Kalter Wintergarten / Glashaus

  • Wir möchten in Berlin einen Glashaus der Firma S.........x bauen.

    Da es rd. 25qm groß sein soll und 5 Meter tief ist, haben wir eine Bauantrag gestellt.


    Nachdem der Architekt den Antrag eingereicht hat, kam als erstes erst mal, dass wir unsere Schuppen an der Grenzbebauung umstellen oder abreißen müssen (oder Baulast eintragen). :|
    Auch wurde uns mitgeteilt, dass es nach §62 BauO ein Genehmigungsfreistellungsverfahren ist und dass der Architekt falsche Unterlagen eingereicht hat.

    Nun möchten Sie eine Nutzmaßberechnung durch einen öffentlichen Vermesser haben mit GRZ und GFZ.

    Außerdem behauptet die Sachbearbeiterin es wäre ein Aufenthaltsraum und die Raumhöhen nach § 47 BauO müssten eingehalten werden.


    Wir haben ein Grundstück mit 1000qm. Es gibt keine Probleme mit den Abständen des Glashauses zum Nachbarn. GRZ und GFZ ist kein Problem, was auf den ersten Blick zu erkennen ist.


    Hat jemand Erfahrung mit einem Bauantrag für ein Glashaus. Ist es üblich, dass die uns hier so die "Hosen" ausziehen. Kann ich da etwas gegen machen?


    Am Ende ist es nur ein Glashaus. Mit Standardteilen. Glas der Wände kann ganz weggezogen werden und ist nicht dicht. D.h., zwischen den Glasplatten ist ein Spalt von 3mm.


    Danke und Gruß


    Christian

  • Ich habe vor kurzem in B ein gewerblich zu nutzendes Foliengewächshaus zum Freistellungsantrag vorbereitet. Größe 300 m2, auf einem Grundstück, für das der B-Plan genau diese Nutzung in exakt dieser Grösse vorsieht.


    Ja, dafür braucht es nach BauVerfO u. a. immer einen amtlichen Lageplan inkl. Nachweis des Maßes der Nutzung und was sonst noch für den konkreten Fall zutrifft, oft z.B. einen Brandschutznachweis. Und, ja, es gilt für jedes Gebäude die gesamte BauO - sofern nicht eine ausdrücklich darin genannte Ausnahme zutrifft.


    Und nochmal ja, was keine Garage oder ein WC oder eine Küche oder ein Treppenraum oder ein Lagerraum ist, ist meistens ein Aufenthaltsraum. Und an einen solchen stellt die Bauordnung Anforderungen.


    Anbieter von Bausystemen verkaufen leider oft "Typenbauten" die (fast) nirgends in D so wie angeboten genehmigungsfähig sind, oder auch "nur" nicht statisch nachweisbar und damit dann natürlich auch nicht zulässig.


    Nach Vorlage der Genehmigungsstatik für das o.g. Gewächshaus, von dem in ganz Deutschland anscheinend mehrere hundert stehen, bekam dieses plötzlich voluminöse Fundamente und im Querschnitt nahezu verdoppelte Tragprofile. Und es wurde um satte 40 % teurer, offiziell wegen der schwierigen Bodenverhältnisse (mittdeldicht gelagerter Sand) und der gewaltigen Windlast (in einem Tal zwischen zwei Sand-Dünen).


    Ich weiß natürlich nicht, welche Forderungen die Bauaufsicht bei Dir konkret gestellt hat, aber erstmal liest sich das eher als Lücken in der Planung denn als überzogenen Forderungen der Bauaufsicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    2 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: den 5. + 6. Absatz ergänzt

  • Und nochmal ja, was keine Garage oder ein WC oder eine Küche oder ein Treppenraum oder ein Lagerraum ist, ist meistens ein Aufenthaltsraum. Und an einen solchen stellt die Bauordnung Anforderungen.

    Gilt das auch für einen "unbeheizten" Raum? Oder spielt die Möglichkeit einer Beheizung keine Rolle?

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  • Gilt das auch für einen "unbeheizten" Raum? Oder spielt die Möglichkeit einer Beheizung keine Rolle?

    Nein, nach § 47 BauO Berlin spielt die Beheizbarkeit keine Rolle. Relevant sind hier nur Raumhöhe und das Vorhandensein von Fenstern.


    Hilfreich ist vielleicht auch diese Liste diverser Definitionen des Bundesverbandes Wintergarten. Auch aus diesen ergibt sich keine Korrektur der vorstehenden Aussagen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wozu soll denn das Glashaus sein? Gewächshaus als Nebengebäude oder Aufenthaltsraum?


    Daraus ergibt sich alles weitere.


    Ob GRZ und GFZ noch passen, hängt vom B-Plan ab, den es hier offensichtlich gibt. Bei älteren B-Plänen vor 1990 (gibt es nur im ehem. Westteil) zählen Nebenanlagen nicht zur GRZ, bei allen ab 1990 schon. Bei viel Terrassenfläche und Nebenanlagen (Schuppen, Garagen/Stellplätze mit Zufahrten, Zuwegungen usw.) und einer zul. GRZ 0,2 können auch bei 1000 m² Grundstück die i.d.R. zulässigen 300 m² überschritten werden.


    Das sollte der Architekt aber wissen. Eine Schikane der Bauaufsicht kann ich nach der Beschreibung erst einmal nicht feststellen.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas