Wasserschaden auch durch Oberfächentemperatur lokalisierbar!

  • Heute konnte ich bei einem kleinen Wasserschaden eine sehr interessante Beobachtung machen:


    Ich sollte herausfinden, ob an einem Wandfleck, der lt. einem Vermieter nach einem Rohrschaden an einer Innenwand zurückblieb, die Wand schon wieder - wie behauptet - vollständig durchgetrocknet sei. Die Ziegelwand war mit ca. 10 Masseprozent (sowohl bei Hochfrequenzmessung wie auch mit Widerstandsmessung) am sichtbaren Fleck noch nicht wieder trocken. So weit und so klar.


    Routinemäßig messe ich bei Feuchteproblemen auch immer die Raumlufttemperatur, - feuchte und Oberflächentemperatur (Infrarot) der feuchten Bereiche. Hier: 24,0 Grad C, 42 % rel. Feuchte und 21,1 Grad C. Die Außentemperatur lag am Nachmittag bei ca. 30 Grad C. Auf identischer Höhe wurden beidseitig des feuchten Flecks und auch oberhalb aber 22,1 Grad C gemessen! Mehrfache Wiederholungen der Messungen zeigten reproduzierbar immer das selbe Ergebnis. Die Oberfläche des durchfeuchteten Bereichs war also unter den genannten Rahmenbedingungen genau 1 Grad kälter, als die trockene Umgebung.


    Vermutlich habe ich erstmals selbst Verdunstungskälte gemessen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Schade, dass massive Bauteile keine "Gänsehaut" bekommen, das würde uns das Arbeiten deutlich erleichtern. Wenn die feuchten Stellen optisch in Erscheinung treten ist es i.d.R. ja meist zu spät.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Vermutlich habe ich erstmals selbst Verdunstungskälte gemessen!

    Da bin ich mir sogar ziemlich sicher!


    Da habe ich schon oft interessante Beobachtungen gemacht.


    Z. B.

    Nach einem kleineren Wasserschaden, der allerdings erst spät entdeckt wurde, und (wo anders) nach einer Mauertrocknung durch Injektionsverfahren wurde die Trocknung kontrolliert und bestätigt.

    Dabei habe ich ebenfalls unterschiedliche Oberflächentemperaturen festgestellt.

    Nachdem keine anderen Ursachen dafür gefunden wurden, bin ich mir ziemlich sicher, dass sich durch die in die obere Putzschicht transportierten Mineralsalze die Wärmeleitfähigkeit partiell verändert hat.


    Sachen gibts ...

    Gruß Werner :)

  • Ja, die Verdampfungswärme.- Je trockener die Luft, desto stärker der Kühleffekt an der Oberfläche.
    Die verdunstenden Wasser-Moleküle sind immer die, die gerade die Energiereichsten sind (Wärmebewegung der Moleküle)...
    (Deshalb kann sich auf Pfützen auch schon Eis bilden, wenn die Luft-Temperatur noch etwas über 0°C ist.)