Arbeitsschacht an Hauswand bis auf Bodenplattenniveau?

  • Hallo,


    wir (bzw. nicht wir, sondern ein zu beauftragendes Blitzschutzunternehmen) müsste bei unserem Reiheneckhaus an den Ringerder drankommen, um einen Verbindungsleiter dranzuschrauben.
    Der Ringerder liegt auf Bodenplattenniveau (also ca. -3 m unter Oberfläche) und ca. 50 - 80 cm Abstand von der Hauswand.
    Der Keller steht ca. 60 cm im Grundwasser.
    Ist es für einen Tiefbauer möglich, dafür an der Kellerwand einen ca. 3 m tiefen Schacht (ca. 1m x 1m, so dass man halt kurzzeitig drin arbeiten kann) zu errichten und das Wasser abzupumpen, so dass man an den Ringerder drankommt? Wie würde er das machen?
    Geht sowas auch mit einem Minibagger? Ist hinter dem Haus und der Zuweg ist nur ca. 1,20 m breit.

    Kann ein Tiefbauer alleine anhand der Angabe der Randbedingungen das gut machen, oder müsste man ihm genauere Vorgaben zur Ausführung machen?

    Ich frage auch deshalb, weil ich eine Ausschreibung dafür fabrizieren muss und die sollte natürlich passen.


    Danke und viele Grüße

    Bernhard

  • Der Erdbauer sollte sich tunlichst an die Sicherheitsvorgaben der BGBau halten. Er muss für genug Arbeitsraum sorgen und dafür, dass die Grube nicht einstürzt, d.h. diese verbauen oder abböschen, je nach Boden. Bei 3m Tiefe wird es wohl eher verbauen sein, wenn Du nicht willst, dass dein Garten zu einem guten Teil umgegraben wird. 1x1m wird da nicht reichen. Vor allem braucht es auch einen gescheiten Zugang in die Grube runter, was auch Platz benötigt. Man wird also einen Graben zum Haus hin ausbaggern (also T förmig ans Haus), der seitlich abgestützt wird. Die Breite hängt von dem Zeug ab der verbaut wird und die Länge wird wohl erheblich mehr als 1m sein.

    Minibagger ist relativ. Die kleinsten kommen nicht auf 3m Tiefe, dann eher das nächst größere Modell, was aber immer noch ein Minibagger wäre.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hab mal ein Foto angehängt, wie das aussieht:


    Der Schacht müsste direkt hinter dem Lüftungsschacht gemacht werden.

    Ist gar kein Garten betroffen, nur die Kiestraufe und der Weg und die Hecke rechts ist eher unproblematisch. Klar muss das ganze ordentlich abgesichert sein.
    Schreibt man sowas dann in das LV rein, oder muss der Tiefbauer das selber wissen?

  • Schreibt man sowas dann in das LV rein, oder muss der Tiefbauer das selber wissen?

    Als Laie brauchst Du Dich darum nicht kümmern, das kann niemand von Dir erwarten.


    Für die Arbeitssicherheit, und Sicherheit sonstiger Personen und deren Sachen, ist in diesem Fall das beauftragte Unternehmen zuständig. Genau betrachtet reichst Du durch die Beauftragung die Verantwortung an das Unternehmen weiter. Dir obliegt aber weiterhin die Aufsichtspflicht.


    Wird der Weg von (fremden) Personen genutzt?

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    .

  • klassisches Chaos.

    Privatweg für die Nachbarn die täglich mehrmals ran müssten.

    Kies, Pflaster und Stauden müssen weg.

    3m Tiefe brauchts min 4 to Bagger


    Schau lieber das dein Vorhaben im Garten vollzogen wird.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Wird der Weg von (fremden) Personen genutzt?


    Privatweg für die Nachbarn die täglich mehrmals ran müssten.

