Handtuchheizkörper mit elektrischer Heizpatrone im Schutzbereich 2 der Badewanne? Festanschluss?

  • Hallo,

    bei uns gibt es leider noch einen offenen Punkt zwischen den Gewerken Elektro und SHK. Es geht um einen Handtuchheizkörper, welcher ca. 35 cm Abstand zum Wannenrand hat, damit also in den Schutzbereich 2 fällt. Da wir nicht extra einen Heizkreis für die Heizkörper haben wollten und ansonsten eben Fußbodenheizung haben, wurde uns empfohlen, einen elektrischen Heizstab zu nehmen. Schon hier gab es verschiedene Meinungen, na gut. Jetzt ist es jedenfalls erst mal so, dass wir dem Handtuchheizkörper bisher noch ohne el. Heizstab haben, aber der Elektriker hat extra eine Dose vorbereitet (keine Steckdose!). Der Fachbegriff dafür ist mir leider entfallen, in jedem Fall ging es darum, dass dort irgendwie der Handtuchheizkörper fest verbunden werden könnte und nicht per Steckdose. Eine offene Steckdose im Schutzbereich 2 geht nicht, das ist klar, aber irgendwie eine Art Festanschluss wäre kein Problem. Soweit der Elektriker, welcher sich auf die Vorschriften beruft.


    Der SHK-Handwerker dagegen sagt, das geht auf keinen Fall. Ein Heizstab im Schutzbereich, da ist man ja gleich tot (O-Ton).


    Nun ist ja eigentlich der Elektriker der Fachmann, aber andererseits waren wir auch nicht so überzeugt davon, dass der Elektriker sonderlich auf Sicherheit achtet über die Norm darüber hinaus. Also z.B. die meisten Beleuchtungsauslässe ohne FI, weil dies nach Norm nicht Vorschrift wäre usw...


    Also, können wir dort in diesem Bereich absolut sicher einen el. Heizstab im Handtuchheizkörper betreiben oder sollten wir es lieber sein lassen?

  • Den elektrisch betriebenen Handtuchheizkörper kannst Du getrost neben die Wanne setzen lassen. Die Steckdose muss allerdings 60cm vom Wannenrand entfernt sein. Das dürfte in den meisten Fällen leicht zu realisieren sein.

    Ob die Betriebserlaubnis erlischt, wenn der Stecker abgeschnitten wird, kann ich nicht beurteilten.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Also, können wir dort in diesem Bereich absolut sicher einen el. Heizstab im Handtuchheizkörper betreiben oder sollten wir es lieber sein lassen?

    Legal: Hat ThomasMD ja schon geschrieben.

    Technisch sicher: Ich kann mir beim besten WIllen nicht vorstellen, was das passieren soll. JEDES elektrische Gerät das mit Netzspannung betrieben wird, allen voran ein Fön, stellt ja eine tausendfach größere Gefahrenquelle dar. Ansonsten empfehle ich da mal einen Blick nach Großbritannien - die installieren die elektrischen Durchlauferhitzer für die Dusche vorzugsweise direkt *in* der Dusche - Duschkopf und Durchlauferhitzer bilden nicht selten eine Einheit.

  • Technisch sicher: Ich kann mir beim besten WIllen nicht vorstellen, was das passieren soll.

    Ein ungewollter Schluss des L (Heizpatrone) mit dem metallischen Gehaeuse des Heizkoerpers. Fehlende Durchgaengigkeit des Schutzleiters, fehlender Schutz des Stromkreises durch RCD, fehlender Schutzpotentialausgleich des Heizkoerpers... usw. Es gibt schon paar Moeglichkeiten, das etwas passiert.

    JEDES elektrische Gerät das mit Netzspannung betrieben wird, allen voran ein Fön, stellt ja eine tausendfach größere Gefahrenquelle dar.

    Ein Haartrockner hat meistens ein SKII Gehaeuse, Kunststoff o.dgl. Das Risiko, beim Beruehren eines Haartrockners eine Durchstroemung zu erleiden, ist ausserhalb einer Badewanne auch nicht gerade sehr gross.

    Ansonsten empfehle ich da mal einen Blick nach Großbritannien - die installieren die elektrischen Durchlauferhitzer für die Dusche vorzugsweise direkt *in* der Dusche - Duschkopf und Durchlauferhitzer bilden nicht selten eine Einheit.

    Naja, das Prinzip des Durchlauferhitzers setzt ja irgendwie den Kontakt vom elektrischen Heizstab mit fliessenden Wasser voraus, oder?

  • Festanschluss ist denkbar, da sowieso nicht ortsveränderlich, und Montage durch Elektriker.

    Es kann ein Schalter erforderlich werden, da man die Patrone nicht mehr einfach vom Netztrennen kann.

    Ein Raumthermostat sollte vorhanden sein, oder verbaut werden.

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  • Festanschluss ist denkbar, da sowieso nicht ortsveränderlich, und Montage durch Elektriker.

    Es kann ein Schalter erforderlich werden, da man die Patrone nicht mehr einfach vom Netztrennen kann.

    Ich würde einem Festanschluss hier immer den Vorzug geben.

    Ich würde einen eigenen Stromkreis mit eigenem Leitungsschutzschalter empfehlen, bei ~1000W sicher nicht verkehrt.

    Dann brauchts auch keinen Schalter.

  • Dann brauchts auch keinen Schalter.

    LS sind als Schalter zwar nicht zulässig, sie werden aber trotzdem oft dafür missbraucht.


    Man könnte auch einfach einen 10A LS verbauen, und einen Raumthermostat mit integriertem Schalter. Die sind für 10A geprüft und zugelassen. Mehr Anschlussleistung braucht man sowieso nicht.

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  • Machts doch nicht so kompliziert. die Heizstäbe sind steckerfertig (imWortsinn) und haben idR auch gleich einenThermostat und oft auch einen Timer fest verbaut. Einstecken und glücklichwerden.

    Nix basteln und Stecker abschneiden.




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    M.G.Wetrow

  • Der eingebaute Thermostat ist als Raumthermostat aber nur bedingt brauchbar. Ich würde einem Raumthermostat immer den Vorzug geben.

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  • LS sind als Schalter zwar nicht zulässig, sie werden aber trotzdem oft dafür missbraucht.

    die Heizpatrone wird mit dem LS ja auch nicht betriebsmäßig geschaltet, sondern nur im Fall der Fälle stromlos freigeschaltet !

    Den Rest macht der Thermostat...

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Bin gerade nur am Handy und versuche mal alle offenen Fragen zu beantworten.


    Also, Stecker abschneiden ist wohl nicht notwendig, es gibt vom Hersteller direkt das Modell "Litze", dort kommen werksmäßig drei Einzeldrähte heraus.


    Stecker weiter weg geht nicht, beide Seiten vom HHK haben 35 cm Abstand zum Wannenrand.


    Der Elektriker hat tatsächlich schon extra ein zweites Raumthermostat verbaut, extra für den HHK.


    Darf ich da nur kurz fragen, wie das praktisch funktioniert? Ich dachte RTRs öffnen und schließen Stellantriebe, welche den Wasserdurchfluss regulieren. Hier geht es ja um Strom, den kann man doch nicht regulieren? Oder kommt dann irgendwas dran, was taktet? Strom an, Strom aus, Strom an, ...

  • Strom an -> Heizstab heizt

    Strom aus -> Heizstab heizt nicht


    Viel mehr wird da nicht "geregelt". Es wird also nicht die Leistung sondern die Energiemenge "geregelt".

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  • Stecker weiter weg geht nicht, beide Seiten vom HHK haben 35 cm Abstand zum Wannenrand

    Hä? Ist das eine Raum-Zeit-Krümmung? Oder ist der Heizkörper über der Wanne? Du schreibst, der Elektriker hätte eine Dose vorbereitet? Wie weit weg von der Badewanne ist die denn? Wird fest angeschlossen ist das dann eine Abzweigdose und diese sollte schon ein gutes Stück weg sein, weil nicht wasserdicht. Ansonsten müsste man eine wasserdichte Abzweigdose neben dem Heizkörper montieren um dessen Litze mit dem Kabel zu verbinden. Oder das Anschlusskabel ist lang genug zu einer Steckdose außerhalb des Spritzbereiches.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • nicht betriebsmäßig geschaltet,

    Das ist das Stichwort.

    Sowohl Teil 530 als auch 460 der VDE 0100 wurden ja komplett überarbeitet, und sind nun als Version 2018-06 verfügbar. Dort soll das genauer definiert sein. Ich habe diese beiden Normen nicht ständig auf dem Schirm, kann also nicht sagen, was nun genau in der neuen Ausführung steht.

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  • Die Hühnerleiter hängt neben der Badewanne aber die angrenzende Wand beginnt vor dem Ende der Schutzzone.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • bei uns gibt es leider noch einen offenen Punkt zwischen den Gewerken Elektro und SHK. Es geht um einen Handtuchheizkörper, welcher ca. 35 cm Abstand zum Wannenrand hat, damit also in den Schutzbereich 2 fällt


    Die Hühnerleiter hängt neben der Badewanne aber die angrenzende Wand beginnt vor dem Ende der Schutzzone.


