Innenputz nur Streichen oder Malervlies - Tipps

  • Hallo,


    der zweilagige Innenputz wurde ja bereits vor einiger Zeit fertiggestellt. Die erste Lage besteht aus wenigen mm MultiGips Gold-Weiß Dünnlagenputz. Die zweite noch dünnere Schicht aus Caparol Akkordspachtel SF plus. Einige Wände gefallen mir gut, andere Wände sind hingegen nicht ganz so gelungen, da sieht man deutlich leichte Dellen, Kerben und so weiter. Vereinbart wurde übrigens Q3.


    Nun war ein befreundetet Maler da und der sagt, selbst für den Fall das wir nur Malervlies kleben wollen müsste man vorher schleifen. Nun sagen wir uns wieder, wenn wir eh alles einmal durchschleifen müssen dann brauchen wir auch nicht mehr tapezieren bzw. Vlies aufkleben sondern würden einfach nur grundieren und streichen.


    Gibt es abgesehen von Geschmacksfragen noch Argumente für und gegen das Streichen des Innenputzes? Preislich wäre die Variante nur Streichen natürlich unschlagbar da ich schleifen, grundieren und streichen selbst machen würde und nur das Material kaufen müsste (natürlich im Fachmarkt). Vlies würde ich nicht selbst kleben wollen, wäre also Material + Arbeitskosten.


    Was habt ihr selbst und wie zufrieden seit ihr damit?


    Vielen Dank und viele Grüße

  • Vlies sehe ich im Neubau normalerweise bei gutem Putzer nicht vor. Ich mag die übliche Struktur nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also ist es weder ungewöhnlich noch problematisch wenn ich den vorhandenen Innenputz Raum für Raum einfach nachschleife, grundiere und streiche?


    Wie ist das im Dachgeschoss, dort sind die Decken und Dachschrägen in Trockenbau, würdet ihr dort Vlies kleben oder reicht auch dort schleifen, grundieren und streichen?

  • Ich hab unter anderem deswegen gefilzten Putz. Da sind Unebenheiten nicht gar so sichtbar, wobei die Leute bei mir mit Q2 sehr gut gearbeitet hatten.


    Ich persönlich streiche gerne und arbeite da auch noch mit Mustern/ farbig abgesetzten Flächen. Das wäre mit Maler für uns kaum bezahlbar.


    Trockenbau: Wenn er gscheit gemacht worden ist, dann sollte Streichen ausreichen.


    Farbe: Es lohnt sich wirklich, die teure Farbe aus dem Fachhandel zu kaufen. Und auch richtig gute Rollen/ Pinsel.

    Seitdem möchte ich nie wieder andere Werkzeuge-Farben benutzen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Rein von der Optik können wir beiden Varianten etwas abgewinnen und wenn es keine richtigen Nachteile bei der Variante "nur Streichen" gibt dann würden wir das jetzt einfach so machen. Wenn es uns dann doch irgendwann nicht mehr gefällt, dann kann man ja beim ersten Mal renovieren auch noch tapezieren. Seht ihr bei der Frage tapezieren / nur streichen einen Unterschied zwischen Decken (Filigrandecke) und Wänden? Ein Freund hat die Wände nur gestrichen aber die Decken mit Vlies beklebt und dann gestrichen.


    Gute Farbe ist mir auch wichtig, werde ich bei Farben Schultze holen, die haben hier in der Region den besten Ruf. Passendes Werkzeug werde ich dort gleich mitkaufen.


    Zum Thema Schleifen werde ich es erst einmal vorsichtig 1-2 Wände von Hand schleifen. Wenn mir das gelingt mache ich das ganze Haus. Als Laie kann man mit der Maschine ggf. mehr Schaden als Nutzen anrichten, deshalb erst einmal mit der Hand. Würde mir hierfür einen ordentlichen Handschleifer kaufen und erst mit Schleifgitter vorsichtig über die Wand gehen und zum Schluss mit Schleifpapier den Feinschliff.


    Gibt es diesbezüglich noch Tipps?