    Es gibt glücklicherweise auch noch von der anderen Seite (entgegengesetztes REH) einen Zugangsweg zu diesem Weg, d.h. die Nachbarn wären nicht betroffen.
    Der Bagger dürfte dann das Hauptproblem sein :-(


    Im Garten vorne geht leider nicht bzw. wäre auch sehr aufwendig.
    Konkret muss für den Potentialausgleich zwischen dem Ringerder (der leider undokumentiert ist, und daher unbekannt ist, ob er funktioniert) und dem nachträglich (als "Mangelbeseitigungsmaßnahme") gesetzten Tiefenerder eine Verbindung hergestellt werden. Der Anschlussdraht des Tiefenerders verläuft von den Sträuchern / Weg / Kiesbett durch die Hauswand, d.h. verbindungstechnisch wäre es an dieser Stelle am einfachsten.

    Vorne im Garten müsste die Terrasse weg, seitlich geht auch nicht, weil so ein großer Bagger da dann auch nicht hinkommt, da stehen Garagen ungünstig.


  • Konkret muss für den Potentialausgleich zwischen dem Ringerder (der leider undokumentiert ist, und daher unbekannt ist, ob er funktioniert) und dem nachträglich (als "Mangelbeseitigungsmaßnahme") gesetzten Tiefenerder eine Verbindung hergestellt werden.

    Wenn es zusätzliche (Ersatz) Tiefenerder gibt, und Grundwasser schon in geringer Tiefe ansteht, wieso muss dann noch eine Verbindung zum Ringerder hergestellt werden? Aber das muss die Blitschutzfachkraft wissen.


    Baugrube:

    Es gibt eine Technologie, mittels Absenkung von Brunnenringen eine Baugrube inclusive Verbau herzustellen. Dazu wird ein Voraushub hergestellt - je nach Boden ca. 0,5 bis 1m tief. Dann wird ein Brunnenring in die Grube gestellt und das Erdreich aus dem Brunnenring heraus ausgehoben. Der Brunnenring sinkt dann durch Eigengewicht oder Auflast nach unten ab und wirkt gleichzeitig als Verbau. Nachdem sich der erste Ring gesenkt hat, wird ein zweiter Ring aufgesetzt und beide Ringe sacken mit fortschreitendem Aushub nach unten ab. Der unterste Ring kann auch noch als Ring mit Schneide ausgeführt werden.


    Alternativ geht auch ein Grabenverbau mit Verbauboxen. Die sind aber nicht so günstig bei hohen Grundwasserständen, weil sie i.d.R. weniger dicht sind als die Brunnenringe.


    Das sollte aber ein Fachbetrieb machen, der sich damit auskennt und der diese Arbeiten in seinem Auftrag planen lässt.


    Ihr müsst dem Baubetrieb mit Eurer Anfrage am besten das Baugrundgutachten mitgeben und Unterlagen über den Bodenaufbau (x cm Pflaster aus ...., x cm Bettung aus ....., Tragschicht aus ..... ca. xx cm stark, Frostschutzschicht xx cm stark...), daz die Auflage, dass sich der Baubetrieb um die baustellenabsicherung und um sämtliche UVV-Maßnahmen usw. zu kümmern hat. Im Vorfeld muss mit dem Elektriker abgestimmt werden, ob ihm z.B. 80cm Schachtdurchmesser reichen oder ob z.B. DN 1000 ausreicht


    Ist die Grube mit den Ringen tief genug kann der Elektriker darin nach unten steigen und die Verbindung herstellen.

    Danach wird die Baugrube wieder verfüllt.


    Mit dem Grundstückseigentümer muss vor der Angebotsanfrage abgestimmt werden, ob der / die beiden untersten Ringe im Baugrund verbleiben dürfen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Konkret muss für den Potentialausgleich zwischen dem Ringerder (der leider undokumentiert ist, und daher unbekannt ist, ob er funktioniert) und dem nachträglich (als "Mangelbeseitigungsmaßnahme") gesetzten Tiefenerder eine Verbindung hergestellt werden.

    Was soll den die Verbindung eines Tiefenerders mit einem Ringerder unbekannter Funktion bewirken? Gibt es Anschlussfahnen am Ringerder, an denen man Erdungswiderstand, Durchgang... messen kann? Damit sollte sich doch ein Hinweis auf die Funktionsfähigkeit ergeben.

  • Wenn es zusätzliche (Ersatz) Tiefenerder gibt, und Grundwasser schon in geringer Tiefe ansteht, wieso muss dann noch eine Verbindung zum Ringerder hergestellt werden? Aber das muss die Blitschutzfachkraft wissen.

