den Vertrag, Honorarrechnungen, oben beschriebenen Schriftverkehr usw.


    Mir geht es eigentlich darum ob es gängige Praxis ist bei einmal Streichen anstatt den vereinbarten zweimal auch nur die Hälfte der Position zu bezahlen? Und mich interessiert ob man jetzt noch auf den zweiten Anstrich bestehen kann.


    Wenn ich seiner Forderung nachkomme, habe ich eine Position die nur zu 50% erfüllt wurde ich aber zu 75% bezahle. Dabei ärgere ich mich so über das dreiste einfach nur einmal streichen das ich am liebsten für die Position gar nichts bezahlt hätte oder eben der zweite Anstrich noch gemacht werden müsste. Der Handwerker hat ja auch Sachen wie "machen wir immer so, hat noch nie jemanden gestört" gesagt.

  • ok, liegt also nicht schriftlich vor. 50% für einmal streichen statt 2x kann tatsächlich zu wenig sein. In den m² kann ja mehr eingerechnet sein als nur das bloße Streichen, je nach LV.

    Da bin ich aber nicht mehr sattelfest, das müssen erfahrenere beantworten, die häufig mit LVs umgehen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Anda : Ja wir haben alle darüber geredet (und geschrieben) und im Prinzip war auch alles klar. Es gab halt nur keinen schriftlichen Vermerk, dass der Handwerker es so akzeptiert. Nun halt die Forderung.


    Betrachtungsabstand, Lichteinfall, dann kann man beurteilen, ob die Arbeiten mangelhaft ausgeführt wurden.

    Übrigens, weil Ralf das mit dem Licht schrieb: Streiflicht zählt nicht!

    Am stärksten fallen mir die Streifen an der Nord und Westseite auf. Wenn die Sonne nachmittags dann auf die Westseite scheint sieht man die Streifen nicht mehr. Ohne direkte Sonneneinstrahlung sieht man sie am stärksten und zwar bereits ab einem Abstand von ein paar Metern. Habe mir extra andere Neubauten angeschaut dort konnte ich das nicht erkennen, zumindest nicht so stark.


    Innen das Gleiche, ich meine schon nur die Kanten und Wellen die man ohne direkte Sonneneinstrahlung oder Baustrahler sieht. Mit seitlich aufgestellten Baustrahler sieht man dann natürlich noch viel mehr Sachen aber um die geht es mir gar nicht.

  • An sich wollte ich nur darlegen, dass eine inhomogene Fläche, nicht automatisch mangelhaft sein muss.


    Ich würde hier einen anderen Punkt in´s Feld führen, und zwar die Abweichung zum vereinbarten Leistungsumfang. Wenn nachweislich vereinbart war, dass ein zweimaliger Anstrich erfolgen soll, und letztendlich die Fläche nur 1 Mal gestrichen wird, dann ist es in meinen Augen völlig egal, ob man Streifen sieht oder nicht, es wurde nicht das geliefert was vereinbart (und zu vergüten) war. Da kann sich der AN auch nicht damit herausreden, dass ein einmaliger Anstrich ausreichend wäre, oder "das machen wir immer so", denn letztendlich wurde ein zweimaliger Anstrich vereinbart, und das zählt. Wenn ich als AG Lust dazu habe, dann kann ich ja auch 3 Anstriche oder 4 vereinbaren, das kann dem Handwerker doch egal sein, so lange ich diese Leistung bezahle. Er hat nur dafür zu sorgen, dass die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Selbst wenn er 10 Schichten Farbe aufbringen soll kann es ihm egal sein.


    Ich bin ja kein Jurist, aber bevor ich mich auf das Glatteis mit dem optischem Mangel begebe, würde ich zuerst einmal die Vertragsabweichung bemängeln.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Was wurde denn überhaupt für eine Farbe gestrichen? Weiß?

    War der Putz vorher schon eingefärbt?

    Evtl reicht dann sogar ein einziger egalisierungsanstrich.

