Fahrradlift mit Rollladenmotor!?

  • Hallo,


    ich hoffe hier für mein "Projekt" und Fragen dazu nicht gleich gesteinigt zu werden ;-)


    Ich möchte für ein Pedelec (ugs. E-Bike) ca. 25kg ein Fahrradlift in der Garage installieren. Der Lift ist ansich schon gebaut (siehe Bild). Das Fahrrad wird dabei mit den Räder unten auf die Latte gestellt und "schräg" am Lift fixiert. Sprich das Bike ist schräg angebracht. Der Lift besitzt zum einen Rollen, damit er an der Wand auf- und abrollen kann. Zudem eine Führungschiene (aus dem Schiebetürenbereich), damit das ganze auch an der Wand bleibt und nicht wegkippt. Sprich es sind praktisch mehr als 25kg zu bewegen.


    Das Ganze ist über einen "offiziell" zu beziehenden Fahrradliftseilzug (Zulassung bis 45kg) gelöst. Das manuelle Hochziehen und Ablassen gestaltet sich jedoch alleine aufgrund der Position an der Wand und durch das Bike selbst etwas schwerer als in der Planung gedacht.


    Da ich im Haus sowieso schon Rollladenantriebe vom französichen "Weltmarktführer" und paar weitere "smarte" Komponenten davon habe und zudem über Verwandschaft günstig beziehen kann, kam ich darauf das ganz zu motorisieren. Es wäre einfach eine feine Sache, so könnte ich morgens wenn ich im Haus per Knopfdruck die Garage öffnen lasse auch gleich noch per Tastendruck den Fahrradlift absenken lassen könnte.


    Habe mich bei der Firma auch schon etwas schlau gemacht und z.B. erfahren, dass es wichtig ist nicht einfach einen zu starken Motor zu nehmen, da er sonst zu heiß wird, falls das Gewicht des Lifts inkl Fahrrad zu gering ist. Darüber hinaus habe ich auch noch weiter Fragen, hoffe mal wieder das es hier paar nette, gute Experten gibt, die mir weiter helfen können:


    1. Ich habe kein Messgerät für NM. Im Prinzip könnte ich die ungefähr benötigte Kraft doch ermitteln, indem ich auf eine Waage stehe und den Lift hochziehe und dann die "Entlastung" an der Waage als Gewicht des Liftes ermittel!?


    2. Wenn der Motor nun entsprechend dimensioniert ist für den Lift inkl Bike. Ich den Lift tagsüber aber leer hochgezogen haben möchte. Dann ist dafür der Motor ja überdimensioniert. Könnte es da Probleme geben?


    3. Wenn der Motor in der oberen Endlage ist, dann hat der Motor bei einen normalen Einsatz als Rollladenantrieb ja kaum Zuglast auf der Welle/Motor, da das Gewicht des Rollladens ja aufgewickelt ist. Wenn ich meinen Lift in der oberen Endlage habe, wirkt aber ja nach wie vor das volle Gewicht von Lift/Bike auf den Motor. Kann er das dauerhaft halten? Oder müsste ich einen Riegel o.ä. einbauen?


    4. Würdet ihr den Seilzug weiter benutzen mit Motor? Oder ist es sinnvoller ohne "Seilzugprinzip" den Lift "direkt" an den Motor zu hängen.


    Danke für Eure Hilfe und Grüße

    master

  • Die Mechanik kann ich so nicht beurteilen, aber die Aussage, dass ein überdimensionierter Motor unter zu wenig Last leidet, dürfte ein Missverständnis oder eine Fehlinformation sein.

    Über das Motorgetriebe ist auch das Gewicht der Konstruktion samt Pedelec in oberster Stellung kein Problem für den abgeschalteten Motor. Die gleichen Antriebe werden auch für Markisen verwendet und dort dauerhaft mit der Federkraft der Gelenkarme beaufschlagt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich möchte für ein Pedelec (ugs. E-Bike) ca. 25kg ein Fahrradlift

    Rechnet man die Konstruktion (Holz) hinzu, dann reden wir wohl über ein Gesamtgewicht von vielleicht 30 bis max. 35kg.

    und wenn Du leichten Strom tankst, dann wird das auch vollbetankt nicht mehr. :D


    Durch die Umlenkung halbiert sich der Kraftaufwand, dafür verdoppelt sich der Weg, aber Du bist sowieso in einer Gewichtsklasse, in der Du nicht einmal einen Taschenrechner bemühen musst. Da kannst Du Dir auch den Versuch mit der Waage, der prinzipiell funkioniert, sparen.


