Wandvergleich Hersteller H und Hersteller F

  • Wir wollen unser Haus in Holzständerbauweise erbauen lassen wir haben aussortiert zwischen fünf Herstellern zwei davon sind noch übrig Firma H-Haus und F-Haus jetzt ist die Frage welche Vor und Nachteile haben diese Hersteller?


    H verbaut eine eher dünnere Wand mit viel Hartschaum 15cm und hat beidseitig OSB platten verbaut.#


    F verbaut sehr dicke Balken mit viel Mineralwolle und sehr wenig Hartschaum 6cm und ist Spannplatten beplankt.


    'Vlt hat jemand Erfahrung gamit wo das bessere Wohnklima ist und wie es um die Haltbarkeit der Wände steht bin dankbar über jede Anregung.


    Die Namen wurden von der Moderation verkürzt, weil die Wandaufbauten auch unabhängig vom konkreten Hersteller diskutiert werden können und weil so ein Zusammenhang von kritisiertem Wandaufbau und Hersteller nicht entstehen kann. Wir möchten wertende Vergleiche hier weiterhin vermeiden.

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker ()

  • Skeptiker

    Hat den Titel des Themas von „Hanse Haus Wand oder FingerHaus“ zu „Wandvergleich Hersteller H und Hersteller F“ geändert.
  • Als Architekt würde ich zuerst fragen, ob jeweils zu meinen Vorstellungen passende Kubaturen, Grundrisse und Fassaden angeboten werden.


    EPS als gängiger besonders kostengünstiger Hartschaum lässt sich nur in der Fläche, nicht aber bei Anarbeitungen wirklich lückenlos einbauen. Wenn, dann würde ich in ihn also allenfalls als äußeres WDVS einsetzen. Ich persönlich präferiere im Trocknen Faserdämmstoffe. Bei freier Auswahl würde ich andere Wandaufbauten gegenüber den genannten bevorzugen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bitte die beiden Wandaufbauten einmal detailliert spezifizieren. Dann wäre es möglich, diese auf ihre Eigenschaften hin zu untersuchen. Die Angabe "sehr dicke Balken " hilft hier nicht weiter.


    Also, welche Materialien mit welcher Dicke und Eigenschaft, ergeben den Wandaufbau? Installationsebene? Usw.

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  • Am besten gefällt mir das raumseitig angeordnete „diffusionsoffene Dampfbremsvlies“!


    :thumbsup:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Am besten gefällt mir das raumseitig angeordnete „diffusionsoffene Dampfbremsvlies“!


    :thumbsup:

    spätestens wenn die ganzen Löcher für Steckdosen und Schalter gebohrt sind, ist es diffusionsoffen. :D


    Aber schauen wir mal weiter.


    Beide Varianten haben raumseits nur eine einfache Beplankung. Für den Hitzschutz stehen somit nur ca. 11Wh/m²K zur Verfügung. Als Puffer für die Raum(luft)feuchtigkeit kann man auch nur auf das bisschen GK Platte zurückgreifen. Das reicht als (Feuchte)Puffer für bestenfalls 10h. Eine stärkere Beplankung könnte hier hilfreich sein, auch wenn man nicht das Speichervermögen einer Ziegel- oder KW-Wand erreichen wird.


    Was die Wärmedämmung betrifft, so bieten beide Varianten eine sehr gute Wärmedämmung. Ist auch kein Wunder, denn der Wandaufbau besteht ja zum größten Teil aus Dämmmaterial. Die Variante mit der dickeren Wärmedämmung außen dürfte toleranter sein, gegenüber Temperatur- und Feuchteschwankungen, mir ist nur nicht klar, was für ein Material dort eingesetzt werden soll. Typisch wären 14cm oder 16cm, aber vielleicht haben sie ja noch eine Klebeschicht hinzugezählt. Wie sonst sollte man auf 15cm kommen? Mit U-Werten um die 0,12W/m,²K bis 0,14W/m²K spielen die Wandaufbauten hinsichtlich Wärmedämmung sicherlich in der Oberliga.


    Die Schalldämmung ist schwierig abzuschätzen, da müsste man einmal intensiv rechnen. Der Wandaufbau ist relativ leicht, durch den Wandaufbau ergeben sich wohl mehrere Resonanzstellen. Das dürfte dem Schallschutz bei niedrigen Frequenzen nicht zuträglich sein, die Frage ist also, wie weit man die Resonanzstellen "nach unten" verschieben kann. Für höherfrequente Geräusche sollte die Schalldämmung gut sein. Hier müsste man dann auch die Fenster betrachten die zum Einsatz kommen sollen.

    Falls Schallschutz keine Priorität hat, könnte man das Thema auch ignorieren. Für eine Bewertung sollte man nicht nur das Schalldämmmaß betrachten, sondern den Verlauf über die Frequenz.


    Was mich aus "praktischer Sicht" stören würde, der Verzicht auf eine Installationsebene. Die Verlegung von Leitungen innerhalb des Wandaufbaus sorgt automatisch für kritische Stelln, an denen sehr sorgfältig gearbeitet werden muss. Das kann funktionieren, kann aber genau so schnell in die Hose gehen.

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  • Damit könnte ich mich anfreunden. Jeder setzt halt andere Prioritäten.

