Entladung bei ableitfähigen/antistatischen Bodenbelägen

  • Hallo,


    hier wird kurz der Unterschied zwischen ableitfähigen/antistatischen Bodenbelägen beschrieben Ableitfähige Böden - antistatische Böden ... Worin liegt der Unterschied?


    Zitat

    Ableitfähige Böden sind wegen ihres niedrigen Ableitwiderstandes von 104 bis 106 Ohm vor allem in sensiblen technischen und medizinischen Bereichen ge­fragt.

    Bei antistatischen Böden (106 bis 108 Ohm) steht vor allen das Wohl von Mit­arbeitern und Kunden im Mittelpunkt: sie sollen keinen „gewischt“ bekommen


    Normalerweise kiregt man ja eine "gewischt", wenn man aufgeladen ist. Wenn man nun aufgeladen ist und man betritt einen ableitfähigen Boden, kriegt man dann auch eine gewischt?

  • Normalerweise kiregt man ja eine "gewischt", wenn man aufgeladen ist. Wenn man nun aufgeladen ist und man betritt einen ableitfähigen Boden, kriegt man dann auch eine gewischt?

    Theoretisch JA (aber nur unter bestimmten Voraussetzungen).


    Praktisch bewegt man sich ja ständig auf dem Boden und wird auch ständig entladen, so dass man sich selbst gar nicht aufladen kann. Entsprechendes Schuhwerk und Kleidung vorausgesetzt,. Durch den geringen Widerstand ist die Gefahr, dass man sich aufladen kann, bzw. die mögliche Spannung, sogar geringer.


    d.h. Praktisch NEIN


    Im Prinzip meinen alle das gleiche, nur wird halt der Ableitwiderstand definiert. Bei einem Antistatikboden genügt es, wenn sichergestellt ist, dass sich niemand auf mehr als 2kV aufladen kann, dafür gibt es auch eine EN, müsste ich jetzt nachschauen.


    Bei einem ableitfähigen oder gar leitfähigen Boden ist der Widerstand noch einmal deutlich geringer, so dass die maximale Spannung auf die man sich aufladen könnte, deutlich niedriger liegt, im Prinzip nicht mehr existiert.


    Das Ziel ist, dass man beim Berühren von elektronischen Bauteilen, Baugruppen, oder Geräten, diese nicht stören oder gar zerstören kann. Diese sind normalerweise abhängig von Produktnormen mit beispielsweise 4kV oder 8kV geprüft. Die entsprechenden Böden sollen dann sicherstellen, dass diese Wertebeispielsweise während der Fertigung niemals erreicht werden.


    Es gibt auch entsprechend ausgestattete Arbeitsplätze mit Bändern die man sich an´s Handgelenk macht usw. falls der Raum nicht über die entsprechenden Maßnahmen verfügt.

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  • Sollten antistatische Böden auch an den PE angeschlossen werden?

    PE oder PA? Letzteres JA.


    Und muss so ein Boden alle x Jahre überprüft werden?

    Muss nicht, sollte aber.


    Da solche Böden kaum im heimischen Wohnzimmer eingesetzt werden, ist es schwierig pauschale Antworten zu geben. Im Industriebereich sind die Rahmenbedingungen oftmals sehr unterschiedlich, bis hin zu eigenen Netzen mit eigener TAB. Es gibt zwar Normen, aber selbst die werden manchmal ergänzt oder gar teilweise ausgehebelt. Eine Stahlschmelze ist halt etwas anderes als ein Krankenhaus, ein Prüflabor ist nicht zu vergleichen mit einem Maschinenbau-Betrieb.

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  • Hallo Zusammen,


    hat zwar mit Bauen nicht direkt zu tun, aber ich arbeite bei einem Lieferanten der Autoindustrie und wir haben einen gesamten Fertigungsbereich als ESD Bereich. D.h. in diesem Fall Zugang nur durch eine Schleuse mit ESD-Schuhen, ESD-Mantel und Handgelenksband zum Anstöpseln an die div. Arbeitsplätze. Es sind Messpunkte zur regelmäßigen Kontrolle der Ableitfähigkeit vorhanden, es sind sogar nur bestimmte Reinigungsmittel erlaubt. Ausserdem müssen wir die Einhaltung der Normen durchregelmäßige ESD-Audits nachweisen und benötigen einen ESD Beauftragten am Standort.


    VG M.

  • aber ich arbeite bei einem Lieferanten der Autoindustrie und wir haben einen gesamten Fertigungsbereich als ESD Bereich.

    und woher kamen die Vorgaben?


    Bei den Herstellern mit denen ich zu tun habe, kenne ich es so, dass das Pflichtenheft vom "Kunden" kommt, sprich in diesem Fall vom Automobilhersteller. Der gibt vor, was, wie zu fertigen und zu prüfen ist.

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  • Zumi grossen Teil korrekt, Der Kunde definiert was er benötigt. Wie gefertigt wird definieren wir. Im Endeffrkt ist es dem Kunden auch egal was wir prüfen solange die geforderten Eigenschaften erfüllt sind.

  • Das kenne ich anders, und das hat mich auch schon viel Zeit und Nerven gekostet, denn jeder Automobilhersteller hat sein eigenes Pflichtenheft und Hausnormen, in denen steht, was, wie zu prüfen ist.

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  • Hm da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Bei der Produktentwicklung werden die Kundenspez Normen beachtet und bei der anschließenden Qualifizierung im Labor auch dagegen geprüft. Nur bei der Fertigung und den Prüfungen in der Fertigung bestimmen wir (mit Einschränkungen) was geprüft wird.

    Aber ich glaube das führt doch zu weit am TO-Titel vorbei.


    Viele Grüße M.

  • Das hängt auch von den Teilen ab die gefertigt werden, ob sicherheitsrelevante Baugruppen usw.


    Ich kenne kaum eine Branche die so gegängelt wird wie die Zulieferer der Automobilhersteller. Da wird selbst die Typgenehmigung zu einer der am leichtesten zu erfüllenden Anforderungen.

    Handelt es sich dann noch um Sonderfahrzeuge, dann kommt auch noch der Endkunde mit mehreren Kartons voll mit Ordnern.


    Ist der Boden beispielsweise Teil einiger Prüfplätze, dann kann es sein, dass dessen korrekte Funktion jährlich zu überprüfen und zu dokumentieren ist. Auch andere Prüfintervalle sind denkbar. In einem Lager(raum), direkt im Fertigungsbereich, in einem Reinraum oder einem Prüfplatz? Deswegen hatte ich geschrieben, dass solche Böden eher nicht im häuslichen Wohnzimmer verbaut werden, denn da gäbe es kaum Vorgaben hinsichtlich irgendwelcher Prüfintervalle.

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  • Schön, dass es einen solchen Bereich gibt, der so vor statischer Aufladung geschützt ist. Aber in diesem Bereich passiert auch etwas, was diesen Aufwand benötigt. Das kann man nicht mit der Endmontage am Fließband vergleichen. Es gründe für einen solch geschützten Bereich, der bestimmt mit Elektronik oder Messungen zu tun hat. Also gaaanz weit weg vom Wohnzimmer.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich habe erst letztens einen Fertigungsbereich mit ca. 800m2 ableitfähiger Beschichtung ausstatten lassen. Die Vorgabe kam vom Hersteller des Fördersystems. Dort wird empfindliche Elektronik montiert. Dafür gibt es auch eine Messstation, an der die Mitarbeiter die Funktion ihres Schuhwerks überprüfen können.