    Siehst du von nahem Unterschiede in der Putzoberfläche? Sind die Streifen rauer oder bildet sich ein kleiner Bauch ab?

  • Ich würde sein Schreiben quid pro quo beantworten: schreib Ihm zurück, dass er, da die mündliche Absprache wohl hinfällig ist, den vertraglich vereinbarten Anstrich vornehmen soll und bei Weigerung

    a) die bereits gezahlten 50% anwaltlich zurück gefordert werden und

    b) auf seine Kosten ein anderer Betrieb beauftragt wird.


    Unter uns, beides zusammen wird sich juristisch wohl nicht durchsetzen lassen, aber noch seid Ihr ja nicht vor Gericht, sondern erst in Verhandlungen. Der Maler hat mit Sicherheit auch noch keinen Anwalt beauftragt. Sein Problem ist doch

    a) er will Geld von Dir und

    b) er hat seine Leistung nicht wie vereinbart erbracht.

    Das heißt: er kann natürlich gerne mahnen, aber das kostet. Bei einem widersprochenen Mahnbescheid bleibt nur die Klage. Die kostet noch mehr. Dann hat er noch das Risiko Deiner Widerklage (§33 ZPO).

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Ich bin ja kein Jurist, aber bevor ich mich auf das Glatteis mit dem optischem Mangel begebe, würde ich zuerst einmal die Vertragsabweichung bemängeln.

    Ich sehe das exakt wie Du. Das Thema einmaliger Anstrich und horizontale Streifen haben wir (Architekt und ich) gegenüber dem Handwerker immer getrennt betrachtet. Mich hat nur interessiert ob da ein Zusammenhang bestehen könnte, was ja wahrscheinlich nicht der Fall ist.



    Was wurde denn überhaupt für eine Farbe gestrichen? Weiß?

    War der Putz vorher schon eingefärbt?

    Evtl reicht dann sogar ein einziger egalisierungsanstrich.

    Ja weiß und ja eingefärbt. Ich sehe beim Anstrich aber eher die Schutzfunktion und da bilde ich mir ein, dass zwei Anstriche besser sind als einer. Denke sogar, dass zwei Anstriche grundsätzlich besser sind als einer. Aber selbst wenn nicht dann kann er doch nicht das Geld verlangen was er für zweimaliges Streichen bekommen hätte. Wenn Du dir teures Vinyl aussuchst und der Bodenlegen packt Dir dann 5 Euro Laminat rein, mit dem Hinweis, dass das ausreicht dann bezahlst Du doch nicht das Vinyl. Womöglich bestehst Du sogar darauf, dass das Laminat raus kommt und Vinyl rein.



    Siehst du von nahem Unterschiede in der Putzoberfläche? Sind die Streifen rauer oder bildet sich ein kleiner Bauch ab?

    Ich habe das Richtscheit angelegt und dort wo ich die grauen Streifen sehe ist schon ein kleiner Bauch. Mit 4-5 mm auf 1 m aber wohl gerade noch in der Toleranz. Der Bauch ist auch schon dort wo die Gerüstbretter verliefen. Nun ja, man sieht es schon und mich stört es auch aber ich sehe da keine guten Chancen noch was daran zu machen.


    Das mit dem einmaligen Anstrich ist ja eine andere Sache und eindeutig eine nicht vollständig erbrachte Leistung.

  • Naja, fachlich richtig ist das meines Laienwissens nach schon. Eingefärbter Putz und einmal streichen.

    War im LV denn vermerkt das der Putz eingefärbt sein wird bevor der Maler drauf geht?