    Das ist unter anderem Ergebnis eines Gutachtens, das wir zur Situation in Auftrag gegeben hatten. Kurz gesagt müssen alle Erder in/an einem Gebäude dauerhaft zuverlässig und niederohmig miteinander verbunden sein, um Potentialunterschiede zu vermeiden.
    Danke für den Tip mit den Brunnenringen. Müssen mal schauen, ob es in unserer Gegend jemanden gibt, der sowas kann. Was den Verbleib im Boden und den Grundstückseigentümer betrifft, ja das ist eine interessante Frage ...

    Was soll den die Verbindung eines Tiefenerders mit einem Ringerder unbekannter Funktion bewirken? Gibt es Anschlussfahnen am Ringerder, an denen man Erdungswiderstand, Durchgang... messen kann? Damit sollte sich doch ein Hinweis auf die Funktionsfähigkeit ergeben.

    S.o. Vermeidung von Potentialunterschieden. Die eigentliche Verbindung des Ringerders über die Haupterdungsschiene ist undokumentiert/nicht nachgewiesen und läßt sich auch nicht mehr rausmessen, da nur Erdungsfestpunkte in den Reihenhäusern im Technikraum existieren, aber keine externen Anschlussfahnen, die sicher am Ringerder angeschlossen wären. Die Erdungsfestpunkte haben keine gesicherte direkte Verbindung zum Ringerder, sondern nur irgendwie in die Bodenplatte.

    Der (momentane) Erdungswiderstand ließe sich möglicherweise bestimmen. Die Blitzschutzfachkraft (nicht von uns beauftragt), die letztens den Tiefenerder gesetzt hat, hatte bei der Messung (3-Leiter-Messung) allerdings die PENs nicht abgetrennt und außerdem Sonde und Hilfserder in der Nähe der Nachbarhäuser gesetzt, somit also mögliche Erdungsanlagen der Nachbarhäuser gemessen. Da kam dann (oh, Überraschung!) auch ein unglaublich guter Wert raus. Der Tiefenerder dagegen hat einen erheblich höheren Widerstand.

  • Das mit dem Schachtring ist zwar die schönste Lösung, aber bedarf minimum DN1000 oder größer. Ansonsten bedarf es Spezialequipment für den jeweiligen Bagger.


    DN800 ist ausreichend um sich runterzuquälen, arbeiten am Grund darin aber nur kopfüber möglich.


    Wenn noch Leitungsquerungen mit im Spiel sind, ist das auch gleich mal gegessen.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • und im Gegensatz zu einer offenen Grube.. kann man nicht mal eben etwas erweitern, wenn man doch nicht genau getroffen hat.

    Oder ist die Lage des Ringerders auf den cm genau bekannt?

    Offen geht wegen dem Grundwasser eh nicht.
    Auf den cm genau ist es natürlich nicht bekannt. Aber ich denke genau genug für den Schacht.

    Ist so ca. 40 - 50 cm von der ungedämmten Kellerwand weg, also deutlich weniger als die geforderten 1 m Abstand.

  • Die eigentliche Verbindung des Ringerders über die Haupterdungsschiene ist undokumentiert/nicht nachgewiesen und läßt sich auch nicht mehr rausmessen, da nur Erdungsfestpunkte in den Reihenhäusern im Technikraum existieren, aber keine externen Anschlussfahnen, die sicher am Ringerder angeschlossen wären. Die Erdungsfestpunkte haben keine gesicherte direkte Verbindung zum Ringerder, sondern nur irgendwie in die Bodenplatte.


    Also handelt es sich wohl eher um eine Art Fundamenterder, der irgendwie/irgendwo im oder unter der Bodenplatte liegt und mit einem Erdungsfestpunkt im HAR als Anlagenerder versehen ist?


    Liesse sich der Tiefenerder denn mit vertretbaren Aufwand an den Erdungsfestpunkt (im Gebäude) anschliessen? Sprich, kommt man vom Tiefenerder irgendwie in den HAR? So wie die Beschreibung klingt, habt ihr TN-C-Netz, keinen äusseren Blitzschutz und benötigt im Prinzip nur einen Anlagenerder für den Hausanschluss, richtig?