    Ach ja, ich nehme an kleinere Schadstellen sollten immer mit dem gleichen Material wie der bestehende Putz ausgebessert werden? Oder nimmt man da irgendwas "Spezielles"?

  • Wenn wir Trockenbau machen, dann wird so gespachtelt, dass nicht mehr viel Schleifen nötig ist :thumbsup:


    Wenn Nachspachteln erforderlich wäre, sollte es schon eine für GK-Platten geeignete Spachtelmasse sein.




    Grundieren nicht vergessen .....;)

    Gruß Werner :)

  • Trockenbau im Dachgeschoss wird erst diese Woche gemacht, da warte ich einfach mal ab wie gut das wird. Der Innenputz ist ja schon einige Zeit fertig und da muss ich eben noch schleifen bevor gestrichen werden kann.


    Viele Grüße

  • Kann mir noch jemand einen Tipp geben wie ihr beim Innenputz/Spachtel Q2 von Q3 unterscheidet?


    Bei uns sieht man an fast jeder Wand leichte Spuren von den seitlichen Kanten des Flächenspachtels. Manchmal sieht man auch mehrere Wellen hintereinander in der Breite des Flächenspachtels. Im Bereich der Laibungen sieht man noch Teile der Putzschienen. Ist das alles OK für Q3 oder ist es eher Q2?

  • Kann mir noch jemand einen Tipp geben wie ihr beim Innenputz/Spachtel Q2 von Q3 unterscheidet?

    Auf die Schnelle die Erklärung vom Maler (nicht in den Details von mir geprüft). Der für Dich wesentliche Punkt dürfte sein: "Für das Erreichen der Qualitätsstufe 3 muss die Kartonoberfläche einmal überspachtelt und mit der Glättkelle scharfkantig abgezogen werden (Porenverschluss)."

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Diese Erklärung habe ich bereits gelesen (trotzdem vielen Dank) aber so richtig hilft mir das nicht weiter weil es sich auf das Verspachteln von Gipskarton bezieht. Bei mir sind es ja die gesamten massiven Innenwände die vollflächig verspachtelt wurden. Wenn ich es aber einfach von GK auf meine Innenwände übertrage dann weiß ich beim Satz "Für das Erreichen der Qualitätsstufe 3 muss die Kartonoberfläche einmal überspachtelt und mit der Glättkelle scharfkantig abgezogen werden" ja immer noch nicht ob nach diesem Arbeitsschritt noch Spuren von den seitlichen Kanten des Flächenspachtels sichtbar sein dürfen. Oder eben manchmal so Wellen die wohl entstehen wenn der Spachtel im falschen Winkel gehalten wird.

  • Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal ist bei GK eben die vollflächige Spachtelung. Wenn nicht flächig gespachtelt wurde, kann es nur Q2 sein, wenn doch, dann auch Q3. Hatte übersehen, dass es Dir um Putz geht! Dazu mehr hier: Klick! Sorry, habe jetzt nicht mehr Zeit!


    (Link doch noch lesbar gemacht)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für das PDF. Dort wird bei den vier Qualitätsstufen ja noch einmal je nach Putzart unterschieden. In meinem LV ist diese aber nicht definiert, da steht nur Q3. Wobei es bei mir ein Gipsglättputz sein soll was vielleicht am ehesten der Kategorie "geglättete Putzarten" entspricht.


    Dort steht dann wiederum, dass Q3 der Ausführungen der Qualitätsstufe 2 entspricht mit dem zusätzlichen Arbeitsgang in dem die Putzoberfläche entweder mit einem Glättgang oder mit einem Glättputzauftrag überarbeitet wird.


    Wenn mein Innenputz noch als Q3 durchgeht dann will ich gar nicht wissen wie Q2 ausgesehen hätte.

  • Wenn mein Innenputz noch als Q3 durchgeht dann will ich gar nicht wissen wie Q2 ausgesehen hätte.