    Wir hatten keinen eingefärbten Putz. Deswegen auch zwei Anstriche. Wobei jetzt noch ein Dritter draufkommt.. teilweise sehr fleckig das ganze :D


    Wir haben im Haus eine Fensterlaibung die nachträglich verputzt wurde. Die hat auch einen kleinen Bauch. Bei bestimmten Lichteinfall schaut das wirklich schlimm aus... Aber halt nicht immer. Wenn da jetzt an der Fassade ausgebessert wird machst du mehr kaputt wie gut... Das sieht sich weg!;)

  • Schuldenuhr


    Um was für eine Art Oberputz handelt es sich? (mineralisch oder anders)

    Und um was für einen Anstrich? (Siliconharz-Emulsionsfarbe oder anders)


    Es geben auch die DIN und die Technischen Merkblätter des Herstellers Aufkunft, wie zu verarbeiten ist.

    Ein Anstrich mit Siliconharz-Emulsionsfarbe z.B. erfordert lt. DIN 3.2.1.2.11 eine Grundbeschichtung, eine Zwischenbeschichtung und eine Schlussbeschichtung.


    Ich bin allerdings Laie.

  • War im LV denn vermerkt das der Putz eingefärbt sein wird bevor der Maler drauf geht?

    Im LV steht beim Putz "Farbe nach Wahl des AG". Bei der Farbe steht dann eben als Schutzanstrich und darauf kam es uns auch in erster Linie an. Aber nochmal, selbst wenn einmal Streichen ausreichend gewesen wäre dann hätte man vorher darüber sprechen müssen und nicht still und heimlich nur einmal Streichen aber zweimal berechnen im Sinne von merkt doch keiner.

    Um was für eine Art Oberputz handelt es sich? (mineralisch oder anders)

    Und um was für einen Anstrich? (Siliconharz-Emulsionsfarbe oder anders)

    Unterputz: Klebe- und Armierungsmasse (Armatop SL)

    Oberputz: Mineralischer Deckputz (Schwenk VarioStar)

    Anstrich: weiße Silikonharz-Fassadenfarbe (ClimaLoxan)


    Vereinbart waren sogar drei (!!!) Grundierungen, einmal auf das Mauerwerk, dann auf den Unterputz und dann sogar nochmal vor dem Streichen. Gemacht wurde hier sehr wahrscheinlich nur die erste Grundierung.

  • ......nur einmal Streichen aber zweimal berechnen ......

    das geht nun mal gar nicht, und ich glaube, dafür muss man kein Jurist sein, um das zu verstehen.


    Wenn bei der Farbe nur ein "Schutzanstrich" beauftragt war, dann könne man darüber streiten, ob 1 Mal oder 2 Mal gestrichen werden muss, hier wäre dann wohl die Verarbeitungsanleitung des Herstellers maßgebend. Man kann aber trotzdem keine Leistung verrechnen die nicht erbracht wurde.

    Als nächstes kommt der Maler wohl mit dem Argument um die Ecke, dass er die Farbe einfach dicker aufgetragen hätte. :wall:


    Das gilt analog für die Grundierungen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Auf einem solchen mineralischen Oberputz ist i.d. R. nur bedingt und nicht bei allen nachfolgenden Materialien ein klassischer Egalisierungsanstrich zugelassen.

    Nachdem z. B. bei Farbtonabweichungen oder auf Wetterseiten grundsätzlich mindestens zwei Anstriche vorgeschrieben sind, macht Weinger auch nicht viel Sinn.

    Das heißt, dass ein Material auf Silikonharzbasis meist den kompletten Aufbau erfordert.

    Das hat auch erst mal nichts mit der Optik zu tun, sondern damit, dass die vom Hersteller zugesicherten Eigenschaften in Punkto Haltbarkeit, Witterungsbeständigkeit (und ja, auch UV-Beständigkeit) etc. nur bei vorschriftsmäßiger Verarbeitung verbindlich sind.


    Die Streifen könnten auch aus einer Kombination aus zu hoher Saugfähigkeit des Untergrunds UND einem schlechtem Zusammenspiel der Ausführenden resultieren. Z. B. wenn die obere Schicht beim überlappenden Farbauftrag im Gerüstbereich schon angetrocknet war bevor darunter weiter gemacht wurde. Höhere Materialmenge und damit mehr Füllstoffe in diesem Bereich = Strukturunterschied = Streifen

    Gruß Werner :)