    Mir ist nur unklar, was der Anschluss des Tiefenerders an eine Ringerder, von dem man nicht weiss, ob/wo der angeschlossen ist, bewirken soll? Der PA ist für die Einrichtungen im Gebäude (also Erdungsfestpunkt, HES und daran angeschlossene Potentiale...) wichtig, was dieser Ringerder um das Gebäude herum für Potential hat, spielt für die elektrische Sicherheit doch keine Rolle.

  • Wenn noch Leitungsquerungen mit im Spiel sind, ist das auch gleich mal gegessen.

    Wenn die anderen Leitungen und Kabel nicht dokumentiert sind, dann hat man sowieso schon verloren. dann sind die Suchgräben schon ein eigenes Projekt. Und wenn dann in einem Suchgraben auch der Ringerder aufblitzt, hat sich der Rest erledigt.


    Gegebenenfalls muss die Grube etwas weiter weg von den Hausanschlüssen erstellt werden und vom Tiefenerder bis zur Grube über dem Ringerder noch ein horizontaler Strang für die Verbindung RE/TE verlegt, eingemessen und dokumentiert werden.

    und im Gegensatz zu einer offenen Grube.. kann man nicht mal eben etwas erweitern, wenn man doch nicht genau getroffen hat.

    Oder ist die Lage des Ringerders auf den cm genau bekannt?

    Bei einem Grubendurchmesser von 1m sollte man den Ringerder finden. Eine offene Grube kann auch nur dann erweitert werden, wenn sie nicht verbaut ist. Elias73 schrieb oben von ca. 3m Tiefe und dass der Keller schon im Grundwasser steht. Eine offene Grube mit Böschung mit (nur mal ANGENOMMEN) 45° Böschungsneigung ergibt bei 1m² Grubensohlfläche eine Baugrubenfläche in OKG von 49m².


    Selbst ein Suchschlitz quer zum Gebäude hätte die Breite der Baggerschaufel +2x "eine Handbreit" Luft +2x Verbaubreite. Und ein Minibagger kommt i.d.R. nicht bis 3m Tiefe.


    Das wird so oder so ein großer Aufwand, um ein Stück Draht zu finden.


    Weiß jemand von Euch wie groß die Erkennungsreichweite von Metalldetektoren ist? Gegebenenfalls lohnt es sich bei halber Tiefe mal zu sondieren.

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ich versteh das ganze Vorhaben nicht. Es soll einen Ringerder geben.

    Dann soll es einen Tiefenerder geben,


    Gibts einen Funktionspotentialausgleich?

    Was soll die Verbindung von Tiefen- zu Ringerder?

    Wieso muss die in (ca.) 3m Tiefe in der Grube passieren?

    Wieso schreibt ein Laie sowas aus?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Also handelt es sich wohl eher um eine Art Fundamenterder, der irgendwie/irgendwo im oder unter der Bodenplatte liegt und mit einem Erdungsfestpunkt im HAR als Anlagenerder versehen ist?

    Wegen Perimeterdämmung und WU-Beton müsste es ein als Ringerder ausgeführter Fundamenterder mit zusätzlichem Funktionspotentialausgleichsleiter sein. Was in der Bodenplatte eingebaut wurde, ist mangels Ausführungsplanung, Fotos und Messung gänzlich unbekannt. Man sieht nur den Erdungsfestpunkt im HAR in der Wand. Aussen liegt ein Runddraht, der ein Ringerder sein könnte, dieser ist aber auch undokumentiert und es fehlen die Durchgangsmessungen, es ist also auch unbekannt, ob dieser Runddraht überhaupt irgendwie angeschlossen ist.

    Liesse sich der Tiefenerder denn mit vertretbaren Aufwand an den Erdungsfestpunkt (im Gebäude) anschliessen? Sprich, kommt man vom Tiefenerder irgendwie in den HAR? So wie die Beschreibung klingt, habt ihr TN-C-Netz, keinen äusseren Blitzschutz und benötigt im Prinzip nur einen Anlagenerder für den Hausanschluss, richtig?

