Wasserfeste Pflanzen für Versickerungsmulde gesucht

  • Servus allerseits,


    ich baue gerade eine Regenversickerungsmulde mit ca. 250m2 Fläche um.


    Aktuell haben wir Mutterboden aufgebracht und suchen jetzt nach einer Möglichkeit schnell den losen Boden durch Wurzelwachstum zu befestigen, damit nicht nach dem ersten Starkregen der Boden wieder uneben wird.


    Vor Unterspülung haben wir unter dem KG Rohr Einlauf eine grössere Betonschalung gesetzt, so dass das Wasser gebremst und in normalen Tempo das Becken füllen kann.


    Für die Aussaat von Rasen ist man wohl zu spät dran, wobei dieser auch wohl die permanente Durchfeuchtung nicht vertragen sollte.


    Optimal wäre wohl Bambus, wobei dieser wiederrum sich schwer aus dem Garten entfernen lassen soll.


    Wie sieht es mit einheimischen Wasserpflanzen aus, was können unsere Gala-Bauer empfehlen, nach Möglichkeit sollte es auch nicht zu kostenintensiv ausfallen.


    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe. :)


    Beste Grüsse :thumbsup:

  • Ich weiß nicht, ob so eine Mulde als "Sumpf" angelegt werden sollte, schließlich soll das Wasser ja schnell versickern. Sumpfpflanzen müssten dann künstlich bewässert werden, sonst dürften sie schnell vertrocknen. Vom Gefühl her würde ich eher zu Pflanzen tendieren die auch der Trockenheit widerstehen, und bei Bedarf viel Wasser aufnehmen können.

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  • Servus allerseits,


    ich baue gerade eine Regenversickerungsmulde mit ca. 250m2 Fläche um.

    bei der Größe schätze ich mal, die ist für ein gewerbliches Objekt, Neubau mit Antrag auf Versickerung von Regenwasser bei der unteren Wasserbehörde... ???


    Dann würde ich nur sehr zaghaft bepflanzen und keinen Sumpf entstehen lassen, weil das den kf-Wert (Durchlässigkeitsbeiwert) beeinflusst. Wenn meine Annahmen stimmen, gibt es eine Berechnung für die Versickerung aus Dachflächen, Verkehrsflächen, Regenspenden, 100 Faktoren, 50 Formeln und 20 Tabellen. Gefühlt.


    Die Versickerungsraten Versickerungsleistung muss auch in vielen Jahren noch gewährleistet werden, sonst kommt es zu Rückstau im Regenwasserkanal oder zum Überlauf an der niedrigsten Stelle auf oder neben dem Grundstück.


    Oft wird sogar ein stabiles Geotextil mit eingebaut, um Schwemmteile oder Bewuchs nach einigen Jahren wieder ausheben zu können. Danach kommt ein neues Geotextil rein und wird wieder mit Sand abgedeckt.


    Am Einlauf würde ich Wasserbausteine auffüllen und Palisaden einfassen, um ein Ausspülen durch Tropen zu vermeiden und um das einlaufende Wasser zu bremsen und zu verteilen. Betonflächen sind ungeeignet. So'n Haufen Steine verkraftet auch mal Absackungen und Frost-Tau-Wechsel. Bei größeren Absackungen schmeißt man halt noch ein paar Steine hinterher.


    Sumpf = stehendes Wasser = keine Versickerung.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ich will ja nicht schon wieder "Fachplanung" schreien, aber nach negativen Erlebnissen in früheren Projekten und zwei Ehrenrunden mit völlig überforderten TGA-Planern dimensionieren und planen bei mir jetzt immer Landschaftsplaner die Rigolen, ganz so trivial ist das nämlich nicht. Und die kennen dann auch gleich die passenden Pflänzchen beim Vornamen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Auf Rigolen entsteht eher ein zu trockenes Substrat. Der Untergrund ist, entsprechend der Auslegung auf großes Auffang- und Versickerungsvolumen ausgelegt. Deshalb ist es fast immer zu trocken und die Zufuhr von unten fällt aus.

    Unsere Rosen auf der Rigole müssen wir regelmäßig wässern.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Servus allerseits,


    erstmal vielen Dank für eure Tipps, insbesondere auch für die Broschüre mit den Bepflanzungstipps.
    Sehr viel versickern wird in der Mulde nicht, vorher war es ein Folienteich, diese haben wir entfernt und ca. 1 m mit Schotter und Mutterboden aufgefüllt.

    Darunter befindet sich eine 50m starke Lehmschicht, somit wird geringfügig zu den Seiten abgeleitet und das war es dann auch schon.

    Das Einlaufrohr liegt nur noch 20cm überhalb des jetztigen Bodenniveaus, so dass die Mulde wohl mehr oder weniger ganzjährig sumpfig bzw. Unterwasser stehen wird.

    Falls es zu unerwarteten Starkregen kommt, so besteht noch ein Notablauf, der mündet in einem Waldstück, jedoch wird die Mulde noch zusätzlich durch weitere 250m2 Sickerfläche erweitert.


    Dort gedeihen mittlerweile allerhand Sumpfpflanzen, diese sind mehr oder weniger von mir "gesponsert", so dass ich mich eigentlich auch dort "bedienen" könnte. :D


    Ich tendiere aktuell zu einheimischen Sumpfpflanzen, wie Rohrkolben, Sumpfblumen etc.

    Das Problem ist aktuell nicht die Auswahl, sondern der Kostenfaktor - Natürlich könnte man jetzt 1000 Euro in die Hand nehmen und allerhand Pflanzen zukaufen, aber dass ist es mir ehrlich gesagt nicht wert.