    Der Schutzbereich 2 reicht mMn 60cm vom Wannenrand. Wenn die Hühnerleiter im Abstand von 35cm angebracht ist, dürfte die "andere Seite" bei üblichen Dimensionen außerhalb des Schutzbereichs liegen.


    Ohne Gewehr und Pistole.

  • Der Schutzbereich 2 reicht mMn 60cm vom Wannenrand. Wenn die Hühnerleiter im Abstand von 35cm angebracht ist, dürfte die "andere Seite" bei üblichen Dimensionen außerhalb des Schutzbereichs liegen.

    nö! -> als Beispiel. Es gibt noch mehr zentrische oder asymmetrisch angeschlossene HHK!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Der Schutzbereich 2 reicht mMn 60cm vom Wannenrand. Wenn die Hühnerleiter im Abstand von 35cm angebracht ist, dürfte die "andere Seite" bei üblichen Dimensionen außerhalb des Schutzbereichs liegen.


    Ohne Gewehr und Pistole.

    Ich meine mich an einen Thread hier zu erinnern, wo jemand den HHK partout an der (langen) Laengsseite "über" der Badewanne anbringen wollte. Auf Einwände, das man an der Stelle kaum ein Handtuch sinnvoll aufhängen kann, wurde dabei nicht geachtet. Die Skizze des TE deutet jedenfalls darauf hin, das der HHK über der Badewanne sitzt.

  • eindeutig neben der Wanne, siehe # 18

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • So, bin zuhause und hatte gerade ein paar Bilder gemacht.


    Es ist ein asymmetrischer Heizkörper, da kann man seitlich problemlos Handtücher reinhängen. Die LED-Leisten hinten in den Nischen kommen in ein entsprechendes Profil mit notwendiger Schutzart und dort wären eh nur 24V. Nur als zusätzliche Infos, falls interessant. :-)


    Edit: Ist eine Trockenbauwand, dahinter ist die Dusche.

  • Absolut unzulässig. Diese Auslassdose ist dort nicht erlaubt. Die LED auch nur zulässig, wenn ausgewiesene Schutzkleinspannung. Nicht irgendein 24 Vorschaltgerät.

    Hier scheint der Klempner mehr Ahnung zu haben als der Elektriker.




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    M.G.Wetrow

  • Absolut unzulässig.

    richtig. Und wirklich gefährlich... Die Dose ist ja nicht mal IP44, aber selbst das wäre mMn unzulässig, weil sogar Schutzbereich 1 statt 2.


    Die LED auch nur zulässig, wenn ausgewiesene Schutzkleinspannung. Nicht irgendein 24 Vorschaltgerät.

    Hier scheint der Klempner mehr Ahnung zu haben als der Elektriker.

    Auch richtig, wobei alle LED-Treiber die ich kenne mit sicherer elektrischer Trennung arbeiten (SELV).

    Erkennbar am Aufdruck SELV oder 2 Quadrate inneinander.

  • Absolut unzulässig. Diese Auslassdose ist dort nicht erlaubt.

    Die Dose befindet sich m.E. in Bereich 2. Dort ist m.W. nach Festanschluss von Geraeten zulaessig. Schutzart der Dose sollte mind. IPx4 betragen, Schutz des Stromkreises durch RCD setze ich mal voraus. Anforderungen finden sich so auch in der 0100-701 im aktuellen Entwurf wieder.


    Die LED auch nur zulässig, wenn ausgewiesene Schutzkleinspannung. Nicht irgendein 24 Vorschaltgerät.

    Hmm...hier kann man trefflich streiten. Eigentlich wird ja der Bereich 2 durch die "Oberflaeche" der Wand begrenzt. Eine dahinterliegende Nische ist somit "bereichsfrei". Meint jedenfalls das betagte VDE-Schriftenwerk zu den Normen...

    Hier scheint der Klempner mehr Ahnung zu haben als der Elektriker.

    Schein on... wie der Englaender zu sagen pflegt. Oder war das Shame on?

  • Jetzt wird es spitzfindig, statt den Zweck des Schutzbereiches zu Grunde zu legen.

    Diese Auslassdose ist nichteinmal gegen das Einführen von Drähten, geschweige denn gegen Spritzwasser geschützt und zu definieren, dass die Nischen, weil sie geometrisch hinter der Wandlinie liegen, keine Anforderungen an die Elektroinstallation stellen, ist einer ernsthaften Gefährdungsanalyse nicht würdig.

    Sowohl Dose als auch Ablagenischen befinden sich im unmittelbaren Zugriffsbereich von Personen in der Wanne und von Wasserstrahlen der vermutlich vorhandenen Handbrause.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow