Neues Dach - ein Ziegel ist Schneefrei

  • Hallo,


    ich habe folgendes Problem.

    Mein Dach wurde letztes Jahr erneuert.

    Die alten Eternitplatten und die alte Zwischensparrendämmung wurden entsorgt.

    Es wurde neues Klemmfilz 180mm WLG 035 eingebaut.

    Die Dachfläche mit 52mm Pavatexplatten vorgedeckt und mit 40x80 Konterlatten statisch befestigt.

    Die Dachfläche nach erforderlicher Ziegelteilung eingelattet und mit Tondachziegel engobiert eingedeckt.

    Nun ist mir im letzten Winter aufgefallen, daß ein Ziegel ,siehe Fotos, bei Temperaturen um 0 Grad schneefrei ist.

    Am Anfang dachte ich daß es evtl durch Sonnenspiegelung durch die Kaminhauben zum Tauen kommt.

    Der schneefreie Ziegel ist aber auch bei bedecktem Himmel.

    Nun habe ich der Firma (ist quasi mein Nachbar :-() schon mehrmals persönlich gesagt er solle das doch endlich mal beheben.

    Er meinte immer wieder, ja,wenn es mal passt.

    Vor 3 Wochen hatte ich ihn dann gefragt, was er vorhabe zu machen.

    Seine Antwort.

    Ziegel von oben abdecken - schauen- und evtl durch Bohrungen und Einbringen von Bauschaum eine vermutliche Undichtigkeit an der Stelle abdichten.


    Was meint Ihr generell zu dem Problem? Ist es wirkliche eine Undichtigkeit meines Daches? Kann es warme aufsteigende Luft des Nachbarhause sein, die hochzieht? (Die Häuser sind versetzt direkt aneinander gebaut).

    Ist die Lösung sinnvoll ?


    Gruß

    S u D

  • Moin antimat,


    es gibt mehrere Möglichkeiten was die Ursache für den schneefreien Ziegel angeht:

    - Undichtigkeit Dampfsperre in diesem Bereich

    - Vergessenes Dunstrohr

    - Fehlende Unterdeckplatte oder Zwischensparrendämmung in diesem Bereich

    - Abgase vom Nachbarschornstein ( hieran glaube ich aber nicht wirklich, weil dann mehrere Ziegel in diesem Bereich schneefrei sein müssten und nicht nur genau einer ) ähnlich wie auf dem Bild P1080090 der kleine Kamin am First


    Gruß Elopant

  • - Undichtigkeit Dampfsperre in diesem Bereich

    Möglich.


    Aber...und:


    wenn derart große Mengen warmer Luft entweichen, dass diese ausreichen einen Dachziegel von unten so stark zu erwärmen, dass er oberflächig abtaut, dann dürfte es sich um einen recht heftigen Luftstrom handeln. Das Abtauen (= Wärmeverlust) wäre dann das eine...m.E. eher nicht so schlimm. Das andere wäre das zu erwartende Kondensat in der Dämmebene.


    Insofern würde ich hier schon mal sehr bald nachschauen.

    - Vergessenes Dunstrohr

    So nah am Dachrand...oberhalb der Giebelwand? Eher nicht so wahrscheinlich.


    Vielleicht: Wärmebrücke in der Mauerkrone der Giebelwand? Vergessene WD oder schlampig ausgeführt?

  • Ist jetzt die ganz große :haue:, aber ich tippe auf den Anschluß Dampfsperre im Bereich der Mittelpfette, wenn vorhanden, die Lage könnte nach den Bilder mit Dachfenster und Kamin hinkommen, in Verbindung mit fehlender Dämmung in diesem Bereich.

    So nah am Dachrand...oberhalb der Giebelwand? Eher nicht so wahrscheinlich.

    Hab ich schon öfters bei Bestandsgebäuden gesehen, 100 er HT Rohr kpl. in der Aussenwand verlegt...

  • Warum ist nur ein einzelner Ziegel betroffen?

    Das müsste doch eine kleine punktuelle "Wärmequelle" direkt unter diesem Ziegel sein, da ansonsten auch benachbarte Ziegel betroffen wären.

    Also bleibt nur öffnen und nachschauen.


    Was mich interessieren würde, was ist an den Schornstein (Bild 3, links) angeschlossen?

    Wie ist die Wand bzw. das Dach dort aufgebaut (Dachüberstand?)


