Anbau 2019

  • Hallo allerseits!


    Mit diesem Beitrag möchte ich Euch bitten, zur Entscheidungsfindung für unseren, im kommenden Jahr geplanten, Anbau beizutragen.


    Vorgeschichte:

    Der Anbau wird aus unserer Sicht langfristig notwendig, weil wir uns vor knapp 10 Jahren, beim Bau unseres jetzigen Hauses niemals vorstellen konnten 3 Kinder zu haben. Jetzt ist es glücklicherweise so, allerdings „fehlt“ uns ein Kinderzimmer. Sicherlich gäbe es andere, kostengünstigere Lösungen, aber ein Anbau erscheint uns am entspanntesten.

    Der derzeitige Stand sieht so aus, dass wir mit einer Architektin zunächst ein grobes Konzept erarbeitet haben und eine Leistungsbeschreibung erstellt wird, die wir gemeinsam nochmal besprechen und die dann an die entsprechenden Handwerksunternehmen versandt wird.


    Zum Anbau:

    Grundsätzlich soll es ein eingeschossiger möglichst kostengünstiger Quader werden, der durch ein Zimmer vom Bestandsgebäude erschlossen wird und ausschließlich das Eltern Schlafzimmer beinhalten soll (siehe Bild im Anhang).

    Weiterhin wollen wir die Baumaßnahmen nutzen um auch gleich ein Carport an den Anbau anschließen zu lassen und eine freistehende Sauna zu errichten.


    Meine Probleme/Herausforderungen:

    Das Bestandsgebäude wurde damals mit 365er Poroton (T8) gemauert und verputzt und ich bin bisher davon ausgegangen, dass ein Anbau in Holzrahmen(-tafel)-bauweise mit Rhombusschalung, Flachdach und optisch integriertem Carport eine kostengünstige und optisch ansprechende Lösung sein würde.

    Unsere Architektin war bezüglich des Wandaufbaus anderer Meinung und würde auf massives Mauerwerk (wiederum 365er T8) setzen, da es in unserem Fall kostengünstiger sei (Anschluss an Bestandsgebäude).

    Eine weitere „offene Baustelle“ haben wir m.E. in der Gesamtbetrachtung heizen, kühlen/sommerlicher Wärmeschutz und dadurch bedingt auch für mich der Fußbodenaufbau. Ich habe 2 Ideen, die ich gern zur Diskussion stellen würde, beide unter den Aspekten von Kosten und Sinnhaftigkeit betrachtet.


    1. „Normaler Fußbodenaufbau“: Bodenplatte – Dämmung – Heizestrich (Fußbodenheizung durch verlängerten Heizkreis aus Bestand) – Fertigparkett


    2. „Dielenfußboden“: Bodenplatte – Dämmung/UK – Dielen, Heizen/Kühlen mit Inverter Klimagerät


    Das ganze Thema ist leider ein Rundumschlag durch alle Gewerke und mir ist klar, dass die Planung hierzu durch unsere Architektin/entsprechende Planer am konkreten Objekt erfolgen müsste.


    Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass ich hier noch weitere Meinungen, Ratschläge, Hinweise bekomme, die uns in der Entscheidungsfindung (Wand- /Fußbodenaufbau, Heizen/evtl. Kühlen) helfen


    Danke soweit fürs lesen.


    Stephan



  • Mal ein paar Gedanken dazu.


    Ich kann in Variante 2 keinen Preisvorteil erkennen. Mag sein, dass eine Split etwas günstiger wird, aber man sollte die Geräuschentwicklung nicht vergessen. Die Innenteile arbeiten halt nicht völlig geräuschlos, und gerade im Winter müssen sie ständig in Betrieb sein.


    Über den dicken Daumen gepeilt, hätte die 20m² Ausführung eine Heizlast von etwa 650W (Transmission) + 150W (Lüftung), also etwa 800W. Das ist jetzt keine genaue Berechnung, ich habe einfach mal 4m x 5m angenommen, 2 Fenster, und mit typischen U-Werten geschätzt.

    Das bedeutet für die FBH etwa 40W/m². Keine Ahnung wie die vorhandene Heizungsanlage ausgelegt wurde, insbesondere die Hydraulik, aber die 2 FBH Kreise sollte man noch anbinden können.


