Nicht fachgerechter Fenstereinbau?

  • Guten Abend, ich befinde mich mitten in einem Rechtsstreit wegen unseren neu eingebauten Fenstern.

    Folgendes: kurz nach dem der Einbau fertig war drang regenwasser ins Haus. Ich habe dann einen Gutachter beauftragt die Ursache zu finden. Laut diesem liegt es an den Fenstern die lediglich beim Einbau ausgeschäumt und teilweise verleistet wurden. Dummerweise hat keiner den Vertrag richtig gelesen da steht drin das der Kunde die aussen Abdichtung selbst vornimmt. Soweit so gut. Gutachter meint aber das es auch wenn wir abdichten es trotzdem nicht fachgerecht sei. Nach langem hin und her geschreibe zwischen den Anwälten hat sich die Gegenseite dazu bereit erklärt sich das ganze doch mal anzuschauen. Der Handwerker war heute da. Das Ergebnis lässt wie erwartet zu wünschen übrig er bot uns an die aussen Abdichtung in Form von verputzen Vorzunehmen. Was dann laut ihm dicht sei. Das innen die schaumfugen zu sehen sind störte ihn nicht weiter. Er meinte mit verputzen wäre das auch getan. Habe lange mit dem diskutiert das es so nicht richtig ist. Aber er pochte darauf das alles so inordnung sei. Jetz bin ich langsam einfach nur ratlos was ich jetz noch tun kann. Wenn ich den einfach machen lasse wirds auch net dicht. Was soll ich denn davon halten.

    Vielen Dank für die Hilfe

    Mir freundlichen Grüßen

  • Wo ist das Wasser eingedrungen?

    Seitlich? Unten? Fensterbank?


    Gibt es Bilder dazu?


    Gegen Regen muss außen abgedichtet werden, die innere Abdichtung hat damit nichts zu tun, diese soll verhindern, dass warme Raumluft oder Wasserdampf nach außen gelangt.

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  • Kann nur soviel sagen das Wasser durch die schaum fügen nach innen dringt. Wie würde die Abdichtung von außen gemacht werden?

    Mir geht es im Kern auch darum ob er mit seiner Aussage das auschäumen und verleisten ausreichend ist um es fachgerecht ausgeführt zu haben.

  • Wie man von außen abdichtet, das hängt von der Einbausituation ab. Bei einem Austausch von Fenstern werden diese ja nicht nur kleiner als die Maueröffnung sein, sondern auch kleiner als der alte "Putz" in den Leibungen.

    Zur Abdichtung setzt man am einfachsten Fugendichtbänder ein, die es sowohl für innen (diffusionsdicht) als auch außen (schlagregendicht) gibt, aber auch als Kombination. Die Leisten dienen dann quasi nur noch der Optik (auch wenn sie in der Praxis ebenso Regen abhalten können).


    Ich vermute, dass der Gutachter das meinte, als er sagte, dass Leisten alleine nicht ausreichen.


    Schaum alleine genügt nicht, auch wenn das kurzzeitig funktionieren mag. Der Schaum dient als Füllstoff und der Wärmedämmung, nicht aber als Abdichtung gegen Wasserdampfdiffusion oder Schlagregen,

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  • Vielen vielen Dank mit der Aussage kann ich endlich was anfangen. Noch eine kleine Nachfrage auf unsere schlussrechnung ist ein 3 d Dichtband aufgeführt das aber auf heutige Nachfrage gar nicht verbaut wurde.

    Mal angenommen das Band ist drin, reicht das aus um ein Fenster dicht zu bekommen. Also ich meine damit das der Rest nur der optik dient.

  • Mal angenommen das Band ist drin, reicht das aus um ein Fenster dicht zu bekommen.

    Das ist sehr wahrscheinlich, dazu müsste man wissen, welches Band genau verbaut werden soll. Es gibt ein Band das innen und außen verwendet werden kann.


    Also noch einmal, innen wird so gut abgedichtet, dass der Anschluss diffusionsdicht ist. Außen wird bewusst nicht diffusionsdicht gearbeitet, weil dadurch Feuchtigkeit nach außen entweichen kann, aber der Anschluss muss schlagregendicht ausgeführt sein. Es darf also kein Wasser/Regen von außen eindringen können.

    Der Rest ist dann eine Sache der Optik. So kann beispielsweise innen der Rest der Fuge mit Acryl gefüllt werden, das man dann in der Farbe der Wand streichen kann. Es gibt auch Leisten in verschiedenen Farben mit denen man die Fuge abdecken kann. Leisten sind insbesondere bei breiteren Fugen von Vorteil.

    Außen sieht es ähnlich aus, auch da kann man Leisten als Abdeckung der Fuge einsetzen. wurden die Fenster gegen einen Anschlag gesetzt, dann sieht die Welt wieder etwas anders aus, aber das Prinzip bleibt gleich (innen dichter als außen).


    Von den Herstellern der Dichtbänder gibt es Anwendungsrichtlinien, da könntest Du einmal nachlesen. An sich sollte sich aber der Auftraggeber als Laie nicht mit so Dingen befassen müssen, schließlich hat er ja Fachleute beauftragt.

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  • Ja das mit den Fachleuten ist so eine Sache aber nun gut das Kind ist jetz in den Brunnen gefallen. Ich werde mich mal kundig machen welches Band eigentlich rein sollte. Verstehen kann das keiner das Band im Auftrag steht es Berechnet wird aber nie zum Einsatz kommt sondern lieber gepfuscht wird. Vielen Dank für die Hilfe damit kann auch ich als Laie mal was anfangen.

  • Das Thema ist genau betrachtet noch etwas umfangreicher als ich oben dargestellt habe, und Sonderfälle habe ich erst gar nicht in´s Spiel gebracht, da es sonst zu unübersichtlich wird. So könnte man beispielsweise allein schon über solche Leisten außen und/oder innen noch einiges schreiben (außen angebracht, Behinderung der Dampfdiffusion nach außen, Haltbarkeit usw.).

    Man könnte sich auch mal intensiver mit dem Thema "RAL Montage" beschäftigen, und natürlich mit dem was beauftragt war, und wie es ausgeführt wurde.


    Wie kompliziert das werden kann, das hast Du ja sicherlich schon im laufenden Verfahren kennengelernt.

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  • Ja das habe ich schon gemerkt wenn es so einfach wäre hätte ich es selbst machen können. Aber es ist devinitiv eine vertragliche abweichung ohne unser Wissen vorgenommen worden. Die ganze einbauweise weicht erheblich von dem ab was im Vertrag steht. Das alleine reicht in meinen Augen schon aus das hier von dem Handwerker seiner Seite nachgebessert werden muss.

  • Wenn der Handwerker nicht das geliefert hat, was bestellt war, und bezahlt wurde, dann hat er sowieso ein Problem. Hat er zudem noch einen Mangel produziert, dann muss er dafür den Kopf hinhalten.


    Die Beseitigung des Mangels wird nicht so einfach, denn nachträglich lassen sich solche Dichtbänder nur sehr schwierig einsetzen, Wie man das Problem am besten löst, dazu müsste man sehen, wie die Einbausituation aussieht. Unter Umständen ist der einzig sinnvolle Weg, das Fenster wieder komplett auszubauen. Das wird man zwar versuchen zu vermeiden. aber manchmal ist ein radikaler Schnitt besser als ewige Basteleien. Ob man einfach von außen anputzen kann, das kann ich nicht sagen, (siehe mein Kommentar zur Einbausituation), und ein bisschen Putz von außen ist nur die halbe Miete. Das beginnt schon damit, dass der Anschluss ja dauerhaft funktionieren soll.


    Das innen die schaumfugen zu sehen sind störte ihn nicht weiter.

    Aber gerade innen ist eine diffusionsdichte "Abdichtung" äußerst wichtig, sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis genügend feuchte/warme Raumluft in den Anschluss gelangt, und dort kondensiert. Was dann passiert dürfte wohl klar sein.


    Was war eigentlich beauftragt? Geht es, wie von mir vermutet, um einen Austausch von Fenstern im Bestand?

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  • Sorry Ralf, aber mir rollen sich grad die Fußnägel.


    Ganz kurz.

    Es gibt drei Ebenen bei der Fenstermonatge:


    Aussen: schlagregendicht und diffusionsoffener als innen!

    Mitte: Wärmedämmung. Wäre mit dem Schaum erfülllt.

    Innen: Luftdicht! Und diffusionsdichter (Oder gleich dicht) wie aussen.


    Gibt es keine Vorgaben des Bauherren, wird der Fb zum Planer und darf so einbauen, wie es ihm gefällt, so lange nur die drei Ebenen eingehalten werden. Er darf auch einen Teil der Leistung an den Bauherren deligieren, muss dann aber auch sagen, wann die Leistungen erbracht sein müssen (Stichwort äussere Abdichtung)

    Die äussere Abdichtung/Schlagregenschutz hinterher zu erstellen, ist für den Laien nur schwer möglich.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich hatte doch geschrieben:


    sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis genügend feuchte/warme Raumluft in den Anschluss gelangt, und dort kondensiert.

    Das sollte an sich als Erklärung ausreichen. Ich hatte ja nicht umsonst auf die verschiedenen Arten von Dichtbändern hingewiesen.


    Im obigen Fall scheint sich für den inneren Abschluss anscheinend niemand zu unteressieren, warum auch immer.