    Tja, da gibt es nach meiner Erfahrung leider nur zwei Sorten von Firmen:

    • die einen wollen einem Q2 als Q3 verkaufen
    • den anderen mit dem Auftrag für Q2 würde man dafür das Ergebnis auch als Q3 abnehmen

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Was mich ein wenig stört ist, dass es bei den Qualitätstufen scheinbar eher darum geht, welche Arbeitsschritte erfolgen müssen aber nicht definiert ist wie gut diese erbracht werden müssen. Da können zwei Putzer Q3 anbieten und alles schön vollflächig verspachteln und bei dem einen ist alles schön glatt und bei dem anderen sind Rillen oder Dellen drin. Beides wäre dann wohl Q3.


    Letztendlich werde ich Wand für Wand nacharbeiten.

  • Wir werden es nun so machen, dass wir mit einem Handschleifer noch einmal jede Wand behutsam überarbeiten. Flächig gespachtelt muss da nichts mehr werden, geht eher darum die kleinen Erhebungen die von den Kanten der Spachtel geblieben sind eben zu schleifen.


    Dort wo aber mal kleine Löcher, Rillen sind möchte ich noch einmal überspachteln. Putzaufbau ist wie folgt:


    1. Lage: MultiGips Gold-Weiß Dünnlagenputz

    2. Lage: Caparol Akkordspachtel SF plus


    Was nehme ich da zum Ausbessern? Irgendeinen vernünftigen Reparaturspachtel oder etwas anderes? Gibt es sonst irgendwas zu beachten?


    Die fertig überarbeiteten Wände werden wir dann streichen und hier und da vielleicht auch eine Wand tapezieren lassen.


    Was wir aber noch nicht entschieden haben ist der Umgang mit den Decken. Diese sind eigentlich schön glatt, haben keine Risse aber hier und da mal ein paar kleine Lufteinschlüsse. Die Fugen zwischen den Elementdeckenplatten sind noch nicht verspachtelt.


    Würdet ihr nun lediglich die Fugen und die wenigen kleinen Luftbläschen verspachteln und dann die Decke nur streichen oder würdet ihr ein Malervlies aufkleben lassen? Bzw. wie habt ihr das bei euch zu Hause (im Falle, dass ihr Elementdecken habt).


    Danke


  • Hi Schuldenuhr


    unsere Betondecken haben wir mit "Streichputz" weiss gestrichen. Ist Farbe mit Quarzsand (oder sowas ähnliches) drin. Die grössten Poren,waren nicht viele, wurden zugespachtelt. Dann Haftgrund/ Grundierung drauf und 2x gestrichen. Durch den Quarzsand entsteht eine nicht sehr grobe Struktur und diese deckt auch sehr gut. Würden wir wieder machen.


    VG M.

  • EmPunkt : Weißt Du noch welche Korngröße ihr genommen habt? 1 mm?


    Kann mir noch jemand einen Tipp geben welche Spachtelmasse ich am besten zum Ausbessern nehme? Macht man mit dem gebrauchsfertigen Reparaturspachtel aus der Tube irgendwas falsch oder doch lieber eine 1 kg Tüte Füllspachtel?


    Wenn ich die Trockenbauer oder Putzer damit beauftragen würde, was würden die denn nehmen? Ihren normalen Flächenspachtel?

  • Wenn ich die Trockenbauer oder Putzer damit beauftragen würde, was würden die denn nehmen? Ihren normalen Flächenspachtel?

    Mein Lieblingsmalermeister lässt seine Leute meistens mit fertigem pastösen „Akkordspachtel“ aus dem Eimer oder Sack-Kanister arbeiten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • @ Schuldenuhr. Körnung kann ich nicht mehr genau sagen, würde aber raten eher 1 bis max.3 mm. Wir waren damals zur Entscheidungsfindung in einen Maler-Fachgeschäft (Nein, kein Baumarkt).


    Viele Grüße M.

  • Habt ihr mit dem Rollputz nur die Decken gemacht oder auch die eine oder andere Wand? Für Wände hat mir jemand Vliestapete mit Quartzsand empfohlen, das ist natürlich deutlich "billiger" dafür aber auch aufwändiger als der Rollputz.

  • Für Wände hat mir jemand Vliestapete mit Quartzsand empfohlen, das ist natürlich deutlich "billiger" dafür aber auch aufwändiger als der Rollputz.

    Was soll das bezwecken? Entweder lasse ich putzen oder spachteln und zur Not, aber wirklich nur zur Not, gibt es Vlies.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Was soll das bezwecken? Entweder lasse ich putzen oder spachteln und zur Not, aber wirklich nur zur Not, gibt es Vlies.

    So kritisch habe ich das gegenüber dem Maler nicht hinterfragt. Es ging ganz allgemein um die Wandgestaltung und das wir zwischenzeitlich die meisten Wände nur streichen wollen. Die eine oder andere Wand wollen wir aber vielleicht doch tapezieren, zum Beispiel hinter der Sitzgruppe, vielleicht auch die beiden Wände an denen die Küche steht. Der Maler meinte nun, dass man eine solche Quarztapete anbringen und dann in der Wunschfarbe streichen könnte, sähe gut aus.

  • Der Maler meinte nun, dass man eine solche Quarztapete anbringen und dann in der Wunschfarbe streichen könnte, sähe gut aus.

    Muster zeigen lassen, vorerst nicht am Objekt, sondern auf einer Musterplatte ca. 1,0 m2 groß, dann weitersehen! Über der Wahrnehmung von Oberflächen abstrakt und ohne mehrere Muster zu theoretisieren ist verlorene Lebenszeit.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Muster zeigen lassen, vorerst nicht am Objekt, sondern auf einer Musterplatte ca. 1,0 m2 groß, dann weitersehen! Über der Wahrnehmung von Oberflächen abstrakt und ohne mehrere Muster zu theoretisieren ist verlorene Lebenszeit.

    Da hast du schon recht nur ist der Maler nur ein Bekannter mit dem ich gesprochen habe. Der hat sicher keine Musterplatten zu Hause ;-)

    Malern wollen wir selbst, deshalb fragen wir halt ein wenig herum und schauen uns das eine oder andere an.

  • Da hast du schon recht nur ist der Maler nur ein Bekannter mit dem ich gesprochen habe. Der hat sicher keine Musterplatten zu Hause ;-)

    Nein, zuhause bzw. "im Geschäft" hat die im Zweifel niemand. Die müssen meist extra hergestellt werden und das kostet auch etwas. Aber man weiß vorher, was man bekommen wird und muss nicht hier fragen "Ich habe eine Wand mit XXX behandelt. Das sieht jetzt anders aus, als von mir erwartet. Was soll ich tun damit es mehr XXX wird?"

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Schuldenuhr : Wir haben auch Wände mit dem Streichputz gemacht. Andere Wände mit Vliestapete die dann in unserem Wunschfarbton lasiert wurde. Die Vliestapete hat ein Muster welches durch die Lasur zum Vorschein kommt.

    Wie schon geschrieben haben wir uns in einem Malerfachgeschäft erkundigt. Die hatten z.b solche Probewände mit den versch. Oberflächen (tapeziert, Streichputz uvm.) Da konnten wir uns wirklich gut informieren.


    Viele Grüße M.

  • Man sollte sich nur bei diesem Quarzsand/Rollputz/Strukturgedönse vorher Gedanken machen. ob man es wirklich auf die blanke Oberfläche, oder besser auf Tapete/Vlies drauf macht.


    Es ist ne ganz schöne Aktion wenn man den Rotz (Entschuldigung hierfür - ist ja Geschmacksache) irgendwann wieder runter haben wollte.

    Gruß Werner :)

  • Unser Architekt war heute da und er würde es wie folgt vorschlagen:


    Fugen und kleine Luftbläschen an der Decke verspachteln und schleifen, danach grundieren und normal weiß streichen


    oder das Gleiche aber mit einem Vlies vor dem Streichen. Er sagt, dass Vlies machen manche damit man im Fall der Fälle Risse an der verspachtelten Fuge nicht sieht. Andere hingegen lassen das Vlies weg.