    Das wurde im Juli gemacht, der Tiefenerder wurde über eine zusätzliche Wanddurchführung an die HES angeschlossen. Eigentlich ist es TN-C-S (hatte vorher fälschlicherweise PEN geschrieben, an die HES geht aber nur der PE).
    Wenn es nur um den Schutzpotentialausgleichsleiter ginge, dann wäre die Lösung möglicherweise aus technischer Sicht ausreichend (juristisch ist sicherlich noch was anderes).
    Blöderweise haben wir und auch zwei Nachbarn jeweils eine erdungspflichtige SAT-Antenne auf dem Dach. Unsere ließe sich vermutlich mit einigem Aufwand in einen geschützten Bereich verlegen, auf die der Nachbarn haben wir aber keinen Einfluss. Alle Antennen haben eine Erdungsleitung auf die jeweilige HES, sind also an der gemeinsamen Erdungsanlage (gemeinsam wegen duchgehender Bodenplatte) angeschlossen.
    Außerdem spielen laut dem Sachverständigen auch Blitzströme eine Rolle, die über die Versorgungsleitung reinkommen und laut seiner Aussage können da auch schon kleine Potentialunterschiede zu Schäden an der Bodenplatte führen.

    Mir ist nur unklar, was der Anschluss des Tiefenerders an eine Ringerder, von dem man nicht weiss, ob/wo der angeschlossen ist, bewirken soll? Der PA ist für die Einrichtungen im Gebäude (also Erdungsfestpunkt, HES und daran angeschlossene Potentiale...) wichtig, was dieser Ringerder um das Gebäude herum für Potential hat, spielt für die elektrische Sicherheit doch keine Rolle.

    Ja, dafür nicht, aber siehe oben.

  • Ich versteh das ganze Vorhaben nicht. Es soll einen Ringerder geben.

    Genau, es soll. Mangels Messungen/Dokumentation nur vermutet.

    Dann soll es einen Tiefenerder geben,

    Den gibt es tatsächlich, wurde nachträglich als Mangelbeseitigungsmaßnahme gesetzt.

    Gibts einen Funktionspotentialausgleich?

    Unbekannt, siehe oben, weil Ausführungsplanung/Fotos/Messungen fehlen.

    Was soll die Verbindung von Tiefen- zu Ringerder?

    Potentialausgleich, da dieser Rundraht (der vielleicht den Ringerder darstellt), ja auch ein Potential haben kann, das möglicherweise ungleich zum Rest ist.

    Wieso muss die in (ca.) 3m Tiefe in der Grube passieren?

    Dieser Runddraht liegt halt in 3 m Tiefe auf Höhe der Bodenplatte.

    Wieso schreibt ein Laie sowas aus?

    Gute Frage, ist nicht so, dass ich nicht drüber nachgedacht hätte. Letztlich ist das Problem, dass wir nicht wissen, ob wir das Geld dafür wiederbekommen. Wenn ich es selber mache, dann kostet es mich erstmal nur Zeit und es wird vermutlich sowieso von einem bestellten Gutachter überprüft.
    Aber wen würde man mit so einer Ausschreibung beautragen und in welcher Größenordung würde so etwas liegen?

  • Man sieht nur den Erdungsfestpunkt im HAR in der Wand. Aussen liegt ein Runddraht, der ein Ringerder sein könnte, dieser ist aber auch undokumentiert und es fehlen die Durchgangsmessungen, es ist also auch unbekannt, ob dieser Runddraht überhaupt irgendwie angeschlossen ist.

    Dran bringt es meiner bescheidenen Meinung nach wenig bis gar nichts, daran einen Tiefenerder anzuschliessen. Sieh es mal praktisch...wenn der Ringerder eine (undokumentierte, aber leitende) Verbindung zu Erdungsfestpunkt und HES hat, dann wird bei Anschluss des Tiefenerders am EFP/HES das gleiche Potential (Erdbezugspotential) dort anliegen. Wenn nicht, dann hast du ein grosses Stück Draht um dein Haus liegen. Das musst du aber nicht zwingend erden, es wird kein nennenswert anderes Potential als der Tiefenerder annehmen. Kritischer ist die Einbindung Bewehrung/Funktionspotentialausgleich in der Bopla.