    An sich finde ich Aufbauten mit einer schweren Schale (KS) und möglichst viel Dämmung besonders charmant. Ich könnte mich aber auch für einen Aufbau mit Holzfaserplatten begeistern. Es gibt so viele Möglichkeiten, da ist für jeden etwas dabei. Wie bei Color Rado. ;)


    Die oben gezeigten Aufbauten sind halt auf bestmögliche Wärmedämmung getrimmt. Das muss nicht schlecht sein. Beide werden funktionieren, das ist auch nicht das Problem. Vielleicht sollten wir noch das Karma mit in´s Spiel bringen.


    Entscheidend ist, was gefällt Dir? Welche Prioritäten hast Du?


    Das Forum kann Dir Infos und Anregungen liefern, entscheiden musst Du dann selbst.

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  • Es gibt nur wenige objektiv immer gute oder schlechte Baustoffe oder Baustoffkombinationen. Die Frage ist immer, ob sie zur Anwendung oder den Bedürfnissen des Einzelfalls passen. Nur ein unpassendes Material ist im Einzelfall schlecht!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Langlebig sollten die alle sein, vorausgesetzt man kümmert sich darum. Solche Konstruktionen sterben nur dann vorzeitig, wenn Schäden nicht beseitigt werden, und die sich dann ausbreiten können.


    HItzeschutz ist mit solchen leichten Konstruktionen nicht so einfach. Die Wärmedämmung schützt zwar auch vor Hitze, aber es fehlt raumseits die Masse die Temperaturspitzen im Innenraum abmindern könnte. Oben hatte ich ja von 11Wh/m²K geschrieben, das ist nicht viel, was die Masse einen Termperaturanstieg im Innenraum entgegensetzen könnte. Die von mir oben angesprochene KS Variante liegt da problemlos bei Faktor 5.


    Aber um ehrlich zu sein, wer meint er könne mit dem Wandaufbau klimatisieren, der irrt. Wie gesagt, man kann damit Temperaturspitzen etwas abmildern, aber das war´s. Die Kühllast solcher Räume ist im Hochsommer deutlich höher als das was die Wände liefern könnten.

    Wenn dann noch die family quer schießt, und im Sommer Balkontüren und Fenster ständig offen stehen, dann ist auch jede Klimatisierung überfordert.


    Bedenke beim Hitzeschutz auch die Fensterflächen und deren Verschattung. Eine große Glasfront im Wohnzimmer mag manchen Leuten optisch gefallen, und sie sorgt während der Übergangszeit auch für solare Gewinne, aber im Hochsommer kann sich das zum Super-Gau entwickeln. Deswegen Ausrichtung, Sonnenstand, Verschattungsmöglichkeiten mal genauer unter die Lupe nehmen.


    Wird das DG zu Wohnzwecken ausgebaut, dann tritt die Problematik auch hier auf. Große Dachflächen, ideal zur Sonne ausgerichtet, da glüht tagsüber die Dacheindeckung.

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  • Solche Konstruktionen sterben nur dann vorzeitig,

    wenn mangels eingehender beratung (ein paar unverständliche skizzen und ein paar kurze normauszüge als seiten 132-135 der baubeschreibung gehören für mich nicht dazu ) der wunsch nach ebenerdigen austritt als kein problem abgetan wird , daraufhin dann die

    Eine große Glasfront im Wohnzimmer mag manchen Leuten optisch gefallen

    glasfront samt 2mschiebetüren für einen beachtlichen aufpreis von innen auf sowas vorbereitet wird , und die bauherrschaft freudig einen ahnung/skrupellosen tief- oder galabauer mit ebenerdigen anpflasten beauftragt , ist der tod der konstruktion noch vor dem einzug beschlossene sache .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • In Sachen Holzbau bin ich Laie.

    Als Nutzer würde ich mir überlegen, ob ich alle Möbel aufstellen möchte, oder auch welche an die Wände hängen möchte und ob ich aus familiären Gründen später ggf. umnutzen oder umbauen möchte. Aus dieser Sicht scheinen mir Wandkonstruktionen mit mehr Reserve etwas besser zu sein als bauphysikalisch optimierte Wandaufbauten.


    Ich habe schon in Gebäuden gewohnt, die waren zum Zeitpunkt der Errichtung maximal optimiert, entweder finanziell, materiell, technisch aktuell oder aufgrund der verfügbaren Baumaterialien bzw. deren Qualitäten. Das führte immer zu einem deutlichen Mehraufwand bei z.B. Hängeschränken, Tausch bzw. Umnutzung von/zu Kinderzimmern, manchmal sogar beim Aufhängen von größeren Spiegeln oder bei der Montage von kleinen Regalen und bei der Sicherung von Hochbetten an der Wand.


    Bei der Holzrahmenbauweise ist man bei Umbauarbeiten / Montage von schweren Teilen sowieso eingeschränkt, bzw. muss das gleich mit einplanen, aber bei "dicken Balken" sehe ich pers. wenigstens noch die Möglichkeit, später vielleicht mal ....

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Bei dem immer poröseren Material heutezutage, müsste doch alles was aufzuhängen ist so langsam aus der Mode kommen, oder? ;)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Bei dem immer poröseren Material heutezutage, müsste doch alles was aufzuhängen ist so langsam aus der Mode kommen, oder? ;)

    ja, eigentlich schon.

    Für alles andere gibt es Injektionsanker.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Eben. Es scheitert selten am Untergrund, eher an den falsch gewählten Befestigungsmitteln. Wer nur Spax und S6 Dübel kennt, wird natürlich Probleme bekommen. Dann noch Bohrhammer mit 5Joule aufwärts, und schon hat man die atmenden Wände. :lach:

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