    Schau mal in die technischen Unterlagen zu den Antrieben, da wird meist ein max. Zuggewicht genannt. Dieses beträgt bei kleinen Antrieben typ. um die 45kg, und ist bereits deutlich höher als das was Deine Konstruktion an Gewicht aufweist. Die Antriebe sind darauf ausgelegt, dass sie dieses Gewicht vom Drehmoment her auch bewegen können, wobei die Hersteller empfehlen, diese Grenze nicht auszureizen, weil sie ja bei einem Rolladen, neben dem Gewicht, auch weitere Lasten berücksichtigen müssen (Wind zum Beispiel).


    Deswegen gibt es in den Unterlagen üblicherweise Diagramme oder Tabellen, wie Zugleistungstabellen usw.


    Über den dicken Daumen gepeilt, für Deine Konstruktion irgendwas um die 20Nm, ich muss aber zugeben, Physik, Grundlagen Mechanik, das ist schon lange her.


    d.h. Für Deinen Fall wäre ein kleiner Antrieb mit typ. 45kg und >20Nm ausreichend, selbst ohne Umlenkung


    Über die Belastung würde ich mir keine Sorgen machen, da der Antrieb nur kurzzeitig die Konstruktion bewegen muss, und das vermutlich auch nur wenige Male pro Tag.


    Du kannst den Antrieb auch gefahrlos überdimensionieren, die höhere el. Leistungsaufnahme spielt in Deinem Fall keine Rolle (keinen nennenswerten Einfluss auf den Stromverbrauch).

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  • Danke für eure schnellen und guten Antworten. Das hilft schonmal weiter.


    Wegen der Überhitzen bei Überdimensionierung wurde mir von Mitarbeitern vom französischen "Weltmarktführer" genannt. Hatte es aber auch nicht direkt verstanden. Im Netz habe ich bei Was benötige ich? - Rolladenmotor - Motor folgendes gefunden:

    "...Ein Rolladenmotor darf nicht zu schwach sein, da er sonst den Rolladen nicht bewegen kann. Ist der Rolladenmotor überdimensioniert, gibt der Motor die überflüssige Kraft in Form von Wärme ab. Diese Wärme staut sich im Rolladenkasten und schadet Motor und Mechanik..." Irgendwo anders im Netz hatte ich nochwas gelesen, dass es was mit dem erzeigten MAgnetfeld zu tun habe, dass aber so nicht "abgerufen"/benötigt wird und sich in Wärme bemerkbar macht. Leider finde ich den Link nicht mehr.


    Aber vermutlich ist es bei den paar Sekunden pro Tag Betrieb unwesentlich!? Und es ist ja kein Rollladen oder gar Kasten drum herum.


    Wenn 20NM direkt reichen ohne Seilzug. Dann entferne ich den Seilzug am besten und montiere den Antrieb einfach direkt parallel zur Decke und Wand und lasse das Seil direkt auf der Welle aufwickeln!? Zumal es ja laut euren Aussagen kein Problem geben dürfte in der oberen Endlage. Oder wäre hier doch der Seilzug besser, weil eben nur das halbe Gewicht dauerhaft am Motor/Getriebe anliegt wenn das Bike oben ist!?


    Danke und Grüße

    master

  • Ich würde einfach die vorhanene Konstruktion nutzen und die Seile über die Welle eines oben angebrachten Motors wickeln, und dort befestigen. Das Absenken und Anheben dauert dann ein paar Sekunden länger, aber das spielt keine Rolle.


    Darauf achten, dass sich das Seil ordentlich auf- und abwickeln kann.


    Ist der Rolladenmotor überdimensioniert, gibt der Motor die überflüssige Kraft in Form von Wärme ab. Diese Wärme staut sich im Rolladenkasten und schadet Motor und Mechanik...

    Darüber würde ich mir gar keine Gedanken machen. Wir reden hier von Motoren in der Leistungsklasse um die 100W bis vielleicht 200W (wenn überhaupt), die zudem nur wenige Sekunden in Betrieb sind. Ob da bei Teillast der Wirkungsgrad um wenige Prozentpunkte sinkt, spielt keine Rolle. Bei Teillast sinkt ja auch die el. Leistungsaufnahme, und auch wenn die Verluste relativ steigen, absolut gesehen hat das hier keine Auswirkung (Man könnte ejtzt noch über Drehzahlen, Drehmoment, Kühlung usw. philosophieren, ändert aber am Ergebnis nichts)

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  • Nochmals wieder vielen Dank. Ihr seid mir eine große Hilfe.


    Dann wird das ganze garnicht so kompliziert wie ich gedacht habe.


    Im Prinzip baue ich nun einfach den rechten oberen Teil ab. Und platziere dort den Motor mit Welle.

    Das Seil führe ich dann wie auf der Fotomontage zu sehen von links oben direkt runter, dann am Lift nach rechts und dort wieder nach oben.

    Dann ist immer noch der Seilzugeffekt und somit "halbe Kraft" nötig. Habe vorhin doch mal interessehalber mit einer Waage getestet und bei hochziehen wurde ich doch trotz Seilzug ca. 27/28kg leichter. Daher sollte es mit Seilzug doch ein 20NM sein!?