    Ob HRB günstiger wird als einT8? Dafür würde ich jetzt meine Hand nicht in´s Feuer legen. Nach meiner unmaßgeblichen Erfahrung wird HRB nur dann günstiger, wenn man einen billigen Aufbau wählt. Möchte man eine vergleichbare performance zur Ziegelwand erreichen, dann wird der Preisunterschied eher nicht so gewaltig ausfallen. Es würde mich nicht wundern, wenn die HRB Variante unter´m Strich sogar teurer wird.


    Aus Deiner Zeichnung ist die Himmelsrichtung nicht erkennbar. Zum Hitzeschutz kann man somit nicht viel sagen. Wenn die vollständige Klimatisierung nicht ganz so wichtig ist, dann würde ich auf eine aktive Kühlung verzichten, und stattdessen ein richtig dickes "Betondach" spendieren, mit ordentlich Dämmung drauf. Damit puffert man einiges weg, auch wenn es nicht ausreicht, um einen Raum wochenlang bei Rekordhitze "kühl" zu halten.

    Ist die Vorgabe "Klimatisierung", dann führt an einer Split kaum etwas vorbei.

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  • R.B.


    Vielen Dank für Deinen Beitrag,

    ich ziehe für mich daraus, zunächst einmal von unserem GWS prüfen zu lassen, ob die Heizlast über die Fußbodenheizung abzudecken ist und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

    Außerdem werden wir uns Holz- und Betonflachdach anbieten lassen.


    Der Hauseingang ist übrigens Richtung Norden



    Der Bauamateur  


    Ja, andere Lösungen wären auch schön geswesen, würden aber sicherlich den Rahmen sprengen.

  • Eine typische Betondecke speichert um die 130Wh/m²K, vorausgesetzt sie ist in Richtung Außentemperatur isoliert. Das erreicht man durch eine dicke Wärmedämmung. Je weniger Dämmung, um so weniger Betonmasse steht als "Speicher" zur Verfügung, denn gerade im Hochsommer ist der Energieeintrag durch die Sonne schon gewaltig.


    Durch die Temperaturleitfähigkeit der gesamten Konstruktion, folgt die Innentemperatur mit einer Phasenverschiebung von vielleicht 10h, d.h. die tiefen Temperaturen am frühen Morgen werden bis in den späten Nachmittag hinein "gerettet".


    Wie gesagt, das hilft nicht, um eine Kühlung über mehrere Wochen sicherzustellen, aber ein paar Tage extreme Hitze hält die Konstruktion schon aus, ohne dass die Temperatur im Inneren extrem ansteigt. Man sollte halt darauf achten, tagsüber nicht übermäßig zu lüften, sonder das Lüften in die frühen Morgenstunden bzw. in den Abend verlegen.


    Die Phasenverschiebung kann man zwar auch durch eine Holzkonstruktion mit Dämmung erreichen, aber dann fehlt immer noch die Speichermasse raumseits, und da können dann auch Gipskartonplatten, ein- oder mehrlagig, nicht mehr viel retten.


    Hauseingang im Norden, dann könnte der Anbau zeitweise verschattet sein, zumindest teilweise, das könnte beim Hitzeschutz helfen.

    Das Dach heizt sich bei 30°C Lufttemperatur halt nicht so stark auf, wie wenn die Sonne direkt darauf scheint.

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  • Vielleicht noch als Ergänzung:


    Ich würde dem Planer unmissverständlich klar machen, dass Dir das Thema Hitzeschutz sehr wichtig ist, und das auch entsprechend vereinbaren. Dieses Thema wird oftmals sehr stiefmütterlich behandelt, und nicht selten reicht es maximal zu ein paar Standardsprüchen. Wer am Ende die Zeche bezahlt, das ist wohl klar.

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  • Uns ist der Unterschied des Hitzeschutzes allein schon durch den Vergleich unseres massiv gebauten Hauses und dem in Holzrahmenbauweis errichteten Hauses von Freunden bekannt.

    Daher auch der Gedanke, dass bei Holzrahmenbauweise eine aktive Kühlung nötig ist.


    Ich danke Dir für den expliziten Hinweis - wir werden die Kostendifferenz von Holzdecke - Holzdecke mit Kies - Betondecke auf jeden Fall prüfen lassen

  • Außerdem werden wir uns Holz- und Betonflachdach anbieten lassen.

    Die erfordern aber unterschiedliche Wände und weitere unterschiedliche Planungen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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