Nachverdichtung der Innenstädte

  • Mit der Nachverdichtung der Berliner Innenstadt passieren teils unsinnige Baubescheide die Jahrzehnte lang gewachsen Grüne Oasen wie die auf unserem kleinen Innenhof an der Landsberger Allee mit einem Punkthochhaus zugestellt werden soll. Die 27 hochgewachsenen wunderschönen, ozonspendenden Bäume sollen dafür geopfert werden.

    Ich sah zufällig auf einen begrünten Hinterhof in der Nebenstrasse der bleiben soll weil er eine geschützte Grünfläche ist. Er war bei weitem nicht so schön und voller grün wie

    unser Hofareal.

    Meine konkrete Frage hierzu: Wie kann man Bauland zu einer geschützten Grünfläche umwandeln lassen? Grund und Boden gehört einer Wohnungsbaugesellschaft.

    Ich weiss privat geht vor Katastrophe. Vielleicht gibt es ja doch eine Lösung, die unsere grüne Oase retten kann, aber die auch anderer Bürger.

    Mein Anliegen ist bestimmt ein sehr anmassendes, man sollte aber nichts unversucht lassen. Vielleicht gibt es ja noch Entscheidungen unser Politiker, die massvoll,

    rücksichtsvoll sind und mit einem gewissen Augenmass vorgenommen werden.

    Monika Fielitz

    expertenforum-bau.de/index.php?attachment/6835/


    :sos:

  • Lieber Skeptiker, trotz "nimby!" geht uns Naturschutz alle an.

    Und das was momentan in den "Bauboom- Städten" verbrochen wird ist nicht mehr feierlich.

    Im gleichen Atemzug wird sich dann aber die gestiegene Feinstaubbelastung, Temperaturanstieg und Lärm gewundert und versucht diese mit sinnbefreiten Umweltzonen zu bekämpfen.

  • Es fehlen mehrere Hundert Tausend Wohnungen, um den Preisspiegel wieder erträglich werden zu lassen. Man muss nachverdichten und dazu gehört auch, dass die eine oder andere Grünfläche geopfert werden muss. Oder man lässt zu, dass die Städte in der Fläche wachsen, was viele auch nicht wollen. Da frage ich mich, was die Leute nun wollen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Lieber Brombeerdone, natürlich geht uns Naturschutz alle an.


    Die schon in der Stadt wird Wohnenden finden immer wieder, dass genau vor ihrer Tür nicht gebaut werden darf, gehen aber trotzdem gerne ins neue Schwimmbad, schicken ihre Kinder in die neue Kita und Schule und kaufen beim neuen Discounter und in der neuen Mall. Zahlreiche heute in B zur Bebauung stehende Flächen sind lange Zeit industriell oder gewerblich genutzt worden, standen dann ein Jahrzehnt oder zwei Oder sogar fünf leer und würden nach dieser Pause nun wieder bebaut werden. In B wird es wieder ähnlich voll wie vor 80 Jahren.


    Es gibt zehntausende Menschen, die in den großen Städten leben wollen. Sollen wir den Zuzug dorthin wieder limitieren und per Zuzugsgenehmigung genehmigen lassen wie in der DDR oder in den westdeutschen Großstädten nach 1949? Oder sollen Wohnungen gebaut werden dürfen, vielleicht gar bezahlbare? Wollen wir Dirigismus oder frei Wahl auf einem etwas gezähmten Markt?


    Begrünte Höfe sind zwar bewachsen, aber leider noch lange keine "Natur", sondern Kultur. Und schon lange bedeutet eine zusätzliche Bebauung keinen Verlust an Grün mehr: Dachgärten und intensiv begrünte Dächer und Balkone sind Realität und stoppelkurze Rasenfläche alles andere als Artenvielfalt.


    Und ja, ich wohne auch mitten in der Stadt mit etwa 12 m Abstand zu den nächsten Fassaden, hinten und vorne, mute also niemandem etwas zu, was ich nicht selbst ertragen würde.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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