    Das wurde im Juli gemacht, der Tiefenerder wurde über eine zusätzliche Wanddurchführung an die HES angeschlossen. Eigentlich ist es TN-C-S (hatte vorher fälschlicherweise PEN geschrieben, an die HES geht aber nur der PE).

    Das ist erstmal nicht falsch. Du hast ein TN-C-S, HES, Anlagenerder als Tiefenerder.


    Blöderweise haben wir und auch zwei Nachbarn jeweils eine erdungspflichtige SAT-Antenne auf dem Dach. Unsere ließe sich vermutlich mit einigem Aufwand in einen geschützten Bereich verlegen, auf die der Nachbarn haben wir aber keinen Einfluss. Alle Antennen haben eine Erdungsleitung auf die jeweilige HES, sind also an der gemeinsamen Erdungsanlage (gemeinsam wegen duchgehender Bodenplatte) angeschlossen.

    Eigentlich sollte die Erdungsanlage in einer gemeinsamen Bodenplatte als getrennte Ringe ausgeführt worden sein. Wenn dem so wäre, könntest du dich auf deine Anlage konzentrieren.

    Ob die Lösung, deine Sat-Antenne zu verlegen oder mittels getrennte Fangstange und Ableitung zu schützen in Frage käme, kann man aus der Ferne schwer beurteilen.

    Außerdem spielen laut dem Sachverständigen auch Blitzströme eine Rolle, die über die Versorgungsleitung reinkommen und laut seiner Aussage können da auch schon kleine Potentialunterschiede zu Schäden an der Bodenplatte führen.

    Für Blitz(teil-)ströme über Versorgungsleitungen gibt es ja hoffentlich Überspannungsschutzeinrichtungen in der Zuleitung, die über HES - Tiefenerder dieses Potential begrenzen/abbauen.

    Die Aussage mit Potentialunterschieden, die zu Schäden an der Bopla fuehren, verstehe ich nicht so recht in diesem Zusammenhang. Blitzströme und daraus resultierende Potentialunterschiede treten ja nur seltenst und sehr kurzfristig auf. Oder meint der SV irgendwas mit elektrochemischer Korrosion, Bewehrung aufgrund permanenter Potentialunterschiede?

  • So, jetzt komme ich endlich mal wieder zum Antworten.

    Dran bringt es meiner bescheidenen Meinung nach wenig bis gar nichts, daran einen Tiefenerder anzuschliessen. Sieh es mal praktisch...wenn der Ringerder eine (undokumentierte, aber leitende) Verbindung zu Erdungsfestpunkt und HES hat, dann wird bei Anschluss des Tiefenerders am EFP/HES das gleiche Potential (Erdbezugspotential) dort anliegen. Wenn nicht, dann hast du ein grosses Stück Draht um dein Haus liegen. Das musst du aber nicht zwingend erden, es wird kein nennenswert anderes Potential als der Tiefenerder annehmen. Kritischer ist die Einbindung Bewehrung/Funktionspotentialausgleich in der Bopla.

    Wenn ich es richtig überblicke dann gibt es doch zwei Gutfälle und einen Schlechtfall zur Verbindung zwischen HES und Ringerder:
    1. Gutfälle:
    a) gar keine leitenden Verbindung
    b) normgerechte niederohmige Verbindung, praktisch gleiches Potential
    2. Schlechtfall: irgendeine mittelohmige Verbindung. Der SV sagt, dass durch den dann entstehenden Spannungsfall ein Lichtbogen entstehen kann, der die Bodenplatte beschädigen kann. Hat er wohl in seiner Praxis als Schadensbegutachter schon gesehen.

    Da die Verbindung ja nicht dokumentiert oder zumindest gemessen wurde, muss man den schlimmsten Fall annehmen.

    Übrigens hat sogar der Blitzschutzbauer, der neulich den Tiefenerder gesetzt hat, gesagt, dass man diesen nun eigentlich mit dem Ringerder verbinden müsste. Das ginge halt bloß nun blöderweise nicht mehr (allerdings ohne genauere Begründung, warum es nicht geht).

