Estrich im Wintergarten

  • Es wird Zeit, dass ich mich mal wieder um eine eigene Sache kümmere, die ich schon seit Jahren vor mir her schiebe, und wie schon im Thementitel steht, geht es um einen "Wintergarten".,


    Genau genommen soll auf einer Terrasse die sich auf einer Doppelgarage befindet ein unbeheizter Wintergarten entstehen. Bauamt hat schon Zustimmung signalisiert, also kann man sich über Details ein paar Gedanken machen. Was mir dabei durch den Kopf geht ist die Frage, wie der Boden gestaltet werden soll.

    Die vorhandene Betondecke der Garage, die ja schon seit Jahrzehnten als Terrasse genehmigt ist und genutzt wird, hat ja ein Gefälle. Innerhalb des Wintergartens mit einer Grundfläche von ca. 4m x 6m beträgt dieses Gefälle über die lange Seite ca. 5cm.


    Meine erste Überlegung war, eine Unterkonstruktion und darauf einen Holzdielenbelag. Das würde aber dazu führen, dass ich am Zugang aus dem Wohnraum eine hohe Stufe bekomme, denn die Betondecke ist jetzt schon am Austritt aus dem Wohnraum höher als dessen Boden, und fällt dann in Richtung Terrasse innerhalb von 20-30cm um die o.g. 5cm ab. Man hat also den Beton in Richtung Wohnraumtür angearbeitet, und die ca. 5cm Gefälle in Richtung Terrasse haben in der Vergangenheit erstaunlicherweise immer funktioniert.


    Die nächste Variante wäre, dass ich dann innerhalb des Wintergartens Estrich aufbringen lasse, oder Nivelliermasse, um das alles anzugleichen. Dabei müsste man von < 1cm Höhe bis 5cm Höhe ausgleichen können. Mir wurde nun sowohl gipsbasierende Nivelliermasse als auch zementbasierende angeboten, der Rest würde dann gespachtelt. Beides wäre in diesem Fall angeblich möglich, auch wenn der Wintergarten unbeheizt bleibt.


    Frage: Gips oder Zement? Oder spielt das hier keine Rolle?


    Viele Grüße

    Ralf

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  • Ist da schon Estrich oder Gefällebeton drauf? Wenn ja, würde ich ihn abreißen und ohne Gefälle einen neuen Estrich herstellen lassen. Das kommt wahrscheinlich billiger und ist dauerhafter als eine Nivelliermasse.


    Von Gips oder Anhydrit würde ich im unbeheizten Bereich die Finger lassen.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Es ist kein Estrich vorhanden, nur die Betondecke der Garage. Das Gefälle wurde anscheinend mit dem Beton ausgebildet.

    Die Decke besteht aus Trägern, Einhängesteinen, Bewehrung und Beton drauf.

    Ich müsste somit die komplette Betondecke der Garage abreißen lassen, das wäre doch etwas heftig.

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  • Ob ein schadlos bleibender Verbundsestrich aufgebracht werden kann, der Deinen Vorgabedicken entspricht ist abhängig von der tatsächlichen Oberfläche des jetzigen Untergrunds.

    Zitat

    Daher: Bewehrung und Beton drauf.

    Das heißt für mich, es ist eine durchgängige Schicht Beton.


    Wenn Du nun normalen Zementestrich verwendest, sind die Vorgaben wie folgt:

    Mindestdicke: etwa das Dreifache des Größtkorns des Zuschlages

    Maxdicke: ca. 50 mm bei einschichtigen Estrich


    Damit das funktioniert, muss der Untergrund vorbereitet werden.

    Beton ist natürlich prinzipiell geeignet, braucht aber eine Vorbereitung.

    Z.B. mechanische Bearbeitung + Haftbrücke


    Vorgehen:

    Ich wurde Kugelstrahlen oder Betonfräsen. (gibt es auch als handliche Geräte)

    Dann reinigen und Haftbrücke drauf.

    Den tiefen Bereich würde ich ab etwa 25 mm bis zu den 50 mm Aufbaudicke mit herkömmlichen Zementestrich ausgleichen.

    Dann den Rest in angepassten, für den Verwendungszeck geeignete Mörtel.

    Nivelliermassen sind hierfür zu teuer.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Möglich wäre es, einen geglätteten Verbundestrich bei entsprechender Untergrundvorbehandlung zu machen.


    Das wären dann 10 mm Mindesthöhe am Rand und halt 60 mm am Ende. Würde mit schwindarmen Hartstoffestrich Körnung 0-4 mm machbar sein. Kann man auch ohne Belag so lassen und nutzen. Nicht ganz 2000 kg Material, trägt die Decke das? Kommt ja auch noch der Wintergarten, Einrichtung und Nutzer dazu.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Tragfähigkeit wäre ein Thema. Da müsste ich mal schauen, ob es irgendwo die Statik dazu gibt. Ich könnte zwar sagen wieviel Beton aufgebracht wurde, aber zur Bewehrung habe ich keine Infos in

    meinem Ordner. An sich müsste das alles bei der damaligen Baugenehmigung vorhanden sein.

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