    Ich werfe mal eine mutige Theorie in den Raum. Die Wärmequelle sitzt nicht im Haus, sondern kommt von diesem Schornstein und wird über eine Leckage beim Dachaufbau unter den Ziegel geleitet.


    Es sind also mehrere Szenarien denkbar, und deswegen hilft nur nachschauen.


    Nebenbei bemerkt, auf den Bildern ist das nicht richtig zu erkennen, ich habe Bedenken, dass der Schornstein auf dem Nachbarhaus so zulässig ist. Er überragt zwar den eigenen First um die notwendigen 40cm (über den dicken Daumen gepeilt), aber was ist mit dem Abstand zur Dachhaut des Nachbargebäudes?

    HIer wäre der Schorni gefragt, denn es würde mich nicht wundern, wenn der Schornstein links nicht richtig funktioniert (vom Thema Brandschutz mal ganz zu schweigen). Das hängt aber auch davon ab, wie der Schornstein genutzt wird, und das müsste der SChorni wissen, ist schließlich sein Revier.

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  • Was ist wenn der Nachbar dort eine Wärmebrücke hat? Ich würde in der Heizperiode mal mit der Wärmekamera luschern gehen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Ich habe heute noch einmal ein wenig nachgedacht und dann nochmal vom Nachbargrundstück geschaut und auch ein Paar Bilder gemacht. Siehe Anhänge.

    Ich habe fast die Vermutung, daß durch die Dachrinne des Nachbar die in meiner Dämmung steckt warme Luft hinter meiner ca. 4 cm Styropordämmung nach oben zieht und dann den Ziegel schön mit Wärme versorgt. Kann das sein?

  • Ich habe fast die Vermutung, daß durch die Dachrinne ... warme Luft hinter meiner ca. 4 cm Styropordämmung nach oben zieht und dann den Ziegel schön mit Wärme versorgt. Kann das sein?

    Wie ist die Styropordämmung denn befestigt?

    Wurde die Dämmung in Eigenleistung verlegt?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • "Mein Haus" wurde damals 1975 von meinem Vater an das Haus des Nachbar direkt angebaut. D.h. das Haus des Nachbarn stand schon.

    Daher wurde vermutlich auch die Styropordämmung um die damalige Originaldachrinne herumgebaut. Mein Nachbar hat sein Dach vor ca 5 Jahren erneuert und hat es vermutlich mit seiner neuen Dachrinne nicht so genau genommen :-(

    Wie und von wem die Dämmung befestigt ist weiß ich nicht.

  • ich würde nicht ausschließen, dass es dort einfach eine Wärmebrücke gibt. Also zum Beispiel ein Stahlteil oder vergleichbares, welches dort bis an den Ziegel reicht.


    wobei natürlich auch das Thema Luftundichtheit eine Rolle spielen kann.


    man wird hier auf machen müssen. Bauschaum als Dichtstoff und Universallösung kann man zwar nicht pauschal ablehnen, wird aber in den seltensten Fällen eine fachgerechte Lösung darstellen.



    bezüglich der Dachrinne wird die entscheidende Frage sein: was war zuerst da: die Dachrinne oder die Dämmung?

  • Hi,


    Sorry für die vergessene Rückmeldung.


    Es war wirklich vom Ende der Dachrinne, die in meine Isolierung reicht, vertikal ein kleiner Tunnel von niedlichen kleinen Vögel "gepickt".

    Auf alle Fälle entstand ein Luftstrom zwischen Wand und Isolierung und das sorgte für die punktuelle Ziegelerwärmung.


    Sachen gibts, die gibts gar nicht .-)


    Gruß

    Stefan


    PS: Die Dämmung wurde damals um die vorhandene Dachrinne "herumgebastelt :-(

  • Danke für die Rückmeldung. Ist immer wieder interessant zu lesen, was dann tatsächlich die Ursache war.


    Die Vögel hier im Garten sind ganz verrückt auf Bauschaum, vor allen Dingen wenn er sich nach einiger Zeit aufgrund von Sonneneinstrahlung gelb/dunkelgelb verfärbt hat. An normalem EPS (weiß) oder Neopor (grau/schwarz) haben sie kein Interesse.

    Mir ist das aufgefallen, weil an den beiden Fenstern der Garage der Montageschaum außen sichtbar war, da zeitlich vor dem Winter dieses Stück Garagenwand nicht mehr fertig wurde.


    Ich vermute, dass die Farbe den Reiz auslöst.

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