    Darauf achten, dass sich das Seil ordentlich auf- und abwickeln kann.

    Wie meinst Du das? Sollte das Seil tatsächlich sauber neben einander aufwickeln oder darf es auch mal übereinander kommen?

    Ein Nebeneinander wird vermutlich schwer bei der Länge durch Seilzug!? Müsste dann das Seil am Motor/Welle versetzt zur Umlenkrolle unten rechts anbringen?

  • Du bist auf dem richtigen Weg.


    Mit dem Aufwickeln gibt es keine Probleme wenn das Seil nicht exakt nebeneinander aufwickelt, so lange das Seil unter Zug bleibt. SIeht aus wie ein Kunststoffseil, da passiert nicht viel, und es werden ja nur wenige Wicklungen.

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  • Dann wird das ganze garnicht so kompliziert wie ich gedacht habe.


    Im Prinzip baue ich nun einfach den rechten oberen Teil ab. Und platziere dort den Motor mit Welle.

    Das Seil führe ich dann wie auf der Fotomontage zu sehen von links oben direkt runter, dann am Lift nach rechts und dort wieder nach oben.

    Dann ist immer noch der Seilzugeffekt und somit "halbe Kraft" nötig. Habe vorhin doch mal interessehalber mit einer Waage getestet und bei hochziehen wurde ich doch trotz Seilzug ca. 27/28kg leichter. Daher sollte es mit Seilzug doch ein 20NM sein!?

    Ist das siberne (C-)Profil in der Mitte eine Art Fuehrungsschiene? Ich frage mich, ob bei dem mechanischen Aufbau nicht die Gefahr besteht, das das Konstrukt verkantet. Mir scheint eine klassische "Garagentorkonstruktion", mit 2 Fuehrungsschienen aussenliegend und zentralem Antriebsstrang irgendwie die bessere Loesung.

  • Danke für die Hinweise. Dachte auch das eine zweite Schiene (beiden dann Außen platziert) einfacher gewesen wäre.


    Aber zentraler Antriebssttrang bin ich mir nicht sicher ob es besser wäre. Ein Garagentor hat einen gleichmäßige Gewichtsverteilung. Mein Ebike nicht. Da dachte ich beidseitig gleichzeitig hoch geht besser!?

  • Verstehe ich nicht. Er hat doch 2 Seile, eines für links und ein Seil für rechts. Beide kommen am Ende auf eine gemeinsame Welle des Antriebs.


    Die Seile werden unterschiedlich belastet, aber die Summe an der Welle bleibt gleich. Der Weg beider Seile bleibt auch gleich.

    Ein Verkanten der Konstruktion wäre somit nur denkbar, wenn sich die Seile aufgrund der unterschiedlichen Kräfte unterschiedlich ausdehnen, womit das Aufwickeln nicht mehr parallel geschieht.

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  • Für einen Zeichenwettbewerb reicht es nicht, aber vielleicht kann man etwas erkennen.




    Jetzt wäre noch zu bedenken, dass bei sl = 1m sz zu 2m wird, und die müssen auf die Welle aufgewickelt werden.

    Bei einem Wellendurchmesser von sagen wir mal 60mm wären das etwa 11 Wicklungen. Damit diese geordnet auf der Welle landen, könnte man Führungsrollen vorsehen (im Bild mit x bezeichnet).

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  • Verstehe ich nicht. Er hat doch 2 Seile, eines für links und ein Seil für rechts. Beide kommen am Ende auf eine gemeinsame Welle des Antriebs.

    Nein, nach seiner Skizze hat(te) er nur ein Seil. Darauf würde sich die ungleichmäßig verteilte Last asymmetrisch einpendeln. Mit zwei Seilen, wie von Dir skizziert, würden zwar die Seile ungleichmäßig belastet, aber der „Lastkörper“ bliebe in der Waage. Insofern hast Du bereits die Lösung geliefert.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Nein, nach seiner Skizze hat(te) er nur ein Seil.

    Stimmt. Ich hatte mich zu sehr auf seinen Text konzentriert, und dabei das Bildchen ignoriert, da auf den ersten Bildern ja bereits eine sinnvolle Konstruktion gezeigt wurde.

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  • Anstatt einer Konstruktion mit Seilen könnte man auch eine Gewindestange oder Zahnstange verwenden, dann könnte man die Last gleich ignorieren, denn die sind für deutlich höhere Kräfte ausgelegt. Dann nur noch Motor mit Getriebe an der Decke, der Wand, oder bei einer Zahnstange direkt auf das Gestell.

    Nachteil, Staub & Co. dürften für eine regelmäßige Wartung sorgen, wobei eine Variante mit Zahnstange wohl wartungsfreundlicher wäre.


    Ich sehe schon, wir revolutionieren noch den Fahrradlift-Bau. :D

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