    Eigentlich sollte die Erdungsanlage in einer gemeinsamen Bodenplatte als getrennte Ringe ausgeführt worden sein. Wenn dem so wäre, könntest du dich auf deine Anlage konzentrieren.

    Ja, richtig, wenn dem so wäre. Dann wäre ich auch entspannt. Leider gibt es aufgrund der fehlenden Dokumentation und anderer Mängel nicht den geringsten Hinweis, dass wirklich getrennte Ringe erstellt worden sind, geschweige denn, ob überhaupt irgendetwas in die Bodenplatte eingelegt wurde und ob diese Leiter korrekt mit der Bewehrung verbunden wurden. Bei den uns vorgelegten einzigen existierenden Detail-Fotos (die von irgendeinem Haus stammen können), sieht man jedenfalls keine Verbindungen zur Bewehrung und der Fotoausschnitt ist mehr als zwei Meter, d.h. da hätte was sein müssen. Überblicksbilder gibt es gar nicht.
    Eher umgekehrt: beim vermuteten Ringerder ist es definitiv nicht der Fall. Hier ist noch nicht mal die max. Maschenweite eingehalten.

    D.h. wir haben irgendeine undefinierte Verbindung oder Halb- oder Viertelverbindung oder gar keine zum Ringerder und wegen der Bewehrung eine Verbindung mit unbekanntem Widerstand zu den Erdungsfestpunkten der Nachbarhäuser. Wobei man die ja noch messen kann, aber dann halt nicht weiß, ob es vom Ringerder oder/und vom möglicherweise vorhandenen oder nicht vorhandenen Funktionspotentialausgleichsleiter kommt und wie dauerhaft diese dann ist.

    Ob die Lösung, deine Sat-Antenne zu verlegen oder mittels getrennte Fangstange und Ableitung zu schützen in Frage käme, kann man aus der Ferne schwer beurteilen.

    Das ist klar. Wenn mit Fangstange und Ableitung, dann müsste die Erdungsanlage aber jedenfalls für den Blitzstrompotentialausgleich geeignet sein.

    Für Blitz(teil-)ströme über Versorgungsleitungen gibt es ja hoffentlich Überspannungsschutzeinrichtungen in der Zuleitung, die über HES - Tiefenerder dieses Potential begrenzen/abbauen.

    Ja, gibt es. Aber der Strom muss ja eben doch abgeleitet werden können über eine blitzstromtragfähige Verbindung und möglichst alle Teile der Erdungsanlage auf dem gleichen Potential.

    Die Aussage mit Potentialunterschieden, die zu Schäden an der Bopla fuehren, verstehe ich nicht so recht in diesem Zusammenhang. Blitzströme und daraus resultierende Potentialunterschiede treten ja nur seltenst und sehr kurzfristig auf. Oder meint der SV irgendwas mit elektrochemischer Korrosion, Bewehrung aufgrund permanenter Potentialunterschiede?

    Nö, er meinte die Gefahr von Lichtbögen und dass sich die Verbindung auch durchaus verschlechtern kann wegen mangelndem Korrosionsschutz (Korrosionsschutzbinden wurden auch vergessen).

    Insgesamt ist es natürlich schon wichtig, alle Probleme auch auf ihre Auswirkung (Gefährlichkeit) zu bewerten und dann zu einer Einschätzung zu kommen, was wie behoben werden soll und kann und das andere dann kompensiert. Dazu ist aber ja trotzdem wichtig, den Aufwand zur Beseitigung zu kennen.
    Einigermaßen normgerecht müsste man ja hergehen, rund ums Haus aufgraben, einen definierten Ringerder legen (an der Kommunwand halt dann durchs Haus hindurch). Aber schon beim Funktionspotentialausgleich und der weißen Wanne ginge es wohl nur durch Abbruch.
    Wenn es nur um den Schutzpotentialausgleich ginge, dann hätte ich auch keine Sorgen, die Sorgen kommen wegen dem Blitzschutzpotentialausgleich (wo ich ja selber nur einen Teil beseitigen kann) und den Funktionspotentialausgleich. Beim letzteren ist auch die Frage, wie man hier eine Kompensation überhaupt berechnen könnte, falls man sich trotz möglicher Risiken auf eine Nichtbehebung einläßt.