Estrichaufbau im Gewerbeobjekt (Ameise & Hubwagenbetrieb)

  • Servus allerseits,

    aktuell baue ich ein Gewerbeobjekt um und die meisten Fragen sind geklärt.
    Derzeit plane ich den Fussbodenaufbau, dieser muss für den Betrieb mit Ameise und Hubwagen ausgelegt sein.

    Aufbauhöhe: 15cm ab Rohbetondecke

    - Rohbetondecke

    - PE Folie
    - 60mm Styrodor/"Jakobstor":D KF700 Wärmedämmung
    - Abstandshalter 3cm
    - 3mm Stahlmatte
    - 17mm Fussbodenheizung, 10er Raster (verbunden mit der Stahlmatte)
    - zweite Lage Stahl (3mm)
    - 9cm Betonestrich


    Von der Stabilität und der Rissbildung sollten sich keine Probleme ergeben, da die Bereiche auch in maximal 50qm große Bereiche unterteilt sind,
    meine Frage zielt darauf ab, ob über der Wärmedämmung noch eine zweite Schicht PE-Folie gesetzt werden muss oder ob diese völlig überflüssig wäre?

    Vielen Dank für eure Hilfe im Voraus.

    Beste Grüße :thumbsup:

  • Für heute bin ich schon zu müde um vernünftig auf die eigentlichen Fragen antworten zu können, aber zwei Fragen habe ich vorab:

    1. Was ist „Betonestrich“? Beton nach DIN EN 260 oder Estrich nach DIN 18 560?
    2. Wenn es sich um einen (Zement-) Estrich handelt, nach welchem Teil der DIN 18 560?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Und was kommt auf diesen undefinierten Zementestrich? Welche Kennzahlen soll der haben?


    Über die Wärmedämmung muss eine PE-Folie als Gleitschicht.


    Die Bewehrung mit Stahl in 3 mm ist völlig unsinnig, da wirkungslos in Bezug auf Risse.


    Ein Zementestrich ist für Befahren mit Flurfördergeräten nicht Abriebfest genug. Ausserdem wird jedes Schüsseln im Fugenbereich zu Schäden beim Überfahren führen.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Zum Einsatz kommt kein Estrich im eigentlichen Sinne, sondern Transportbeton (XD3, XS3, XF4).

    Festigkeit C30 / 37 sollte zusammen mit dem Stahl wohl standhalten.


    9cm stark, doppelt bewehrt mit 3-4mm starken Stahlmatten auf 6cm Jackodur KF700.

  • Nein.


    Wird noch mehr Schüsseln als ein erdfeucht eingebauter Zementestrich.


    Lös dich mal von der falschen Vorstellung, mit Estrichgittern wäre eine Bewährung möglich.



    Bei solchen Anforderungen würde ich folgenden Aufbau empfehlen:

    Druckfeste Dämmung

    PE-Folie 2-fach

    20 mm Drunterleisten max. 35 cm lang

    Baustahlmatte Q 335 A als Trägermatte und im Verbund mit Stahlfasern gegen Aufschüsseln und als Fugensicherung gegen Verlust der Querkraftübertragung

    FBH mit ausreichender Befestigung bei Betoneinbau mit Schlauchleitung

    Stahlfaserbeton C 30/37 XM1, w/z 0,52 mit 25 kg/m³ Stahlfasern mit Zulassung nach Norm, ob man hier einen Leistungsklassebeton einsetzen muss, kann man diskutieren. Würde vermutlich auf eine LK 1,2/0,9 oder 1,5/1,2 rauslaufen. Eine Statischen Bemessung würde ich schon verlangen. Stärke des Betons 15 cm !

    3-4 kg/m² Hartstoffeinstreuung mit Flügelglätten

    Scheinfugenschnitte nach statischen Vorgaben (etwa 6-7 m Abstand)

    Foliennachbehandlung mind. 7 Tage

    Anschließend Frühimprägnierung, die verringert das Schüsseln durch weitere Reduzierung der Austrockengeschwindigkeit nachhaltig.

    Fugenverguß mit PU


    Nach unseren Erfahrungen sind geringere Aufbauten NICHT dauerhaft Gebrauchstauglich.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o


  • Danke für deine Hilfe und Tipps.

    Mittlerweile bin ich bereits an der Umsetzung dran.

    Folgender Aufbau:

    Bestand:
    Ungedämmte Bodenplatte (Baujahr 1992 sollte wohl noch ungedämmt sein)
    PE Folie

    Neu kommen drauf:
    PE-Folie wird getauscht (0,3mm)
    80mm Jackodur KF700 Stufenfalz-Dämmung
    PE-Folie (0,3mm)
    30mm Abstandshalter
    Baustahlmatte Q 335 A
    Fussbodenheizung 17mm in 10er Raster
    10cm XM1 Beton mit Stahlfasern (Gesamthöhe ab Dämmplatte 10cm / Überdeckung der FBH-Rohre 53mm)

    Die Estrichflächen sollen über "Schlüter Dilex-DFP 100 Dehnfugenprofile" unterteilt werden, in den Übergängen erhalten die FBH Rohre natürlich ein Schutzrohr.

    Wichtig ist hierbei anzumerken, dass auf dem 10cm Estrich kein Stapler unterwegs sein wird, sondern nur Hubwagen und Ameisen.

    Ich denke mit dem Aufbau hat man einen guten Kompromiss bzgl. der Dämmstärke und der Estrich-Stabilität erreicht, jetzt muss das ganze nur noch von uns

    umgesetzt werden, diese Woche haben wir schon einmal begonnen die neue PE-Folie samt Dämmung einzubringen und die Randdämmstreifen einzubringen.


    Kurze Eckdaten zur Heizungsanlage:

    38KWH Gastherme unterstützt von 40KWH Holzvergaser (Allesverbrenner :D), Puffer mit 2000L.

  • Wichtig ist hierbei anzumerken, dass auf dem 10cm Estrich kein Stapler unterwegs sein wird, sondern nur Hubwagen und Ameisen.

    Noch wichtiger wäre es zu verstehen, dass Stapler fast immer GERINGERE Kontaktdrücke verursachen als Hubwagen und Ameisen.


    Das geplante Profil ist ungeeignet.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Nicht nur das Profil...Für mich geht der ganze Aufbau nicht.

    Jochen

    Über Ratschläge würde ich mich freuen, welche Punkte sind denn in jedem Fall zu tauschen bzw. anders umzusetzen.

    Bzgl. dem Profil, hier sollte man wohl eher auf ein Aluminiumprofil setzen, hat jemand eine gute Quelle für die 100mm Profilhöhe?

    Oder lieber ein Scheinfugenprofil mit z.B. 40mm Aufbauhöhe wählen und diese kurz nach dem Gießen nachträglich in die geplanten Scheinfugenbereiche drücken?

  • Ich bin zwar auf dem Gebiet kein Experte, aber wir arbeiten bei einer internationalen Firma und reparieren dort laufend den Magnesitestrich. Dies ist ein Verbundestrich, trotzdem ist dies eine Dauerbaustelle. Ein schwimmender Estrichaufbau kann bei der Belastung durch Ameisen nach meiner Meinung nicht dauerhaft standhalten.

    Jochen

  • Ein schwimmender Estrichaufbau kann bei der Belastung durch Ameisen nach meiner Meinung nicht dauerhaft standhalten.

    da die ameisen wohl unverzichtbar sein werden, müsste man das thema "schwimmender estrich" umdeuten, bspw. in "betonplatte".

    allerdings wäre auch die dauerhaftigkeit einer (stat. bemessenen) betonplatte deutlich davon abhängig, wie die annahmen rund um´s schwimmen umgesetzt werden. da ist man auf jeden fall weit weg von eingeflogener trittschalldämmung auf rauher unterlage.