    Mich würde die Einbausituation interessieren, wie sieht es an der Fensterbank aus, gibt es einen Rolladen(kasten), usw. aber da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, könnte das mit den Bildern schwierig werden.

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  • Es handelt sich um einen altbau. Da waren kaputte und überwiegend einfach verglaste Fenster drinnen. Die neuen Fenster sind alle lediglich verkeilt ausgeschäumt und verschraubt. Bei den Fenstern sind die fugen von innen verleistet. Die bodentiefen Fenster (Balkontüren) sind alle einfach nur auf den Boden gestellt ohne irgendwas dazwischen eine ist von unten verkeilt und innen verleistet die anderen sind nur geschäumt. Aussen ist halt auch nichts wie schaum. Über die Fensterbänke kann ich nichts sagen keine Ahnung wie das aussieht. Die äußeren fugen gehen von ein paar Millimeter bis zu mehreren Zentimetern. Heute war ja wieder Gespräch beim Anwalt hat jetz nochmals eine Frist gesetzt da ja erheblich vom vereinbarten Vertrag abgewichen wurde.

    Zur Info : vereinbart war das die Fenster nach den anerkannten Regeln der technik "innen dichter wie außen" eingebaut werden. Und mir wurde dementsprechend ein 3d Dichtband berechnet so die Bezeichnung auf der Rechnung was aber nicht verbaut wurde. Welches das genau sein soll habe noch nicht in Erfahrung bringen können.

  • Den Vertrag muss er erfüllen, und als Fachmann sollte er auch wissen "wie".

    Ein DIchtband zu berechnen das nicht verbaut wurde, ist schon ein starkes Stück....um es mal diplomatisch auszudrücken.


    Was die Fugen betrifft, so gehe ich mal davon aus, dass er sich das vorher angeschaut hat, und somit wusste, worauf er sich einlässt.

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  • Guten Tag, wollte mal über den Stand der Dinge berichten. So langsam zermürbt mich das ganze. Jetz wird behauptet das nach deren Prüfung kein dichtband meiner seits bezahlt wurde was ich aber auf mind. Vier Rechnungen finde. Das ganze ist eine riesen Frechheit. Jetz bieten sie an die außenabdichtung kostenfrei vorzunehmen aber bei Annahme jegliche Ansprüche die jetz oder später entstehen auszuschließen. Ich weiß nicht mehr wie ich das beweisen soll das gepfuscht wurde. Hab ja schon ein Gutachten erstellen lassen was wollen sie denn noch? Von innen wurde ja auch nicht sauber gearbeitet. Gutachter hat ja bestätigt das es so oder so nicht fachgerecht ist. Weil es ja nur ausgeschäumt und teilweise innen verleistet ist. Ich bin echt am verzweifeln wie bekomme ich das nur klar gestellt.

  • Ich bin echt am verzweifeln wie bekomme ich das nur klar gestellt.

    Du hast ja einen Rechtsbeistand, und der muss das der Firma "erklären".



    Jetz wird behauptet das nach deren Prüfung kein dichtband meiner seits bezahlt wurde was ich aber auf mind. Vier Rechnungen finde.

    Wenn es auf den Rechnungen steht, und diese bezahlt wurden, dann kann sich die Firma auf den Kopf stellen. Das lässt sich doch alles einfach überprüfen. Mir unerklärlich, wie sie derart plump argumentieren können.

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  • Guten Abend, melde mich mal zurück mit Neuigkeiten. Nach langem hin und her hat sich der Auftragnehmer bereit erklärt die Fenster innen doch zu verleisten und außen nachträglich abzudichten.


    So mein eigentliches Anliegen ist jetz das ich an manchen fenstern das Gefühl habe das es wieder nicht richtig gemacht wird.

    Laut Angebot soll ein glattstrich +folie eingearbeitet werden und verputzt werden so das ich nur noch die Fassade optisch anpassen muss. Dieses ist bisher aber nur an vier Fenster Elementen gemacht worden. Diese vier wurden auch nur mit folie ausgestattet und noch nicht verputzt das soll morgen fertig gestellt werden.

    Die anderen Fenster mit schmalen fugen wurde einfach nur ein dichtstoff so was wie silikon rein gespritzt. Ist das so richtig oder wieder nur mist um mich ruhig zu stellen?

  • So nun ist es fertig. Habe herausgefunden was verwendet wurde. Die Datenblätter hängen an. Kann man das so lassen? Das Fenster mit dem Band ist verputzt ausser auf der Fensterbank.

    Hier mal Fotos von dem ganzen wäre nett wenn mir jemand was dazu sagen kann. Mich lässt ja das Gefühl nicht los das es mit diesem acryl was da verarbeitet wurde auch nicht richtig ist.